Hallo!
das viele Geld für einen „Kern-Fusions-Reaktor“ ist ja nun
schon vorhanden.
http://de.wikipedia.org/wiki/ITER
Könnte man mit dem oder Nachfolgern Elemente wie Gold, Silber,
Palladium und Platin langfristig billiger gezielt herstellen,
als es diese in der Natur vorkommen?
Mit diesem Reaktortyp garantiert nicht. Alle bisher gebauten oder geplanten Fusionsreaktoren haben das ferne Ziel „Energiegewinnung“. Da die Bindungsenergie der Kerne bis zum Eisen zunimmt und danach wieder abnimmt, kann man durch Fusion nur bei leichteren Kernen Energie gewinnen. Im Moment denkt man nur an Wasserstoff (bzw. Deuterium) zu Helium, maximal Lithium.
Die Herstellung von schweren Nukliden hat damit also überhaupt nichts zu tun.
Für Schwere Nuklide bieten sich andere Möglichkeiten an: Man könnte Ionen auf ein Target schießen und hoffen, dass die Ionen (zumindest teilweise) von den Target-Kernen eingefangen werden. Oder: Man könnte sich schwere Nuklide „erbrüten“. Dabei bestrahlt man ein chemisches Element mit Neutronen und induziert dadurch einen radioaktiven Zerfall (Beta), der dann zu einem Nuklid höherer Ordnungszahl führt. So macht man z. B. Plutonium.
Beides ist sehr kostspielig und liefert vergleichsweise geringe Mengen des gewünschten Nuklids. Bei Gold scheitert die zweite Möglichkeit vermutlich daran, dass es kein Nuklid gibt, das einigermaßen billig ist und in hohen Konzentrationen anzutreffen ist. Platin-197 würde sich anbieten, aber Platin ist ohnehin schon teurer als Gold und das Isotop 197 kommt in der Natur nicht einmal vor!
Immerhin betrachten viele
diese Edelmetalle als Wertanlage über Generationen!
Im Mittelalter glaubte ein Württemberger Herzog (wahrscheinlich hieß er Ulrich, Eberhard oder Carl wie die meisten), dass er die Staatskasse aufpäppeln könnte, indem er am Fuße der schwäbischen Alb nach Gold suchen würde. Tatsächlich wurde man fündig und so trieb man den Spaß einige Jahre weiter. Das geförderte Gold deckte aber nie die Kosten. Da damals kaufmännisches Rechnen noch in den Kinderschuhen steckte erkannte man gar nicht, was das für ein Schildbürgerstreich war - einfach nur, weil man Gold für „wertvoll an sich“ hielt.
So ähnlich wäre es mit der synthetischen Herstellung von Gold heute.
Außerdem reguliert sich der Goldpreis durch Angebot und Nachfrage. Der hohe Preis entsteht vor allem durch das geringe Angebot. In dem Moment, wo man Gold als Massenprodukt herstellen könnte, würde sofort der Preis zusammenbrechen. (Frag mal die Kautschuk-Produzenten in Brasilien, was es für Folgen hat, wenn ein Monopol zusammenbricht!) Soviel zum Thema Wertanlage…
Michael