Durchblutung am Augenhintergrund

Liebe/-r Experte/-in,

vielleicht kurz zu meiner Person bzw. Krankheitsgeschichte: Ich bin 33 Jahre alt, seit 28 Jahren Diabetiker Typ 1. Insgesamt bin ich gut eingestellt (Hba1c Wert in den letzten Jahren immer unter 7,5). Seit fünf Jahren habe ich eine diabtische Retinopathie, die auch schon gelasert wurde. Die Retinopathie ist nicht proliferativ. Bei meiner letzten Untersuchung wurde eine beginnende Ischämie festgestellt. Nun meine Frage: Gibt es ausser den üblichen Dingen, wie Verzicht auf Rauchen, (habe ich eh nie getan) Sport, gesunde Ernährung, noch andere Dinge, die man machen kann, um die Durchblutung am Auge zu verbessern? Gibt es evtl. medikamentöse Ansätze?

Vielen Dank für Ihre Antworten!

Lieber Christoph,

leider gibt es keine weiteren Möglichkeiten. Der HBa1c sollte so stabil wie möglich sein und natürlich nicht zu hoch. Auch der Blutdruck sollte in Ordnung sein. Wichtig ist auch, dass spontane Blutzuckerschwankungen, die vom HBa1c nicht erfasst werden (z. B. Schummeln und sich schnell runterspritzen - so macht es meine Mutter gern…) vermieden werden. Denn die Gefäße sind nachtragender als Laborwerte…

Es gibt einige Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die versprechen sich besonders auf’s Auge auszuwirken - letztendlich ist die Wirkung aber absolut fragwürdig. Schaden tun sie aber auch nicht…
Ich empfehle Ihnen sich auch mal bei einem Experten für Diabethische Netzhautveränderungen vorzustellen (gibt es an den meisten Unikliniken - einfach mal googeln). Vielleicht kann er noch bessere Tips geben.

Liebe Grüße
Orthoptistin

Tut mir echt leid, aber ich kann dir hierbei leider nicht weiterhelfen.

Hallo Christoph,

Du hast einen jugendlichen Diabetes.Diese Krankheit ist insulinpflichtig. Du kontrollierst Deinen Zuckerspiegel. Diabetes mellitus kann Gefäßschäden verursachen. Am Auge ist oft die Netzhaut betroffen. Sie empfängt das Licht. Auf der Netzhaut laufen die Blutgefäße (Arterien - sie bringen sauerstoffreiches Blut) und die Venen (sie leiten das verbrauchte Blut ab).
Die Arterien sind bei einem Diabetiker oft betroffen. Sie platzen und es dringt punktförmig Blut auf die Netzhaut. Das Blut gerinnt und zieht sich zusammen, Dabei kann die Netzhaut abreißen.
Diesen Schicksalsschlag kann man erfolgreich verhindern, es wird die Blutung mit einem Laser verödet. Es ist wichtig, die Durchblutung der Makula (Stelle des schärfsten Sehen in der Netzhautmitte) zu erhalten. Deshalb lasert man vorzugsweise peripher ringförmig. Dort ist das Sehen sowieso nur schattenförmig (Blickwinkel an der Seite).
Bei bestimmten Netzhautblutungen spritzt man direkt in die Netzhaut ein Mittel, hierdurch wird eine Blutung gestoppt (vorwiegend bei der sogenannten feuchten Makuladegeneration).
Viele Augenärzte wenden zusätzlich Ginkgo-Präparate an – eine Wirkung ist jedoch ungewiss und deshalb wird von vielen Augenärzten „Gingo“ als nicht-wirksam eingestuft.
Es ist wichtig, jährlich den Augendruck zu messen. Oft bekommen Diabetiker einen grünen Star - das ist eine krankhafte Steigerung des Augendrucks. Weil dies nicht weh tut, ignorieren viele Erkrankte diese Gefahr und später ist es zu spät, weil der Sehnerv abgedrückt wird und verkümmert. Rechtzeitig erkannt wird der Augendruck zuverlässig gesenkt und die Sehleistung bleibt ein Leben lang erhalten.
Es kann sich auch ein grauer Star entwickeln. Dies ist eine komplette Trübung der Augenlinse. Sie wird ambulant operiert und es wird eine Kunststofflinse eingesetzt - hält ein Leben lang.

Eine Ischämie ist ein Sauerstoffmangel. Hier wird man zuerst ein Gesichtsfeld machen-tut nicht weh,keine Spritzen.
Es gibt Geräte, damit kann man die Lichtleitung im Sehnerven genau messen (ist wichtig und führt in die Prognose).
Es gibt Geräte, damit kann man die Netzthautdicke messen (Makula!).

Zur Beurteilung einer Netzhaut-Ischämie führt man eine Fluoreszenz - Angiografie durch, Es wird in den Arm der Farbstoff Fluorescein (gelb) gespritzt und man einer Spezialkamera wird die Netzhaut gefilmt.

Natürlich muss man als Diabetiker Sport treiben, nicht rauchen, Gewicht halten-halt gesund leben.
Es gibt bisher keine Tropfen oder Tabletten, um die Entwicklung einer diabetischen Retinopthie (Retina=Netzhaut,Pathos =Leiden) positiv zu beeinflussen.
Dennoch kann man für Dich sehr viel tun.
Dein Augenarzt ist sicher sehr fähig, er hat Dich ja bisher gut behandelt. Dennoch solltest Du mit ihm ein Gespräch führen, denn die oben genannten Geräte sind sehr teuer und deshalb werden sie nur von speziellen Augenkliniken vorgehalten. In eine solche Augenklinik solltest Du streben.

Hab keine Sorgen, man kann Dir helfen

samsontiffy