hallo veronica,
während ich die sehr schönen schilderungen in den beiträgen vor mir gelesen habe, ist mir dazu etwas eingefallen - da du ja kein beispiel nennst, könnte ja auch diese richtung dein thema sein. nur leider ist
es mal wieder sehr lang…
in den fällen, bei denen man sich z.b verändert und das umfeld das gleiche ist - also bei den eltern z.b - stösst man immer auf gegenwehr wenn man sich selbst „be-wahren“ will oder eben dieses lernt.
nicht alles was also als negativer egoismus von einem selbst oder anderen ausgelegt wird, ist tatsächlich welcher. sondern oft ist es so, man kennt die person nicht auf diese weise und/oder die art wie man sich abgrenzt ist so heftig und ohne erkennen der hintergründe, so dass es befremdlich wirkt und damit schwer zu akzeptieren.
wenn man z.b nie gut gelernt hast, seine grenzen zu beachten, kann es im laufe eines lebens geschehen, das an diesen stellen die grenzen automatisch immer weiter sinken - man also aus der not heraus scheinbar egoistisch handelt - es sich aber in wahrheit darum handelt - das man bis dato nicht egoistisch auf gesunder ebene sein kann und eher hmm…traumatisiert oder so reagiert. eben heftig - sehr emotional.
zum einen reagiert die umwelt auf die starken gefühle, zum anderen sicherlich auf die ungewohnte starke abgrenzung. wenn dem aber im laufe der zeit keine eigene auseinandersetzung folgt - fühlt man sich immer mies - denn man hat eben nicht gelernt, das es natürlich ist, sich selbst als erstes zu beachten, bevor es um die belange anderer geht.
ebenfalls hat man in dem falle nicht gelernt, es auf eine „richtige“ art zu tun, also bewusst.
auf dem wege dies zu lernen, werden z.b. eltern versuchen, die veränderungen zu untergraben. das ist normal - man versucht es selbst ebenfalls unbewusst - grund: das alte ist nahe und bekannt, das neue fremd. für das umfeld ist das ebenso schwierig wie für einen selbst.
das umfeld muss die person neu betrachten und das ist ein langer weg.
in der zeit und auch wenn man praktisch noch nicht auf dem weg ist, den ich hier beschreibe - kann man meiner ansicht nach schlecht sich selbst bewahren ohne andere vor den kopf zu stossen. es liegt eher am WIE als am DAS denke ich. (mal von den schuldgefühlen abgesehen, die sind ja ebenfalls eingeübt).
es geht also für dritte nicht nur darum, dass man einen eue funktion bekommt durch diese veränderungen, esgeht auch um die art wie man sich abgrenzt.
ich kann mich bewahren und dennoch meinem gegenüber vermitteln: ich habe dich gehört, ich verstehe was du willst - aber ich entscheide mich anders - weil…
ich denke, in diesem vorgang liegt das ernstnehmen des eigenen anliegens für sich zu grunde - was ja wieder voraussetzt, dass man sich damit auseinandergesetzt hat und nicht „nur“ automatisch abwehrend reagiert.
ich denke, dann kann auch das umfeld leichter die entscheidung annehmen, auch wenn sie nicht die ist, die das umfeld gerne gewollt hätte.
ich halte also die art der kommunikation unddamit der vorherigen grundlegenden selbstauseinandersetzung für elementar wichtig.
nur so kann man erreichen, das andere verstehen wieso man entscheidet, wie man entscheidet. und man selbst - was das wichtigste ist - hilft gegen schlechtes gewissen:wink: und hilft auch gegen „umkippen“ also bei der haltung zu bleiben. bei dem persönlichen umfeld halte ich auch die beschreibung von gefühlen und ggfs. schwachpunkten für wichtig. es macht einen nicht schwach sondern untermauert die entscheidungen.
letztlich geht es wohl um eine art mündige entscheidungen fällen, die auch das tragen aller konsequenzen mit sich bringt. auf allen seiten.
bei gewissen dingen gehört dazu dann auch weitblick und eben umfassendes. vor allem aber die gewissheit, dass die entscheidung für mich selbst, nicht automatisch bedeutet - gegen andere. wenn man das verinnerlicht und auch verdeutlicht, wird es für andere einfacher so ich finde. selbst wenn man entscheidungen fällt, die gegen alle lebensmuster der eltern sind z.b - dabei aber vermitteln kann - das dies der richtige weg für einen selbst ist - wird es einfacher für eltern als wenn man nur mitteilt aber nicht inhaltliche transparenz hineinbringt. man darf nie die prägungen der personen vergessen. sie sollen die eigenen entscheidungen nicht verändern, nur die art der mitteilung oder auseinandersetzung. es wird leichter für alle so.
negativ kommen aus meiner sicht also immer entscheidungen rüber, die keinerlei raum für das anliegen, die bedürfnisse nach verstehen und hintergründe des anliegens des anderen zulassen. gilt nat. für beide seiten.
diese haltung wirkt egoistisch wie man das wort gerne als negative beschreibung benutzt.
ich hoffe, ich konnte mich so einigermassen vermitteln, denn die richtigen/treffenden worte/umschreibungen zu finden ist hier nicht so einfach so ich finde.
beste grüsse
nina