Hallo Jana,
ich habe deinen Artikel vor einiger Zeit hier leider nicht gelesen, und darum melde ich mich erst jetzt.
Wenn die Diagnose ok ist, dann ist deiner Kleinen ja nun geholfen.
Ich arbeite seit 23 Jahren in der medizinischen Abteilung für Virologie an der Bochumer Universität.
In unserem Labor lag vor einigen Jahren noch der Schwerpunkt in der Forschung bei den sogenannten „Rotaviren“.
Das sind Viren, die insbesondere in den ersten Lebensmonaten bei Kindern sehr schwere, wässrige Durchfallerkrankungen verursachen. Leider scheinen einige Kinderärzte das Virus nicht zu kennen, oder es gerät oft in Vergessenheit der Ärzte.
Das muss nicht heissen, dass dein Finderarzt nicht auch den Stuhl deines Kindes (nur darin ist das Virus in der Durchfallphase nachweisbar)zur Untersuchung geschickt hat.
Auch Norwalk-Viren können solche heftigen wässrigen Durchfälle verursachen.
Natürlich darf man auch bakteriologische Erreger nicht ausser Acht lassen.
Was dir Rotaviren betrifft, so machen die Kinder in den Industrieländern diese Erkrankung meistens ohne Probleme durch.
Schwerere Fälle werden bei extremen Flüssigkeitsverlust , bedingt durch den dauernden Durchfall, manchmal auch stationär im Krankenhaus behandelt, und bekommen manchmal Infusionen, um den Wasserverlust auszugleichen.
Nach 4 bis 10 Tagen ist dann alles überstanden. Die Viren sind extrem ansteckend, und auf Säuglingsstationen, bzw. bei Kinder-Krabbelgruppen gibt es häufig kleine Epidemien.
Anders sieht es in den Ländern der 3. Welt aus. Dort müssen jedes Jahr Millionen kleiner Kinder durch die „Austrocknung“ ihres kleinen Körpers an diesem eigentlich harmlosen Virus sterben.
Einen Impfstoff gibt es leider noch nicht.
Kannst ja mal nach Rotaviren, bzw Norwalk-Viren „googlen“.
Guß
Klaus