Echtzeitschutz?

Hallo,

Internet ist ein öffentlicher Raum und da sollte man sich auf
gewisse Umgangsregeln halten. Wenn bestimmte Programme – auch
unabsichtlich – gegen diese Regeln verstossen, sollte man sie
ächten. Oder?

Da den Titel des Threads ja inzwischen mein Name schmückt, wollte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich nichts gegen die Ächtung solcher Programme haben, die einen wunderbaren Nährboden für Viren darstellen. Es ging mir nur um die Art und Weise, wie man das den Leuten verklickert…

mfg
deconstruct

Kauf mich!

Neulich auf der Seite eines Anti-Viren-Dingsbumsherstellers: Security-Check:[1]

_ActiveX: Unprotected

Hackers can use ActiveX controls

  • Delete files from your computer

  • Send emails from your computer

  • Read your personal financial and credit card information

All without your knowledge._

Ja, hallo? Jemand zuhause? Ich benutze Mozilla unter Linux. Rauchen die dort Exkremente von Affen auf LSD?

Sebastian

[1] http://images.secureie.com/mcafee_p3/index26hx.asp

Hallo

Das Internet muß vor solchen Leuten geschützt werden. Oder

Ich halte das Internet nicht unbedingt für ein besonders schützenswertes Gut (Ne, ich bring jetzt keine tollen Vergleiche mit Kulturgütern oder Nationalparks :smile: ). Eher ein Wirtschaftsgut, irgendwer hat ja die Leitungen gelegt, betreibt die Router usw…

wolltest Du mir den Traffic erstatten, der mir durch die
Win-Virenschleudern entsteht?

Hm, obwohl ich auch Winrechner zu Hause am Netz habe hält sich das bei mir in Grenzen (naja, irgendwann letztes Jahr hab ich an der Konfiguration rumgespielt, wollte was ausprobieren, natürlich was falsch gemacht -> 3 Tage lang Müll. Trotzdem war eher der zeitaufwand ärgerlich, nicht die Traffickosten).
Bist du allerdings ISP, kann ich den Ärger verstehen, muß ne Menge sein. Aber werden die Kosten nicht sowieso auf den Benutzer umgelegt? Oder Quota, dann ärgert es nur den Nutzer, dass nach er nach einem Tag keine Mails mehr bekommt.

Naja, nicht jeder will seine provaten Dokumente per Sircam ins
Netz pusten. Aber auch: ja – letztlich auch mein Interesse.
Weil es bisher keine Haftung gäbe. Wäre es nicht sanktioniert,
Leuten einen Silvesterböller ind Nasenloch zu stecken, würde
ich vermutlich ganz entschieden das Verbot von den Dingern
fordern, sobald eben dies Mode wird…

Menno, da verkneife ich mehr extra krumme Vergleiche…
Schwere Körperverletzung etwas Ärger, im schlimmsten Fall finanzieller Schaden :smile:

Gruß, DW.

1984

So kann das nicht bleiben. Entweder Microsoft verkauft hier
jedem eine Kiste, die gegen derartigen Blödsinn immun ist (von
mir aus mit TCPA und Palladium) oder Anwender bekommen eine
Kiste, auf der sich nichts installieren lässt oder sie nehmen
eine Maschine, die nicht so anfällig ist.

Hey die Masche scheint zu funktionieren, ich verkaufe den Leuten
solange unsichere und mit Sicherheitslücken vollgestopfte
Betreibssysteme bis sie von selbst nach dem grossen Bruder betteln.
Da muss eben eine harte Hand her die da mal richtig durchgreift. TCPA
finde ich doppelplusgut.

Ich verstehe nicht warum M$ bei der Installation gleich Admin und
Benutzer trennt und den User aufklärt das es besser ist mit
eingeschänkten Rechten zu fahren. Einfach ein Hinweis bei jedem Start
als Admin(in der Homeversion) „Benutzen sie den Admin nicht als
Normalnutzer. Zu ihrer eigenen Sicherheit“ oder so. Mein Mac OS X hat
mich auch beim ersten su angemault „Think befor you type“. Wenn M$
Windows sicher machen wöllte, wären die Dateierweiterungen nicht
abgeschaltet und es würden nur die Dienste laufen die unbedingt
notwendig sind - wer braucht schon den Nachrichtendienst oder VBS in
Outlook?

Gruss Jan

Nicht mehr @deconstruct:smile:
Hallo

[…]
[agreed]

Und ich werd langsam so wütend über den ganzen Haufen, der
völlig ahnungslos vor dem Kasten sitzt, dass ich mir wünschte,
ich könnte entscheiden, was die nehmen oder nicht.

Hm…
Mir wiederum ist völlig egal, wer vor welchem Kasten sitzt und welche Ahnung er hat.
Mal ne dumme Frage, betrifft dich das privat oder beruflich? Privat kann ich es wirklich nicht verstehen, beruflich wenn es deine eigenen Kosten sind (selbstständig/Geschäftsführer).
Erfreulicherweise muß ich mich beruflich darum (nicht) mehr kümmern, privat hab ich keine Probleme (ok, wenn man es genau nimmt, die paar Fälle, wo ein kleverer Virus wirklich Teile des Internets lahmlegen betreffen mich irgendwie schon).

(*) Die meisten dieser Diskussionen werden (zumindest hier im
Brett, da kann man es leicht prüfen, aber auch anderswo)
übrigens nicht von Windowsbenutzern losgetreten.

Stimmt. Ich frage mich nur, warum das wohl so ist.

Non-Windows = Weltverbesserer? :smiley:

Gruß, DW.

Hallo,

[1] http://images.secureie.com/mcafee_p3/index26hx.asp

Wirklich kaum zu glauben… lustig ist aber auch, wenn man schaut, wie die das Zeugs generieren, v.a. der ActiveX-Part ist wirklich zum Schreien. Da nehmen sie zwar an für sich ein Tag her, dass über ActiveX versucht eine Flash-Datei einzubetten, setzen aber gleichzeitig noch ein Tag hinein, dass die Flash-Datei auch ohne ActiveX einbindet… *gg*

„Spass“ beiseite, diese Firma arbeitet wirklich mehr als unseriös. Aber wir wollen auch anmerken, dass es sich dabei nicht um einen Anti-Viren-Hersteller handelt und das ganze nichts mit McAfee zu tun hat. Solche Sachen wirst du auf der Seite von Norton, McAfee oder TrendMicro nicht finden. Klar machen die auch Werbung und versprechen Sachen, die - wörtlich genommen - nicht haltbar sind. Aber hey: Das ist Werbung. Persil kriegt auch „alle“ Flecken raus. Ist halt marketingtechnisch eher ungünstig wenn die draufschreiben „Wäscht alle Flecken raus (vielleicht)“. Aber das ist ja eine Charakteristik, die auf fast jede Form von Werbung in allen Branchen zutrifft.

mfg
deconstruct

Hallo,

Mir wiederum ist völlig egal, wer vor welchem Kasten sitzt und
welche Ahnung er hat.

Jein, solange es mich nicht betrifft schon. Wegen mir arbeite mit Windows wer will, aber wer meint, dass er seinen PC zum offenen Mail-Relay umwandeln muss, der macht was falsch.

Mal ne dumme Frage, betrifft dich das privat oder beruflich?

Privat. Wenn du mal schaust, wieviel Traffic durch Spam, Viren und ähnlichen Käse verursacht werden, dann ist da wirklich abenteuerlich. Mehr als die Hälfte des Traffics im Internet ist auf solches Zeugs zurückzuführen.
Das kostet zwar jetzt nicht mich direkt Traffic-Kosten, da ich ja ne Flat habe. Aber für meine Internet-Verbindung zahle ich einen Preis, genauso für einige andere Dienstleistungen im Internet. Und dieser Preis wird u.a. auch durch die Kosten bestimmt, die mein ISP oder Hoster hat. Und zu diesen Kosten gehören auch in großem Ausmaß die Traffic-Kosten, die mein ISP und Hoster zu tragen haben. Also betriffts mich indirekt schon, weil dadurch der Preis höher ist, als er sein müsste.
Wenn ich jetzt selbst ISP wäre, würde mich das noch viel mehr ankotzen.

(*) Die meisten dieser Diskussionen werden (zumindest hier im
Brett, da kann man es leicht prüfen, aber auch anderswo)
übrigens nicht von Windowsbenutzern losgetreten.

Stimmt. Ich frage mich nur, warum das wohl so ist.

Non-Windows = Weltverbesserer? :smiley:

Nein. Aber den Leuten zu sagen, was sie falsch machen, dass ist die „Weltverbesserung“. Ob das Erfolg oder nicht, sei mal dahin gestellt, aber es ist wohl nicht verkehrt. Ich bin auch gegen Alkohol im Straßenverkehr und wenn ich sehe, dass manche Leute meinen „2 Bier gehen schon“ dann kotzt mich das an und ich versuche sie davon abzubringen. Bin ich damit auch ein „Weltverbesserer“?

Für eine bessere Welt zu kämpfen ist doch wohl inzwischen keine Sünde, oder hab ich da was nicht mitgekriegt???

mfg
deconstruct

Hallo Stefan,

Du schreibst gut, und was hierunter folgt, gefällt mir. Da ist die Diskussion sachlich-kreativ und nicht verhärtet.

Ich wiederhol mich, aber ich denke das geht dich auch
garnichts an.

Indirekt geht es mich doch etwas an. Weil wir nämlich alle im
gleichen Netz leben. Es ist ja nicht so, dass ich auf Dauer
davon unbelästigt bin.

Richtig, wir verwenden alle ein und dasselbe Netz, auch wenn manche Teile davon zeitweise nicht aktiv sind/zur Verfügung stehen, sind wir alle beteiligt. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn „einer“ irgendwo ein Würmchen ins Netz gibt, das sich in kürzester Zeit explosionsartig verbreitet… Und ganz genau solche Funktionen „müssen“ ins Verständnis, besser: ins Bewusstsein jedes Menschen, der mit Computer/Internet in irgendeiner Form zu tun hat.
Will heissen: jeder versteht, dass er ein Teil vom Ganzen ist und nie vollkommen unabhängig von allem anderen.

Ich habe im Netz gelesen (allerdings
ist das trotzdem nicht in zahlen nachvollziehbar), dass
heutzutage zwei Drittel aller Spammails über private PC
versendet werden, weil dort unbemerkt irgendwelche Proxies als
Mailserver ihren Dienst verrichten.

Interessant, schon! – Aber: „Wer wird da wieder gef*ckt?!“

Das mag stimmen oder nicht. Es hört sich allerdings glaubhaft
an. Was ich aber genau weiß ist, dass ich täglich bis zu 150
Angebote für Virgaa und Cailis bekomme, und das Provider wie

In der Tat: Das müsstest Du stoppen! (Welche Handhabe dafür? Rechtlich, technisch? Oder sind die 150 Mails noch der Rest von tausenden?)

AOL bereits 500.000.000.000 Spammails pro Jahr aus dem Netz
fischen (was nicht mehr als ein paar lumpige Prozente des
Gesamtaufkommens sein werden).

So kann das nicht bleiben. Entweder Microsoft verkauft hier
jedem eine Kiste, die gegen derartigen Blödsinn immun ist (von
mir aus mit TCPA und Palladium) oder Anwender bekommen eine
Kiste, auf der sich nichts installieren lässt oder sie nehmen
eine Maschine, die nicht so anfällig ist.

Nein, weder noch! Bei M$ ist „der Wurm drin“. Du kannst doch nicht den Teufel mit dem Belzebub’ austreiben! (Das will jetzt nicht heissen, dass ich Gates als Teufel ansähe! Er tut vielleicht nur einen der miesesten Jobs der ganzen Welt: das Erfüllen vom Karma von Dumm-Usern. [Verstehe dazu, dass Geld in der Geistigen Welt keine Rolle spielt.])

Und ich werd langsam so wütend über den ganzen Haufen, der
völlig ahnungslos vor dem Kasten sitzt…

Die Wut an sich auf „etwas“ oder „wen“ wird nicht viel helfen in bezug auf diese Sache/Menschen. Aber sie bringt Dich jedenfalls in die Kraft, Deinen Job zu tun.

…dass ich mir wünschte,
ich könnte entscheiden, was die nehmen oder nicht.

Leider-glücklicherweise, Um-Himmels-Willen-und-Gott-sei-Dank: Nein!

Sieh die andere Seite:

Dass Windows seinen Siegeszug begann, als das Heer der User am DOS-Prompt noch „Win“ eintippen mussten… Ja, „Gewinnen +[Return]“! Wenn das viele Millionen Male gemacht wird, wird so etwas zu einer immensen Kraft (weil aus Überzeugung, Glauben daran und durch die Potenzierung vieler Bewusstseine).

Gleichzeitig, leider, werden die User dumm gehalten, nicht nur von M$, auch von einem namhaften Auktonsportal, diversen Softwär-Hersellern und vielen, vielen anderen, die massig Kohle damit scheffeln, dass der Rest der Welt seine Augen nicht zum Sehen, Ohren nicht zum Hören und Mund nicht zum (laut) Reden benutzt!
Windows ist eine Geldmaschine, verdient weniger an den EULA’s sondern vielmehr an den Lizenzen für Software-Hersteller, Zertifizierungen usw.
Deswegen macht BG ein „auf schlecht zusammengestelltes Betriebssystem“, damit Entwickler die Korrektur seiner Fehler vornehmen und somit die „Geldmaschine“ in Gang halten und forcieren.

Auch das muss (!) den Usern bewusst werden, wenn sie davon frei kommen wollen. (Will das einer? Wofür eigentlich?)

(*) Die meisten dieser Diskussionen werden (zumindest hier im
Brett, da kann man es leicht prüfen, aber auch anderswo)
übrigens nicht von Windowsbenutzern losgetreten.

Stimmt. Ich frage mich nur, warum das wohl so ist.

Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit, oder wie? :wink:

Weil ich es gerade von/an mir feststellte:
Ich hoffe, Du nimmst (Ihr nehmt) das nicht zu schwer, dass ich hier sogar sehr deutlich Facetten meiner Weltanschauung mit übertragen habe… ich lasse es aber jetzt so stehen. Manchesmal kann ich einfach nicht anders, als alles umfassend zu sehen, gleichzeitg wahrzunehmen.

CU DannyFox64

1 „Gefällt mir“

Hallo

Nein. Aber den Leuten zu sagen, was sie falsch machen, dass
ist die „Weltverbesserung“. Ob das Erfolg oder nicht, sei mal
dahin gestellt, aber es ist wohl nicht verkehrt. Ich bin auch
gegen Alkohol im Straßenverkehr und wenn ich sehe, dass manche
Leute meinen „2 Bier gehen schon“ dann kotzt mich das an und
ich versuche sie davon abzubringen. Bin ich damit auch ein
„Weltverbesserer“?

Für eine bessere Welt zu kämpfen ist doch wohl inzwischen
keine Sünde, oder hab ich da was nicht mitgekriegt???

Nein, natürlich nicht, nur ist dein Beispiel wie eigentlich alle anderen in meinen Augen unpassend (da ist wieder mein privater Kreuzzug :smile: ), ich denke das liegt daran, das sich Computerleute im Allgemeinen zu wichtig nehmen, bzw. ihr Fachgebiet. Der Ton, der angeschlagen wird ist bei Alkohol im Strassenverkehr, Regenwald, Umweltverschmutzung oder ähnlichem Kaliber angebracht, nicht aber bei popeligen Computern.

Wie gesagt, nur meine Meinung, hatte heute wohl zu viel Zeit, ich klinke mich wieder aus, leider bringen diese Diskussionen meiner Erfahrung nach auf beiden Seiten nichts…

Viel Spass und Gruß, DW.

Allerlei (lang)
Hallo,

Prima. Dann könntest Du mal etwas Karma auf unseren Rechner
auf Arbeit schütten. Der Typ, der den Mist installiert hat
(„kennt sich aus mit Windows“), meint, „da müsse man mal
neuinstallieren“, wurde aber wegbefördert und hinterläßt nun
diesen Scherbenhaufen. Naja, aber das ist nun hier keinem
anzulasten…

Ein bisschen Karma gibts doch immer unter http://www.openoffice.org :wink:

Warum eigentlich nicht?

Weil der Laie weder die Lust und oft auch nicht die Zeit hat,
um sich damit zu beschäftigen.

Könnte es unter Umständen daran liegen, daß die mitgelieferten
Programme einfach so riskant konfiguriert sind, kaum daß man
sie zum ersten Mal aufruft?

Das ist richtig. Und das ist auch das, was ich Microsoft anlaste. Dass sich Sicherheitslücken in Software einschleichen, das passiert eben. Bei MS zwar häufiger als woanders, aber egal :wink:
Auf jeden Fall wäre IMO schon das gröbste Risiko beseitigt, wenn Microsoft die ganzen unnötigen Dienste (Windows Nachrichtendienst, SMB und was weiß ich welche Dinge dort von außen noch erreichbar sind) und Automatismen (Sämtliches Skripting in Outlook, Macros in Office, ActiveX usw) per Default deaktiviert würde. Das bringt tausendmal mehr als die beliebten „Security-Wochen“ bei Microsoft (die mich irgendwie immer an Aktionswochen bei bestimmten Fastfoodketten erinnern) und würde für Microsoft praktisch keinerlei Aufwand bedeuten…
Diese Funktionen braucht der Normal-User niemals in seinem ganzen Leben, sie verursachen aber 95% der Probleme. Und die Leute, die diese Dinge wirklich brauchen, können sie ja dann bei Bedarf immer noch aktivieren.

Es zeigt, was von diesen Sicherheitsfeatures zu halten ist. Es
spricht für ein ganz mieses Konzept, wenn ein Programm mit
umfassenden Rechten einfach erlaubt, eine Shell zu öffnen.

Es ist ja schon bekannt, mit welcher Konzeption Windows
sicherheitsmößig konzipiert ist (nämlich mit einer ziemlich
armen), aber es zeigt auch, daß die Hersteller von
Sicherheitstools offenbar in dem, das Kerngeschäft ihrer
Applikationen sein sollte konzeptionell mit Pauken und
Trompeten durchfallen. Wie gesagt: es geht nicht um einen
kruden Buffer Overflow sondern um ein Konzept, was jeder
Sicherheits-Zivi mit seinem ersten fachbezogenen HowTo
eingebläut bekommt. Nur dank Closed Source kann man soeine
essentielle Inkompetenz seitens des Herstellers vertuschen.

Das ist wohl war, spricht nicht unbedingt für die Qualität von Symantec. IMO wird bei ClosedSource allgemein eher schlampiger gearbeitet, als unter OpenSource. Da nehm ich mich manchmal selbst nicht aus, oftmals sind festdefinierte Auslieferungstermine vereinbart, und die heissts einzuhalten. Und da baut man dann schon mal ganz schöne dirty hacks ein, um das zu schaffen.
Schlimm wirds halt dann, wenn man generell auf das Security through obscurity Prinzip vertraut, und bekannte Probleme nicht beseitigt, nach der Methode: „wird schon keiner finden“…

Warum traust Du den Leuten eigentlich zu, ihren Virus-Scanner
aktuell zu halten aber nicht,

apt-get update && apt-get upgrade

in regelmäßigen Abständen (oder einmal täglich
bei der ersten Netzverbindung) aufzurufen?

Nun komm. Bis du bei Debian mal das wunderbare apt-get
benutzen kannst, musst du’s erstmal installieren.

Wieviel Prozent der Windows-Benutzer haben ihr Windows selber
installiert? „Okee“… Übung macht den Meister.

Ich kenne genug Menschen, die sind sicherlich schon mit einer Windows-Installation überfordert. Auch haben viele Menschen (v.a. ältere und Frauen meiner Erfahrung nach[1]) Berührungsängste mit sowas.

Aber wenn Debian auf Mediamarkt-Rechnern voristalliert wäre,
sähe ich nicht das Problem. Wer hat schon mal gefragt, ob er
im $COMPUTERGESCHÄFT_DER_WAHL einen Rechner ohne Windows und
mit Linux bekommt?[1]

Klar, aber dann würden sich aber trotzdem die SuSEs dort wiederfinden, und nicht das Debian :wink: Die Leute wollen eine grafische Konfiguration haben, das ist heute sag ich mal Standard, und da spricht ja nichts dagegen. Das ist ja auch nicht unvereinbar mit dem /etc/-System und den ganzen .-Dateien unter Linux. Man braucht einfach nur geeignete Frontends dafür. Aber die musst du schon bieten. Bestes Beispiel meiner Meinung nach: MacOSX… Installation und Konfiguration auch vom 0815-Anwender durchführbar, trotzdem hab ich meinen gcc und meine bash… (und das ganze noch im halbtransparenten geil aussehenden Terminal :wink:)

Und da
scheitern doch schon 99% der Leute daran, dass sie weder
wissen, was eine Partition ist, noch was ein Mountpoint ist.
Und sie haben KEINE LUST, das zu lernen. Sie haben auch keine
Lust darauf, dass die Hardware nach der Installation erst
eingerichtet werden muss.

Es mag sich ja einiges getan haben, aber mein letzter
Windows-Installationsversuch (Win98) war ein Desaster. Und da
saßen zwei Leute vor der Kiste, die nicht ganz unbeleckt mit
Computern waren. Da fand ich meine kürzliche
Debian-Installation „piece of cake“.

Ja schon, aber du hast wohl mit Linux auch Erfahrung. Dann ist so eine Debian-Installation auch kein Problem. Allerdings mach das mal auf nem Rechner, der von ner S-ATA Platte booten soll…

Weißt du wielange ich schon vor irgendwelchen Kisten mit *BSD
oder Linux gesessen bin, bis alles so funktioniert hat, wie
ich mir das wünsche?

Ja, meine Erfahrung lautet: die einmalige Konfiguration dauert
vielleicht etwas länger (läßt sich dann aber per Copyy and
Paste auf andere Rechner übertragen) und währt ewig.

Das ist richtig. Aber erstens dauert es lange, bis man sich mit all den Dingen auskennt um sie überhaupt vernünftig einrichten zu können, und zweitens wird dies die wenigsten Menschen verlocken.
Ich tu mir schon mal so Sachen an wie NetBSD auf PPC auszuprobieren, nur weil ichs gern mal gemacht haben will, obwohl ich dort eh viel lieber was anders benutze. Nur teile ich diese Begeisterung für sowas mit vielleicht gerade mal 0.01% der Bevölkerung…

Die Leute sind schon oft nicht in der Lage die
Virus-Definitionen upzudaten oder die Security-Patches von MS
einzuspielen.

Und was folgerst Du daraus? Daß Linux schneller ist als
nachts? Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte möglicherweise
keinen Computer adminstrieren, der in öffentliche Netze
eingebunden ist.

Naja, das wäre ja auch nicht verkehrt. Man verstehe mich jetzt nicht falsch, ich will den Leuten nicht das Internet wegnehmen, weil es inzwischen zur allgemeinen Infrastruktur gehört und jeder Mensch die Möglichkeit des Zugangs zu so einer Informationsquelle haben soll.
Aber ich sehe das etwa genauso wie beim Autofahren. Wenn ich am Straßenverkehr teilnehmen will, muss ich einen Führerschein machen. Wenn ich das nicht will, dann muss ich ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen. Und fürs Internet würde das für mich heißen: Jeder der daran teilnehmen will, macht einen Internet-Führerschein, wo er zumindest grundlegende Kentnisse in Sachen IT-Security bekommt. Jeder der das nicht machen will, benützt die „öffentlichen Verkehrsmittel“ ala Internet-Cafes oder Bibliotheken.

Vielen ist noch nicht mal bewusst, dass man
sowas überhaupt machen sollte. Und da willst du mir wirklich
erzählen, dass sie sich Debian installieren sollen?

Vielleicht wären solche Leute sie mit einem fertig
konfigurierten Debian-System besser bedient?
Was - daß gibts nicht bei Aldi im Grabbelkarton? Mist auch.

Hmm, für viele wäre das sicherlich eine Alternative. Meinem Dad und meiner Tante hab ich z.B. ein Debian eingerichtet. Beide wollen nicht mehr als ab und zu Internet, Mail und Briefchen schreiben machen. Denen ist das total egal, was sie für ein System haben. Die wären auch mit einem Out-Of-The-Box-Linux zufrieden. Richtige Probleme hats da bis jetzt noch nie gegeben und mein „Administrationsaufwand“ beschränkt sich auf ein gelegentliches apt-get update && apt-get upgrade :wink:

Geiz kann manchmal ganzschön ungeil sein.

Das ist wohl wahr. Du weiß gar nicht, wie mich der Spruch inzwischen aufregt…

mfg
deconstruct

[1] Bevor die Feministinnen jetzt gleich Sturm laufen: Das war nicht diskriminierend gemeint und ich traue Frauen generell dasselbe zu wie Männern…

1 „Gefällt mir“

Hallo,

Nein, natürlich nicht, nur ist dein Beispiel wie eigentlich
alle anderen in meinen Augen unpassend (da ist wieder mein
privater Kreuzzug :smile: ), ich denke das liegt daran, das sich
Computerleute im Allgemeinen zu wichtig nehmen, bzw. ihr
Fachgebiet. Der Ton, der angeschlagen wird ist bei Alkohol im
Strassenverkehr, Regenwald, Umweltverschmutzung oder ähnlichem
Kaliber angebracht, nicht aber bei popeligen Computern.

Ähm, das Internet ist nun mal wichtig… mittlerweile ists ein elementarer Bestandteil unserer Infrastruktur ohne den nicht mehr viel läuft. Genauso wie unser Straßenverkehr. Wieso sollten also Sicherheitsfragen im Internet nicht wichtig sein? Daher finde ich steht das schon auf einer anderen Stufe wie irgendwelche „Popelprobleme“.

mfg
deconstruct