Hallo,
wir brauchen einen neuen Staubsauger und der soll einen
Hepa-Filter haben und es wäre schön, wenn er keine Folgekosten
macht.
„Mit HEPA-Filter“ ist eine Werbeausage bestimmter Firmen, die
ein Prinzip anwenden, welches von sich aus unzureichend ist
(z.B. Zyklon oder auch Wassersauger usw.) Da muß also ein
„normaler Filter“ nachgeschaltet werden.
Gute Sauger mit Tüten haben meist von sich aus schon ein sehr
gutes Abscheidevermögen. Die Filtertüten sind quasi auch
gleichwertig zu HEPA-Filtern.
Ob die meist höheren Anschaffungskosten im Vergleich zu den höheren
Verbrauchskosten von Tütensaugern gerechtfertigt sind, muß jeder
selbst für sich entscheiden. Tüte hat auch einige Vorteile
(z.B. Komfort -> Tüte in dem Müll und gut is’ses).
Wir haben den Dyson DC 08 (oder 11) Animal Pro oder ähnliches
ins Auge gefaßt.
Die Firma verspricht einen lebenslangen Hepa-Filter.
Wie funktioniert der?
HEPA-Filter sind üblicherweise sogenannte Diffusionsfilter,
funktionieren also wie Papiertüten oder auch Textile Filter.
Die Partikel müssen durch das Material und bleiben darin
hängen, indem sie sich an die sehr große Oberfläche des
fasrigen Mat. infolger der Kernbindungskräfte anlagern.
Wenn der ähnlich funktioniert wie der ganze Staubsauger,also
mit der Zyklon-Idee, dann kann ich mir Lebenslänglichkeit
vorstellen.
Zyklonfilter haben ein recht begrenztes Abscheidevermögen,
nur herab bis ca. 5 um geht. Partikel die kleiner sind,
unterliegen Trägheitseffekten kaum noch. Deshalb ist ja auch
das Zyklonprinzip nur in Verbindung mit einem nachgeschalteten
Diffusionsfilter allg. akzeptabel.
Wenn der aber so funktioniert, wie gemeinhin Filter
funktionieren, dann versteh ich nicht, wieso der sich nicht
zusetzen soll.
Das kann nur daran liegen, daß dieser Filter gut überdimensioniert
ist. Sonst würde auch das Argument mit dem vernachlässigbaren
Saugkraftverlust völlig adabsurdum geführt.
Filter, welche ein sehr gutes Abscheidevermögen haben, müssen
zwangsläufig einen erhöhten spezifischen Strömungswiderstand
mitbringen. Dem kann man nur durch größere Oberfläche begegnen.
Es ist ja auch so, daß die Masse der kleinen Partikel
im Verhältnis zur Masse der großen Partikel sehr gering ist.
1 Korn mit 1um Größe hat etwa die 1 Mio-fache Masse im Verhältnis
zu einem 1um großen Partikel (bei gleicher Dichte) .
Dadurch hält der HEPA-Filter normalerweise eben deutlich länger,
allerdings auch nicht ewig. Die Frage ist, wie lang lebenslang
definiert ist und welche mittlere Belastung (Benutzungsintensität)
man dabei annimmt.
Interessant ist noch, daß die Anzahl bei den kleinen Partikeln
viel höher ist als bei den großen. Deshalb ist der Abscheidegrad
bei den kleinen Partikeln ja auch so wichtig (die sind ja auch
Lungengängig).
Angegeben wird der Abscheidegrad üblicherweise für eine
Partikelgröße von ca. 0,3um
-> sogenannte „most penetrating partikel size“
Das ist die Partikelgröße, bei der die unterschiedlichen
Filtermechanismen sich überschneiden (Siebfilter-Diffusionsfilter)
und deshalb das schlechteste Abscheidevermögen zustande kommt.
Oberhalb und unterhalb sollte das Abscheidevermögen besser sein.
Da die Frage, ob der Filter tatsächlich wartungsfrei
funktioniert und wir uns darauf verlassen können wichtig ist,
habe ich mir gedacht: ich frag mal da, wo einem im Zweifel
immer geholfen wird. bei wer weiss was.
Naja, ob man Werbung so sehr vertrauen darf. Man sollte zumindest
annehmen, daß der HEPA-Filter recht lange nicht getauscht
werden muß.
Gruß Uwi