Hallo, Reinhold,
Glückwunsch an den Junior zu dieser Entscheidung!
Der Tip von Gandalf geht in die richtige Richtung: Für den Anfang nicht zu teuer, denn die Feinheiten eines teuren Markeninstrumentes wissen manche Leute selbst nach Jahren nicht zu schätzen. Ich komme immer mehr zu dem Schluss, dass sich eine gewisse „Pseudo-Professionalisierung“ breit gemacht hat, will sagen, es werden beispielsweise Bass-Drums von D&W an Amateurdrummer verkauft, die für das selbe Geld ein komplettes Drumset samt Mikrofonierung kaufen könnten und den klanglichen Unterschied, den ihnen diese 2500-Euro-Trommel bringt nicht mal wahrnehmen. Und so ähnlich verhält es sich auch bei den Saiteninstrumenten.
Umgekehrt gibt es sehr gut verarbeitete Nachbauten, die tatsächlich was taugen. Mein langjähriger Lieblingsbass aus einer ganzen Reihe ausgetester ist mein allererster: eine „räudige“, von irgendwem selbstgebastelte Fender-Kopie in Schwarz mit schlecht gefälschtem Logo. Hat vor 12 Jahren gebraucht 500 DM gekostet. Bespielbarkeit super, Klang zum Niederknien. Das alles ist mir aber erst nach 7 bis 8 Jahren aufgefallen…
Mein konkreter Vorschlag: Wenn der Bass nicht direkt unter dem Weihnachtsbaum liegen muss (was natürlich auch nicht zu unterschätzen ist), schenk nen Gutschein und geh zwischen Weihnachten und Neujahr mit Junior in einen Gitarrenladen. Dort angekommen, in aller Ruhe die untere Preiskategorie (so um 199 bis 399 Euro) durchprobieren.
Wichtige Faktoren:
- Wie hängt der Bass vor dem Körper?
(hängt u.a. davon ab, wie alt, groß und schwer dein Sohn ist. Ich hab mit 15 angefangen, bin heute noch ein Handtuch und der oben beschwärmte Bass ist ein ziemliches Brett und wird mir heute noch manchmal zu schwer. Hab mich aber irgendwie arrangiert.)
- Daran anschließend: Die Gurtfrage. Die unhandlichsten Teile können mit einem ordentlichen, nicht zu schmalen Gitarrengurt absolut „handzahm“ werden.
- Wie ist die Bespielbarkeit? Hälse gibt es in verschiedenen Breiten und Bass-spielen ist Kraftaufwand. Wenn Junior keine allzugroßen Hände/lange Finger hat, würde ich zum Beispiel von einer MusicMan-Kopie (Original sowieso zu teuer) abraten, weil der Hals sehr breit ist. Das KANN aber auch ganz reizvoll sein. Wir sind schließlich keine Gitarristen…
- Nicht zuletzt sollte das Teil auch schön anzuschauen sein, denn man wird einen guten Teil seiner Zeit mit Bass vor dem Bauch zubringen und das vielleicht auch noch vor Publikum.
- Die Bässe der engeren Auswahl an eine im Laden vorhandene Anlage anschließen. Auch hier: Nicht an die Profianlage mit der Ampeg 8x10er Box drunter, aber auch nicht an den Transistorbrühwürfel für 99 Euro. Der Bass sollte „schön“ klingen; wenn man die Anlage aufgedreht hat und *fest* in die Saiten haut, solte auch tatsächlich was *festes* dabei rauskommen. Und: Wenn man die Regler am Bass auf- und zudreht, sollte sich tatsächlich auch erkennbar was an der Klangfarbe bzw. der Lautstärke ändern.
Von den Fender-Kopien (Squier ist durchaus okay) mal abgesehen: Andere Marken bieten auch schon durchaus viel für weniger Geld.
Beispiele:
Die Attitude-Reihe von Yamaha, optisch dem Fender-Jazzbass nachempfunden und mit Sicherheit kein schlechtes Instrument
http://www.musik-produktiv.de/shop2/shop04.asp?artnr…
Die RBX-Reihe:
http://www.musik-produktiv.de/shop2/shop04.asp?artnr…
Den hier von Ibanez find ich noch ganz interessant:
http://www.netzmarkt.de/thomann/artikel-173833.html
Von der Dean „Edge“-Reihe hört man Gutes, glaube aber das ist so ne Musik-Produktiv-Hausmarke.
http://www.musik-produktiv.de/shop2/shop04.asp?artnr…
Das sind alles (sehr wahrscheinlich) keine Schrott-Teile, die gut aussehen und die man vor allem noch ganz gut wieder verkaufen kann, wenn man sich „upgraden“ wil.
Hoffe das hilft ein wenig,
Grüße
Tom
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