Eeehhmmmm

Hey Liebes Forum,

ist euch nicht auch aufgefallen, dass manche Menschen unter uns, einige sprachliche Merkmale an den Tag legen.

Ich habe mich mal gefragt, was so etwas zu bedeuten haben könnte.
Mein Tutor zum Beispiel, hängt fast an jeden Frage-, sowie Aussagesatz ein „ja?“
Andere wie Lukas Podolski haben mehrere „Denkpausen“ in ihren Erzählungen. („eeehhhmmm, dann mussten wa halt en tor schießen, und ehhhmmm, dass is uns dann geglückt ehhhmmm…“)
Ich habe über google nach Studien gesucht, habe aber leider nix gescheites gefunden.

Habt ihr ideen, woher solche Auffälligkeiten kommen können?
Z.B aus unsicherheit oder einfach angewohnheiten?
Glaubt, oder glaubt ihr zu wissen, ob solche „Sprachfehler“ (?) etwas aussagen können, über den Menschen, oder seine Erzählungen?

Ein anderes Beispiel möchte ich nennen.
Wenn ein Mensch, während er eine Geschichte erzählt nach kurz nach rechts schaut, bzw. sein blick nur ein augenblick nach rechts „flackert“ dann greift sein Gehirn in diesem Moment auf das >ErinnerungsvermögenSprachauffälligkeiten

Hi Oblivion,

was die „eeehhmmm´s“ und „äh´s“ und anderen Lückenfüller bedeuten, das erkläre ich mir so, dass ein Mensch in dem Moment, in dem er entweder einen langen Monolog halten muss oder eine Antwort geben muss/will, die kompetent wirken soll, nicht so schnell reden darf wie er denkt. Das heißt, er braucht Pausen zum Nachdenken, wie er weiter spricht. Wenn er nicht in langjähriger Übung ist wie so mancher Auslandskorrespondent o.ä., der adhoc lange Reden halten können sollte, dann füllt er i.d.R. diese Pausen mit Füllwörtern.

Bezüglich deiner Interpretation des menschlichen Blickes, so möchte ich diese gerne „verfeinern“ :smile:

Schaut der Mensch (aus der Sicht des Betrachters) nach links oben, so greift er auf visuell konstruierte Bilder zu, schaut er nach rechts oben, auf visuell erinnerte.
Schaut er nach links (mittig), sucht er konstruierte Klänge, rechts sucht er nach jenen, die er bereits gehört hat.
Links unten sucht er nach der Vorstellung, wie sich etwas anfühlen würde/wie er wahrscheinlich etwas empfinden wird, und entsprechend dann rechts unten die Erinnerung an bereits Empfundenes.

zwicken die Augen hingegen nach links, wird die Kreativität
des Gehrins gefordert. Dass kann, muss jedoch nicht bedeuten,
dass der Mensch lügt. Es kann genauso gut sein, das eine wahre
Begebenheit ausgeschmückt wird, oder etwas absichtlich
weggelassen wird.

Deine Erklärung ist mir zu einschränkend. Sie beinhaltet, dass Betreffender am Lügen oder " nur am flunkern" ist. Meiner Meinung nach ist dies jedoch abhängig von der Fragestellung. Ob derjenige auf Erinnerungen zurückgreifen kann (soll), oder ob er sich mit einer neuen, ihm bislang unbekannten Situation auseinander setzen soll und sich diese vorstellt oder ob er, wie du es beschreibst, diese konstruiert oder ausschmückt.

Ich hoffe ihr seid genau so interessiert an der Körpersprache

Ich weiß nicht, warum das deine Hoffnung ist. Manchmal Häufig wünschte ich, ich hätte mich nie damit beschäftigt:
Die Beine desjenigen, der neben mir sitzt, werden übereinander geschlagen. Das obere Bein weist von mir weg: ´Oh, habe ich etwas gesagt, was dem anderen nicht passt? Ist er mir abgeneigt?`
Überprüft an mir selber: „Oh, ich schlage meine Beine übereinander, von ihm weg. Stimmt was nicht?“ Bauch an Großhirn: Überprüft. Nein, alles in Ordnung. Keine Unstimmigkeiten.
Nun, aber er könnte denken, etwas sei nicht in Ordnung, weil ich so dasitze. Also Beine wieder zurück. Am besten leicht auseinandergestellt parallel, das bietet am wenigsten Angriffsfläche.
Füße unterm Stuhl = Fluchtverhalten. Und das beim Vorstellungsgespräch!!! Ohjemine! Also gleich mal die Füße nach vorne, damit da keine falschen Interpretationen laufen. Auch wenn ich nichts lieber tun würde als bleiben.
Ich habe gehört, wenn sich jemand mit dem Finger unter der Nase langstreicht, lügt er. Überprüft (bei mir): Schwachsinn! Mich juckts da im Moment und so sehr ich auch in mir wühle, ich finde keine Lüge!
Mit diesen Beispielen könnte ich noch unendlich weiter verfahren. Ich habe mich mit der Körpersprache beschäftigt und letztendlich muss ich sagen: Ich habe weder mir noch meinem Umfeld einen Gefallen damit getan! Ich bewege mich in vielen Situationen nicht mehr natürlich, weil ich befürchte, der andere könnte Dinge hinein interpretieren, die so nicht stimmen. Und ich interpretiere die Körperhaltung meines Gegenübers, obwohl ich weiß, dass sie oft nicht maßgeblich für seine Gefühle ist. Ich weiß, dass das Unfug ist, aber ich kann die Gedanken nicht mehr abstellen.
Vorher war´s unkomplizierter, ich schwööörs!

Bleib natürlich
rät dir
jeanne