Ebay einmal anders!

Hallo zusammen,

ich hätte ein paar Fragen an euch!

Ich überlege die ganze Zeit ob es Sinn macht und vor allem ob es überhaupt möglich ist, sich mit folgender Idee selbständig zu machen:

Da Ebay ja von Existenzgründern überschwemmt wird und die dort angebotenen Artikel meist nur knapp über dem EK bzw. unter diesem verkauft werden, sprich kaum Gewinn zu erwarten ist, wäre die Idee, den Spieß einfach umzudrehen und den Einkauf über Ebay zu bestreiten.

Das heißt, ich eröffne in einer kleinen Stadt ein Geschäft, welches es im Umkreis von 30km nicht gibt, bzw. nur in ganz schlechter Ausführung. Da ich schon sehr viel Kontakt zu den Herstellern hatte, weiß ich wie die Preise dort sind (zumindest für einen kleinen Fisch wie mich). Diese habe ich einmal mit den Verkaufspreisen bei Ebay verglichen und siehe da, die Sachen gehen zum Teil weit unter dem EK weg!

Am Beispiel eines Kinderwagens: EK beim Hersteller € 420,-- , Verkauf bei Ebay € 350,–, Verkauf im Einzelhandel ca. € 600,-- !
PS: Ich werdemich nicht auf den Verkauf von Kinderwagen dieser Preisklasse spezialisieren, ich weiß selber das das kein Verkaufsrenner im Einzelhandel ist!!!

Jetzt möchte ich mich nicht nur auf Neuwaren beschränken, sondern auch leicht gebrauchte Artikel ins Sortiment aufnehmen. Es handelt sich allerdings ausschließlich um Markenartikel.

Die Frage jetzt wäre, da die Hersteller mit dieser Vorgehensweise sicher nicht einverstanden wären, darf ich alle Markenartikel, egal ob neu oder gebraucht als „Gebrauchtwaren“ verkaufen oder können die Hersteller da auch etwas gegen haben? Und die zweite Frage, wie sieht es aus wenn ich Artikel in den USA kaufe und hier unter dem Deckmantel „Gebraucht“ wieder verkaufe? (Zoll usw. ist klar, es geht nur um den Verkauf in meinem Laden). Das sind im Grunde ja Grauimporte. Nur wenn ich mir in Amerika ne Levis kaufe und die in nem An- und Verkaufladen wieder verkaufe, kann ja eigentlich keiner was sagen oder sehe ich das falsch? Aber bitte nicht Mißverstehen, ich möchte hier nichts illegales tun!!!

Und letzte Frage: Wo bekomme ich auf diese Fragen eine Rechtsverbindliche Antwort?

Ich weiß, das ist jetzt ne Menge Text und sicher ein komplexes Thema aber ich würde mich trotzdem über ein paar Objektive Antworten freuen!

Danke schonmal,

Peter

Kapier’ manches nicht

Hallo Peter,

hört sich teilweise nicht schlecht an. Wenn Du mobil bist, d.h. es Dir egal ist, wo in Deutschland/Europa Du Dein Geschäft eröffnest und tatsächlich einen Landstrich findest, der mit den von Dir zum Verkauf beabsichtigten Waren unterversorgt ist, könntest Du bei guter Planung erfolgreich werden. Man könnte zwar fragen, warum sich denn die Leute in dem unterversorgten Landstrich nicht gleich bei eBay einloggen, aber nicht jedem liegt Versandhandel und das Rumgeklicke im Internet. Mal schauen, was die Anderen meinen.

Zum Thema Gebrauchtwaren würde ich sagen, dass der Laden übersichtlich und sofort erkennbar in die beiden Bereiche Neu & Gebraucht eigeteilt werden sollte.

Die Frage jetzt wäre, da die Hersteller mit dieser
Vorgehensweise sicher nicht einverstanden wären, darf ich alle
Markenartikel, egal ob neu oder gebraucht als „Gebrauchtwaren“
verkaufen oder können die Hersteller da auch etwas gegen
haben?

Du willst neue Markenartikel als „gebraucht“ verkaufen??? Was bringt das? Solange Du keine gefälschte Ware verramschst, sehe ich keinen Grund, warum Hersteller etwas dagegen haben müssten.

Und die zweite Frage, wie sieht es aus wenn ich Artikel
in den USA kaufe und hier unter dem Deckmantel „Gebraucht“
wieder verkaufe? (Zoll usw. ist klar, es geht nur um den
Verkauf in meinem Laden).

Was bezweckst Du denn damit? Sieht mir eher nach Kundenverschreckung aus. Nicht jeder fasst gerne Hosen an, die von anderen getragen wurden, geschweige denn, dass er sie trägt. Schreib’ doch „neu“ dran - es entspräche der Wahrheit und es verkauft sich. Oder habe ich was falsch verstanden?

Und letzte Frage: Wo bekomme ich auf diese Fragen eine
Rechtsverbindliche Antwort?

Beim Anwalt.

Schönen Gruß,

Mohamed.

Hallo Mohamed,

danke für die schnelle Antwort!

Hallo Peter,

hört sich teilweise nicht schlecht an. Wenn Du mobil bist,
d.h. es Dir egal ist, wo in Deutschland/Europa Du Dein
Geschäft eröffnest und tatsächlich einen Landstrich findest,
der mit den von Dir zum Verkauf beabsichtigten Waren
unterversorgt ist, könntest Du bei guter Planung erfolgreich
werden. Man könnte zwar fragen, warum sich denn die Leute in
dem unterversorgten Landstrich nicht gleich bei eBay
einloggen, aber nicht jedem liegt Versandhandel und das
Rumgeklicke im Internet. Mal schauen, was die Anderen meinen.

Den Landstrich brauche ich nicht suchen, ich wohne bereits mitten drin:smile: Und mit Ebay haben hier auch nicht die meisten etwas zut un bzw. haben Angst vor Onlinegschäften!

Du willst neue Markenartikel als „gebraucht“ verkaufen??? Was
bringt das? Solange Du keine gefälschte Ware verramschst, sehe
ich keinen Grund, warum Hersteller etwas dagegen haben
müssten.

Auf keinen Fall will ich gefälschte Waren verkaufen, das währe wohl schnell mein Todesurteil!
Und am besten wäre es ja auch wenn ich die Sachen als NEU verkaufen könnte, ich weiß halt nur nicht ob z.B. Levis etwas dagegen hätte wenn ich den Einkauf über ebay mache!!! Da ich aber davon ausgehe, wäre halt die Frage ob die auch etwas dagegen haben können wenn ich deren Artikel als gebraucht verkaufe.

Was bezweckst Du denn damit? Sieht mir eher nach
Kundenverschreckung aus. Nicht jeder fasst gerne Hosen an, die
von anderen getragen wurden, geschweige denn, dass er sie
trägt. Schreib’ doch „neu“ dran - es entspräche der Wahrheit
und es verkauft sich. Oder habe ich was falsch verstanden?

Da ich genau weiß das ich keine Ralph Lauren Klamotten in Amerika kaufen und hier wieder verkaufen kann, wollte ich damit den Ärger umgehen! Aber ich bin für jede Kritik offen!

Hi Peter,

Und letzte Frage: Wo bekomme ich auf diese Fragen eine
Rechtsverbindliche Antwort?

zu diesen und ganz allgemein zu Fragen um Existenzgründung ist als erste Anlaufstelle die IHK sinnvoll. Bei rechtsverbindlichen Fragen zu rechtlichen Problemen musst Du vermutlich die Beratung bezahlen (aber für Dich als Selbstständigen sollte das okay sein, weil Du Deine Produkte wohl auch nicht verschenken willst).

Hallo Peter!

Deine Idee läuft auf wechselnde Bezugsquellen hinaus. Bei Ebay treibt sich Kreti und Pleti herum. Über deren Zuverlässigkeit weißt Du nichts. Du weißt auch nichts über die Lagermöglichkeiten und Qualifikation Deiner Lieferanten. So wirst Du einmal Ware in „angeditschter“ Verpackung erhalten, morgen Sachen, die feucht gelagert wurden und übermorgen Sachen, die schon als Rückläufer von anderen Kunden zurück kamen, aus einem Diebstahl stammen oder sich als billig aufgekaufter Versicherungsschaden entpuppen. Wer ist für Beanstandungen zuständig, was machst Du mit Lieferanten, die trotz Geldeingang nicht oder mit großer Verzögerung liefern…

Verkauf über Ebay ist für die meisten keine tragfähige Existenzgrundlage. Dennoch wursteln sich tausende Leute damit irgendwie durch. Deren unprofessionelles Verhalten holst Du Dir direkt in Dein Geschäft. Etliche Nasen sind nicht einmal in der Lage, für ordentliche Verpackung zu sorgen, geschweige denn, eine brauchbare Rechnung zu stellen. Vergiß es!

Wenn Du eine tragfähige Existenz aufbauen willst, brauchst Du nicht die billigsten Lieferanten. Du brauchst zuverlässige Lieferanten.

Gruß
Wolfgang

Hi Peter,

Da ich schon sehr viel Kontakt zu den
Herstellern hatte, weiß ich wie die Preise dort sind
(zumindest für einen kleinen Fisch wie mich). Diese habe ich
einmal mit den Verkaufspreisen bei Ebay verglichen und siehe
da, die Sachen gehen zum Teil weit unter dem EK weg!

Das genau kannst du kaum beurteilen, da du die Einkaufskonditionen
der anderen nicht kennst. Wer dann noch eine Mischkalkulation betreibt,
der mag eine Preisgestaltung haben, die dir komisch vorkommt, aber
evtl. funktioniert. Betonung auf „evtl.“!
Es könnte sich auch um Restposten oder Übermengen handeln, die über
solche Kanäle in den Verkauf gelangen.

Leider hat sich jetzt so die Mentalität eingeschlichen, daß viele
Produkte nur über den Preis verkauft werden.
Das führt dann dazu, daß der neue Tintestrahldrucker wirklich billig
ist, sich aber beim ersten Neukauf einer Patrone herausstellt, daß er
keineswegs günstig ist.
Überlege dir genau, ob du nicht mehr bieten kannst als nur einen
niedrigeren Preis. Denn den Preiskampf wirst du IMHO verlieren.

Und letzte Frage: Wo bekomme ich auf diese Fragen eine
Rechtsverbindliche Antwort?

Letztlich bei einem auf Handelsrecht spzialisierten Rechtsanwalt.
Aber auch nur dann, wenn du ihm konkrete Informationen gibst.

mfg Ulrich

…das halte ich für wenig sinnvoll.
BILLIG sind bei Ebay nur die Dinge, die keiner will. Ansonsten ist und bleibt Ebay ein VERKÄUFERparadies.
Begehrte Artikel sind tendenziell eher teurer als im Laden. Denn auch im Laden sind Rabatte das a und o.
Wenn tatsächlich eine Marge besteht dann ist sie so klein, dass sich nicht davon leben läßt. Zumal Porto noch dazu kommt.
Wenn dann ist allenfalls „Schnäppchenjagd“ sinnvoll, d.h. die Suche nach falsch eingestellten Artikeln, die niemand „sieht“ und so BILLIGSt weg gehen.
Aber das wissen auch andere, große Chancen daher auch hier keine…

Günter

Meine volle Zustimmung, zumal in fast allen Bereichen in EBAY in der Zwischenzeit „Spezialisten“ mithören, die genau wissen wieviel was wert ist und um wieviel „mehr“ man es später „verklopfen“ kann, das sind dann auch die, die vermeintlich „defekte“ Dinge einkaufen weil sie genau wissen mit wie wenig Aufwand man die wieder zum laufen bringt,
oder die, die teure Gerätschaften von Verkäufer-Laien zu Schnäppchenpreisen ersteigern.
Ohne Detail- und Hintergrundwissen ist da nix zu machen.

Liebe(s) Gruess(l)e
R2D2

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