Dynamische Fondsgebundene Lebensversicherung xxx

Hallo,
ich habe im September 2004 eine tolle „xxx triple t life plus“ bei der Gerling Versicherung abgeschlossen, also eine dynamische fondsgebundene Lebensversicherung. Mittlerweile scheint mir das aber nicht mehr sehr sinnvoll. Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, daß es sinnvoller ist einen reinen Fondssparplan statt einer fondsgebundenen LV zu nutzen. Ursprünglich wollte man mir bei der xxx gleich zwei fondsgebundene LVs andrehen. Das habe ich zum Glück nicht gemacht. Ich wurde auch gar nicht darüber aufgeklärt wie stark die Abschluss- und dann auch die laufenden Kosten bei der Rendite ins Gewicht fallen. Es schien den xxx „Beratern“ nur um möglichst hohe Provisionen zu gehen. Ich wurde von xxx auch mit der Behauptung ich müssen noch vor Ende des Jahres abschließen, sonst würde die Steuerfreiheit wegfallen geködert und zum Abschluss gedrängt. Was ich mir vorwerfen lassen muß, ich habe da auch diese Erklärungen von wegen ausreichende Information etc. unterschrieben, da einer der anwesenden xxx Berater ein Studienkollege von mir war.

Ich möchte jetzt diese LV kündigen und das Geld lieber direkt sinnvoll anlegen. Ich habe aber erst 500 Euro eingezahlt. Ich weiß nicht ob ich aus dem Vertrag raus komme und ob ich noch was von dem Geld wiederbekomme? Ist unter diesen Umständen ein Ausstieg überhaupt sinnvoll?

Bin für jede Hilfe dankbar.

Hallo !

Es gibt einige Artikel in de Fachpresse die beurteilen das eine für sinnvoller, andere beurteilen wiederum andere Dinge als sinnvoller.

Zunächst einmal sollten Sie sich am Anfang fragen, welchen Anlagehorizont Sie haben.

Ist dieser langfristig angelegt, dann macht die Anlage in eine fondgebundene LV sicherlich auch Sinn und kann auch von der Fondwahl etwas risikoträchtiger (je nach Bedürfnis) gewählt werden. Aktien benötigen längere Zeit sich zu entwickeln. Ob in LV oder Fondsparplan sollte daher die Laufzeit länger angelegt sein.

Wenn es darum geht erwirtschaftetes Kapital zu sichern sollte man konservativ anlegen oder gar Garantievarianten einbauen. Dann ist auch eine etwas kürzere Laufzeit sinnvoll.

Ein kleiner Denkanstoss zur Aktienentwicklung:
Anlage 1 100Tsd. Euro macht in 1. Jahr 60% Gewinn, im 2. Jahr 60% Gewinn und im 3. Jahr 60% Minus.
Anlage 2 100Tsd. Euro macht im 1. Jahr 6% Gewinn, im 2. Jahr 6% Gewinn und im 3. Jahr 6% Minus.
Wo kommt mehr raus ?

Bei der 2. Variante. Sie übertrifft im Endergebnis trotz der hohen Anfangsgewinne die 1. Variante um gut 3000 Euro.

Bzgl. der Kosten ist es definitv falsch, das eine fondgebundene Lebensversicherung pauschal teurer ist. Bei Fondsparplänen fallen neben dem Ausgabeaufschlag, Kontoführungsgebühren, Switchkosten und die im vorraus nicht festgelegten Shiftkosten an. Kostn werden in Fond immer gut versteckt, aber auch in der fondgebundenen LV.

Der hauptsächliche Unterschied liegt daran, dass gerade in den Anfangsjahren der Kontoauszug bei einem Fondsparplan besser aussieht, da dieser die Kosten in der Regel auf die gesamte Laufzeit verteilt. Bei der LV Variante werden die Kosten auf 3-5 Jahre verteilt. Danach fallen nur noch geringfügige Kosten an.

Auf eine Dauer von 7-10 Jahren gerechnet ist der Fondsparplan daher sicherlich die günstigere Variante. Aber bitte nicht mit irgendwelchen Produkten die irgendwelche Schlussboni versprechen. Das ist Augenwischerei.

Auf eine Dauer von 12 und vor allem mehr Jahren entscheidet das Produkt mehr als die Form also ob es nun fondgeb. LV oder Fondsparplan ist.

Gerling hat mit Sicherheit keine geringe Kostenquote. Da derzeit sehr viel der Garantiefond DWSFlexPension propagiert wird habe ich einmal einige Vergleiche mit 0% Wertentwicklung angestellt. Auf eine Laufzeit von 20 Jahren war nicht die direkte Investition die günstigste Variante sondern eine fondgeb. LV. Allerdings gab es auch sehr viele LV`s die wesentlich mehr KOsten verursachten.

Insgesamt sollte man aber auch die Aktien nicht überbewerten. Schliesslich werden hier immer nur Prognosen agegeben, die tatsächliche Entwicklung kann niemand voraussagen. Nur ganz wenige Fonds haben langfristig nach Abzug aller Kosten mehr als 6% Nettorendite erwirtschaftet. MAPReport hat sogar herausgefunden dass eine ganz normale Kapitallebensversicherung (allerdings nur die Besten auf dem Markt) auf eine Laufzeit von 30 Jahren 80% aller Fonds geschlagen hat.

Eine leichte Warnung, damit spreche ich wohl in eine andere Richtung als viele Makler zur Zeit, spreche ich bei den englischen Lebensversicherungen aus. Die mit einem sehr hohen Aktienanteil ausgestatteten Produkte verzeichnen seit 2-3 Jahren in England erheblichen Kapitalabfluss da Kapital massig vernichtet wurde. Die Prognosen sind hoch, die Kosten auch.

Fazit:
Die Anlage in Fonds ist sicherlich sinnvoll.

Vorerst den Anlagehorizont festlegen.

Die Variante wählen die dem pers. Anlageverhalten entspricht. NIcht von hohen Renditen der letzten 3-5 Jahre blenden lassen. (HILFE: Einmal eine Skala verschiedener Fondentwicklungen der letzten 20 Jahre betrachten und die positiven Werte abdecken. Sich dann fragen ob man mit den schlechten Jahren leben kann)

Dann eine Anlage mit niedrigen Kosten wählen.

Evtl. Flexibiliät berücksichtigen. Denn in 10-20 Jahren kann sich einiges an der Lebenssituation ändern.

Zum Schluss:
Von einer Kündigung der LV kann ich nur abraten. Das Geld wäre dann definitiv weg. Lieber noch 1-2 Monate zahlen. Dann müsste man den Vertrag ruhend stellen können. Das bringt zumindest etwas mehr.
Aber bitte alles genau durchdenken: Denn egal welches Produkt Du abschliesst werden sich hier, woanders, in der Presse immer dutzende finden die es schlecht machen und selber alles besser wissen.
Denn immerhin hat Gerling in Finanztest als Rentenfondanbieter ein „sehr gut“ bekommen und 2001 den deutschen Fondpreis gewonnen. Und Wirtschaftsjournalisten sind selten so erfolgreich wie erfahrene Fondmanager :wink:

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hallo markus,

zum gerling-konzern sage ich lieber nichts mehr… nur soviel: den aktuellen stress-test der bafin haben sie mal wieder nicht bestanden. dass die gerling so gute ratings hat, liegt mit sicherheit auch an den agenturen, die die versicherer für die ratings bezahlen (persönliche meinung). grundübel aller deutschen versicherungen bleibt: von dem, was du monatlich überweist, ziehen die erstmal ihre kosten ab. wie hoch die sind, erfährst du unter www.bafin.de, publikationen, jahresberichte, 2003, teil b, lebensversicherung. im schnitte so um die 25% (zahlen aus 2003). dann wird der sparanteil in die fonds, die du ausgewählt hast investiert. aber auch hier: ausgabeaufschlag, vermögensverwaltungsgebühren, depotgebühren (oft teurer als am freien markt). was hier erwirtschaftet wird, geht direkt an die versicherung. was die übrig lassen wollen geht an dich. rechtlich ist eine deutsche lv/rv einer eigentumsübereignung gleichzustellen. ist ja aber nicht so schlimm, die müssen ja auch von was leben :wink:

mein tip: beiträge bei der bank so weit als möglich zurückholen und widerrufen. sollte der vertrag nach dem 8.12.04 abgeschlossen worden sein, habe ich noch weitere tips.

bei fragen gerne auh per mail, maxxler71