Hallo Joe,
Du mußt unbedingt auch beachten, auf welchen Zeitraum sich diese Renditeangaben beziehen.
Die Rendite ist nämlich „eine Funktion“ der Inflation bzw. der risikofreien Rendite (z.B. Geldmarkt, welche starken Schwankungen unterliegen.
Bsp.:
Ein Anleger erhält derzeit für eine risikofreie (da kein Kursrisiko) Geldmarktinvestition z.B. 2% p.a…
Will er mehr erzielen, muß er ein Risiko eingehen, wofür er eine „Risikoprämie“ erhält. Zum Beispiel erhält er für ein festverzinsliches Wertpapier mit 5 jahren Laufzeit (Emittenten- und Kursrisiko, Inflation)2,5 % Risikoprämie, also 4,5% Rendite gesamt.
Für eine Aktie, die deutlich stärker schwankt, also mehr Risiko birgt, bekommt er eine Risikoprämie in Höhe z.B. 6%. Also erzielt er eine Rendite von 8 % p.a. (langfristig, wenn alles gut geht…).
Gehst Du von einer höheren Inflation und einem höheren Zinsniveau wie z.B. in den 80er Jahren aus, dann hast Du z.B. eine risikofreie Rendite von 5 %, bekommst als mit Risikoprämien 7,5 % für Renten und 11 % für Aktien.
Vielleicht wäre es wissenschaftlich betrachtet sinnvoll, die Rendite „nach Inflation“ oder „über Geldmarkt“ zu betrachten?
Da das Zinsniveau derzeit und, nach Prognosen vieler Fachleute, auch künftig unter den historischen Langfristzahlen liegen dürfte, sind historische Bruttorenditen nur sehr begrenzt aussagekräftig.
Davon abgesehen sind die Aussagen leicht zu pauschal. Für relevante Zahlen solltest Du Dir z.B. bei Aktien einen klar definierten Aktienindex, z.B. MSCI World, heraussuchen, da sich die Märkte untereinander sehr stark unterscheiden.
Viel Erfolg bei Deinen Nachforschungen.
Gruß Schorsch