Habe etwas recherchiert und gesehen dass das Produkt (WKN A0DZTE) in den letzten 6 Wochen um 7% gefallen ist! Also muss ein Hacken drin sein. Vielleicht hat der Schuldner etwas mit der Krise in USA zu tun?
Mist. Habe mich schon in der Hängematte auf Praslin liegend gesehen…
also „täglich verfügbar“ ist in diesem Fall eine gewagte Aussage. Zwar könntest du die Anleihe börsentäglich zum Verkauf stellen, im Gegensatz zu Tagesgeldkonten o.ä. bekommst du vor Laufzeitende aber nicht notwendigerweise 100% deines Kapitals zurück, da du vom aktuellen Kurs abhängig bist. Außerdem ist dieser Floater eine sog. Finanzinnovation, was dir steuerlich möglicherweise viel Freude bereiten kann…
Wenn du nicht genau weißt, worauf du dich da einlässt (und ich wage zu bezweifeln, dass dein sog. Berater in der Filiale das weiß), würde ich an deiner Stelle die Finger davon lassen. Und das nicht, weil diese Anleihe unseriös ist, sondern weil sie an deinen Bedürfnissen vorbeigeht.
Mit den Daten die ich soeben aus dem Telekurs VDB gezogen habe, kann ich keinerlei Finanzinnovation erkennen. Allerdings wären ein Termsheet hilfreich um dies beurteilen zu können. Woher hast du deine Information.
Viel interessanter - und das dürfte auch den (möglicherweise psychologisch bedingten Kurseinbruch erklären) - ist die Tatsache dass es sich nicht um ein direktes Produkt der DZ Bank handelt, sondern um eine Anleihe des DZ Bank Funding Trust III, in Delaware USA.
Ohne Hypothekenkrise, würde das Produkt aber wohl kaum eine Rendite von über 6% aufweisen, da er sonst wahrscheinlich deutlich über pari gehandelt würde.
Ich ging davon aus, dass variable Zinssätze automatisch eine FI sind. Die Rechtsprechung Anfang des Jahres könnte zumindest bei so simplen Floatern die steuerliche Betrachtung ändern oder schon geändert haben, ich habe das nicht so genau verfolgt. Über die aktuellen WM-Daten ist A0DZTE jedenfalls auch als FI gekennzeichnet, guckst du Feld GD273 bzw. GD504A.
Viel interessanter - und das dürfte auch den (möglicherweise
psychologisch bedingten Kurseinbruch erklären) - ist die
Tatsache dass es sich nicht um ein direktes Produkt der DZ
Bank handelt, sondern um eine Anleihe des DZ Bank Funding
Trust III, in Delaware USA.
Ja, da wird mit einem „guten Namen“ getäuscht. Aber wenn das die perfekte Anlageform wäre, würde sich die Bank damit selber eindecken und müßte es nicht ahnungslosen Kunden anzudrehen versuchen.
Ich ging davon aus, dass variable Zinssätze automatisch eine
FI sind. Die Rechtsprechung Anfang des Jahres könnte zumindest
bei so simplen Floatern die steuerliche Betrachtung ändern
oder schon geändert haben, ich habe das nicht so genau
verfolgt. Über die aktuellen WM-Daten ist A0DZTE jedenfalls
auch als FI gekennzeichnet, guckst du Feld GD273 bzw. GD504A.
Ja, da wird mit einem „guten Namen“ getäuscht. Aber wenn das
die perfekte Anlageform wäre, würde sich die Bank damit selber
eindecken und müßte es nicht ahnungslosen Kunden anzudrehen
versuchen.
wenn die Kreditinstitute ihre Anlageprodukte für sich behielten, fände ich das irgendwie eigenartig.
wenn die Kreditinstitute ihre Anlageprodukte für sich
behielten, fände ich das irgendwie eigenartig.
Es ist kein Anlageprodukt und schon gar nicht eins des Kreditinstituts. Es ist ein von einer wie auch immer zugehörigen ausländischen Gesellschaft emittiertes Wertpapier, das anscheinend der unbedarften Sparbuchkundschaft angepriesen werden soll. Blickfang ist der hohe Zinskupon. Ob über den Unterschied von hauseigenem Sparprodukt mit Einlagensicherung und börsengehandelter Anleihe ausreichend aufgeklärt wird, wage ich zu bezweifeln.
Und das finde ich nun mal auch irgendwie eigenartig. Aber jeder Kunde ist erwachsen und weiß was er tut, sollte man zumindest meinen.
Es ist kein Anlageprodukt und schon gar nicht eins des
Kreditinstituts. Es ist ein von einer wie auch immer
zugehörigen ausländischen Gesellschaft emittiertes Wertpapier,
das anscheinend der unbedarften Sparbuchkundschaft angepriesen
werden soll.
jedes Wertpapier ist ein Anlageprodukt. Das ist die ureigenste Eigenschaft eines Wertpapieres.
Es ist ein von einer wie auch immer
zugehörigen ausländischen Gesellschaft emittiertes Wertpapier,
soweit normal und üblich…
das anscheinend der unbedarften Sparbuchkundschaft angepriesen
werden soll.
Vermutest du.
Blickfang ist der hohe Zinskupon.
Der bei der Konstellation vöiig normal ist… insbesondere wenn man die letzten Auschüttungen und die globale Zinsentwicklung betrachtet.
Ob über den
Unterschied von hauseigenem Sparprodukt mit Einlagensicherung
und börsengehandelter Anleihe ausreichend aufgeklärt wird,
wage ich zu bezweifeln.
Warum?
Und das finde ich nun mal auch irgendwie eigenartig.
Dass mal etwas anderes als ein Sparbuch oder Tagesgeld angepriesen wird?
Aber
jeder Kunde ist erwachsen und weiß was er tut, sollte man
zumindest meinen.
Bestimmt nicht… aber wie kommst du drauf dass es keine ausreichende Aufklärung über das Produkt gibt? Nur weil hier nochmal jemand den Zinssatz enes Prodkt hinterfragt?
Habe etwas recherchiert und gesehen dass das Produkt (WKN
A0DZTE) in den letzten 6 Wochen um 7% gefallen ist! Also muss
ein Hacken drin sein. Vielleicht hat der Schuldner etwas mit
der Krise in USA zu tun?
Hallo Julia,
ich habe gerade im Verkaufsprospekt dieses Produkts geblättert, der unter http://www1.deutsche-boerse.com/INTERNET/EXCHANGE/fw… bei der Deutschen Börse hinterlegt ist. Ganz schön kompliziert . Aber ähnlich zu Modellen, die z.B. Deutsche Bank, Postbank oder IKB auch laufen haben, um sich Kapital zu beschaffen.
Ein paar ganz wichtige Punkte:
das Kapital ist NICHT täglich verfügbar. Du kannst zwar versuchen, die Schuldverschreibung an der Börse zu verkaufen, aber es ist weder garantiert, OB sie einer kauft noch zu welchem Preis. Solange alles gut geht, findet vermutlich irgendein Handel statt, aber wenn die DZ Bank schlingert, wird dein Papier potentiell illiquide. Die Anleihe ist von deiner Seite aus NICHT kündbar und läuft potentiell ewig.
die Ausschüttung von 6,xx% ist NICHT garantiert. Sollte die DZ Bank Verluste machen, ihre gesetzlichen Eigenkapitalverpflichtungen nicht erfüllen oder sonstwie schlecht dastehen, entfällt die Zahlung und wird auch nicht nachgeholt. Durch diese Einschränkungen ist das Anleihekapital im Sinne bestimmter, das Bankwesen regulierender Gesetzte wie Eigenkapital zu behandeln. Solches „Ersatzeigenkapital“ ist wertvoll für die Bank, daher verzinst sie es (im Regelfall) gut. Muss sie auch, denn man geht ja auch Risiken ein.
wie bereits erwähnt ist die Anleihe nachrangig, d.h. man bekommt im Liquidationsfall erst dann etwas, wenn die gewöhnlichen Anleihen bedient sind.
Schuldner der Anleihe ist im übrigen zwar ein ominöser Funding Trust, der aber durch eine Patronatserklärung der Bank abgesichert ist, also im Endeffekt doch die Bank. Der Weg von hinten durch die Brust ins Auge bringt vermutlich rechtlich/steuerliche Vorteile.
Schuldner der Anleihe ist im übrigen zwar ein ominöser Funding
Trust,
was ist denn an einer LLC ominös?
Also erstmal eine Korinthe: der ominöse Trust ist nicht gleich der LLC. Wie’s scheint, verwirrt die Konstruktion auch dich.
Ich denke nicht, dass man eine Rechtsform per se als „ominös“ bezeichnen kann und das war auch nicht meine Absicht.
Ominös ist, dass nicht die IKB direkt Schuldner ist, sondern ein in Delaware gegründeter Trust, der Vorzugsaktien einer dortigen LLC hält, welche Inhaberschuldverschreibungen einer Tochter der IKB hält. Also um ein paar Ecken herum und in Amerika statt hier. Vermutlich hat das alles gute Gründe, aber mangels ihrer Kenntnis finde ich „ominös“ sehr angebracht.
Ominös ist, dass nicht die IKB direkt Schuldner ist, sondern
[…]
Sorry, natürlich meinte ich die DZ Bank. Die IKB hat mit einem „IKB Funding Trust“ exakt das gleiche Modell aufgelegt, und da ich mich zuletzt damit beschäftigt hatte, habe ich falsch geschaltet.
Bei der DZ Bank ist keine Tochtergesellschaft Schulderin der von der LLC gehaltenen Teilschuldverschreibungen, sondern die DZ Bank selbst. Ansonsten genau das, was ich beschrieben habe.
Trust emittiert Wertpapier und kauft davon Class B Vorzugsanteile der LLC. LLC kauft davon Inhaberschuldverschreibungen der DZ Bank. DZ Bank hält Class A Preference Shares (welche Class B vorrangig sind) am LLC und kann damit die Ausschüttungen der Schuldverschreibungen zurückkanalisieren, wenn der Trust und damit die Investoren keine Ausschüttung erhalten sollen.
Schuldner der Anleihe ist im übrigen zwar ein ominöser Funding
Trust,
was ist denn an einer LLC ominös?
Also erstmal eine Korinthe: der ominöse Trust ist nicht gleich
der LLC. Wie’s scheint, verwirrt die Konstruktion auch dich.
Ich hab mich mit der Konstruktion nicht beschäftigt. Als ich das Dokument öffnete, stieß ich mehr oder weniger als erstes auf die LLC. Du hast in der Tat recht, daß es da noch den Funding Trust gibt, der - wie Du ebenfalls richtig sagtest - keine LLC ist, sondern ein Delaware Statutory Trust. Das ist eine Rechtsform, die es in Deutschland so nicht gibt, aber für SPV recht häufig verwendet wird. Hintergrund sind in der Tat steuerliche und rechtliche Vorteile.
Ominös ist, dass nicht die IKB direkt Schuldner ist, sondern
ein in Delaware gegründeter Trust, der Vorzugsaktien einer
dortigen LLC hält, welche Inhaberschuldverschreibungen einer
Tochter der IKB hält. Also um ein paar Ecken herum und in
Amerika statt hier. Vermutlich hat das alles gute Gründe, aber
mangels ihrer Kenntnis finde ich „ominös“ sehr angebracht.