Ego vs Mutterliebe

Hallo Sharon,

ich kann dir im Großen und Ganzen zustimmen, aber:

äh, ja, aber:
eine komische Eigenschaft von Blut ist es, daß schon wenige ml
aussehen wie ein Blutbad. Und selbst wenn die 200 ml gut im
Raum verteilt waren, kann das locker aussehen wie 1-2 Liter
:wink:

Ja gut, aber dafür muss man sich schon etwas Mühe geben. War ich wohl zu faul dafür:wink:

Hinterher fragte ich mich dann nur „Was, das war es schon?“
Ich selbst hatte ja keine Geburt - aber man hört von Müttern

üblicherweise das typische „wenn das Kind endlich da ist, hat
man urplötzlich alles vergessen“ :wink:

Nein, der Effekt war es nicht, es war wirklich so, dass ich bei den Eröffnungswehen (so zu der Zeit, wo sie dann aller 1-2 Minuten kamen) dachte „Oh Mann, wenn es JETZT schon so weh tut, wie soll das noch werden?“ und die Presswehen empfand ich für mich dann eher als befreiend, weil ich da endlich etwas aktiv tun konnte. Das verrät dir aber VOR den ersten Kind kaum eine. NACH der ersten Geburt erzählte mir sogar Schwiederomi von ihren Entbindungen - ich war dann halt im Club. Ja klasse, vorher wäre es nützlicher gewesen…

Ich hoffe mal, daß das wirklich so ist, denn ich muß zugeben,
mir schlottern auch die Knie, wenn ich daran denke… :wink:

Ja, schon. Ich kann mich, wenn ich es wirklich will, sehr plastisch daran erinnern. Allerdings ist der Körper schon gut darin, Empfindungen zu vergessen (es ist so, als ob du versuchst, dich an den besten Sex deines Lebens komplett zu erinnern, das gelingt dir auch nie so, wie es in echt war).

In zwei Sachen muß ich duplosche aber Recht geben: es geht
wieder der Trend, daß die Männer immer weniger bei den
Geburten dabei sind und dies auch immer weniger gewünscht
wird, statt dessen wird geraten, daß die
Mutter/Schwester/Freundin dabei ist.

Das kommt sicher darauf an. Meine Mutter war wirklich lieb, aber bei der Geburt wäre sie mir auf den Keks gegangen. Ich denke mal, es hätte ihr sehr zugesetzt, ihr Kind (also mich) in Schmerzen zu sehen. Mein LG freut sich nun auch nicht gerade, wenn ich Schmerzen habe, aber er kann damit anders umgehen. Eine Freundin wäre keine Option gewesen für mich. Ich denke, man sollte den Menschen mitnehmen, dem man am meisten vertraut (und der es verkraftet).

Und - auch wenn dies sicher nicht der Regelfall ist - es gibt
durchaus von der Geburt traumatisierte Männer: nicht nur durch
die Hilflosigkeit, sondern den Anblick des Geburtsvorganges.
Es fällt ihnen danach schwer, mit ihrer Frau wieder Sexualität
auszuleben.

Das soll es bei beiden Geschlechtern geben…

Viele Grüße, Heike

Ego vs nervende Männer
Hi Thommy,

ich hab mir lange überlegt, ob ich dir antworten soll.
Mir tut deine Süße eigentlich leid. Du machst dir Gedanken darüber,
was sie falsch macht und wie du es einschätzen sollst?

Ich bin 2fache Mutter.
Beide Schwangerschaften waren super. Es ging mir gut.
Was mir nicht gut tat waren „gute Ratschläge“ und „ich meins doch
nur gut“ sowie „das darfst du nicht, das schadet dem Kind“.
Meine Werte waren immer ok aber man merkte, wenn ich mich aufgeregt
hatte, über o.g.
Ja, ich hatte Angst, vor beiden Geburten. Bei der 1. gings schnell
und ich hätte anschließend Bäume ausreißen können (ca 5 Stunden).
Bei der 2. gings mir vor/während/danach absolut sch… Ich hab
wohl öfter die Augen verdreht. Das ganze dauerte mehr als 10 Stunden.

Ich kann dir im Prinzip nur einen guten Rat geben:
Lass die Frau machen, die weiss, was sie tut.
NERV NICHT! (weil das tust du wohl, und nicht wenig)!
Treib sie nicht so weit, dass sie, vor lauter Genervtheit,
dich vor die Tür setzt (bei Schwangeren ist auch das möglich;
ich hätte es, an ihrer Stelle, wohl schon getan).

Urgs… ich muss aufhören sonst schreib ich noch, was dir noch
weniger gefallen würde (und mir nen Rüffel einfahren würde).
Ich drück euch allen die Daumen!

LG
D

Angst ist absolut berechtigt
Hallo Thommy,

Ich bilde mir ein, dass meine schwangere Freundin (SSW35)
irgendwie Angst vor der Entbindung hat.

Das ist echt nett ausgedrückt. Sei versichert, dass ihre Angst vollkommen berechtigt ist. Ich habe mir sagen lassen, dass Frauen mit mehreren Kindern vor jeder weiteren Geburt mehr Angst haben, schlicht weil sie wissen, was WIRKLICH auf sie zukommt. Es gibt nur wenige Frauen, die von sich behaupten, die Schmerzen seien nicht so schlimm gewesen. Tatsache ist aber, dass die Natur dafür sorgt, dass die Mütter diesen Schmerz gaaaanz schnell wieder vergessen, denn sonst würde jede Frau nur ein einziges Kind bekommen. So kommt es dann zu diesen Aussagen, dass es „gar nicht schlimm“ gewesen sei. Ausnahmen bestätigen sicher die Regel; also gibt es vermutlich in seltenen Fällen Frauen, bei denen das tatsächlich zutrifft.
Ich vermute, dass es sich tatsächlich um Frauen handelt, deren Kinder nicht so sehr groß waren.
Mein erstes Kind hatte 4,3 kg und war 54 cm groß. War eine Woche über der Zeit. Die Geburt war heftig, Riss, Schnitt, Wehentropf, aber ich habe sie trotzdem als schön in Erinnerung.
Mein zweites Kind hatte nur 3,8 kg, aber einen größeren Kopfumfang. Die Geburt dauerte 16 Stunden (die zwei Tage vorher mit alle 10 Minuten Wehen nicht mitgezählt) und war eine einzige Folter. Und, ja, ich habe geschrien, weil der Schmerz einfach unerträglich war. So kann man dem wenigstens ein Ventil geben (bin sonst eher kontrolliert…).
Würde ich noch ein Kind bekommen, käme für mich nur noch eine Epiduralanästhesie in Frage. So eine Folter mach ich nie mehr mit.

Ich hab mal gelesen, dass Männer so einen Schmerz nicht aushalten könnten, sie würden in Ohnmacht fallen. Ob es stimmt, sei dahingestellt; ich versuche nur, dir klarzumachen, dass Angst vor der Geburt mehr als berechtigt ist.

Du hast dich zwar nicht klar ausgedrückt, aber ich habe rausgelesen, dass du dir um das Kind Sorgen machst, weil du befürchtest, dass deine Freundin eine frühere Geburt forcieren will.

  1. Sie bestellte sich Himbeerblättertee. Der soll ja evtl.
    wehenfördernd sein.

Du irrst dich, er macht die Geburtswege weich. Das ist ausgesprochen sinnvoll.

Sie hat sich auch schon über heftigere
Wehencocktails informiert.

Informiert? Ja, warum denn auch nicht?
Aber mach dir mal keine Sorgen, diese Sorte Cocktails (Rizinus mit Schnaps und so Zeugs) helfen nur, wenn es ohnehin schon so weit ist.

  1. Ich ertappte sie kürzlich beim Rauchen. Angeblich ist es
    die erste Schachtel gewesen und angeblich hat sie es nur
    gemacht, weil wir kürzlich mal Zoff hatten. Allerdings habe
    ich gelesen, dass das Rauchen in der Schwangerschaft das
    Wachstum des Kindes hemmt.

Da würde ich an deiner Stelle schon dreinreden. Ich bezweifle zwar, dass sie aus dem von dir angenommenen Grund raucht. Aber warum auch immer: Du solltest ihr klar machen, dass du sie aus Sorge um das Kind bittest, das Rauchen unbedingt sein zu lassen.

  1. Babyklamotten werden jetzt eine Nummer kleiner gekauft.

Vielleicht waren die bisherigen schlicht zu groß.

  1. Babys mit 3500g gelten bei ihr schon als „schwer“.

Kannst du dir vorstellen, einen Ziegelstein von 3,5 kg zu sch… und nicht mal zu sagen, er sei schwer? :wink:

  1. Vor einer Woche kam ein Spruch, dass sie angeblich fühlt,
    dass das Kind nicht bis zum errechneten Termin wartet.

Diese Wunschvorstellung haben fast alle Schwangeren.

Wenn meine Vermutungen stimmen, dann wird sie mir nur
ausweichen oder gar beleidigt sein

Das kommt sicher drauf an, wie du es ihr sagst.
Wichtig ist erstmal, dass du Verständnis für sie hast: Für ihre Angst, für ihren Wunsch, dass das Kind bald kommt, für die Anstrengung der letzten Schwangerschaftswochen. Da hat fast jede Mutter den Wunsch, dass das Kind endlich, endlich da rauskommen soll!

Vorhaben zieht sie dann einfach durch, wenn ich beim Arbeiten
bin.
Kann man das, um Zoff zu vermeiden, durchgehen lassen oder
erfordert das doch mein Eingreifen?

„Durchgehen lassen“ finde ich ein komisches Wort in einer gleichberechtigten Partnerschaft!
Jedenfalls: Du scheinst zu glauben, dass man eine Geburt so einfach durch einen wehenfördernden Cocktail etc. einleiten kann. Das stimmt nicht, also kannst du da schonmal beruhigt sein.
An deiner Stelle würde ich einerseits Verständnis, andererseits meine Sorgen - vorsichtig - äußern. Ich würde mich ansonsten nur da einmischen, wo es dem Kind definitiv schadet (Rauchen). Überlass das andere ihr. Sie bereitet sich einfach innerlich auf die Geburt vor. Das ist schon in Ordnung so. Sie wird mit Sicherheit nicht vom Dach springen, um eine frühere Geburt einzuleiten.

Das Kind kommt, wenn seine Zeit ist. Hab ein bisschen Vertrauen.

Alles Gute,

Julia

ist aber kontraproduktiv
Hallo zusammen.

Die Angst ist schon verständlich, vor allem, wenn man noch nicht weiß, was auf einen zukommt.

Und wenn die erste Entbindung furchtbar ablief, wird man vor einer weiteren natürlich noch mehr Angst haben. Das lassen wir mal beiseite, darum geht es in diesem Fall ja nicht.

Ich glaube, ich bin da ein recht nüchtern denkender Mensch. Ich wäge innerlich reale Risiken ab (je nach Wissensbasis fällt das natürlich nicht immer objektiv aus). Wie groß ist denn das Risiko, dass ich eine „schlimme“ Geburtserfahrung machen werde? Und wie kann ich es beeinflussen? An der Geburt kommt man ja nicht vorbei, auf die Idee das Geburtsgewicht zu beeinflussen würde ich nicht kommen. Und da lande ich irgendwann bei dem Punkten:

  1. Es ist unausweichlich
  2. Es ist die Sache wert
  3. Die Angst läßt die Wahrscheinlichkeit für mehr Schmerzen eher steigen
    Ich weiß, dass das nicht bei allen klappt (mein Mann hat Flugangst, da komme ich mit meinem Pragmatismus auch nicht weit :frowning: ), mir hilft es die Angst zu überwinden.

So kommt es dann zu
diesen Aussagen, dass es „gar nicht schlimm“ gewesen sei.
Ich vermute, dass es sich tatsächlich um Frauen handelt, deren
Kinder nicht so sehr groß waren.

Du widerlegst Dich im Folgenden ja selbst:

Mein erstes Kind hatte 4,3 kg und war 54 cm groß. … Die
Geburt war heftig, Riss, Schnitt, Wehentropf, aber ich habe sie :trotzdem als schön in Erinnerung.
Mein zweites Kind hatte nur 3,8 kg, aber einen größeren
Kopfumfang. … und war
eine einzige Folter.

ich versuche nur, dir klarzumachen,
dass Angst vor der Geburt mehr als berechtigt ist.

Das finde ich persönlich eben nicht. Es ist doch ein natürlicher Vorgang, von der Natur so vorgesehen, dass es funktioniert. Schön fand ich das auch nicht, einen tüchtigen Angstschub habe ich erst bekommen, als ich in der Klinik war. Und im Übrigen kann nicht zu Schreien bei der Entbindung fast genauso hinderlich sein wie übermäßig Angst zu haben.

Aber ich würde niemandem in seiner Angst bestärken wollen, einfach weil es kontraproduktiv ist. Und weil es ja auch glimpflich abgehen kann. Und sich eben dies gegenseitig bedingt.

Als Freund würde ich mich informieren über die Geburt und versuchen meiner Freundin mehr Sicherheit zu geben. Und für mich hört sich das komisch an, dass Ihr über dieses Problem nicht offen sprechen könnt.

Da ich militante Nichtraucherin bin, sage ich zu dem Thema lieber nix. Finde aber auch, dass der Vater da ein Mitspracherecht hat.

Das wird schon, drin geblieben ist noch keins

Alles Gute
kernig

Hallo Heike

Ich wäre eher dafür, dass Geburten nicht der große Mythos
hinter verschlossenen Türen sind,

Mir fällt wenig ein, das in den letzten Jahren vergleichbar entmythologisiert worden ist(was ja nicht zwangsläufig schlecht ist). Von der Befruchtung bis zum Endprodukt können wir dank diverser Medien doch alles genauestens verfolgen.

sondern wieder zu dem werden, was sie eigentlich sein sollten: etwas natürliches.

Ganz deiner Meinung… aber ist das, was heute im Kreißsaal stattfindet natürlich? Ich finde in anderen Teilen der Welt geht es weitaus natürlicher und stressfreier zu. Und ich finde es auch alles andere als unnatürlich, dass Wissen und Erfahrungen von Frau zu Frau weitergegeben werden oder Geburt (und Vorbereitungen) ein Privileg von und für Frauen ist.

Er wirkte auch nicht hilflos, sondern tat das, was ich mir von
ihm erhofft hatte: Er war einfach da und gab mir die
Gelassenheit, mich auf meine Belange zu konzentrieren, er
hielt mir quasi den Rücken frei. Ich wusste, was auch immer
passiert, er ist da und regelt das in meinem Sinne (und
brachte mir bei der Großen ca. 3527 mal einen feuchten
Waschlappen…:wink:).

So unterschiedlich können die Erfahrungen von Menschen im Ausnahmezusatnd sein.
Der Vater meiner Kinder war vor der Geburt seiner Söhne schon bei (grobgeschätzt *g*) 300 Geburten live dabei und ich war mir vor der Entbindung absolut sicher in seiner Begleitung.
Letztendlich stand er „nutzlos“ stundenlang herum und fühlte sich nach eigenen Aussagen nur noch hilflos, der eigenen Frau nicht ein bisschen „Leid“ abzunehmen… keine Massagen, Waschlappen, etc. .
Ich konnte ihn nicht in meiner Nähe ertragen und das scheint nicht so selten vorzukommen.

Darum finde ich Danys Einwand in jeder Hinsicht berechtigt. Alles kann, nichts muss.

Was mich vielmehr irritiert ist, dass von Männern erwartet wird bei der Geburt dabei zu sein. Sie können… ja! Und wer sich das mit allen Konsequenzen zutraut. sollte es auch machen.
Aber nicht, weil es mittlerweile gesellschaftlich erwartet wird.

Mit Grüße
Simone

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Kontraproduktiv ist es, die Angst nicht anzunehmen
Hallo,

ich stimme dir überhaupt nicht zu, dass Angst „kontraproduktiv“ ist. Meiner Ansicht nach ist es schlichtweg normal.

Die Angst ist schon verständlich, vor allem, wenn man noch
nicht weiß, was auf einen zukommt.

Wenn man es weiß, ist sie ja in der Regel noch größer…

So kommt es dann zu
diesen Aussagen, dass es „gar nicht schlimm“ gewesen sei.
Ich vermute, dass es sich tatsächlich um Frauen handelt, deren
Kinder nicht so sehr groß waren.

Du widerlegst Dich im Folgenden ja selbst:

Mein erstes Kind hatte 4,3 kg und war 54 cm groß. … Die
Geburt war heftig, Riss, Schnitt, Wehentropf, aber ich habe sie :trotzdem als schön in Erinnerung.

Nein, ich widerlege mich nicht, da hast du mich falsch verstanden. Ich würde nie behaupten, dass es „nicht schlimm“ war!!!
Aber das intensive Erlebnis, die tolle Atmosphäre (ambulant in einer Arztpraxis nur mit Mann und vertrauter Hebamme) und das unglaubliche Glücksgefühl danach machten die höllischen Schmerzen wieder wett. (Übrigens hab ich auch Schmerzmittel bekommen, die wenigstens den jeweiligen Wehenbeginn etwas dämpfen konnten).

Es ist doch ein
natürlicher Vorgang, von der Natur so vorgesehen, dass es
funktioniert.

Trotzdem macht es unerträgliche Schmerzen. Warum also sollte Angst unpassend sein?

wie übermäßig Angst zu haben.

Ich hatte von der Beschreibung her nicht das Gefühl, dass die Frau, um die es geht, „übermäßig“ Angst hat.

Aber ich würde niemandem in seiner Angst bestärken wollen,
einfach weil es kontraproduktiv ist.

Kontraproduktiv ist meiner Ansicht nach, die Frau nicht so anzunehmen wie sie ist. Und wenn sie Angst hat, hat sie eben Angst, Punkt. Wer hat von bestärken geredet? Ich habe nur gesagt, dass die Angst durchaus berechtigte Gründe hat. Jemanden in seiner Angst zu bestärken ist genauso falsch, wie sie ausreden zu wollen, sie als unnötig, nichtexistent, kontraproduktiv zu bezeichnen.

Ich hab ja nicht gesagt, dass er zu ihr sagen soll „Es ist ja auch schrecklich, was auf dich zukommt!“ (auch wenn es stimmt). Aber er kann ihr sagen, dass er ihre Angst versteht und dass er alles tun wird, um sie zu unterstützen und es ihr leichter zu machen.

Ach ja, und einen Tip möchte ich dem Fragesteller noch geben: Falls sie in der Klinik entbinden will, sollte er nachfragen, ob dort PDA auch bei normaler Geburt gemacht wird (ist nicht überall so). Es kann die Angst erheblich mindern, wenn man weiß, dass man, wenn’s allzu schlimm wird, darauf zurückgreifen kann. (War mein Fehler, dass ich bei der zweiten Geburt NICHT gefragt hatte…)

Julia

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Hallo kernig,

nochmal zu Angst: sicher ist Angst an sich schon kontraproduktiv, aber es ist genauso kontraproduktiv Angst, wenn sie denn mal da ist, nicht ernstzunehmen. Besonders wenn derjenige, der sie nicht ernstnimmt, selbst nie in die Lage kommen wird, das Ereignis zu erleben.

Und ich glaube, darum ging es in dem Ausgangsposting zu einem großen Teil.

Gruß
Elke

PS: Mich hat da die Überschrift schon sehr gestört: Ego vs. Mutterliebe – was bitte hat Angst vor Schmerzen usw. mit dem Ego zu tun?

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Hi Julia,

Kontraproduktiv ist meiner Ansicht nach, die Frau nicht so
anzunehmen wie sie ist. Und wenn sie Angst hat, hat sie eben
Angst, Punkt.

Ja, genau.

Wer hat von bestärken geredet? Ich habe nur
gesagt, dass die Angst durchaus berechtigte Gründe hat.
Jemanden in seiner Angst zu bestärken ist genauso falsch, wie
sie ausreden zu wollen, sie als unnötig, nichtexistent,
kontraproduktiv zu bezeichnen.

Ja, genau.

Aber er kann ihr sagen, dass er ihre Angst versteht
und dass er alles tun wird, um sie zu unterstützen und es ihr
leichter zu machen.

Und nochmal: genau.

Gruß
Elke

wenn ich so einen Schwachsinn lese, wundert mich wirklich nicht, dass sich Männer noch immer gerne aus der Kindersache raushalten…

Menschen tun dumme, gemeine und egoistische Dinge – die Tatsache, dass jemand schwanger ist, ändert daran gar nichts.

Weisst du was? Lass deine Freundin mal machen! Sie kriegt das
Kind, es wächst in ihr heran, sie fühlt es jeden Tag.

Lass Deine Freundin mal rauchen??? Die weiß schon, was sie tut? Sehr clever…

Bei allem Verständnis dafür, dass du dir Sorgen umd die Frau
machst, die du liebst und das Kind, auf das du dich freust:
Sie hat wohl einen Vertrauensvorschuß verdient, meinst du
nicht?

Warum genau jetzt? Weil sie schwanger ist? Sich in einem biologischen Zustand befindet, zu dem sie kein bisschen mehr oder weniger beigetragen hat als der werdende Vater? Den auch die dämlichste Kuh problemlos erreichen kann?

Zu keiner Zeit wirken in einer Frau so viel Intuition und
Instinkte wie in Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft. Die
Natur verbringt wahre Wunder an uns Frauen, und wir reifen und
wachsen über uns hinaus, dass wir selbst nur staunen können!

Das erklärt dann wohl auch, warum es immer wieder Frauen gibt, die eine Schwangerschaft erst zum Zeitpunkt der Geburt bemerken, einen Terminkaiserschnitt durchführen oder ihre Kinder verhungern lassen.

Wenn ich das mal ganz direkt sagen darf: Mein Eindruck ist,
dass dich deine momentane Sorge so einiges an Respekt für
deine Freundin vergessen lässt. Du schreibst hier von ihr wie
von einem unmündigen Kind, dem mal einer sagen muss, wo’s lang
geht!

Wenn d-thommy mit seinem Verdacht recht hat, dann hat seine Freundin auch nicht besonders viel Respekt verdient. Dabei ist irrelevant, ob die Maßnahmen, die sie getroffen hat, tatsächlich dazu führen könnten, das Kind möglichst klein zu halten und die Geburt vor der Zeit zu beenden – es reicht aus, dass sie vielleicht die Absicht hat und die ist verwerflich und birgt für den werdenden Vater nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, zu intervenieren.

Deine Freundin ist eine erwachsene Frau, noch dazu
Krankenschwester! Glaubst du ernsthaft, sie wüsste nicht, dass
Rauchen schädlich ist? Oder dass sie Lust hat, sich von dir
bevormunden zu lassen?

Ja, aber WARUM raucht sie denn? Während der Schwangerschaft zu rauchen ist schon für einen medizinischen Laien eine ziemlich dämliche Aktion, eine Krankenschwester aber sollte es definitiv besser wissen. Vielleicht ist hier Bevormundung notwendig, ob sie nun gewünscht ist oder nicht, weil hier eine Person mit der Verantwortung, die ihr für einen anderen Menschen übertragen wurde, offenbar nicht umgehen kann.

Und wenn jemand in einem Krankenhaus gearbeitet und eine
Geburt auch nur GEHÖRT hat, weiss er/sie, dass das kein
Spaziergang ist!

Angst vor der Geburt rechtfertigt nicht, zum Schaden des Kindes künstlich für ein niedriges Geburtsgewicht und eine frühzeitige Geburt zu sorgen.

Selbstverständlich hat sie Bammel vor der Geburt! Den solltest
du auch haben, falls du das Glück haben wirst, dabeisein zu
dürfen. Denn wer weiss ob sie eine PDA haben will oder kann,
wenn’s soweit ist. Und im Gegensatz zu deiner Freundin, die
die wirklich irrsinnigen Schmerzen nach spätestens ein paar
Tagen auf rätselhafte Weise völlig vergessen haben wird (noch
so ein Wunder der Natur), wirst du als Vater das Entsetzen
über die eigene Hilflosigkeit während der Geburt vermutlich
bis zum Ende deines Lebens mit dir herumtragen.

So leid es mir für Dich tut, Du kannst genauso viel Literatur über Vaterschaft lesen, wie ein Mann – oder mehr – und versuchen, Dich hineinzuversetzen und mit leiden zu wollen – Du wirst nie verstehen können, was da mit und in ihm passiert…

Nur damit das klar ist – ich will keine Aussage darüber treffen, ob d-tommys Freundin vorhat, was er befürchtet. Ich wehre mich nur entschieden gegen dieses mystizistische Gefasel, das nicht nur wider jegliche Vernunft unterstellt, dass eine Schwangere oder eine Mutter per se keine Fehler macht, sondern auch dem werdenden Vater jegliche Rechte abspricht und impliziert, Kinder würden zur Mutter gehören und der Väter hätte keine andere Aufgabe, als (gefälligst!) dankbar zu sein.

Gruß
Yasmin

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Hallo Simone,

mein LG und ich hatten eine Vereinbarung: Wenn es einem von beiden zuviel wird, dann darf er gehen, ohne dass da einer sauer ist. Wer dann zwischenzeitlich mal gehen wollte, war ich:wink: Hat mir aber nichts genützt…

Viele Grüße, Heike

Hallöchen!

Wollen wir mal beim Thema bleiben?

Rauchen in der Schwangerschaft ist völlig daneben. Niemand hier - nicht mal ich - würde Gegenteiliges behaupten. Aber da kann niemand „eingreifen“, das ist im Leben nun mal so. Und solange dieses Verhalten nur in seltenen Ausnahmefällen auftritt - wovon wir zunächst ausgehen müssen - ist es auch kein Grund hysterisch zu werden, völlig egal, wie verantwortungslos man es finden mag.

Was ich aber im Gegenteil sehr verantwortungslos finde, ist einen überbesorgten Kindsvater in an den Haaren herbeigezogenen Verdachtsmomenten zu unterstützen.
Denn nach allem was er schreibt, käme ich als Mutter im Traum nicht auf die Idee, seine mir unbekannte Freundind als dumm, gemein oder egoistisch zu verurteilen. Insbesondere nicht, wenn sie - vom Rauchen mal abgesehen - sich in vollkommen normalen und gängigen Geburts- und Mutterschaftsvorbereitungen befindet.

Ich sehe keinerlei Veranlassung davon auszugehen, dass diese Frau übertrieben leichtfertig mit sich oder ihrem Baby umginge oder verzweifelt Massnahmen ergreift, das Kind im Wachstum zu hindern.

Ganz generell kann jede erwachsene Frau, sei sie nun schwanger oder nicht, von ihrem Partner ein Mindestmass an Respekt und Vertrauen erwarten. Umgekehrt gilt natürlich selbiges, auch und insbesondere in der Öffentlichkeit, sei es nun anonym oder nicht. Sein Posting hier spricht diesbezüglich Bände, wie ich finde.

Und was in einer Beziehung an Bevormundungen, Streitereien, Machtkämpfen etc. vorkommt, äussert sich im Effekt fast immer im Verhalten, das rational ja bekanntermassen nicht immer erklärbar ist. Ich würde da u.U. durchaus für möglich halten, dass die Raucherei in diesem Fall eine Art Trotzreaktion sein könnte. Aber das können wir hier nicht mit Sicherheit sagen, da sich tommy_d leider bisher nicht wieder geäußert hat.

Und JA, Natürlich gibt es einen vergleichs- und glücklicherweise minimalen Teil von Müttern, die aufgrund von Verdrängungsmechanismen und/oder nachteiligen psychischen oder persönlichen Umständen eine Schwangerschaft negieren, ihre Kinder misshandeln etc… Das ist furchtbar. Was das aber mit der Freundin des Fragestellers zu tun haben soll, ist mir nicht ersichtlich…

LG

„Luise“

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soweit Zustimmung
Hallo zusammen,

ich wollte doch nur betonen, dass ich übermäßige Angst und diese zu schüren für verfehlt halte.

Ansonsten sind wir uns durchaus einig. Dein Posting hörte sich nur so abschreckend an, das wollte ich relativieren.

kernig

Wollen wir mal beim Thema bleiben?

Nein, ich wollte eigentlich nicht beim Thema bleiben. Deshalb schrieb ich auch in meinem Posting: „… ich will keine Aussage darüber treffen, ob d-tommys Freundin vorhat, was er befürchtet.“ Ich gehe nur nicht aufgrund der Tatsache, dass d-thommys Freundin schwanger ist und er nicht, davon aus, dass er im Unrecht ist.
Mein eigentliches Thema ist allerdings DEIN Posting und die darin enthaltene Schwangerschaftsglorifizierung.

Gruß
Yasmin

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