ich will einem Freund ein Buch über (bzw. mit) der
isländischen Edda und / oder Sagas schenken, habe aber selbst
keine Ahnung davon.
Eignet sich das überhaupt für Freizeitleser?
Hallo !
Ein Buch „über die Sagas“ oder die original Edda oder Nibelungenlied oder Gudrunlied??
Spaß machen die Bücher nicht, sie sind nicht von Walt Disney oder Mike Krüger.
Es sind Geschichten in Versform und nicht jedermanns Sache.
Meinst Du das, was man heute als „Saga“ verkauft, dann kauf ihm welche. Das ist billiger Verschnitt und ein Sammelsurium von den verschiedensten Erzählungen. Für den modernen jungen Menschen geschrieben.
Hans W. Fischer hat unter dem oben genannten Titel den „Germanisch-deutschen Sagenschatz aus einem Jahrtausend“ gesammelt.
Darin enthalten sind, in durchaus spannenden Nacherzählungen und lesenswerter Sprache, die Lieder, Epen und Sagen, angefangen von der Edda über die Nibelungen und anderen Epen des Hochmittelalters bis zu den Volksbüchern des Spätmittelalters enthalten.
Trotz der 520 Seiten ein kurzweiliges Buch.
Erschienen ist das Werk in der "Rheingauer Verlagsgesellschaft, Eltville am Rhein, ISBN 3-88102-024-1 Buch anschauen.
ich finde, daß der schönste Einstieg in die Lektüre alter Sagas Evangeline Waltons „Die vier Zweige des Mabinogi“ (Klett-Cotta) ist. Diese Autorin hat die schwierige Grätsche zwischen inhaltlich authentischer Wiedergabe und gut lesbarer (und zumindest das Gefühl der authentischen Lesart vermittelnder) Form in vorbildlicher Weise geschafft. Allerdings ist das Mabinogion ein walisischer, kein finnischer Epos. Zu diesen Texten (vor allem DEM finnischen Epos, dem Kalevala) bin ich ganz hintenrum über die Musik von Jean Sibelius gekommen, der sich aus Teilen dieses Epos Inspirationen gesucht hat. Die Textausgaben vom Kalevala sind vom Schwierigkeitsgrad des Lesens her sehr unterschiedlich - man muß reingeschaut haben.
Wenn es weniger um den Fennoskandien-Bezug als um die Sagas geht, ist Walton m.E. die erste Wahl.
es kommt natürlich und immer zuerst auf die Interessen Deines Freundes an. Ich persönlich habe die Edda gern gelesen und auch das Kalevala, das hier erwähnt wurde, fand ich interessant, ich würde das aber nie jemandem schenken, der es sich nicht ausdrücklich wünscht.