Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei?
Aus vielen Gründen, zum Beispiel weil Recht haben noch nichts über die Beweislage aussagt, und natürlich weil fast alle Leute vor Gericht glauben, dass sie Recht haben, sonst würden sie es ja nicht auf eine Klage ankommen lassen. Einer verliert aber nun mal vor Gericht, außer im Vergleichsfall praktisch immer, und dieser, der verliert, rennt dann durch die Welt und erzählt von der bösen Justiz und dass es doch das eine sei, Recht zu haben, aber etwas ganz anderes, auch Recht zu bekommen. Kurzum: Das sagt überhaupt nichts über die Realität aus. Und das sage ich dir als jemand, der schon mal eine Klage verloren hat, die ganz sicher zulässig und begründet war.
Ich habe so meine ganz persönlichen Erfahrungen gesammelt und
möchte mal sagen das Sprichwort hat seine Berechtigung.
Das beeindruckt mich überhaupt nicht. Wenn du mir diese Erfahrungen vollständig und offen erzählen würdest, würde ich zu 99% der Meinung sein, dass du schlichtweg zu Recht verloren hast. Dass derjenige, der vor Gericht verliert, das oft nicht einsieht, ändert an der Wahrheit nichts.
Daher gebe ich meinen Kindern zum Beispiel den Rat versuche
Dich immer, auch wenn Du absolut augenscheinlich und
unzweifelhaft im Recht bist möglichst ohne Gericht zu einigen,
denn man kann bei Gericht so manche böse überraschung erleben.
Das ist sowieso ein guter Rat. Zumal man eben nicht immer im Recht ist, auch wenn man sich ganz sicher ist. Recht ist eben manchmal kompliziert. Darum gibt’s das ja neuerdings sogar als Studium.
Wie auch immer: Der Gedanke, dass man einen guten Anwalt braucht, weil der dann dem Richter erklärt, wie Recht funktioniert, ist in den meisten Fällen abwegig.
Levay