EFH-Verkauf in Eigenregie (?)

Hallo, ich bin neu hier.
Ich möchte mein EFH verkaufen, und zwar eigentlich in Eigenregie. Ich habe den Wert von meiner Bank sowie einer Bausparkasse schätzen lassen, und beide Schätzungen lagen ca. 10% unter dem, was ich ins Haus reingesteckt bzw. was ich dafür haben will (das Haus ist nur 2 Jahre alt, die Gründe für den Verkauf interessieren hier nicht).
Was ich nicht wusste, ist dass bei einem Verkauf über die Bank bzw. die BSK (was beide mir natürlich anboten) mit Kosten auch für den Verkäufer verbunden ist - sie kassieren gleich zweimal ab, einmal vom Käufer (die üblichen 3,48 Prozent Courtage) und gleich noch mal soviel vom Verkäufer (obwohl Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde).
Ist das beim Makler genau so, oder nehmen die nur vom Käufer? Ist das zu verhandeln?
Ich bin also in einem Dilemma. Einerseits wäre es natürlich schon besser, jemand anderes (die Fachleute sozusagen) die Arbeit machen zu lassen. Andererseits macht das sowohl für mich als auch für den potentiellen Käufer, sollte denn einer gefunden werden, jeweils einige Tausend Euronen aus, die ich eigentlich dringend bräuchte um eine Folgeimmobilie zu erwerben, besonders nachdem der Marktwert doch nicht so toll zu sein scheint.
Frage: Hat jemand hier schon mal in Eigenregie verkauft und kann mir was zu den Fallen sagen? Mir geht es hier vor allem um rechtliche Dinge, sowie abzusichern, dass man durch den Kaufvertrag - das Notar’deutsch’ versteht Ottonormalmensch ja nicht richtig - nicht durch den Kakao gezogen wird. Ich habe mir allerdings von Bekannten, die vor langer Zeit privat verkauft haben, sagen lassen, dass das A und O eine Bankbürgschaft ist, die man sich in jedem Fall von den potentiellen Käufern zeigen lassen sollte. Der Rest würde der Notar machen.
Danke im Voraus für Eure Infos.
Karina

Hallo Karina,

habe mein „altes“ Haus selbst verkauft. Zeitungsinserat aufgegeben, einige Anrufe erhalten, Besichtigungstermine ausgemacht. Als ein Käufer gefunden war Notartermin ausgemacht. Der Notar regelt dann alles. Für ihn ist das sein tägliches Geschäft, Routine.
Es gab für mich keinen Grund einen Makler einzuschalten. Alles lief problemlos.
Ich habe dann ein anderes Haus gekauft, ebenfalls ohne Makler.

Einen Makler würde ich beauftragen, wenn ich keine Zeit, keine Lust oder keine Möglichkeit habe mich um einen Kauf/Verkauf zu kümmern. Ansonsten kann man sich m.E. diese Gebühren sparen.
Für die ordnungsgemässe Abwicklung des Kaufvertrages ist ohnehin der Notar zuständig, und den braucht man sowieso. (Kostet ja auch schon genug…)

Gruß elmore

Hallo Elmore. Danke für Deine Antwort. So etwa habe ich mir das erhofft. Aber ist es nicht so, dass der Käufer den Notar bestellt und auch die Kosten trägt? Oder gibt es da keine harten Regeln?
Gruss
Karina

Hallo Karina,

auch wir haben unser „altes“ Haus ohne Makler verkauft. Nur kein Bammel davor! Ist alles kein Hexenwerk!

Aber ist es nicht so, dass der Käufer den Notar
bestellt und auch die Kosten trägt? Oder gibt es da keine
harten Regeln?

Es ist in der Regel so. Man kann das aber auch anders absprechen.
Ein Notar muss neutral sein (darf also weder für Verkäufer noch für Käufer Partei ergreifen - keinen von beiden „über den Tisch ziehen“). Und die Kosten sind durch eine Gebührenordnung festgelegt. Welcher Notar einen Hauskauf beurkundet ist daher schnurzpiep.

Worauf wir wertgelegt haben war, dass wir vor dem Notartermin den Vertragsentwurf bekamen. Den kann man dann mit einem Profi (z.B. spezialisierter RA, dieser ist dann parteiisch - für dich!) durchgehen und abchecken. In der Regel sind die Notarverträge zwar ok, aber wenn du sicher gehen willst…

Grüße von
Tinchen

Hi Tinchen,
danke für Deine nette Antwort.
In der Tat habe ich gerade einen von der Bausparkasse wieder hiergehabt, der mir eindringlich einzureden versucht hat, dass ich auf gar keinen Fall allein was versuchen sollte (‚schwieriges Objekt‘, ‚rechtliche Fallen‘ etc). Die nehmen jeweils 3 Prozent vom Käufer UND vom Verkäufer. Bei einem fiktiven Kaufpreis von 200.000 Euro sind das ja schon 12 Tausend Euro. Auf meine Nachfrage, wie sich dieser hohe Betrag begründet, redete er von Exposé erstellen, Exposés verschicken, Besichtigungen, Klarmachung der Finanzierung, Absicherung des Kunden etc. Ich kann schon nachvollziehen dass es Sinn macht, die Transaktion den Profis zu überlassen - könnte ja nicht einfacher sein. Allerdings - mal ganz ehrlich - über 6,000 Euro plus MwST. für DAS?
Ich habe allerdings auch einen befreundeten Makler, der hier die noch freien Grundstücke vertreibt. Der hat sowohl höher geschätzt als die Herren von den Banken als auch mir angeboten, das provisionsfrei für mich zu machen.
Wie ernst sind denn Warnungen zu nehmen, etwa ‚Verschleiß des Objekts‘ (bei zu langem Angebot im Web, beispielsweise), ‚Besichtigungstourismus‘, etc.? Er erwähnte sogar, dass manche Besichtiger sich einen Spass daraus machen, Häuser zu besichtigen und dabei abzuchecken, wie es gesichert ist bzw. was für Wertsachen zu holen sind. Ich finde das etwas weit hergeholt, aber mich würde interessieren, ob Ihr diese Gedanken auch hattet und ob Euch irgendwelche Leute komisch vorkamen.
(Mir ist klar, dass das alles zur Verkaufsstrategie des Bänkers gehört - aber ganz von der Hand zu weisen ist es ja doch nicht).
Danke
Karina
PS Übrigens hätte ich das auch so gemacht wie Du - Alleingang, Kaufvertrag anwaltlich prüfen lassen, ab zum Notar. - Die paar Hundert für den Anwalt, falls es denn so viel sein sollte, sind ja gut angelegt. Oh Mann, ich hoffe, ich kann das!

PS Übrigens hätte ich das auch so gemacht wie Du - Alleingang,
Kaufvertrag anwaltlich prüfen lassen, ab zum Notar. - Die paar

Das ist doppelt gemoppelt. Wenn ein Notar einen Immobilienkaufvertrag aufsetzt, mußt Du diesen nicht auch noch von einem Anwalt prüfen lassen. Der Notar ist ja auch Jurist und zur Neutralität verpflichtet, er wird Dir also nichts in den Vertrag schreiben, was Dir zum Nachteil gereicht.

Dass ein Immo-Makler Geld vom Verkäufer und vom Käufer bekommt, ist mir neu. Die Courtage, die regional unterschiedlich ist, kann man zwischen beiden Parteien teilen oder man drückt sie dem Käufer auf. Letzteres war bei allen meinen Immobilienkäufen und -verkäufen so. Die Maklercourtagen, die ich kenne, liegen bei 3 % bzw. 5 % des Kaufpreises zuzügl. gesetzl MwSt. Eine höhere Couratge wurde von mir noch nie gefordert.

PS Übrigens hätte ich das auch so gemacht wie Du - Alleingang,
Kaufvertrag anwaltlich prüfen lassen, ab zum Notar.

Das ist doppelt gemoppelt. Wenn ein Notar einen
Immobilienkaufvertrag aufsetzt, mußt Du diesen nicht auch noch
von einem Anwalt prüfen lassen. Der Notar ist ja auch Jurist
und zur Neutralität verpflichtet, er wird Dir also nichts in
den Vertrag schreiben, was Dir zum Nachteil gereicht.

Hallo Nordlicht, das ist sicherlich richtig, aber sind denn die notariellen Kaufverträge immer identisch? Damit will ich sagen, kann es denn nicht auch ungewöhnliche Klauseln geben, die ja der Notar durchaus vorliest, aber deren Bedeutung einem nicht immer klar wird?

Dass ein Immo-Makler Geld vom Verkäufer und vom Käufer
bekommt, ist mir neu. Die Courtage, die regional
unterschiedlich ist, kann man zwischen beiden Parteien teilen
oder man drückt sie dem Käufer auf. Letzteres war bei allen
meinen Immobilienkäufen und -verkäufen so. Die
Maklercourtagen, die ich kenne, liegen bei 3 % bzw. 5 % des
Kaufpreises zuzügl. gesetzl MwSt. Eine höhere Couratge wurde
von mir noch nie gefordert.

Mir wurde so erklärt, dass es von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird. In Bayern bspw. wird nur vom Käufer Courtage genommen (6%), in Berlin teilt man sich das 50/50 und es sind sogar 8%. Allerdings - hatte ich ja erwähnt - sind diese beiden Herren Vertreter der Sparkasse bzw. der LBS gewesen, da kann es auch mal anders sein als bei Maklern an sich. Der Makler, denn ich kenne und den ich eventuell beauftragen werde, fordert 3,48% vom Käufer und würde das für mich provisionsfrei abwickeln.

Nachdem ich mich von den 2 Bankern berieseln hab lassen, bin ich mir ohnehin sicher, dass ich mit den beiden nicht ins Geschäft komme. Die Summen, die da gefordert werden finde ich absolut nicht OK für die Gegenleistung und die Argumentation besonders des letzten sind eigentlich fast alle von der Hand zu weisen. Ich bin nur etwas nervös bzgl. der Verkaufschancen und vor allem, zu welchen Preis ich die Immobilie ansetzen soll. Vor dem hoch pokern hat man mich gewarnt, das will ich auch nicht, aber einen angemessenen Preis brauche ich dafür.

Mich interessiert wirklich, ob hier jemand mir seine persönlichen Erfahrungen als Verkäufer mitteilen kann (gerne auch privat an [email protected]). Jede Immobilie ist verschieden, das ist mir klar, mir geht es um die Abwicklung an sich.
Karina

Nochmal ich :smile:
Hallo Karina,

daß der Makler Dir seine Dienstleitsung undbedingt verkaufen möchte ist schon klar. Du musst Dir aber auch darüber klar sein, daß die Summe die ein Käufer für ein Objekt ausgiebt, aus Kaufpreis und Maklerkosten besteht. Das heisst bei hohen Maklerkosten wird der Käufer versuchen den Preis zu drücken, so zahlst Du indirekt wieder für den Makler.
Ob eine Immobilie verkauft wird liegt am Preis. Häuser die monatelang zum Verkauf stehen sind überteuert. Durch einen Makler wird es aber nicht billiger.

Für rechtliche Fragen ist der Notar zuständig, der wie meine Vorredner schon schrieben neutral sein muss. Ein Notar hat kein Interesse eine Seite (Käufer oder Verkäufer) über den Tisch zu ziehen, wieso auch? Dem Notar ist es auch gleich, ob er vom Verkäufer oder Käufer bezahlt wird, er wird nicht einseitige Interessen vertreten.

Gruß elmore

Hallo Nordlicht, das ist sicherlich richtig, aber sind denn
die notariellen Kaufverträge immer identisch? Damit will ich

Natürlich nicht. Du sgst dem Notar was Du im Vertrag haben willst (der Käufer natürlich auch) und dann muß der Notar das in eine juristisch einwandfreie Form bringen. Unklarheiten bei den Vertragsparteien wird er klären und erklären.

die ja der Notar durchaus vorliest, aber deren Bedeutung einem
nicht immer klar wird?

Fragen, fragen, fragen. Der Notar wird auch fürs Antworten bezahlt.

Hi Karina,

Verkauf in Eigenregie macht zwar etwas mehr Arbeit, spart aber eine Menge Geld. Den Kaufvertrag, der alle notwendigen Aspekte beinhaltet, bekommst Du vom Notar. Der sagt Dir auch das mit der Bankbürgschaft. Alles, worum Du Dich selber kümmern musst ist die Festlegung des Kaufpreises, Exposé und Werbung. Das kann ich als Privatperson schon wesentlich besser, als die meisten Makler, die vom PC und Internet null Ahnung haben.

Ciao
Andreas

Hi Karina,

Verkauf in Eigenregie macht zwar etwas mehr Arbeit, spart aber
eine Menge Geld. Den Kaufvertrag, der alle notwendigen Aspekte
beinhaltet, bekommst Du vom Notar.

Der Notar macht den Vertragsabschluss und gibt dir keinenvertrag mit zum selbtabschliessen.

der Bankbürgschaft. Alles, worum Du Dich selber kümmern musst
ist die Festlegung des Kaufpreises, Exposé und Werbung. Das
kann ich als Privatperson schon wesentlich besser, als die
meisten Makler, die vom PC und Internet null Ahnung haben.

Woher du deine Arroganz nimmst ist mir rätselhaft. Ich bin Makler und arbeite nur im internet:

Ciao
Andreas

Verkauf in Eigenregie macht zwar etwas mehr Arbeit, spart aber
eine Menge Geld. Den Kaufvertrag, der alle notwendigen Aspekte
beinhaltet, bekommst Du vom Notar. Der sagt Dir auch das mit
der Bankbürgschaft. Alles, worum Du Dich selber kümmern musst
ist die Festlegung des Kaufpreises, Exposé und Werbung.

Das war mir soweit klar. Danke für Deine Rückmeldung. Mir ging es vor allem darum, zu hören welche potentiellen Fallen es gibt, in die ich als Privatperson (=Laie) tappen könnte, deshalb interessiert es mich nach wie vor von Leuten zu hören, die das selbst gemacht haben (gerne auch privat an meine Mailadresse).

Das kann ich als Privatperson schon wesentlich besser, als die
meisten Makler, die vom PC und Internet null Ahnung haben.

Ich muss A.S. leider beipflichten - ich glaube, ein Makler der heutzutage nicht mit PC und Internet umgehen kann, wäre schon längst nicht mehr im Geschäft. Sehr viele Makler inserieren bspw. bei immoscout24, das ist ja keine Kunst, aber viele haben auch ihre eigene Homepage. Deine Aussage ist also etwas überzogen, meiner Meinung nach. Letztendlich bezahle ich aber keiner Bank Tausende Euro um ein nettes Exposé zu schreiben und ins Internet zu setzen - das kann ich auch und dauert keine Stunde. (Liebe Makler, ich weiß, es geht um etwas mehr als nur das… ich bin nur etwas angep***t von den fadenscheinigen Argumenten von diesem Banker).

Also, wenn jemand hier mitliest und seine Erfahrungen - gute und nicht so gute - zum Besten geben möchte, dann sehr gerne.

Karina

Hi Karina,

Verkauf in Eigenregie macht zwar etwas mehr Arbeit, spart aber
eine Menge Geld. Den Kaufvertrag, der alle notwendigen Aspekte
beinhaltet, bekommst Du vom Notar.

Der Notar macht den Vertragsabschluss und gibt dir
keinenvertrag mit zum selbtabschliessen.

Falsch. Der Notar (zumindest die, mit denen ich bisher zu tun hatte) stellt Standardverträge zur Verfügung und passt diese an, wenn es erforderlich ist. Natürlich macht er auch den Abschluss.

der Bankbürgschaft. Alles, worum Du Dich selber kümmern musst
ist die Festlegung des Kaufpreises, Exposé und Werbung. Das
kann ich als Privatperson schon wesentlich besser, als die
meisten Makler, die vom PC und Internet null Ahnung haben.

Woher du deine Arroganz nimmst ist mir rätselhaft. Ich bin
Makler und arbeite nur im internet:

Ich hatte mit genügend Maklern zu tun, und die wenigsten haben ernstzunehmendes Marketing und Werbung betrieben. Kindergarten-Webseiten und Standard-Annoncen sind da sehr weit verbreitet, und das kann ich als Privatperson tatsächlich wesentlich besser. Die meisten Makler machen auch nichts anderes, als in den üblichen Immobilienbörsen zu inserieren. Die angeblichen „Kundenstämme“ sind meistens bloß leere Worte.

Meine Erfahrung. Mag arrogant klingen, ist aber (leider) Realität.

Ciao
Andreas

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Hallo Karina,

ich stehe momentan vor der gleichen Entscheidung wie Du. Nachdem ich mich unter anderem durch Bücher und Gespräche etwas informiert habe, bin ich mit meiner Entscheidung aber immer noch nicht ganz durch. Ich fasse mal kurz zusammen:

Vorteil Verkauf in Eigenregie:

  • Eventuell findest Du durch den günstigeren Kaufpreis eher einen Käufer für Dein Objekt.
  • Für alle Angaben die der Makler macht (alles was im Exposé steht, alles was er mündlich oder in Anzeigen angibt etc.) bist Du sowieso verantwortlich. Arbeitsersparnis hast Du also eigentlich nur für die Besuchstermine, weil Du im Eigeninteresse immer alles was er so veröffentlicht genau nachprüfen solltest!
  • Ich denke ich bin genauso gut wenn nicht sogar besser in der Lage Werbung zu machen wie ein Makler. Da ich schon seit längerer Zeit selbst ein Haus suche, habe ich schon einige von Makler erstellte Exposés und Anzeigen gesehen. Die meisten Exposés waren unvollständig (z.B. fehlende Grundrisse!) und es wurde so gut wie nie nachgefasst nachdem ich ein Exposé angefordert hatte. Die meisten Makler werben mit Sammelanzeigen auf denen die einzelnen Häuser nur in einer Zeile erwähnt werden und damit ziemlich untergehen. Insgesamt habe ich einen schlechten Eindruck von den Marketingaktivitäten der meisten Makler (besonders wenn man bedenkt wie viel Geld sie bei einem erfolgreichen Verkauf erhalten!)

Vorteil Makler:

  • Ein guter Makler kennt den Markt und kann eine realistische Einschätzung des Marktpreises abgeben.
  • Der Makler hat eventuell bereits einen Kunden der genau so ein Objekt sucht.
  • Der Makler ist Profi Verkäufer und kann mit schwierigen Kunden die z.B. den Preis massiv zu drücken versuchen viel besser umgehen. Er hört Schockaussagen und Gejammere der Kunden täglich und lässt sich davon nicht so leicht Beeindrucken und hat die passenden Gegenargumente parat. Du (und auch ich) als Mensch der wahrscheinlich nur ein Mal im Leben ein Haus verkauft kannst das sicher nicht so gut.
  • Wenn Du dem Makler die Schlüssel überlässt kann er die Besuchstermine selbst abwickeln (besonders für mich wichtig, da ich eine halbe Stunde Fahrt von dem Haus entfernt lebe)
  • Du brauchst Dich in der Kaufabwicklung um nicht so viel zu kümmern

In unserer Region (Hessen/Nordbayern) nehmen alle Makler (auch die von der Sparkasse) nur 3% + MwSt. vom Käufer. Der Verkäufer muss nur das Umtragen im Grundbuch beim Verkauf zahlen. Davon dass die Makler was vom Verkäufer verlangen habe ich noch nie was gehört.

Ich weiß auch noch nicht was ich machen soll. Nächste Woche habe ich erst mal einen Termin mit einem Makler und höre mir mal an was der mir noch so anbieten kann. Wenn mich das nicht überzeugt versuche ich es in Eigenregie!

Gruß,

Tina

Hallo,

Ich kenne die Situation nur von der anderen Seite, als ich mein Haus suchte und kaufte.

Mir wäre ein Kauf direkt beim Besitzer deutlich lieber gewesen.
3% sind schon mal richtig viel Geld, das mußte ich immer mit einkalkulieren, ergo vom mir möglichen Kaufpreis abziehen.

Ich bin einigen Maklern begegnet die mir nach der ersten Hausbesichtigung hätten anbieten können was sie wollten - ich hatte so einen schlechten Eindruck (wollen die die Kundschaft für blöd verkaufen?) dass ich Abstand von weiteren Besichtigungen genommen habe.

Beliebt sind wohl „Sammelbesichtigungen“. Da steht dann der Makler da und alle Viertelstunde kommt ein Interessent. Und der Verkäufer wird vom Makler auch dazugebeten und alle schwierigeren Fragen soll er dann beantworten -> wozu dann der Makler?

Ich denke wenn es letztendlich um Preisverhandlungen geht ist das geschick des Maklers evtl von Vorteil. Wenn der aber den Arbeitsaufwand bedenkt und dann die 3% von dem eventuell höheren Verkaufspreis berechnet - dann ist es für ihn vielleicht auch bequemer für hunder Euro weniger deutlich weniger Arbeit zu haben und er wird den Verkäufer auffordern den Preis zu akzeptieren (so war´s wohl bei mir).

Mach doch ne informative Anzeige, laß die Leute sich das Haus von Aussen ansehen. Wer noch interesse hat kommt mal an nem Samstag zum Besichtigungstermin und bekommt da weitere Unterlagen.
Dann melden sich nur noch die wirklich interessierten (die Häuserbummler haben es ja dann gesehen) und dann kannst Du verhandeln und Einzeltermine abmachen. Meldet sich keiner hast Du den Wert vielleicht etwas zu hoch angesetzt, rennen sie Dir die Bude ein, kannst Du immernoch nach oben korrigieren. (Jeder Makler schwafelt von dem „anderen sehr interessierten Käufer“ der Dir das tolle „Schnäppchen“ noch streitig machen könnte wenn Du nicht ganz schnell kaufst!)
Den Notar zahlt der Käufer und wenn nichts außergewöhnliches vorliegt tuts ein Standardvertrag, ansonsten brauchst Du eh Beratung die Dir ein Makler nicht gibt.

Wenn´s so nicht klappt kannst Du immernoch einen GUTEN Makler suchen.
Bei uns in Ba-Wü mußt Du aber auch als Verkäufer oft zahlen - zumindest bei nicht gaanz so interessnten Objekten.

Dass Makler einen Pool an potenziellen zahlungskräftigen Kunden hätten die genau Dein HAus suchen glaub ich nicht. Die bieten jedem alles an was sie grad im Angebot haben - das sieht der Käufer aber auch in der Zeitung oder im Internet.
Das mag vielleicht bei Villen anders sein.

Wie gesagt nur meine Meinung anhand von Erfahrungen bei der Haussuche.
Vielleicht hilft´s bei der Entscheidung.

Gruß

Mopedhexle

Hallo,

ein spannendes Thema zu dem ich (hoffentlich) auch etwas beitragen kann. Allerdings sind es MEINE Erfahrungen, die natürlich nicht immer passen müssen.

Meine Frau und ich hatten uns Ende 2003 entschlossen unsere Eigentumswohnung zu verkaufen und mit useren 2 Kindern ein Häuschen zu suchen. Dies klappte soweit und als wir einige passende Objekte fanden, machten wir uns an die Finanzierung. Wir setzten den Wert unserer ETW bewusst 15% unter dem aktuellen Wert an, und hier begann das Drama :wink:

Der aktuelle Wert ist nunmal meist wesentlich geringer als bei damaligem Kauf, kein Problem, denn wir hatten ja bereits 10 Jahre drin gelebt und auch Eigenheimzulage, oder wie hiess es damals noch?, bekommen.

Irgendwann stand auch der Finanzplan für die max. Kosten des neuen Objekts.

Als wir jedoch einen Makler zur Schätzung hinzubaten erlebten wir einiges.
Man sollte nicht vergessen, dass ein Makler nunmal an einem schnellen Objektverkauf interessiert ist, denn die Jungs verdienen nunmal Geld mit dem Verkauf und nicht mit dem verweilen in deren Datenbank.

So schätzte der Makler nach einer 5 Minuten Begehung einer 100qm Wohnung in Toplage den Preis um fast 30% Geringer ein und meinte, man könne froh sein, wenn der Preis überhaupt reinkommt.

Dieses Spielchen bekamen wir dann bei weiteren 3 Maklern mit.

Also nahmen wir die Sache selbst in die Hand.
Hierzu folgende Tipps:

  1. Die Zeiten sind schlecht, (heisst es) also bitte den Verkaufspreis nicht zu hoch ansetzen, eine Erzielung des eigenen selbst gezahlten Preises ist derzeit nur mit viel Glück möglich.

  2. Viele rechnen die eigenen gezahlten Kosten für Grunderwerb mit auf den Verkaufspreis, das ist derzeit indiskutabel.

  3. Man benötigt aktuell Luft für mind. 1 Jahr oder mehr. Soll heissen, dass man entweder selbst bis zur Unterschrift beim Notar im Objekt wohnen bleibt, oder ausreichendes Polster hat.

  4. Wir haben parallel einen Makler OHNE Alleinauftrag bestellt. Der hatte sich selbst aufgedrängt und ich habe mir schriftlich geben lassen, dass wenn ich selbst einen Käufer bringe, dieser nicht über den Makler gehen kann. (WICHTIG)

  5. Der Makler stellte sich trotz einiger Bemühungen als nicht besonders clever heraus, da er nur Termine machte und hierbei eigentlich keine Verkaufsaktivitäten entwickelte.

  6. Villeicht der wichtigste Tipp: Vertraue KEINER mündlichen Kaufzusage.
    Wir hatten die Wohnung nach eine Woche schon verkauft, ein junges Pärchen sagte zu und hatte (angeblich) auch schon eine Finanzierung. Daraufhin waren wir so naiv und wollten fairerweise einem zweiten Interessenten mitteilen, dass es Kaufinteressenten gibt. Diese sprangen dann allerdings wieder ab und der zweite Interessent wollte dies nutzen um 15.000€ zu sparen. Ohne mich…

  7. Wenn ein Makler mit hinein kommt verlange schriftlich, dass die Courtage nur vom Käufer bezahlt wird.

Wir haben die Wohnung schliesslich selbst verkauft und liegen 10 % über der Wertschätzung der Makler und sind mit dem Verkaufspreis zufrieden, da wir auch beim Hauskauf etwas von der schlechten Konjungtur profitieren konnten.

Ich hoffe, mit meinen, zugegeben meist schlechten, Erfahrungen können Mitglieder aus dem Forum etwas anfangen.

Gruss
Peter