Egoismus

Hallo!

Gestern wurde mir der Vorwurf von Egoismus gemacht (von ner Freundin)- weil es ihr ab und zu schlecht geht- und ICH dann nicht für sie da bin!

Es gibt Zeiten, in denen habe ich wirklich viel am Hals- und dann gehts mir auch nicht unbedingt gut.
In diesen Zeiten hab ich mich nach langer Zeit endlich so freischwimmen können, daß ich mich dann auch zurückziehe, wenn mir Negatives von anderen zuviel ist!

Ja- es ist Egoismus-- das stimmt!
Aber letztlich nichts anderes als Selbstschutz, wenn ich mich vor noch mehr Leid zurückziehe!!

Ich habe dieselbe Erfahrung auch schon gemacht-- man war total unten- wollte jemanden zum reden haben- und keiner war da!
Das erlebt wohl jeder mal!

Aber mir würde es im Traum nicht einfallen andere dann dafür schuldig zu sprechen!
Heutzutage noch viel weniger, weil ich ja selber erlebt habe, wie einen was Schlechtes noch mehr belasten kann!!

Ich frag mich, warum ein „gesunder Egoismus“ - denn als solches betrachte ich mein Handeln- so falsch eingeordnet werden kann- wiederum mit so einem Egoismus versehen wird!??

Kitty

Hallo,

wenn es ihr „ab und zu schlecht“ geht, fragt sich warum - und wieso sie in den Momenten die Zuwendung erwartet.
Offensichtlich kann sie das nicht mit sich allein abmachen und verfällt stattdessen in eine Haltung der moralischen Schuldzuweisung gegen dich… könnte auch sein, dass sie eine Art „seelischen Mülleimer“ benötigt, der immer da ist - was irgendwie praktisch wäre, denn so müsste sie nichts verändern, könnte sich in ihre Tiefs fallen lassen und gewiss sein, auf deine „Stärke“ zu bauen. Und das kann sicher nicht die Lösung sein… dann sollte sie sich professionelle Hilfe holen?

M. E. gehört es zur Freundschaft, (zu lernen,) die Grenzen anderer anzuerkennen; sie sind nicht für die (vorübergehende) Wiederherstellung meiner seelischen Stabilität verantwortlich.

Wenn meine Freunde/ Freundinnen im Regen stehen, weil wirklich etwas Konkretes und Aktuelles sie belastet, dann kann ich auch konkret helfen; aber man kann keiner Person helfen, die oder der sich in ein Gefühl des Alleingelassenseins festbeißt und keine Verantwortung für das eigene Wohlergehen übernehmen will/ kann, sondern an andere auch noch das schlechte Gefühl weiterreicht… und wenn das so ist: zum „seelischen Mülleimer“ würde ich mich auch nicht machen lassen.

Es stellt sich also die Frage, wer eigentlich die Verantwortung für das, was Freundschaft sein sollte/ könnte, nicht übernehmen will?

Gruß - iceage

Man kann nur in akuten Situationen helfen, aber wenn es „chronisch“ wird, ist Distanzierung für das eigene Befinden einfach unerlässlich.
Wenn man das nicht kann, muss man sich nicht wundern, wenn einem die Freundinnen/ Freunde irgendwann auf die Füße treten… niemand kann und sollte ein stets verfügbarer, unerschöpflicher Brunnen sein, von dem man trinkt, solange man will.

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Hallo Kitty, vielleicht hat Deine Freundin Deine Ablehnung nur als zu krass empfunden weil es ihr schon so schlecht geht. Ich kenne euch beide nicht, aber wenn es eine längere Freundschaft ist, dann sollte es möglich sein, mit ihr zu sprechen und ihr klar zu machen, dass auch Du nicht immer in der verfassung bist Leid und Elend anzuhören. Ich drücke Dir die Daumen für eure Freundschaft, gübschen

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Hallo Kitty, vielleicht hat Deine Freundin Deine Ablehnung nur
als zu krass empfunden weil es ihr schon so schlecht geht. Ich
kenne euch beide nicht, aber wenn es eine längere Freundschaft
ist, dann sollte es möglich sein, mit ihr zu sprechen und ihr
klar zu machen, dass auch Du nicht immer in der verfassung
bist Leid und Elend anzuhören. Ich drücke Dir die Daumen für
eure Freundschaft, gübschen

Sie hat leider generell das Gefühl immer mehr den Menschen zu geben als sie zurückbekommt!
Aus ihrem Munde klingt es immer wieder so, als ob sich alle nur melden, wenn es ihnen schlecht geht-- was so überhaupt nicht stimmt- alleine ich telefoniere öfter mit ihr und man redet oft genug wirklich nur so rum!

Vermutlich hilft da Reden nicht viel- denn aus schon gesagten Sätzen dazu, kommt nur noch mehr ihre verletzte Haltung zum tragen,daß keiner es gut mit ihr meint…leider…

Kitty

Sie hat leider generell das Gefühl immer mehr den Menschen zu
geben als sie zurückbekommt!
Aus ihrem Munde klingt es immer wieder so, als ob sich alle
nur melden, wenn es ihnen schlecht geht-- was so überhaupt
nicht stimmt- alleine ich telefoniere öfter mit ihr und man
redet oft genug wirklich nur so rum!

Vermutlich hilft da Reden nicht viel- denn aus schon gesagten
Sätzen dazu, kommt nur noch mehr ihre verletzte Haltung zum
tragen,daß keiner es gut mit ihr meint…leider…

Kitty

Hallo Kitty, ja leider ist man manchmal auch mit seinem Latein am Ende.liebe Grüße, gübschen

Hi…

Ich gebe dir hier weder Ratschlag noch sonst irgendwelche Stützen…
Nur möchte ich mir ein sehr sehr auffälliges Muster, das ich aus meinen Zeiten in denen es mir nicht gut ging vor Augen führen…
Es geht einem nicht so gut- bzw man ist deshalb irgendwie ständig mit sich selbst beschäftigt; auch in Zeiten in denen es einem besser geht.
Man fühlt sich aber in so einem Umkreis mit ebenfalls Betroffenen wohl- sprich man fühlt sich gut aufgehoben!
Nur das Problem ist, dass der „ebenfalls problematische“ Freund/Freundin sich in gewissen Situationen- so wie es du z.B. beschreibst- genauso verhält!! Das heisst es ist ein nicht endender Teufelkreis…Man fühlt sich zwar gut aufgehoben und gut verstanden in so einem Umfeld aber es zieht einen auch ganz schön runter!!
Du, irgendwann war mir das so dermassen „too much“ dass ich irgendwann mal alle Verbindungen solcher Art abgebrochen habe! Ich habe es in Kauf genommen lange Zeit einsam zu sein, denn ich kannte NUR depressive Menschen, die problembehaftet waren- genauso wie ich damals auch… Ich habe dann Workshops etc gemacht, versucht neu anzufangen.

Ich möchte jetzt auch keinen direkten Vergleich ziehen und dich in eine Schublade stecken! Ich habe nur dies erkannt und wollte nur ein Beispiel geben…In der Hoffnung dass es dich weiterbringt.

alles Gute!

Firdevsii

Hi Kitty,

dazu zwei Gedanken, die wir in der Reha in vergleichbarem Zusammenhang erarbeitet haben:

„Verpflichtungen anderen gegenüber dürfen nicht die Untreue mir selbst gegenüber beinhalten“

und

„Man kann anderen durch Selbstverleugnung nicht helfen“

Zieh´ klare Grenzen, sonst wirst Du zu leicht Teil des Problems, statt helfen zu können.