Durchs Abitur geprasselt, wiederholen?

Hallo, liebe Leser!

Unser Sohn, 19, besucht in Berlin seit Jahren eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe. Von der Grundschule ( Durchschnitt 2,3) gab es eine Gymnasialempfehlung mit Bedenken, da er im mündl. Bereich nicht sehr gut ist. Deshalb die Entscheidung auf eine Gesamtschule. Gesamtdurchschnitt in der 10. Klasse war 2,3. Es war das erste Jahr, wo auch für Realschulen eine Prüfung stattfand. Die Prüfung wurde mit 2,5 bestanden. In der 9. Klasse bewarb er sich mehrfach um eine Ausbildungsstelle, null Chance!

Mehrfache Gespräche mit div. Lehrern folgten. Man empfahl weiterzumachen und meinte das Abitur wurde mit einer soliden 3 als Gesamtnote sicher zu bestehen sein. Die volle Punktzahl und noch mehr waren vorhanden. Weitere drei Jahre folgten. Der Notendurchschnitt sank auf 3,0-3,3 ab bis zur 13. Klasse.

Die Leistungsfächer Mathe und Bio wurden gewählt, sowie drei normale Fächer Deutsch, Bio und Geschichte.

Vorherige Noten in den Fächern in den letzten 4 Semestern waren Ma: 3, Bio: 2-4, Deu : 2, Geschichte 2-3

Die Abiturprüfungen sind nun abgeschlossen. Die Prüfung ist nicht bestanden.

ENDERGEBNIS:
BWL Bio: Note 6 mündlich sowie schriftlich, es hieß das Thema sei verfehlt, aus Büchern wurde abgeschrieben ohne den eigenen Wortlaut zu benutzen, zu viele Rechtschreibfehler, keine Übersicht, keine Einhaltung der Richtlinien

Normales Bio: Note 6 keinerlei Leistung wurde erbracht

Mathe: Note 5 Lösung der Aufgaben fehlte fast völlig, Themenbereiche nicht erfaßt sowie nicht verstanden.

Endergebnis Deutsch: Note 3
Endergebnis Geschichte: Note 4+

Wir verstehen den völligen Zusammenbruch der Noten überhaupt nicht.
Unser Sohn wurde auch nie von seinen Lehrern darauf hingewiesen, in den letzten Monaten in seinen Leistungen so enorm abgesackt zu sein.

Zur Auswahl gab es eine Nachprüfung, die unser Sohn ablehnte. Weitere Möglichkeiten sind: ein Jahr wiederholen oder wechseln zum Fachabitur. Oder gleich abgehen mit drei völlig überflüssig verplemperten Jahren und einem erweiterten Realschulabschluß der 13. Klasse mit einem Durchschnitt von 3,2.

Was wäre das Sinnvollste??

Müssen bei einer Wiederholung die gleichen Leistungsfächer angewählt werden oder kann man hier wechseln?

Hallo Hermelin!

Hier in NRW werden die Vornoten der Klausuren, Hausaufgaben und Mitarbeit aus der 12 und 13 bei der Abi-Note mit berücksichtigt, und ist das Ergebnis der Abiklausur erheblich vom Vornotenschnitt abweichend (um wieviel weiß ich jetzt nicht ad hoc), gibt es die Möglichkeit einer mündlichen Nachprüfung.

Eine 6 bekommt meines Wissens nur der, der entweder im Unterricht nie da gewesen ist, sich verweigert hat, oder permanent ungenügende Klausuren geschrieben hat.

Dann aber hätte die Vornote entsprechend sein müssen, und mit der Vornote 6 wäre er hier in NRW überhaupt nicht zum Abi zugelassen worden.

Vielleicht daher auch die Weigerung, an der Nachprüfung teilzunehmen?

Ich würde unbedingt den Kontakt zu den Lehrern aufnehmen - falls Dein volljähriger Sohn dem zustimmt - um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die können auch beurteilen, warum dass das Abi so heftig daneben gegangen ist.

Irgendwas stimmt da nicht.

Angelika

Hallo,
ich kann nur aus eigener Erfahrung meine Meinung sagen: Wiederholen!
Das was du da schreibst, erinnert mich ganz arg an mich selbst. Ich bin auch durch´s Abi gerasselt, meine Noten in der 13ten waren nicht die Besten, aber ok. In den Prüfungen selbst hatte ich teilweise 0 Punkte… Ich wollte nicht mehr, hätte am Liebsten „abgebrochen“ und eine Ausbildung angefangen. Nach zahlreichen Gesprächen mit Eltern/Lehrern/Freunden hab ich mich letztendlich entschieden doch zu wiederholen. Es ist besser gelaufen… nicht super aber besser. Ich hab bestanden und studiert.
Rückblickend bin ich all denen dankbar die mich damals „überredet“ haben zu wiederholen, Das Studium war die beste Entscheidung für mich, hat Spass gemacht und ich habe super abgeschlossen.
Ich weiß dass ich es bereut hätte es nicht noch einmal versucht zu haben. Die Chance nicht ergriffen hätte…
Ich wünsche dir/ euch/ eurem Sohn alles Gute
Backs

Wenn er nur die 13. Klasse wiederholt, wird er wohl oder übel die selben Leistungskursfächer nehmen müssen wie vorher. Wenn er die komplette Kursstufe wiederholt, kann er umwählen. Für mich hört sich das so an, als hätte er Panik gehabt in der Prüfung. Er soll es noch mal versuchen. Beim 2. Mal hauts schon hin.

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Hi
Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Dein Sohn sollte einfach die 13. wiederholen.
Das Voll-Abitur ist so schnell nicht durch andere Abschlüsse zu ersetzen. Die vielen Jahre Schule sollten nicht umsonst gewesen sein.
Gruß,
Branden

Zustimmung mit Einschränkung
Servus Hermelin !

Bevor Ihr eine Entscheidung trefft, solltet Ihr Euch in aller Ehrlichkeit (hier vor allem Eurer Sohn) + freundlicher Sachlichkeit darüber klar werden, wie diese miesen Noten zu Stande gekommen sind (vorübergehende Schwächeperiode?, Probleme mit Lehrer(n)?, Ablenkungen anderer Art?, verdeckte gesundheitliche Probleme?, über die Zeit angewachsene, große fachliche Defizite? etc.).
Wenn z.B. in bestimmten Fächern so weit große Lücken entstanden sind, dass diese auch in einem Wiederholungsjahr nicht geschlossen werden können und eine Bewältigung des behandelten Stoffes - und damit auch das Bestehen dazu gehöriger Prüfungen - auf Grund dieser Defizite äußerst schwer bis kaum möglich erscheint, ist eine Wiederholung und ein Neu-Antreten vermutlich wenig zielführend.
Wenn aber nach obiger Prüfung der Sachlage ein Bestehen in einem Jahr durchaus realistisch erscheint (was man natürlich nie punktgenau vorhersagen kann, aber eine gewisse Wahrscheinlichkeit sollte schon gegeben sein), dann unbedingt die 13 und das Abitur machen.
Auch wenn vielleicht im Anschluss gar nicht studiert wird, hat man damit doch immer mehr Möglichkeiten, als wenn man sich von vorneherein „beschränkt“.

Viel Erfolg und
Grüße aus Wien
Helmut

Wie bereits schon vor mir gesagt, würde ich ein klärendes Gespräch mit deinem Sohn suchen.
Ein Abi egal ob mit 2,0 oder 3,5 ist immer noch besser als gar keins zu haben.
Mit ein Jahr Praktikum um dann das Fachabitur zu erreichen würde ich ablehnen. Das ist reinste Luft und nicht viel wert.
Ermutige ihn das Schuljahr, das ja ohnehin stark gekürzt ist, zu wiederholen.
Hat er es einmal bestanden kann es ihm keiner mehr nehmen!

gruß
einstein89

Hallo liebe Leser,

ich möchte mich recht herzlich für die vielen positiven Antworten bedanken.

Gruß
Hermelin

Servus Helmut,

auch für Deine Antwort möchte ich mich bedanken.

Wir haben mit unserem Sohn das Ganze ausdiskutiert.

Das Problem ist, ich selbst habe ihn zehn Jahre mit der Schule und den Hausaufgaben unterstützt, was ich nach der 10. Klasse nicht mehr geschafft habe. Darum ging durch die zusätzliche Erschwerung im Lernen sowie meine nicht mehr durchzuhaltende Unterstützung von einen Notendurchschnitt von 2,3 auf 3-3,3 herunter.

Obwohl er in Mathe nicht sehr gut war, hat er trotz Ablehnen von Freunden und meinerseits das Leistungsfach Mathe gewählt, in dem sich die Noten seit zwei Jahren verschlechtert habe. Im Prinzip müßte er hier mit dem Lernen zwei Jahren zurückgehen und von dort beginnen.

In Bio, die schriftliche BL, ist er durchgefallen, da er sich trotz der Vorgespräche mit dem Lehrer, der ihm auch noch Tipps gab, nicht daran gehalten hat. Trotz des Formblattes, wo die Struktur, der Aufbau, die Einteilung ect. beinhaltet war, hat er sich weder an die Richtlinien gehalten noch an etwas anderes. Die BL war eine Terminabgabe. Er wurde erst am letzten Tag damit fertig. Obwohl er hierfür 6 Monate Zeit hatte, hatte er erst eine Woche vorher damit begonnen, so daß er diese erst am letzten Tag abgeben konnte, ohne sie selbst überhaupt noch überarbeiten zu können. Man bot ihm zuvor an, die BL vor der Terminabgabe zu beenden. Er sollte sich drei Fachlehrer heraussuchen, die seine BL hätten im Vorfeld korrigieren bzw. überarbeiten können. Da dies alles nicht in Anspruch genommen wurde, ist mit zum größten Teil selber an seiner Misere Schuld.

Unser Sohn lernt sehr schwer, hat zur Zeit und auch vor den Prüfungen keinerlei mehr Motivation. Ich habe immerzu getrommelt aber er wollte nicht mehr und war der Meinung, er komme so durch ohne zu lernen. Erst eine Woche vor den Prüfungen hat er begonnen, was viel zu spät war.

Nächste Woche findet noch ein Gespräch in der Schule statt. Die Schulleitung ist der Meinung, es sei besser abzugehen.

Wir haben uns noch nicht entschieden, welchen Weg wir nehmen.
Bei einem Wiederholungsjahr kann eine evt. Bestehen nur erfolgen unter extremen Fleiß und durch private Unterstützung eines Superprofis mit Abiturprüfungsvorbereitungen.