Ebay - ('Händler')Schwarzhändler

Ich habe ein Gewerbe angemeldet, weil ich regelmäßig Neuware einstelle und verkaufe, keineswegs im großen Stil, sondern nur „hobbymäßig“. Natürlich kennt man auch die Mitbewerber, natürlich kennt man auch die Preise bei ebay, wie auch die Preise beim Lieferanten. Nun stell ich fest, meine Mitbewerber kaufen von einem Exporteur steuerfrei ein, geht ganz leicht, er verkauft alles nur zum Export bestimmt. Ich gehe her, erkläre meine Umsatzsteuer, überweise die Zahllast an das Finanzamt und bescheide mich mit ein paar müden Euro, meine Mitbewerber kaufen steuerfrei ein, verkaufen weiter steuerfrei und lachen sich kaputt. Richtig sauer werde ich, wenn ich auf Ware sitzen bleibe, weil ich dem Gesetz genüge tun möchte, die Mehrwertsteuer berechne und dadurch teurer bin als die Damen und Herrn Kollegen. Manchmal habe ich größte Lust die Steuerunehrlichen mal an das FiA zu melden. Das schärfste ist, es geht mir nun schon seit über einem Jahr so. Ich denke irgendwann kommt mal die OberFiD, die ja mittlerweile hier in NRW zwei Sonderkommissionen „Ebay“(Internethandel) führen, und beenden den unfairen Wettbewerb. Die sitzen aber auf Lauer und warten bis die Leute sich richtig tief reingeritten haben. Dann geht aber mein Lieferant mit baden, meine Bezugsquelle wäre damit geschlossen und darin seh ich auch nicht unbedingt einen Vorteil, Problem ist, es werden immer mehr, die dort einkaufen und ohne MwSt weiterverkaufen.
Das schärfste ist, die stellen auch noch Rechnungen mit MwSt aus ohne überhaubt ein Gewerbe angemeldet zu haben. Wie soll ich damit umgehen. Geduld ist nicht unbedingt meine größte Stärke.
Danke für ein paar Anregungen

tanja

Pecunia non olet :wink:

Hi Tanja,

ganz so einfach ist das ja nicht mit dem MWSt-Betrug. Die Herren „Exporteure“ (Dein Lieferant ist offenbar Importeur) müssen schließlich auch den Export nachweisen können durch einen grenzüberschreitenden Transportschein. So war es jedenfalls noch zu Zeiten, als ich auch Im- und Export betrieb. Einzig bei den Ausfuhrerklärungen wurden die Grenzen ständig erhöht, was aber mit der USt nichts zu tun hat

Nun stell ich fest, meine Mitbewerber
kaufen von einem Exporteur steuerfrei ein, geht ganz leicht,
er verkauft alles nur zum Export bestimmt.

Er hat auf alle Fälle den schwarzen Peter, wenn nicht exportiert wird. Generell geht sowas ohnehin nur von einem Zolllager aus. Falls er eins hat bzw bei einem Spediteur, und die Sachen bleiben im Lande, ist das halt Betrug. Fliegt über kurz oder lang auf.

Ich gehe her,
erkläre meine Umsatzsteuer, überweise die Zahllast an das
Finanzamt und bescheide mich mit ein paar müden Euro, meine
Mitbewerber kaufen steuerfrei ein, verkaufen weiter steuerfrei
und lachen sich kaputt. Richtig sauer werde ich, wenn ich auf
Ware sitzen bleibe, weil ich dem Gesetz genüge tun möchte, die
Mehrwertsteuer berechne und dadurch teurer bin als die Damen
und Herrn Kollegen. Manchmal habe ich größte Lust die
Steuerunehrlichen mal an das FiA zu melden. Das schärfste ist,
es geht mir nun schon seit über einem Jahr so. Ich denke
irgendwann kommt mal die OberFiD, die ja mittlerweile hier in
NRW zwei Sonderkommissionen „Ebay“(Internethandel) führen, und
beenden den unfairen Wettbewerb. Die sitzen aber auf Lauer und
warten bis die Leute sich richtig tief reingeritten haben.

Jo, die lesen hier sicher auch mit. Der Krug geht halt so lang zum Brunnen, bis er bricht. Aber mal im Ernst: Du würdest doch auch nicht Hehlerware verkaufen, nur weil es Kriminelle tun und dabei einen Reibach machen? Na also. Krumme Touren sind immer verlockend, aber da ist halt noch die Strafjustiz in einem Rechtsstaat. Dein Leumund sollte Dir als Händlerin wichtiger sein, als ein paar Euro mehr.

Dann geht aber mein Lieferant mit baden, meine Bezugsquelle
wäre damit geschlossen und darin seh ich auch nicht unbedingt
einen Vorteil, Problem ist, es werden immer mehr, die dort
einkaufen und ohne MwSt weiterverkaufen.

Und der Zeitpunkt rückt auch immer näher, wo die Sache auffliegt: Geduld!

Das schärfste ist, die stellen auch noch Rechnungen mit MwSt
aus ohne überhaubt ein Gewerbe angemeldet zu haben. Wie soll
ich damit umgehen. Geduld ist nicht unbedingt meine größte
Stärke.

Also wenn Du keine Geduld hast, dann … naja, Du hast es ja schon geschrieben (wäre nicht mein Ding, weil es viel subtilere Methoden gibt). Im Grund hast Du ja mit Deinem Posting hier den Stein schon ins Rollen gebracht.

Gruß Richard

Pecunia non olet :wink:

Hi Tanja,

ganz so einfach ist das ja nicht mit dem MWSt-Betrug. Die
Herren „Exporteure“ (Dein Lieferant ist offenbar Importeur)
müssen schließlich auch den Export nachweisen können durch
einen grenzüberschreitenden Transportschein.

-> der Trick ist ganz einfach, man hat mehrere LKW’s laufen…
die Ware geht nach Osteuropa… ein Teil der Flotte ist hier angemeldet, ein Teil der Flotte in Osteuropa … aber es soll hier kein Schulfunk sein, obwohl ich kenne noch weitere die sogar in Fachzeitschriften werben mit steuerfreiem Warenverkauf „nur für Export“. Dies finde ich unglaublich dreist.

Herzliche Grüße
tanja

meine Mitbewerber

kaufen von einem Exporteur steuerfrei ein, geht ganz leicht,
er verkauft alles nur zum Export bestimmt.

Er hat auf alle Fälle den schwarzen Peter, wenn nicht
exportiert wird. Generell geht sowas ohnehin nur von einem
Zolllager aus.

hallo,

ich geh jetzt mal nur auf diesen punkt ein:

man muss nicht zwingend ex zollager verkaufen, im prinzip ist jeder export von waren aus dem freien verkehr ust-frei.

der vermeintliche exporteur sollte nur dann auch die exporte nachweisen koennen - mit awbs, bill of ladings, proofs of exports, grenzabgestempelten aes etc.

spaetestens bei der naechsten steuer- oder wirschaftspruefung zahlt der exporteure dann jeden cent ust. nach fuer exporte, die nicht stattgefunden haben.

und diese pruefung kommt, so wie der naechste schnee… wenn nicht dieses jahr, dann halt naechstes…

unsere firma macht uebrigens recht interessante geschaefte mit „archivarbeit“ fuer exporteure, weil die zu bloed waren, ihre unterlagen beisammenzuhalten…
gruss
khs

danke für die Antwort, khs, eigentlich ist mir sch*egal, was der Mensch fü Geschäfte macht, mich fuchst nur, es ist der günstigste Anbieter und meine Preise sind exact um die Ust höher als die meiner Mitbewerber, ich bleibe auf der Ware sitzen und leider auch auf den Kosten die damit im Zusammenhang stehen. Und es macht schon einen gewaltigen Unterschied im Internethandel wenn jmd. um 16% günstiger oder gar frachtfrei liefern. Den Käufer interessiert es in keinster Weise, ob sein „Händler“ die MwSt abführt oder in die eigene Tasche wirtschaftet, mir stinkt nur, das diese Gauner sich wie die Schmeißfliegen vermehren. Neue Ware als Vorführgerät ohne RücktrittsR und ohne Garantie versilbern und ich trage dieses Risiko und habe eine höhere Kostenlast. Mir wäre es also nicht unrecht, wenn ebay nur noch Neuware oder Vorführware gegen Vorlage eines Steuerbescheides zuläßt.
Aber eigentlich habe ich auch nicht erwartet, daß mir jmd. einen Rat geben kann, sondern ich wollte eigentlich nur Frust ablassen, da Betrüger auf Dauer mein Geschäft wohl platt machen werden.
Vielen Dank und herzliche Grüße
Tania

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klaer mich mal auf…

-> der Trick ist ganz einfach, man hat mehrere LKW’s
laufen…
die Ware geht nach Osteuropa… ein Teil der Flotte ist hier
angemeldet, ein Teil der Flotte in Osteuropa …

das verstehe ich nicht. ws geht doch um die WARE, die exportiert wird.

da steht zuerst die exportzollabfertigung am binnenzollamt. und je weniger die zollaemter durch die eu zu tun haben, umsomehr ordnen sie „beschau“ bei exportwaren ins drittland an.

dann erfolgt der austritt aus der eu - auch dort kontrollieren grenzzollaemter haeufig, ob ware mit papieren uebereinstimmt.

dann kommt die bestimmungszollstelle im drittland, wo auch ware/docs geprueft werden.

mit krimineller energie kann man das natuerlich alles „umgehen“ , aber da ist es eigentlich einfacher, ich mach schnell ne spedition auf und schreibe mir meine „weissen spediteursbescheinigungen fuer umsatzsteuerzwecke“ selbst.
gruss
khs

-> der Trick ist ganz einfach, man hat mehrere LKW’s
laufen…
die Ware geht nach Osteuropa… ein Teil der Flotte ist hier
angemeldet, ein Teil der Flotte in Osteuropa … aber es soll
hier kein Schulfunk sein, obwohl ich kenne noch weitere die
sogar in Fachzeitschriften werben mit steuerfreiem
Warenverkauf „nur für Export“. Dies finde ich unglaublich
dreist.

Entweder schlampen die Grenzer an den Schlagbäumen (oder sind sogar eingeweiht und bestochen), oder aber es ist nicht nur die EUSt, sondern zusätzliche Exportsubventionen wie bei landwirtschaftlichen Produkten, die den Export verbilligen. Kannst mir ja mal ne Mail schicken, wenn Du kein „Schulfunk“ sein willst (netter Terminus technicus). Ich kann mir aber gut vorstellen, daß kurz vor dem Schlagbaum eine Haarnadelkurve liegt :wink:

Gruß Richard

Hallo tanja,

vielleicht ein kleiner Trost, du bist nicht allein. Viele seriöse Widerverkäufer haben die gleichen Probleme. Aber die Lawine rollt. Der neue Volkssport unter Rechtsanwälten heißt „Abmahnung“. Das Geschrei in unzähligen Internetforen ist schon groß. Ebay wird zur Zeit systematisch durchforstet. Das ist für die RA leicht verdientes Geld.

Gruß,
Stephan

PS: Ich betreibe selbst auch ein Kleingewerbe und habe alles angemeldet. Mein Finanzamt kriegt jedes Jahr eine Steuerklärung.

Hi Tanja,

sei froh, dass du eine reine Weste hast. Wenn es dich wirklich tierisch ärgert, dann gib dem Finanzamt einen Tipp. Ich verstehe dich voll und ganz.

Mich ärgern die Leute dann noch, die behaupten sie seien Privatverkäufer und keine Garantie übernehmen, dabei aber Powerseller sind :frowning:.

Wenn die Mwst. auf ihrer Rechnung aufführen, müssen sie die auch zahlen. Über kurz oder lang sind die draußen.

Liebe Gruesse
Ufonet

Hi,

finde seine Adresse raus, sammle Indizien und sende die Unterlagen an die Steuerfandung seines Finanzamtest mit Bitte um Überprüfung.

Gruß
Falke

Eine Frage
Hallo,
mich würde interessieren, auch als Einzelhändler bei ebay zu verkaufen. Wie geht das? Wo finde ich Exporteuere?