Hallo Fachleute,
nach dem Wink der Wunschelrute haben Freunde auf einer Weide in 2m Tiefe Wasser gefunden. Die Analyse weist einen sehr hohen Keimgehalt an e-coli Bakterien aus, so daß es als Tränkwasser nicht nutzbar ist.
Mein Gedanke ist, daß der Keimgehalt nicht aus dem Schichtenwasser, sondern durch Oberflächenwassereintrag kommt, denn in den Nachbarweiden kommt das Schichtenwasser freiwillig zu Tage, ist immer reichlich in Fluß und unterhält richtige Biotope mit Wasserschnecken und sonstigen Kleinstlebewesen. Ich vermute das Problem darin, daß oberhalb (steiles Gelände) der Wasserstelle die Pferde seit Jahrzehnten verstärkt hinäppeln. Die Freunde haben zwar die Oberfläche ordentlich gesäubert, aber ich vermute, daß der Boden so durchsetzt ist, daß das eindringende Oberflächenwasser dadurch verunreinigt wird.
Soviel zu den Umständen. Nun die Fragen.
- Pferdeäppel werden mit der Zeit und Weile von der Natur abgebaut und umgewandelt. Sind e-coli nur mistspezifisch und finden in Humus keinen Lebensraum oder bleiben die in dem Boden auf alle Ewigkeit?
- Kann man e-coli mit Kali-Dünger die Lebensgrundlage entziehen?
- Gibt es eine einfache, schnelle, kostengünstig und sichere Testmethode wie z.B. Teststreifen, die man vor Wasserentnahme anwenden könnte?
Gruß Steffi
Hallo Steffi
Hallo Fachleute,
Ich würde mal folgendes sagen: Es gibt regional verschieden geeignete oder ungeeignete Methoden, Trinkwasser zu gewinnen. Bei 2 Metern Bohrtiefe wird heutzutage vielleicht Wasser für die eine oder andere Viehtränke gewonnen. Bei Trinkwasser für den Menschen sollte man irgendwo eine richtige Bohrtiefe erfragen und dann nachher nochmal das Wasser testen. Ich meinte, in Apotheken wird so letzters manchmal angeboten. Die nicht vorhandene Qualitätsgarantie bei Hausbrunnen war zum Beispiel Argument für die zentrale Wasserversorgung durch die Gemeinde.
Die Wünschelrute, der Kalidünger, die Pferdeäppel und was Du sonst noch genannt hast, ist dabei völlig sekundär, zweitrangig.
Richtig ist, das coli Bakterien ein Anzeiger für Verschmutzung durch Fäkalien ist, und zwar kommen die Fäkalien mit dem Wasser zusammen.
In 2 Metern Tiefe ist auch noch kein „richtiges Grundwasser“, so tief ist oft der reine Sandboden. Hier gibt es nach meiner Meinung kein ausreichend gefiltertes Wasser.
Ob nun eine Umweltverschmutzung durch die Pferdeäpfel eintritt, laß ich mal dahingestellt, hier möchte ich aber die mögliche höhere Belastung durch eventuelle Zufütterung nennen.
MfG
Matthias
Hallo Matthias,
Bei 2 Metern Bohrtiefe wird heutzutage vielleicht Wasser für
die eine oder andere Viehtränke gewonnen. Bei Trinkwasser für
den Menschen …
für Pferde, nicht für Menschen
Die nicht vorhandene Qualitätsgarantie bei Hausbrunnen war zum
Beispiel Argument für die zentrale Wasserversorgung durch die
Gemeinde.
Ja richtig! Ist auch gut so für Menschen, aber es geht doch um eine Pferdetränke.
…die Pferdeäppel und was Du
sonst noch genannt hast, ist dabei völlig sekundär…
Richtig ist, das coli Bakterien ein Anzeiger für Verschmutzung
durch Fäkalien ist…
Wie nun? WEnn coli Bakterien eine Fäkalienverschmutzung anzeigen, warum sind dann die Pferdeäppel sekundär?
In 2 Metern Tiefe ist auch noch kein „richtiges Grundwasser“,
so tief ist oft der reine Sandboden.
Ist ja auch kein Grundwasser, sondern Schichtenwasser was aus dem Berg (bewaldete Hügelkette) drückt. Und Sandboden haben wir so und so nicht. Hier gibt es nur Lehm, Ton und Mergel. Das Wasser als solches ist wahrscheinlich super, denn wo es sich ein Stück weiter in einem Tümpel sammelt, leben sogar Wasserschnecken und sonstiges Kleinstvieh.
Was ist wissen möchte ist: Verschwinden die coli Bakterien wenn aus dem Mist Humus wird? Wir der Boden auf Dauer so regeneriert, daß es keine coli Bakterien mehr darin gibt? Wie kann man die coli Bakterien im Boden killen ohne alles zu vergiften?
mögliche höhere Belastung durch eventuelle Zufütterung nennen.
-? Verstehe ich nicht. Ich füttere doch unverdorbenes Futter, reinen Hafer! Ansonsten fressen die Pferde, die dort weiden und dort trinken sollen doch nur das Gras was dort wächst. Wieso soll das eine höhere Belastung mit coli Bakterien ergeben?
Gruß Steffi
Hallo Steffi
Hallo Matthias,
Bei 2 Metern Bohrtiefe wird heutzutage vielleicht Wasser für
die eine oder andere Viehtränke gewonnen. Bei Trinkwasser für
den Menschen …
für Pferde, nicht für Menschen
Ach so. Ich hab mich anscheinend verlesen. Ich dachte, es geht um Trinkwasser für den Menschen.
anzeigen, warum sind dann die Pferdeäppel sekundär?
Hier auch: Bei einer Viehtränke spielen die „Pferdeäppel“ natürlich doch eine Rolle.
Was ist wissen möchte ist: Verschwinden die coli Bakterien
wenn aus dem Mist Humus wird? Wir der Boden auf Dauer so
regeneriert, daß es keine coli Bakterien mehr darin gibt? Wie
kann man die coli Bakterien im Boden killen ohne alles zu
vergiften?
Du meinst, wenn man den Mist z.B. Kompostieren würde. Da weiß ich nicht, ob das so möglich ist.
mögliche höhere Belastung durch eventuelle Zufütterung nennen.
-? Verstehe ich nicht. Ich füttere doch unverdorbenes Futter,
reinen Hafer! Ansonsten fressen die Pferde, die dort weiden und
dort trinken sollen doch nur das Gras was dort wächst. Wieso soll
das eine höhere Belastung mit coli Bakterien ergeben?
Zum einen: Der Gehalt an coli Bakterien dient nur als Anzeichen, als primitiver Indikator. Beseitigst du die e.coli, ist die Verschmutzung immer noch da. Lediglich der Indikator e.coli ist weg. E.coli selbst ist relativ unschädlich.
Zum anderen: Mit der Belastung durch Zufütterung meine ich folgendes:
Im Futter sind Stickstoffverbindungen und andere, wie Phosphor, Schwefel, unzählige andere Verbindungen.
Diese Stoffe werden zum größeren Teil im Kot wieder ausgeschieden und stellen somit eine mögliche Belastung dar.
Wenn also auf einer Weide Pferde stehen und nur das Gras fressen, wird dier Gesamtstickstoffgehalt des Oberflächenwassers nicht wesentlich erhöht.
Wenn nun aber zugefüttert wird, kann es völlig anders aussehen, ganz gleich ob es gutes oder schlechtes Futter ist.
Außer den chemischen Verbindungen könnte es noch hygienische Besonderheiten geben, wo ich aber nicht professionell kompetent bin. Bakterielle Krankheiten gehen auf jeden Fall leichter von Pferd zu Pferd, wenn e-coli im Wasser nachgewiesen wird.
Vielleicht kommt ja ein richtiger gebohrter Brunnen in Frage.
Oder Du mußt bei der Fütterung Wasser mitbringen.
Mit freundlichen Grüßen
Matthias
Hallo Matthias,
Beseitigst du die e.coli, ist die Verschmutzung immer noch da.
Lediglich der Indikator e.coli ist weg.
Was für Verschmutzung meinst du? Wenn es da noch etwas schädliches gäbe, sollte es doch bei der Analyse der Wasserprobe gefunden worden sein.
E.coli selbst ist relativ unschädlich.
Was ist relativ? Es gibt coli Stämme, die „nur“ Durchfall verursachen, es gibt aber auch Stämme, die, werden sie beim Menschen gefunden, sogar meldepflichtig (Gesundheitsbehörde) ist.
Aber auch „nur“ Durchfall kann ein junges Fohlen umbringen.
Im Futter sind Stickstoffverbindungen und andere, wie
Phosphor, Schwefel, unzählige andere Verbindungen.
Das wird aber nur ein Problem, wenn
Bakterielle Krankheiten gehen auf jeden Fall
leichter von Pferd zu Pferd, wenn e-coli im Wasser
nachgewiesen wird.
Das verstehe ich wieder nicht.
E-coli wird fäkal-oral übertragen, also nicht direkt z.B. über Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd.
Und wie verursacht ein e.coli die vermehrte Übertragung von anderen Bakterien oder Viren?
Oder Du mußt bei der Fütterung Wasser mitbringen.
Genau diese Arbeit soll gespart werden. Meine Freunde sind nicht mehr die Jüngsten. Und schleppe mal 6-8 20-liter Kanister pro Tag von der Wasserleitung in den Kofferraum, vom Kofferraum zur Tränkestelle. Alternative wäre ein Wasserfaß. Ist aber schwierig wegen dem Gefälle des Geländes.
Gruß Steffi
Hi,
Beseitigst du die e.coli, ist die Verschmutzung immer noch da.
Lediglich der Indikator e.coli ist weg.
Was für Verschmutzung meinst du?
Fäkale Verunreinigung. E. coli ist ja nur eine Art Leitkeim, wenn der drin ist
gibt es eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch noch andere, schwierig
nachzuweisende Viecher drin sind.
Wenn es da noch etwas
schädliches gäbe, sollte es doch bei der Analyse der
Wasserprobe gefunden worden sein.
Untersuch du mal eine Wasserprobe routinemäßig nur auf ein paar hundert häufig
vorkommende Mikroorganismen. Recht hoher Aufwand. Deswegen E. coli als
genereller Indikator.
E.coli selbst ist relativ unschädlich.
Was ist relativ? Es gibt coli Stämme, die „nur“ Durchfall
verursachen, es gibt aber auch Stämme, die, werden sie beim
Menschen gefunden, sogar meldepflichtig (Gesundheitsbehörde)
ist.
Aber auch „nur“ Durchfall kann ein junges Fohlen umbringen.
Siehst du, das wär ein Grund warum das Wasser möglichst keine coliformen Keime
aufweisen sollte.
Bakterielle Krankheiten gehen auf jeden Fall
leichter von Pferd zu Pferd, wenn e-coli im Wasser
nachgewiesen wird.
Das verstehe ich wieder nicht.
E-coli wird fäkal-oral übertragen, also nicht direkt z.B. über
Tröpfcheninfektion von Pferd zu Pferd.
Und wie verursacht ein e.coli die vermehrte Übertragung von
anderen Bakterien oder Viren?
Irgendein pathogenes Bakterium/Virus wird fäkal vom Pferd ausgeschieden, ein
anderes Pferd nimmt es oral übers Wasser zu sich.
Die Anwesenheit von E. coli zeigt nur, dass dieser Weg möglich ist.
Mfg Simon
Hallo,
E. coli ist ja nur eine Art Leitkeim, wenn der drin ist
gibt es eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch noch
andere, schwierig nachzuweisende Viecher drin sind.
Untersuch du mal eine Wasserprobe routinemäßig nur auf ein
paar hundert häufig vorkommende Mikroorganismen.
Gut verstehe.
Kann man also die Hoffnung aufgeben, das Wasser brauchbar zu bekommen. Oder?
Gruß Steffi