Hallo zusammen!
Folgende Ausgangslage (eher ungewöhnlich, aber sehr praxisnah ): Meine Freundin hat mir zum Geburtstag einen Gutschein für ein Gokart-Rennen geschenkt. Dieses Rennen hat noch nicht stattgefunden; allerdings weiß ich, dass meine Freundin sehr gut und sehr schnell Kart fahren kann, deshalb hab ich im Vorhinein schonmal nach Ausreden für eine eventuelle Niederlage gesucht. Mein Argument war, dass ich aufgrund meines höheren Körpergewichtes eine viel langsamere Beschleunigung haben und außerdem in den Kurven viel weiter nach außen getragen werde als sie. Mein Mitbewohner (Physikstudent, würde mich sicherlich gerne in besagtem Rennen verlieren sehen) hielt dagegen, dass ich mit meinem höheren Körpergewicht auch eine höhere Haftreibung der Reifen auf dem Asphalt hätte und sich das somit wieder ausgleichen würde; zudem würde ich in den Kurven bei 30 km/h nur um etwa 145 Newton mehr nach Außen getragen werden als meine Freundin und das sei verschwindend gering. Nun muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich NULL Ahnung von Physik habe, aber die Theorie meines Mitbewohners scheint mir nicht schlüssig, und so würde ich ihm diese gerne wissenschaftlich korrekt widerlegen. Also, nehmen wir mal an, die Karts haben ca. 20 PS und wiegen ohne Fahrer ca. 70 kg. Meine Freundin wiegt ca. 55 kg, ich selbst 90 kg. Könnt ihr aus diesen Daten etwas basteln? Um wievel würde ich weniger schnell beschleunigen? Um wieviel würde ich in den Kurven weiter nach Außen getragen werden?
Vielen Dank schonmal im Voraus,
Was das nach außen-getragen anbelangt, gebe ich deinem Mitbewohner recht: die höhere Haftreibung gleicht die den Nachteil der höheren Trägheit theoretisch völlig aus.
Anschaulich vielleicht folgendes Bsp: Ein Auto (Masse 1 t) macht eine Vollbremsung, 50 m Bremsweg (das Auto hat sehr gute Bremsen, die die Reifen sofort zum Blockieren bringen).
Wie hoch ist der Bremsweg, wenn man das Auto belädt, so dass es 2 t wiegt? Antwort der Bremsweg bleibt gleich. (die guten Bremsen blockieren immer noch sofort).
Beweis: Lass zwei 1 t Autos nebeneinander herfahren und beide bremsen gleichzeitig. Logisch, dass sie nebeneinander nach 50 m zum Stehen kommen. Wenn man die beiden Auto nun einfach zusammenschweißt, dann sind es natürlich immer noch 50 m, aber jetzt hat man ja nur noch ein Objekt mit 2 t Gesamtmasse. Wenn man will, kann man jetzt auch noch die 4 inneren Räder abschrauben, aber warum sollte der Bremsweg dadurch länger werden?
Bei der Beschleunigung hast du allerdings recht, die wird aufgrund der höheren Masse schlechter.
Mein Argument war, dass ich aufgrund
meines höheren Körpergewichtes eine viel langsamere
Beschleunigung haben
Das ist korrekt. Besonders angesichts der geringen Kartmasse und des grossen Körpergewichtunterschiedes.
und außerdem in den Kurven viel weiter
nach außen getragen werde als sie.
Bedingt. Die Karts habe ja kein Diferential. Der Trick in den Kurven ist es also, sich mit dem Körper nach Außen (!) zu lehnen, um das kurveninterne Rad zu ent- und das kurvenäußere Rad zu belasten. Das unterdrückt leicht das Übersteuern und erlaubt sauberere Kurvenfahrt.
Körpergewicht auch eine höhere Haftreibung der Reifen auf dem
Asphalt hätte und sich das somit wieder ausgleichen würde;
Was, die Beschleunigung? Unsinn.
zudem würde ich in den Kurven bei 30 km/h nur um etwa 145
Newton mehr nach Außen getragen werden als meine Freundin und
das sei verschwindend gering.
Welche Kurve, welche Geschwindigkeit?
Und 14 kp sind nicht verschwindend gering, sondern es sind Welten.
Ich kann es aber klar sagen: wenn die Dame schon Übung hat und es richtig tut, hast Du als Neuling keine Chancen. Mit oder ohne Gewichtsausgleich.
Außer sie erwischt eine Gurke und Du eine Granate, was auch nicht unwahrscheinlich ist. Die Leistungen der Miet-Karts streuen recht stark vom Gerät zum Gerät.