Durchgängige Benutzung männlicher Formen

Gibt es einen Standardtext, um in der Einleitung z.B. einer Hausarbeit darauf hinzuweisenn, dass man praktischerweise durchgängig nur die männliche Form (z.B. „der Schüler-die Schüler“ anstatt „der/die Schüler/in und die Schüler/innen“ oder auch grausame Neuschöpfungen wie „SchülerIn/SchülerInnen“) benutzen möchte, sich damit aber nicht als widerlicher Sexist zu erkennen geben will?
HOFee

Ich kenne keine Formel. Ich kann dir aber eins sagen: auf Italienisch (meiner Muttersprache) ist die männliche Form durchaus üblich für Verallgemeinungen und die Frauen fühlen Sie deswegen nicht beleidigt. Was soll das? Es ist nur ein Sprachusus, hat mit Sexismus nichts zu tun! Diese Sprachkreationen mit Doppelformulierung m/w sind einfach affig.
Camilla
P.S.: Bin selbst weiblich.

Ich kenne auch keinen Standardtext. Mir gefällt eine in englischen Texten häufig anzutreffende Angewohnheit: man verallgemeinert mal männlich, mal weiblich (etwa: „Autofahrer sind trinkfester als Fahrradfahrerinnen; wenn einer über den Durst trinkt, muß sie natürlich aufpassen, daß er nicht erwischt wird“).

Was soll das? Es ist nur ein
Sprachusus, hat mit Sexismus nichts zu tun! Diese
Sprachkreationen mit Doppelformulierung m/w sind einfach
affig.

Bin ganz Deiner Meinung, aber zumindest in Dland gehört es offensichtlich dazu, sich für diese „Diskriminierung“ quasi zu entschuldigen.
HOFee

hi hofee,
was ich jetzt als standard bezeichnet hätte, wäre folgende lösung:
an der ersten stelle, an der du eine bezeichnung mit gramm. maskuliner form, aber beidgeschlechtlicher bedeutung hast (z.b. „lieber leser“), setzt du eine fußnote (die ja in Hausarbeiten eh üblich sind) und schreibst etwa: „hier und auch an vergleichbaren anderen stellen sind natürlich immer „leser und leserinnen“ gemeint.“
wenn du das ganze noch hübscher machen willst, schreibst du bereits oben „liebe leserin!“…
wenn du keine fußnoten verwendest, setz es einfach in Klammern hinter das entsprechende Wort (oder Wörtin *g*)

gruß
jonas *deresselbstschonöftersogelesenundselbstgeschriebenhat*

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ganz einfach
Hallo

Das ist doch ganz einfach. Du benutzt einfach durchgängig die Bezeichnung „die Schülerin“ , „die Lehrerin“ etc.
In deiner Einleitung schreibst du vorab, dass damit selbstverständlich auch eine männliche Schülerin oder männliche Lehrerin gemeint sein kann.

-)

Gruss
Marion

Einfach darauf hinweisen!! ( mit… ist im folgenden … gemeint)
Und: Du sprichst mir aus der Seele. Ich (weiblich) finde es grauenhaft, wenn die sogenannte „Emanzipation“ an so einem Käse wie man/frau aufgehängt wird, die Leute, die sowas brauchen, haben ein paar wesentliche Dinge nicht verstanden!
liebe Grüße
timmi

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kurzer Senf
zumal es komischer Weise um „man & frau“ geht (und nicht um „Mann & Frau“!!

man[lat.]=Mensch!

ergo: Frauen sind keine Menschen :wink:

Diese Disskussion um die sprachl. Emanzipation finde ich auch ziemlich überflüssig.

Gruß, H.

Hi Heike
man[lat.]=Mensch, soll das lateinisch heissen?
So was gibts nicht, lateinisch heisst der Mensch homo, ist doch sehr interessant, könnte man ja einen neuen Thread draus machen *g*
Gruss
Rainer

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Abschrift eines Modells
Hi HOFee,

einer meiner Profs hat sich auch zur der alten Form entschlossen, deshalb hat er am Ende des Vorworts Folgendes geschrieben:

Auf eine „weibliche Grammatik“ habe ich mit Rücksicht auf die Lesbarkeit verzichtet. Die Leserinnen bitte ich um Verständnis für dieses Konstrukt.

Das oben genannte Beispiel des Abwechseln der Geschlechter in der allgemeinen Form kenne ich auch (bei Paul Mecheril, Thomas Teo: Andere Deutsche):

In den Beiträgen zu diesem Buch verwenden wir, wenn in einem allgemeinen Sinne von Personen die Rede ist, das männliche und weibliche Genus abwechselnd.

Ich hoffe geholfen zu haben :smile:

Gruß, Faten

Genau das brauchte ich - danke! o.T.

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Diese Disskussion um die sprachl. Emanzipation finde ich auch
ziemlich überflüssig.

Gruß, H.

… na ich weiß nicht, so überflüssig finde ich diese Diskussion eigentlich nicht. Wenn es nicht möglich ist, sich in einem kleinen Teilgebiet wie der Sprache näher zu kommen, bzw. Kompromisse zu schließen, wie schaut es dann im „wirklichen“ Leben aus?
Ich bin jetzt auch keine so verbissene Emanze, aber seien wir uns doch ehrlich, Emanzipation, und alles was damit zusammenhängt, steckt doch noch in den Kinderschuhen und ist leider trotzdem vielfach kein Thema mehr, weil es für eine abgeschlossene Sache gehalten wird (oftmals selbst gehörte männliche Meinung).
Das wollt ich nur mal so sagen

Schönen Tag noch
Cathrin

stimme cathrin vollkommen zu: diese diskussion ist wirklich nicht so sinnlos, wie es zunächst den anschein hat (und ich selbst früher dachte, by the way).
weil es nämlich nicht nur um ein „-in“ mehr oder weniger geht, sondern um viel mehr: sprache bildet bewusstsein.
(eigentlich ist es also eine interdisziplinäre angelegenheit, psycho-linguistik)- das ist schon wirklich so.

abgesehen davon füge ich noch mal was subjektives an (ich bin übrigens eine frau):ICH fühle mich nicht angesprochen, wenn es z.b. heisst: „der bürger muss geschützt werden.“
ich bin kein bürger, ich bin eine bürgerin und habe als solche auch andere interessen und probleme - evident.
ich rege mich da wirklich jedesmal wieder drüber auf…

immer noch aufgeregt - k.

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respekt, pendragon !
klasse marion, hey: der war gut !!
hut ab !
*lach immer noch über männliche lehrerin*

schwester im geiste - k.

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Nur mal eine Frage: Was haltet ihr von dem Ausdruck, den ich in
einem durchaus theologischen Buch gefunden habe: Heilige und
Heiliginnen. Das war von diesem Autor ernst gemeint!
Gruß R.B.,
eine männliche Mitgliedin von w-w-w