Hallo !
Ist schon mal jemandem aufgefallen, daß in Zimmern mit teer- oder rußverdunkelter Tapete jeweils die Ecken bzw. genauer die Innenkanten viel heller sind ?
Woher könnte das kommen ?
Oder ist es nur eine Täuschung (Lichteinfall)?
Jochen
Hallo !
Ist schon mal jemandem aufgefallen, daß in Zimmern mit teer- oder rußverdunkelter Tapete jeweils die Ecken bzw. genauer die Innenkanten viel heller sind ?
Woher könnte das kommen ?
Oder ist es nur eine Täuschung (Lichteinfall)?
Jochen
Hallo Jochen,
Woher könnte das kommen ?
wissen tu ich es nicht, ich mutmaße!
In den Ecken liegen strömungstote oder zumindestnes -arme Stellen vor, sodaß schlicht weniger ruß- oder sonstewie belastete Luft dorthinkommt und ihre Last dort ablagern kann.
Gandalf
Moin Jochen,
ich rauch zwar nicht…
Ruß etc. von den Zigarretten werden im Rauch als Schwebestoffe transportiert. Sie sind deutlich schwerer als Luft, aber so kleine Teilchen, dass sie sich nur langsam absetzen.
Der Rauch ist wärmer als die Luft und steigt nach oben bis unter die Zimmerdecke. Hättest du absolut unbewegte Luft in deinem Zimmer, gibt es durch die Ablagerungen vom Ruß irgendwann einen schwarzen Fleck über deinem Rauchersessel. Die Luft bewegt sich aber immer ein wenig (schon durch die Heizung), daher verteilt sich die Ablagerung so ziemlich über die gesamte Decke und auch über die Wände. Nur in den Kanten und Ecken zieht es nicht so sehr, das heißt, der Rauch kommt dort weniger hin, als in die Mitte der Decke. Deswegen bleibt die Tapete dort heller.
Gruß
Burkh
Hallo Jochen,
Ich weiss was Du meinst. In den Ecken ist es generell dunkler, aber genau an den Kanten scheint sich überhaupt kein Ruß abzusetzen. Im Gegensatz zu meinen beiden Vorpostern glaube ich nicht, daß es nur an der Luftzirkulation liegt, denn dann müsste der Ruß überall an Wänden und Decken gleichmäßig verteilt sein.
Ich glaube die Ecken sind dunkler, weil hier ein Kältebrücke nach außen vorliegt, weshalb sich in den Ecken eine ganz leichte Feuchtigkeitsschicht bildet, an der der Ruß/Staub besser haftet. Die Kanten sind aber hell, da hier häufig die obere Schicht (Tapete oder Putz) nicht durchgängig mit dem Mauerwerk verbunden ist, weshalb hier die Kälte nicht nach innen überführt wird. (ich hoffe es ist halbwegs verständlich)
Gruß,
Marc
Testraum
Hallo !
Also, mit dem strömungstoten Raum kann ich mich nicht so recht anfreunden, die Strömung ist ja nur horizontal behindert und da auch nur um 90 ° abgelenkt.
Man müßte einen Testraum bauen mit vielen Kanten, mal mit Tapete, mal gestrichen, mit und ohne Wärmebrücken und Kanten unter verschiedenen Winkeln.
Dann ordentlich qualmen…
Wie wär es mit einem elektrostatischen Phänomen ?
Entladung ionisierter Partikel an Flächen und Kanten ?
Jochen
Hallo Marc,
ich denke auch das dieser Mechanismus dahinter steckt, deswegen dunkeln schlecht isolierte Aussenwände auch etwas schneller als Innenwände
Gruß
Stefan
Hallo !
Ist schon mal jemandem aufgefallen, daß in Zimmern mit teer-
oder rußverdunkelter Tapete jeweils die Ecken bzw. genauer die
Innenkanten viel heller sind ?
Woher könnte das kommen ?
Oder ist es nur eine Täuschung (Lichteinfall)?
Hallo Jochen.
Das gat meiner Meinung nach eine strömungstechnische Ursache. Und zwar markieren die hellen Bereiche die Grenzschicht auf den Wänden. Du mußt Dir das so vorstellen:
Die zirkulierende Raumluft berührt nicht direkt die Wände, sondern ist von diesen durch eine mehr oder weniger dicke, sogenannte Grenzschicht getrennt. Je nach Rauhigkeit der Oberfläche ist sie dicker oder dünner, aber in jedem Fall einige Millimeter. In dieser Grenzschicht findet fast keine Strömung statt, sie ruht praktisch. Die eigentliche Strömung findet oberhalb der Grenzschicht statt. Wenn also die dreckhaltige Luft auf eine umlenkende Wand stößt und nicht mehr weiter kann, tut sie das um einige Millimeter von der Wand an der sie entlang strömt entfernt und lädt hier ihren Dreck ab. Das sind die Bereiche, die etwas dunkler als die angrenzenden sind. Die Bereiche im Grund der Ecken der Wände und Decken sind heller, weil sie im Bereich der Grenzschicht liegen und von der eigentlichen Zirkulation nicht betroffen sind.
Da sich diese Erscheinung ziemlich gleichmäßig im gesamten Raum finden läßt, sind Erklärungen mit Kältebrücken oder ähnlichem nicht logisch.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim
Hai Marc,
Ich weiss was Du meinst. In den Ecken ist es generell dunkler,
aber genau an den Kanten scheint sich überhaupt kein Ruß
abzusetzen. Im Gegensatz zu meinen beiden Vorpostern glaube
ich nicht, daß es nur an der Luftzirkulation liegt, denn dann
müsste der Ruß überall an Wänden und Decken gleichmäßig
verteilt sein.
Nö. Vereinfacht: Es ist mit der Strömung in deinem Zimmer, wie in einem Fluss: In der Mitte strömts am Stärksten, am Rand (Ufer, Zimmerwand) am Geringsten. Es gibt Bereiche im Fluß, da scheint es überhaupt nicht zu strömen, das Wasser „steht“ quasi. Ähnlich in den Zimmerecken. Es kann sich nur der Ruß an der Wand/Decke ablagern, der auch dorthin transportiert wurde. Das ist in Bereichen mit geringen Strömungsgeschwindigkeiten, also in Ecken/Innen-Kanten einfach weniger, weil schon auf dem Weg dorthin sich das Meiste absetzt.
Gleichmäßige Verteilung der Ablagerungen an der Wand hättest du nur bei einer laminaren Rohrströmung, wenn das Rochr grade und glatt ist. Überall, wo es ungleichmäßig strömt, weil der Raum ungleichmäßig (und nicht glatt an den Wänden) geformt ist, da hast du auch Stellen stärkerer und schwächerer Anlagerung.
Ich glaube die Ecken sind dunkler, weil hier ein Kältebrücke
nach außen vorliegt, weshalb sich in den Ecken eine ganz
leichte Feuchtigkeitsschicht bildet, an der der Ruß/Staub
besser haftet.
Naja, das könnte bei Altbauten und Außenwänden vielleicht eine Rolle spielen, aber das Phänomen Rußablagerung/heller Eckenbereich beobachtest du auch bei Innenkanten, bei denen keine Wärmebrücke vorliegt und auch bei „neuen“ gut isolierten Häusern.
Gruß
Burkh