E-Herd läßt Hauptschalter fallen

Hi!

Unser E-Herd (Juno JEH 66601) hat seit gestern ein etwas beängsigendes Problem: Nachdem wir am Donnerstag eine Pyrolyse durchgeführt hatten (wie bereits des öfteren ohne Probleme), wollten wir ihn gestern wieder benutzen; allerdings fällt der Stromhauptschalter, sobald wir entweder die Tür öffnen (die Lampen würden hier normalerweise leuchten) oder ihn sonst irgendwie einschalten möchten (auch hier würden die Lampen leuchten).

Meine erste Vermutung, daß die Kontakte der Lampen feucht wurden (aufgrund des feuchten Auswischens nach der Pyrolyse und der sich feucht anfühlenden Innenwände des Herdes) erwies sich als nicht zielführend, da sogar der Versuch der Pyrolyse, bei der die Lampen nicht eingeschalten werden, zum selben Effekt führt: der Hauptschalter fällt.

Also stellten wir den Strom für den Herd ab und ließen die Tür über Nacht offen, damit eventuelle Feuchtigkeit entweichen kann.

Jedoch heute früh war es um nichts anders: Die selben Versuche wie am Vortag wie oben beschrieben führten alle wieder zum selben Ereignis.

Noch ein Zusatz: Unter dem Herd und rundherum daneben ist alles staubtrocken, also dürfte auch der gleich daneben liegende Wasseranschluß in Ordnung sein und nicht lecken.

Weiß hier jemand Rat, ob sich das ganze Problem irgendwie einfach lösen lassen kann, also ohne dass ich mich an stromführenden Sachen heranwagen muß (ich dachte schon an Ausföhnen - keine Idee ist zu verwegen um nicht in Betracht gezogen zu werden) oder muß ich den Kundendienst bzw. Elektriker bemühen, das Ganze wieder in Ordnung zu bringen.

Grüße,
Tomh

Hallo Tomh.

Ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass es sich bei dem „Hauptschalter“ in Wahrheit um einen Fehlerstromschutzschalter handelt. Wenn dies der Fall ist, sollte der folgende Text (oder ein sehr ähnlicher) darauf zu lesen sein: 63 A / 0,03 A

Falls das zutreffend ist, dann ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit ein Erdschluß in Deinem E-Herd aufgetreten. Das bedeutet grob umrissen: Irgendein stromführender Draht in Deinem E-Herd hat Kontakt zum geerdeten Gehäuse. Es könnte auch (und das halte ich momentan für das Wahrscheinlichste) eine Heizspirale im wahrsten Sinne des Wortes „durchgebrannt“ sein.

Du solltest dafür lieber einen Fachmann holen.

Viele Grüße
Carsten

Hi!

Ich stelle einfach mal die Behauptung auf, dass es sich bei
dem „Hauptschalter“ in Wahrheit um einen
Fehlerstromschutzschalter handelt. Wenn dies der Fall ist,
sollte der folgende Text (oder ein sehr ähnlicher) darauf zu
lesen sein: 63 A / 0,03 A

Es handelt sich um den FI-Schalter (für die gesamte Wohnung) auf dem etwas von 40A und 2 Zeilen darunter etwas von 0,03A steht.

Falls das zutreffend ist, dann ist mit allerhöchster
Wahrscheinlichkeit ein Erdschluß in Deinem E-Herd aufgetreten.
Das bedeutet grob umrissen: Irgendein stromführender Draht in
Deinem E-Herd hat Kontakt zum geerdeten Gehäuse. Es könnte
auch (und das halte ich momentan für das Wahrscheinlichste)
eine Heizspirale im wahrsten Sinne des Wortes „durchgebrannt“
sein.

Was ich nicht verstehe:

  • Wie kann sowas überhaupt auftreten?
  • Warum tritt das auf, sobald ich nur die Tür aufmache - ohne den Herd einzuschalten?
  • Warum trotzdem die Herdplatten noch immer funktionieren?

Du solltest dafür lieber einen Fachmann holen.

Ich hab’s schon befürchtet … und wieder ein Fall für die 24-Monate-Garantie - hoffentlich.

Grüße und Danke,
Tomh

Hallo Tomh.

Es handelt sich um den FI-Schalter (für die gesamte Wohnung)
auf dem etwas von 40A und 2 Zeilen darunter etwas von 0,03A
steht.

Da hab ja richtig getippt

  • Wie kann sowas überhaupt auftreten?

Das kann tatsächlich mehrere Ursachen haben. Zum einen, wie schon beschrieben, durch eine durchgebrannte Heizspirale. Es kann auch sein, daß irgendein Draht mit beschädigter Isolierung ans Gehäuse kommt. Es ist nicht zwingend „erforderlich“, daß hierbei ein vollständiger Erdschluß vorliegt. Bei einem Auslösestrom von 0,03 A kann die schadhafte Stelle einen Widerstand von über 7,6 kOhm haben und der FI löst trotzdem aus.
Möglicherweise sind die Heizspiralen in selbstreinigenden Pyrolyse-Backöfen nicht für die sehr hohe Temperatur geeignet, die bei der Pyrolyse auftritt, aber das wäre ja sogar schon unverantwortlich.
Wie alt ist denn das Gerät? (weniger als die 24 Monate?)

  • Warum tritt das auf, sobald ich nur die Tür aufmache - ohne
    den Herd einzuschalten?

Ich kann nur vermuten, daß durch das Öffnen der Tür irgendwas eingeschaltet wird, z.B. die Garraum-Beleuchtung. Da dann ein Strom fließt, nimmt ein Teil desselben den „kurzen“ Weg über die Fehlerstelle und bringt so den FI zum Auslösen.

  • Warum trotzdem die Herdplatten noch immer funktionieren?

E-Herde werden ja an Drehstrom angeschlossen, daß heißt drei Phasen. Nehmen wir an, der Fehler wäre ein stromführender Draht, der mit seiner defekten Isolierung irgendwo ans Gehäuse kommt. Solange die Phase für den Backofen nicht eingeschaltet wird, ist alles paletti und die beiden anderen Phasen für die E-Herd-Platten können ganz normal „ihren Dienst tun“.

Man kann auch über die Vor- und Nachteile eines Haupt-FI’s streiten. Ich persönlich halte ihn für übertrieben, weil, wie Du gemerkt hast, durch einen Pfurz gleich ein ganzer Orkan ausgelöst wird, sprich: ganze Wohnung dunkel.
Aber ich weiß natürlich nicht, ob es in Österreich Vorschrift ist, einen Haupt-FI zu setzen.

Viele Grüße
Carsten

Hi!

Wie alt ist denn das Gerät? (weniger als die 24 Monate?)

Genau 1,5 Jahre - also noch innerhalb der „freiwilligen“ Garantie - von der Gewährleistung mal abgesehen (also noch irgendwie Glück gehabt).
Nebenbei bemerkt: Letzte Woche machte bereits der Geschirrspüler selbiger Marke selbigen Alters Unfug und wurde auf Garantie repariert.

Ich kann nur vermuten, daß durch das Öffnen der Tür irgendwas
eingeschaltet wird, z.B. die Garraum-Beleuchtung. Da dann ein
Strom fließt, nimmt ein Teil desselben den „kurzen“ Weg über
die Fehlerstelle und bringt so den FI zum Auslösen.

Bingo: Die Beleuchtung schaltet sich ein.

Allerdings ist meiner Frau und mir - natürlich jetzt im Nachhinein - aufgefallen, das dies bereits schon mindestens 2x der Fall war, das wir die Backofentür öffneten und der FI fiel - allerdings brachten wir dies nicht damit in Verbindung - erst jetzt im Nachhinein -, da danach wieder alles pipifein funktionierte - obwohl wir alle möglichen Gerätekonstellationen einschalteten.

  • Warum trotzdem die Herdplatten noch immer funktionieren?

E-Herde werden ja an Drehstrom angeschlossen, daß heißt drei
Phasen. Nehmen wir an, der Fehler wäre ein stromführender
Draht, der mit seiner defekten Isolierung irgendwo ans Gehäuse
kommt. Solange die Phase für den Backofen nicht eingeschaltet
wird, ist alles paletti und die beiden anderen Phasen für die
E-Herd-Platten können ganz normal „ihren Dienst tun“.

Na, wenigstens können wir noch irgendwas benutzen … Hurra! (Man begnügt sich ja schon mit wenig …)

Aber ich weiß natürlich nicht, ob es in Österreich Vorschrift
ist, einen Haupt-FI zu setzen.

Yep, das ist so bei uns - ein kleiner Furz und die Welt geht unter …

Grüße und vielen Dank,
Tomh

Hallo,
da F/I-Schalter nicht mehr so teuer sind, wie früher, einfach die
Stromkreise sinnvoll aufteilen und mehrere verwenden. Das ersprat u.U.
am Samstag abends (Murphy …) die Kerzen- und Taschenlampenbenutzung.

Na, wenigstens können wir noch irgendwas benutzen … Hurra!
(Man begnügt sich ja schon mit wenig …)

Ich habe deshalb mein Haus mit 8 Stück versehen. Nebenbei bemerkt -
selbst die modernste Anlage hat minimale Kriechströme, die sich in
einem Haus schon mal addieren können. Dann löst ein einzelner F/I ohne
einen direkt erkenn- und nachvollziehbaren Grund schon mal aus.
Gruß
Wilfried

Hi!

da F/I-Schalter nicht mehr so teuer sind, wie früher, einfach
die
Stromkreise sinnvoll aufteilen und mehrere verwenden. Das
ersprat u.U.
am Samstag abends (Murphy …) die Kerzen- und
Taschenlampenbenutzung.

Das Problem an der Sache ist, daß ich hier in einer Genossenschaftswohnung sitze und ich nur wenig Möglichkeiten habe, hier am Strom herumzufummeln bzw. - in meinem Fall - herumfummeln zu lassen

Und da kommt die Frage auf: Wozu sind die anderen Schalter im Sicherheitskasten da? Ich dachte immer, daß diese eher fallen als der Haupt-FI? Oder sind die nur zum Strom ein-/ausschalten? - Bitte nicht prügeln, ich „benutze“ den Strom nur, deswegen auch meine Unkenntnis …

Grüße,
Tomh

Hallo Tomh.

Und da kommt die Frage auf: Wozu sind die anderen Schalter im
Sicherheitskasten da? Ich dachte immer, daß diese eher fallen
als der Haupt-FI? Oder sind die nur zum Strom
ein-/ausschalten? - Bitte nicht prügeln, ich „benutze“ den
Strom nur, deswegen auch meine Unkenntnis …

Die anderen sind die Sicherungsautomaten (Leitungsschutzschalter). Diese lösen nur bei einem Kurzschluß aus. Ein Kurzschluß ist eine „niederohmige“ Verbindung zwischen Phase und Neutral-Leiter(blauer Draht). Ein Erdschluß ist eine niederohmige Verbindung zwischen Phase und Schutzleiter (grüngelber Draht), die dann den FI-auslöst.

Viele Grüße
Carsten

Hallo Tomh,

Und da kommt die Frage auf: Wozu sind die anderen Schalter im
Sicherheitskasten da? Ich dachte immer, daß diese eher fallen
als der Haupt-FI? Oder sind die nur zum Strom
ein-/ausschalten?

Die Anderen, sind wie schon geschrieben, Leitungsschutzschalter. Diese verhindern nur, dass die Leitungen in der Wand überlastet werden, welche dadurch überhitzen würden, und dadurch Brände entstehen. Daher auch der Name Leitungsschutzschalter".

Wenn du als Mensch aber mit dem L-Leiter in Berührung kommst, reichen Ströme um 1/10A um dich vom Leben in den Tod zu befördern.
Glücklicherweise, nimmt in diesen Fällen der Strom meistens einen anderen Weg, z.B. vom L-Leiter durch den Körper zur Wasserleitung, was durch den FI erkannt werden kann, welcher dann den Stromkreis unterbricht.
Wenn du aber auf einem gut isolierenden Boden stehst, oder Gummisohlen trägst und gleichzeitig N-Leiter und L-Leiter berührst, hilft dir nur noch Gott, der FI kann diesen Zustand nicht von einem normalen Stronverbraucher unterscheiden.

MfG Peter(TOO)

Hi!

Möglicherweise sind die Heizspiralen in selbstreinigenden
Pyrolyse-Backöfen nicht für die sehr hohe Temperatur geeignet,
die bei der Pyrolyse auftritt, aber das wäre ja sogar schon
unverantwortlich.

Bingo! Es war die Heißluft-Heizspirale - lt. Techniker sollte diese die Pyrolyse eigentlich unbeschadet überstehen, wobei er sich nicht ganz sicher war, ob dies überhaupt davon kam bzw. ob diese Heizspirale bereits von Anfang an ein „bißchen“ defekt war

Wie alt ist denn das Gerät? (weniger als die 24 Monate?)

18 Monate -> Garantie -> 50€ Weggebühr :frowning:

Herzlichen Dank jedenfalls an alle!!

Grüße,
Tomh