EBV und MS

Hallo,
kurz zu mir: 48 Jahre, weiblich. Seit April 2010 MS-Diagnose- primär schubförmig-.

Letztes Jahr wurde bei mir die MS diagnostiziert. Allerdings wurden keine weiteren Erkrankungen ausgeschlossen. Liquorbefund: 18 OKB, MRT-Berfund: 3 Läsionen. Keine Basistherapie.

Warum schubförmig ist mir bis heute unklar, denn ich habe und hatte noch nie Schübe. Es wurden auch Symptome im Bericht erwähnt, wie Trigeminusneuralgie und Rest Less Legs, die ich ebenfalls nie hatte.

Was ich allerdings an Beschwerden habe, wie das Renaud Syndrom, wurde ignoriert. Dieses kann aber auch von der HWS-Arthrose kommen.
In der Uni-klinik wurde aber, die radiologisch und orthopädisch festgestellte Arthrose, als schubförmig der MS zugeordnet.

Nun wechselte ich meinen Hausarzt, der auch Internist ist. Er nahm Blut zur Untersuchung der Borrelien, Hepatis Viren, wie auch die für das Epstein Barr Virus ab.

Grund war auch, da ich Magen-Darm-Probleme (schon sehr lange) und neuerdings Beschwerden im Leberbereich habe. Diese Werte GTT und GOT waren auch sehr stark erhöht bis letzte Woche.

Allerdings stellte sich auch heraus, dass die EBV-Titer: Igg= 600 und VCA= 88 erhöht sind.

Kennt sich jemand aus und kann Zusammenhänge erkennen? Und ich hörte inzwischen, dass Cortisongabe bei EBV ungünstig sein soll. Was ist dran?

Hallo,

eine EBV-Belastung wird nicht durch die Gabe von Cortison geheilt.
Cortison hemmt das Immunsystem aber auch Entzündungen.
EBV erzeugt Pseudointerleukine, die Entzündungsreaktionen hemmen.
Das wäre im Schub ja eher nützlich.

Wurde nur auf Hepatitis, Borrelien und EBV geprüft??? Wurde eine Liquoruntersuchung gemacht? Es nützt nichts, daß Blut zu untersuchen, wenn die Erreger in den Nervenbahnen sitzen und mehr oder weniger vor sich hin persistieren.
Was ist mit Masern, Mumps, Parainfluenza 1 & 3, Röteln, Influenza,
Cytomegalie-Virus, Herpes-6-Virus, Herpes-8-Virus, Polyomavirus, Coronavirus, Paramyxovirus SV5, Adenovirus …

Bereits 1997 wurden bei MS-Kranken Herpes-6-Viren im Liquor gefunden. Beim MS-Schub steigen die Antikörper an, d.h. die Viren werden aktiviert.
Häufig ist ein massiv erhöhter Masern-Antikörper-Titer zu finden. Hast Du Masern gehabt oder bist Du geimmpft?

Also eigentlich braucht das Immunsystem eher eine Unterstützung um mit den Erregern fertig zu werden. Ich habe nur die wichtigsten Viren benannt. Es kommen noch anderer Erreger dazu.

Zweitens gibt es eine genetische Vorbelastung.
Dafür kann man eine HLA-Bestimmung (Humane Leukozyten Antigene)machen.

A2, A3, A11, B7, B8, B12, B22, B40, DR2, DR4 , DR6, DQ2 und
DR B15 Allel 01 (dieses jedoch nur in Nordeuropa)
Diese Antigene können erhöht sein bei der remittierenden progressive Form der MS.
Da solltest Du vorher klären, ob diese Laboruntersuchung Deine Krankenkasse bezahlt. Das kann bis 750 € kosten.

MfG

Kerstin

Lumbalpunktion wurde durchgeführt, schrieb ich hier, da Liquorbefund: 18 OKB.
Es wurde in der Klinik auf nichts anderes untersucht, ausser MS.
Erst jetzt, mit Nachdruck allerdings, lässt der neue Hausarzt Blut unteruchen. Sollte ich ihn mit der Flut an Möglichkeiten konfrontrieren, die Sie hier angeben, blockt er garantiert ab. Ich bin inzwischen einige Ärzte durch. Er ist zumindest einer, der mal etwas konkreter nachforscht.

Du solltest dich mal rheumatologisch (internistischer Rheumatologe od. Rheuma-Ambulanz einer Uniklinik) untersuchen lassen. Vorab sollte der Arzt nach den antinukleären Antikörpern (ANA) schauen. Ein Raynaud-Syndrom kommt häufig bei den Kollagenosen vor und auch Beteiligungen des ZNS, die einer Multiplen Sklerose ähneln kommen manchmal vor. Gerade Beteiligungen des ZNS sind bei den Kollagenosen schwer feststellbar. ANA sind die „Rheumawerte“ der Kollagenosen. Wenn die positiv sind, müssen noch viele weitere Untersuchungen gemacht werden.

Hi,

schreibe bitte genau auf, was untersucht wurde. MS ist eine Ausschlussdiagnose - das heißt, man unteruscht auf alles, was die gleichen Symptome hervorruft, und wenn man keinen Treffer erzielt, heißt die Diagnose MS.

Es müßte also folgendes an dir durchgeführt worden sein:

  • Liquorpunktion (fand statt, hast Du geschrieben)
  • MRT
  • Blutbild
  • EEG

Reihenfolge ist egal. Was fand statt? Wie lautete das Ergebnis?

die Franzi

  • MRT = 3 kleine Läsionen, lt. Radiologe und Neurologe (nicht aus der
    Klinik) nicht entzündlich.
    Uni-Klinik schreibt jedoch entzündlich!!!
    Nach sechs Monaten erneut MRT = keine Veränderung.

Wortlaut der Klinik: In der Lumbalpunktion zeigten sich isolierte oliklonale Banden im Liquor (nicht im Serum). Dies spricht zusammen mit Klinik und den entzündlichen balkennahen Herden im auswärts durchgeführten MRT für eine MS.

  • keine intrahekale Synthese im Quotientenschema nachgewiesen
  • evozierende Verfahren= unauffällig
  • neurolophysiologischer Befund =unauffällig
  • kein Hinweis auf Schrankenstörung
  • neurologisch unauffällig
  • keine sensiblen Defizite

Nach dem Befund der Uni-Klinik ist von denen nicht auf andere Erkrankungen untersucht worden, also die haben nicht ausgeschlossen.
Das ist es auch, was mich so stutzig macht.
Die haben auch die MRT vom LWS und HWS bekommen. Dazu nahmen sie keine Stellung.
Radiologie und Orthopädie sagen aber degenerative Beschwerden liegen vor.

Viele Fragen werden sich auf.
L.G. consulina

Hi,

es ist immer noch alles recht durcheinander. Mit welchem Symptom bist Du denn zum Arzt gegangen? Also, weswegen wurdest Du untersucht?

Der auffällige Liquor und das MRT mit den kalten Herden alleine sagen wenig aus; ich habe kalte Herde und auffälligen Liquor, bin neurologisch unauffällig und habe doch eine gesicherte MS. Auch die Tatsache, dass keine Basistherapie verordnet wurde, sagt nichts aus. Falls Du ambulant im Krankenhaus untersucht wurdest: die dürfen glaube ich gar nichts verordnen, das müßte dein Neurologe machen. Oder sie haben nur einen Verdacht geäußert … oder …

Was das Blut und sonstiges angeht: Die Tatsache, dass man Dir nicht gesagt hat „Wir haben Sie auf XY untersucht und nichts gefunden“, bedeutet nicht, dass man keine anderen Krankheiten gesucht hat. Es wird oft routinemäßig sehr viel untersucht und abgecheckt, und du bekommst nichts gesagt, weil eben nichts gefunden wurde. IBeim Blutbild wird viel mit untersucht, und wenn das Ergebnis unauffällig ist, spricht keienr mehr davon. Außerdem checken die untersuchenden Ärzte während der Untersuchung geistig so einiges durch, und verwerfen es, ohne dass Du was davon merkst. Es ist auch ganz sinnvoll, erst was zu sagen, wenn man einen zumindest recht begründeten Verdacht hat - sonst versetzt man die Leute in Panik.

Insofern würde ich die Ärzte einfach mal fragen, was denn schon ausgeschlossen wurde.

die Franzi

EBV und MS
Durcheinander? :smile:
Das sind die Ergebnisse, die im Bericht der Klinik stehen. Mehr habe ich nicht und auch der Hausarzt und Neurologe haben nicht mehr erhalten.
Symptome vorher waren abnorme Müdigkeit und Kopfschmerzen mit Mirgräne. Letzters ist inzwischen erfolgreich behandelt worden. (nicht fragen wie, ist eine längere Geschichte)

Wenn du schreibst, die Klinik schließt dieses und jenes aus, sagt aber dazu dem Patienten nicht alles, sollten sie das aber im Abschlussbericht erwähnen. Die weiter behandelnden Ärzte wissen nichts und untersuchen weiter. Das wäre komplett unnötig, bei Informationsweitergabe.

Mal abgesehen, dass die Klinik auf meine Anfrage, auch aus Persönlichkeitsrechten, mir angemessene Informationen geben müssen.

Ich werde jetzt erstmal Akteneinsicht verlangen. Habe bereits Kontakt aufgenommen.
L.G.
consulina

_:smiley:u solltest dich mal rheumatologisch (internistischer

Rheumatologe od. Rheuma-Ambulanz einer Uniklinik) untersuchen
lassen. Vorab sollte der Arzt nach den antinukleären
Antikörpern (ANA) schauen. Ein Raynaud-Syndrom kommt häufig
bei den Kollagenosen vor und auch Beteiligungen des ZNS, die
einer Multiplen Sklerose ähneln kommen manchmal vor.
Untersuchungen gemacht werden._

Übernächste Woche habe ich einen Termin bei einem Rheumatologen. Mein Hausarzt ist Internist, dort gehe ich Morgen hin. Frage mal wegen ANA nach. Danke!
Meinst du, dass das RS vergleichbare Läsionen verursachen kann, wie die MS?
Das würde wirklich einiges erklären. Wenn ich mich in diversen MS- Foren umschaue, finde ich mich dort mit meinen Symptomen nicht so richtig wieder.
L.G.
consulina

Ja man kann ähnliche Läsionen finden wie bei einer MS. So mancher Kollagenosepatient hat anfangs die MS-Diagnose bekommen, od bei einem angeblichen MS-Patient wurde eine Kollagenose festgestellt. Leider kann man aber auch 2 Erkrankungen gleichzeitig haben.Es sind beides Autoimmunerkrankungen. Da du von einem Raynaud-Syndrom schreibst, was die Mehrheit der Kollagenose-Patienten hat und auch eine angebliche Arthrose, was evtl auch eine Arthritis ist od. von einer Arthrits kommen kann, müßte man auf jedem Fall an eine rheumatische Erkrankung denken. ZNS-Beteiligungen können sich auch anders äußern, z.B. in Krampfanfällen, starker Migräne usw. Vor allem Sonnenbestrahlung kann einen neuen Schub fördern. Es kann zu Hauterscheinungen kommen, die aussehen wie Sonnenbrand aber keiner sind.

Nachtrag wegen deiner Frage zum Raynaud-Syndrom. Das Raynaud-Syndrom macht solche Symtome nicht. Dieses Syndrom ist auch eine Beteiligung einer Kollagenose. Ist zwar keine schwere Beteiliugn, sondern meist harmlos, aber gehört zu den häufigsten Symtomen bei diesen Erkrankungen. Es handelt sich um entzündliche rheumatische Bindegewebserkrankungen. Die Kapillaren die im Bindegewebe liegen sind auch häufig entzündet, das führt zu Durchblutungsstörungen und somit zum Raynaud-Syndrom.