Hallo,
Ja, aber da die Margen zwischen Großhandels- und Einzelpreis
so bemessen sind, dass davon ein normaler Einzelhändler mit
Angestellten und angemieteter Ladenfläche leben können muss,
können Ebay-Händler immer noch zu einem deutlich niedrigeren
Preis verkaufen und gleichzeitig noch ein wenig Gewinn machen.
Ja sicher, niedrigere Preise sind im Online-Handel durchaus zu realisieren. Ich meinte aber Preise, die sogar noch unter den Einkaufspreisen liegen.
Bei Elektronik
könnte ich mir z. B. vorstellen, dass man damit ordentlich
Kohle einnimmt,
Nein, gerade in dem Bereich sind die Margen extrem niedrig. Das man dort viel verdienen könnte, ist ein Trugschluß, weil die Preise so hoch sind. Das Problem in dem Bereich ist, daß es deutlich zu viele Anbieter gibt, eben weil jeder, der ein bißchen am PC schrauben kann, denkt, er könnte den großen Reibach mit Computern bei eBay machen. Dagegen ist die Nachfrage eher niedrig, denn wer kauft schon einen neuen PC über eBay? Die meisten gehen da doch lieber in den Laden oder zu einem der großen Online-Shops.
Mir haben in jedem Fall erfahrene Computerhändler erzählt, daß in ihrem Bereich die Margen bei eBay kaum 10% ausmachen (und davon geht nochmal die Hälfte an eBay-Gebühren drauf).
bei Büchern oder Kleidung dagegen wohl
überhaupt nicht.
Bei Büchern sind (bei Restauflagen, Mängelexemplaren und vor allem Second-Hand Ware) durchaus ordentliche Margen drin, allerdings muß man davon wiederum Massen verkaufen um die Miete zu bezahlen, heißt Massen einstellen (von denen nur ein kleiner Teil weggeht) und damit wieder Unmengen an eBay-Gebühren zahlen. Bei preisgebundenen Neuerscheinungen ist es eigentlich sinnlos, die bei eBay einzustellen (wenn es nicht gerade der neue Bohlen ist).
Kleidung, weiß ich nicht. Das hatte ich bisher nur privat verkauft und permanent Ärger gehabt. (Inzwischen fliegen bei uns alte Klamotten wieder in die Altkleider-Sammlung)
Natürlich ist dieses Geschäftsmodell an ein
gutes Stück Selbstausbeutung gebunden, vor allem was die
Arbeitszeiten von schätzungsweise 24/7 angeht.
Ohne das geht es gerade bei einem Start-Up nicht.
Drittens kann das „Zweitverwerten“ von Waren funktionieren.
Darunter würde ich solche Formen wie das bereits erwähnte
Versteigern von Insolvenzware einordnen. Auf dieser Schiene
können auch Leute fahren, die Wohnungen entrümpeln,
Papiercontainer nach brauchbaren Büchern durchkämmen oder
billig an Ausschussware rankommen. Allerdings ist das mit noch
mehr Arbeit verbunden, als wenn man immer die gleiche Ware von
der Großhandelspalette nimmt und versteigert. Und dauernd
erreichbar sein muss man dafür auch.
Ich hatte mit Bücher vom Flohmarkt angefangen. Das Zeug ist natürlich spott billig. Allerdings ist der Arbeitsaufwand gigantisch, da man ja praktisch jeden Titel nur 1x hat und somit für jede Auktion eine neue Präsentation machen muß. Hier erreicht der mögliche Umsatz alleine schon durch die physikalischen Gegebnheiten (der Tag hat nur 24 Stunden und man muß doch alle 2 Tage mal eine Ruhepause einlegen) seine natürliche Grenze. Von daher ist ernsthafter gewerblicher Handel bei eBay eigentlich nur mit mehrfach verfügbarer Neuware möglich. Da kann man die selbe Auktion bei Erfolg wieder und wieder starten. Antiquariate stellen ihre Sachen auch in der Regel bei solchen Plattformen wie Amazon, zvab oder abebooks ein, wo keine nähere Beschreibung des Buchs (Inhalt, Bilder usw.) von ihnen erwartet wird.
viele Grüße,
Ralf