Meine Tochter (12. Klasse Gymnasium) lernt mit Engagement und enorm grossem zeitlichen Aufwand. Die Ergebnisse sind alles andere als optimal. Von verschiedenen Seiten wird mir versichert, es liege nicht an der Begabung. Meine Tochter lernt nicht effizient, hat nie gelernt systematisch an die Aufgaben heran zu gehen.
Hier nun meine Frage: Wer kennt Methoden und/oder Verfahren,
die hier weiter helfen und kann Hinweise auf Literatur oder Links geben ?
Danke für Eure Unterstützung.
Hallo Jochen!
Es wäre hilfreich, wenn Sie näher beschreiben könnten, wie ihre Tochter lernt, da die Noten an sich kaum Rückschlüsse über die Lernmethode erlauben. Ich habe vor zwei Jahren mich mit dem selben Problem abgemüht. Bei mir lag es allerdings zum großen Teil daran, dass die Lehrer sehr auf Durchschnitt bedacht waren und Leuten, die zwar eine gute Leistung erbracht haben, eine schlechte Note gegeben haben, um den Schnitt auf den vom Kultusministerium vorgegebenen Durchschnitt zu halten. Und ich gehörte meistens zum Mittelfeld.
Es gibt einige effiziente Methoden, die sich je nach Fach anwenden lassen:
1.Gemeinsam lernen.
Diese Methode ist eignet sich für sämtliche „Auswendiglernfächer“, da der Stoff gemeinsam erarbeitet und bei gegenseitigen „Abfragen“ geprüft und geübt werden kann. Allerdings sollte man nicht mit mehr als 4 Personen lernen, da sonst mehr getrascht wird, als gelernt.
Stoff anhand von Prüfungsfragen überprüfen.
Durch die Fragen ist man gezwungen, den Stoff strukturiert anzuwenden. Die mögliche Selbstkontrolle zweigt einem Lücken auf, bzw. bringt einen dazu, Aspekte abzuhandeln, von denen man nicht dachte, dass sie in der Antwort mit einbezogen werden sollten.
Diese Fragen sollten auf jeden Fall schriftlich beantwortet werden. So kann das Ergebnis überprüft werden und es wird die Art zu antworten eingeübt.
Sehr zu empfehlen sind die Bücher des „Stark“ Verlages, die für jedes Fach eine Fülle an Übungsbüchern anbieten.
Selbstgespräche führen.
Sagt einem das gemeinsame Lernen nicht zu, bzw. möchte man sich alleine vorbereiten, so sollte man sich selbst einen Vortrag halten bzw. sich anhand von selbst gestellten Fragen abfragen. Hört sich für die Umwelt vielleicht etwas komisch an, aber es hilft, da man ebenfalls gezwungen ist, den Stoff zu strukturieren. Es ist eine gute Vorbereitung auf mündliche Prüfungen, da man sich überlegen muss, welche Fragen zu dem Thema gestellt werden können - was der Prüfer schlichtweg auch machen muss.
Soweit einige Vorschläge, vielleicht sind sie ja hilfreich.
Meine Tochter (12. Klasse Gymnasium) lernt mit Engagement und
enorm grossem zeitlichen Aufwand. Die Ergebnisse sind alles
andere als optimal. Von verschiedenen Seiten wird mir
versichert, es liege nicht an der Begabung. Meine Tochter
lernt nicht effizient, hat nie gelernt systematisch an die
Aufgaben heran zu gehen.
Leider ist dies weit verbreitet - die Schüler sollen lernen, haben aber nie gelernt wie man das macht…
Hier nun meine Frage: Wer kennt Methoden und/oder Verfahren,
die hier weiter helfen und kann Hinweise auf Literatur oder
Links geben ?
Ich habe leider mein Lieblingsbuch nicht hier. Es ist vom DUDEN-Verlag und hat im Titel irgendwas mit Hausaufgaben und lernen… - Ich schätze es gibt jede Menge brauchbare Bücher zum Theme. - Schau mal in eine Buchhandlung und stöbere, dann findest Du bestimmt auch etwas altersgemäßes.
Wenn Du googelst mit dem Begriff „Lernen lernen“, bekommst Du 8.960.000 Treffer. - Ich mochte nicht suchen, was wirklich etwas taugt, aber diese Sammlung könnte nützlich sein:
Bei mir lag es allerdings zum
großen Teil daran, dass die Lehrer sehr auf Durchschnitt
bedacht waren und Leuten, die zwar eine gute Leistung erbracht
haben, eine schlechte Note gegeben haben, um den Schnitt auf
den vom Kultusministerium vorgegebenen Durchschnitt zu halten.
Und ich gehörte meistens zum Mittelfeld.
Das glaubst du aber nicht wirklich, oder?
Seit wann gibt das KM einen Durchschnitt vor. So einen Blödsinn habe ich selten gehört. Entweder sind die Leistungen drüber oder drunter, da gibt es nun wahrlich keine Vorgaben.
Trotzdem scheinst du ja diese ominösen Vorgaben mal selbst umsetzen zu wollen.
Fassungslose Grüße mit dem Wunsch nach Aufklärung.
Aragorn
Nun ja, unser Jahrgang hat anfangs genauso reagiert, als wir von diesen ominösen Vorgaben gehört haben.
Doch viele Lehrer haben zu Beginn der Kollegstufenzeit bei uns zugegeben, dass sie, wenn der Notendurchschnitt einer Arbeit zu sehr vom vorgegebenen Schnitt abwich, sie sich vor dem Direktor rechtfertigen mussten. Wird Abitur geschrieben, überprüft das Kultusministerium, wie die erzielte Note im Abitur (im jeweiligen Fach) von den über die Kollegstufe hinweg erzielten abweicht. Besteht jetzt eine zu große Differenz, z.B ist bekommt ein Schüler, der normalerweise 3en schreibt im Abitur die Note 1, muss sich der Lehrer schriftlich rechtfertigen. Und das haben viele Lehrer schlichtweg nicht machen wollen.
Ist der Durchschnitt zu gut, muss sich die Lehrkraft ebenfalls rechtfertigen. Meine Musiklehrerin, die auch den Chor leitete, musste jedes Jahr schriflich begründen, warum ihre Chorklasse im Durchschnitt 1,3 hatte - was über dem vom KM gesetzten Durchschnitt war.
Noch ein Beweis. Unser Deutschlehrer sagte uns am Anfang der Kollegstufe, die mündliche Note SOLLTE von der schriftlichen Note nur insofern abweichen, dass sich die Gesamtnote durch die mündliche Note nur um einen Punkt verbessern könne. Nach diesem Schema handelte er schließlich auch. Hatte ein Schüler in einer Klausus 5 Punkte erzielt, bekam er in der Abfrage, egal wie gut er war, höchstens 8 Punkte, wodurch sich seine Gesamtnote auf 6 Punkte verbesserte. Das hat hat er vor der ganzen Klasse besprochen.
Natürlich ist das nicht gerade wünschenswert. Ich kenne auch einige Ausnahmen, die an meinem Gymnasium nicht nach diesem Schema gehandelt haben und es auf sich genommen haben, sich rechtfertigen zu müssen, wenn sie einen guten Job gemacht haben. Denn schließlich ist es Aufgabe des Lehrers, seinen Schülern etwas beizubringen und ihn zu motivieren. Ich glaube auch, dass dieses Verhalten (nach Durchschnitt handeln) eher die Ausnahme ist. Aber es ist zumindest an meiner Schule passiert.
Besteht jetzt eine zu große
Differenz, z.B ist bekommt ein Schüler, der normalerweise 3en
schreibt im Abitur die Note 1, muss sich der Lehrer
schriftlich rechtfertigen. Und das haben viele Lehrer
schlichtweg nicht machen wollen.
Das ist doch aber auch richtig…da werden doch die Maßstäbe überprüft, die der Lehrer an Deine Leistungen ansetzt und nicht Deine persönliche Leistung als solche. Eine drei sollte eben überall der etwa gleichen Leistung entsprechen.
Wenn ein Lehrer Dir immer eine eins gibt und Du schreibst im Abi eine drei, dann kann zwar sein Du warst faul, kann aber auch sein, der Lehrer wollte nur nett sein…und umgekehrt . Wie sollten denn Noten überhaupt als Maßstab herhalten, wenn diese Maßstäbe nicht irgendwo sozusagen genormt werden?