Egoismus: wann wird er schlecht?

Hallo

Schon seit längerer Zeit beschäftigt mich das Wort Egoismus. Anfangs war es generell ein Wort welches in mir ein Unbehagen ausgelöst hat. Es war einfach schlecht egoistisch zu sein. Inzwischen glaube ich, dass zu einer gesunden Persönlichkeit, ein gutes/gesundes Quantum Egoismus dazugehört.Es braucht doch die Eigenliebe als Ausdruck von Selbstwertschätzung.Dennoch gibt es da für mich eine Grenze ohne sagen zu können wo sie ist. Weisst vielleicht Du es??

Ich persönlich habe viele Ängste. Die meisten sind noch recht unbewusst. Ich reagiere so, dass ich gar nicht erst schwierigen Situationen ausgesetzt bin. Wenn ich Ängste wahrnehme und überschreite, dann kommt das Gefühl egoistisch zu sein.

Es wäre schön, wenn mir jemand von sich erzählen könnte. Ob jemand ähnliches erlebt. Doch bitte keine Therapie Tipps. Da habe ich gelernt für mich -im Rahmen meiner Möglichkeiten- zu sorgen.

Gruss Veronika


Hallo Veronika

da kann ich mitfühlen, diese Thema begegnet mir immer wieder.
Ich denke wichtig ist zu lernen damit umzugehen und das tut man meist im Umgang mit anderen.
Ich persönlich lebe seit einem Jahr sehr egoistisch, ich sage was ich fühle, ich sage was ich will und es ist erstaunlich wie man von aussen darauf reagiert.

Wenn wir jahrelang keinen Egoismus hatten müssen wir ihn erst erlernen, also wäre meine Botschaft teste dich aus. Ich persönlich setze mir immer wieder Grenzen und habe dann ein schlechtes Gewissen so zu sein, doch wenn ich mein Umfeld beobachte wissen die ganz klar wer ich bin und was ich will, sie sind damit zufrieden:smile:

Viel Erfolg

Silvia

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Hallo Veronika,

Silva hat Dir ja schon geantwortet. Da ist nicht mehr viel hinzu zufügen. Die Grenze dürfte der Punkt sein an dem Dein Egoismus einen anderen stark beeinträchtigt.
Da gibt es so einen tollen Vergleich mit einem Kettenhemd. Jedes Glied,daß man (frau) daran hängt macht es schwerer. Du mußt selbst entscheiden wer ein Kettenglied sein darf. Wieviel Kraft Du investieren willst in dieses Glied. Ob Du neue Glieder dazu nimmst (Stichwort-Helfersyndrom). Tatsache ist ein schweres Glied kann genug sein. Viele leichte Glieder können ebenfalls zuviel werden.
Gestalte Dein Kettenhemd so, daß Du Dich wohlfühlst/gebraucht wirst. Du selbst machst Glieder daran oder entfernst sie. Du mußt nicht auf das schöne Gefühl verzichten gebraucht zu werden. Du mußt Dir nur im klaren sein es gibt eine bestimmte Menge die man geben kann. Gibst Du zuviel dann lernst Du die Bedeutung des Wortes „Selbstaufgabe“ kennen.

Wünsche Dir ein gesundes „Kettenhemdchen“

Gruß Norbert

Die Grenze dürfte der Punkt sein an dem Dein

Egoismus einen anderen stark beeinträchtigt.

Hallo Norbert

Gerade dieses Gefühl den Anderen stark zu beeinträchtigen ist es, was mir das Leben im Moment so schwer macht. Ich verletze unendlich -fühle mich dadurch miserabel/egoistisch- und dennochgehe ich Schritt für Schritt (eher automatisch, die Erde die mich trägt, ist ohne mein zutun da).

Da gibt es so einen tollen Vergleich mit einem Kettenhemd.
Jedes Glied,daß man (frau) daran hängt macht es schwerer. Du
mußt selbst entscheiden wer ein Kettenglied sein darf. Wieviel
Kraft Du investieren willst in dieses Glied. Ob Du neue
Glieder dazu nimmst (Stichwort-Helfersyndrom). Tatsache ist
ein schweres Glied kann genug sein. Viele leichte Glieder
können ebenfalls zuviel werden.
Gestalte Dein Kettenhemd so, daß Du Dich wohlfühlst/gebraucht
wirst. Du selbst machst Glieder daran oder entfernst sie. Du
mußt nicht auf das schöne Gefühl verzichten gebraucht zu
werden. Du mußt Dir nur im klaren sein es gibt eine bestimmte
Menge die man geben kann. Gibst Du zuviel dann lernst Du die
Bedeutung des Wortes „Selbstaufgabe“ kennen.

Diese Kettenhemdidee muss ich ein wenig wirken lassen. Auf jeden Fall haben mir deine Zeilen gut getan.

Gruss Veronika

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da kann ich mitfühlen, diese Thema begegnet mir immer wieder.
Ich denke wichtig ist zu lernen damit umzugehen und das tut
man meist im Umgang mit anderen.
Ich persönlich lebe seit einem Jahr sehr egoistisch, ich sage
was ich fühle, ich sage was ich will und es ist erstaunlich
wie man von aussen darauf reagiert.

Wenn wir jahrelang keinen Egoismus hatten müssen wir ihn erst
erlernen, also wäre meine Botschaft teste dich aus. Ich
persönlich setze mir immer wieder Grenzen und habe dann ein
schlechtes Gewissen so zu sein, doch wenn ich mein Umfeld
beobachte wissen die ganz klar wer ich bin und was ich will,
sie sind damit zufrieden:smile:

Viel Erfolg

Silvia

Hallo Silvia

Kompliment wie Du es geschafft hast. Nur der letzte Satz, lässt mich stolpern. Das die Anderen damit zufrieden sind, so generell. Passierte es Dir nie, dass da Schuldgefühle bei Dir sind, durch das was Du leben möchtest? Dass für dein Gegenüber deine Wünsche eben nicht nachvollziehbar sind.

Sei gegrüsst Veronika

Hallo Silvia

Kompliment wie Du es geschafft hast. Nur der letzte Satz,
lässt mich stolpern. Das die Anderen damit zufrieden sind, so
generell. Passierte es Dir nie, dass da Schuldgefühle bei Dir
sind, durch das was Du leben möchtest? Dass für dein
Gegenüber deine Wünsche eben nicht nachvollziehbar sind.

Sei gegrüsst Veronika


Hallo Veronika,

doch das passiert mir, vorallem dann wenn zuviele Dinge auf mich einstürzen. Ich erinnere mich dann in erster Linie an meinen alten Weg, an andere zu denken oder selbst Minderwertig zu sein:smile:
Mit der Zeit schwindet aber der alte Weg und diese Phasen nehmen ab. Wenn ich dann betrachte, das niemand sich bei mir darüber beschwert „egoistisch“ zu sein, weiß ich das ich selbst daran Zweifel:smile:
Vielleicht ist folgende Beobachtung noch interessant. Ein Teil meiner Umgebung ist ausgewechselt, ich lebe seit etwas mehr als einem Jahr mit einem anderen Partner, der hat das nicht anders kennen gelernt. Dann habe ich feste Beziehungen wie meine Tochter oder meine Familie, da gab es natürlich auch ein Gegendruck, denn Veränderungen regen die Menschen ja auf. Um so mehr ich meine neue Art vertreten habe, haben sie es auch respektiert, wenn ich selbst in Zweifel kam haben sie das natürlich genutzt um die „alte“ wieder zu bekommen:smile:. Ich finde es immer wieder interessant zu beobachten wie man selbst sein Leben Formt:smile:

Lieben Gruß
Silvia

Die Grenze dürfte der Punkt sein an dem Dein

Egoismus einen anderen stark beeinträchtigt.

Hallo Norbert

Gerade dieses Gefühl den Anderen stark zu beeinträchtigen ist
es, was mir das Leben im Moment so schwer macht. Ich verletze
unendlich -fühle mich dadurch miserabel/egoistisch- und
dennochgehe ich Schritt für Schritt (eher automatisch, die
Erde die mich trägt, ist ohne mein zutun da).

Gruss Veronika


Hallo ihr zwei:smile:

Den Gedanken möchte ich doch gern nochmal aufgreifen.
Ich glaube es ist in diesem Moment nicht Schwerpunkt ob der andere sich beeinträchtigt fühlt. Das liest sich jetzt sicherlich hart, so ist es nicht gemeint. Wir leben ja im Austausch mit den anderen. Der andere kann gern an uns herantragen das er uns egoistisch findet, das ist sein gutes Recht. Wir sollten dabei aber nicht vergessen, er hat die selben Möglichkeiten.
Du sprichts hier von dem Gefühl zu verletzen, die Frage ist hat das auch schon jemand gesagt, oder ist es Dein Gefühl?
Wir sollten nicht unbedingt auf Gefühle hören sondern dringenst den Austausch suchen um zu wissen was der andere dazu meint.
Wichtig wäre in solch tiefen, wichtigen Momenten gemeinsam zu differenzieren was genau die Verletzung ausmacht.
Ich weiß von vielen Missverständnissen und Reaktionen aus Gefühlen. Der gemeinsame Austausch darüber bringt oft etwas ganz anderes ans Licht.
Auch zu Verletzungen wäre noch viel zu sagen, wenn wir uns damit genau beschäftigen stellen wir fest, das wir ohne andere zu verletzen nie sein können, aber wir können sehr wohl dem Gegenüber das ganze verständlicher machen.

So nun höre ich lieber erstmal auf, ich versinke schon wieder darin:smile:

Lieben Gruß
Silvia

Ich meine es ist sehr einfach.

Immer wenn man die Tendenz zur Untugend bei sich feststellt, kann man davon ausgehen, sich vom rechten Weg zu entfernen.

Was ist der Rechte Weg?
Was sind die Untugenden?

Das Erste ist der Weg, der durch Harmonie und Ausgeglichenheit geprägt ist. Alles Extreme und Exentrische ist zu vermeiden.

Geiz, Hass, Eifersucht, Arroganz, Stolz, Überheblichkeit, Tücke, Eitelkeit, Ehrgeiz, Ruhmsucht, usw. sind alles Untugenden und zeichnen den Egoismus aus.

Damit kann man eine Weile durchs Leben gehen.

gruß
rolf

Hallo Veronika,

Die Grenze dürfte der Punkt sein an dem Dein

Egoismus einen anderen stark beeinträchtigt.

Die Grenze ziehst Du oder Du bekommst sie gezogen !!!
Du mußt lernen nein zu sagen, ist wie bei Alkoholismus. Da ist es nicht die Flasche sondern alles andere auch NEIN.
Ich habe 2000 nach Herzprobs meinen Traumjob gekündigt und bin wieder in einem Beruf der mich glücklich macht. (Großes Geschrei wegen dem Einkommen). 2001 Hatte ich das Geschrei auch satt und bin ausgezogen. Dann Scheidung.

Wenn Dir etwas/jemand weh tut, dann ändere das bevor Du krank wirst. Du kannst da vorher Bescheid sagen, ändern wird das nichts. Viele-Jahre-Ja-Sager werden nicht mehr ernst genommen.

Möchte Dir nicht zu nahe treten, Mädel, aber es ist Deine Gesundheit, Dein Leben, …

Mach das Beste für Dich draus.

Gruß Norbert

hallo veronica,

während ich die sehr schönen schilderungen in den beiträgen vor mir gelesen habe, ist mir dazu etwas eingefallen - da du ja kein beispiel nennst, könnte ja auch diese richtung dein thema sein. nur leider ist
es mal wieder sehr lang…

in den fällen, bei denen man sich z.b verändert und das umfeld das gleiche ist - also bei den eltern z.b - stösst man immer auf gegenwehr wenn man sich selbst „be-wahren“ will oder eben dieses lernt.
nicht alles was also als negativer egoismus von einem selbst oder anderen ausgelegt wird, ist tatsächlich welcher. sondern oft ist es so, man kennt die person nicht auf diese weise und/oder die art wie man sich abgrenzt ist so heftig und ohne erkennen der hintergründe, so dass es befremdlich wirkt und damit schwer zu akzeptieren.

wenn man z.b nie gut gelernt hast, seine grenzen zu beachten, kann es im laufe eines lebens geschehen, das an diesen stellen die grenzen automatisch immer weiter sinken - man also aus der not heraus scheinbar egoistisch handelt - es sich aber in wahrheit darum handelt - das man bis dato nicht egoistisch auf gesunder ebene sein kann und eher hmm…traumatisiert oder so reagiert. eben heftig - sehr emotional.

zum einen reagiert die umwelt auf die starken gefühle, zum anderen sicherlich auf die ungewohnte starke abgrenzung. wenn dem aber im laufe der zeit keine eigene auseinandersetzung folgt - fühlt man sich immer mies - denn man hat eben nicht gelernt, das es natürlich ist, sich selbst als erstes zu beachten, bevor es um die belange anderer geht.
ebenfalls hat man in dem falle nicht gelernt, es auf eine „richtige“ art zu tun, also bewusst.

auf dem wege dies zu lernen, werden z.b. eltern versuchen, die veränderungen zu untergraben. das ist normal - man versucht es selbst ebenfalls unbewusst - grund: das alte ist nahe und bekannt, das neue fremd. für das umfeld ist das ebenso schwierig wie für einen selbst.
das umfeld muss die person neu betrachten und das ist ein langer weg.
in der zeit und auch wenn man praktisch noch nicht auf dem weg ist, den ich hier beschreibe - kann man meiner ansicht nach schlecht sich selbst bewahren ohne andere vor den kopf zu stossen. es liegt eher am WIE als am DAS denke ich. (mal von den schuldgefühlen abgesehen, die sind ja ebenfalls eingeübt).
es geht also für dritte nicht nur darum, dass man einen eue funktion bekommt durch diese veränderungen, esgeht auch um die art wie man sich abgrenzt.

ich kann mich bewahren und dennoch meinem gegenüber vermitteln: ich habe dich gehört, ich verstehe was du willst - aber ich entscheide mich anders - weil…

ich denke, in diesem vorgang liegt das ernstnehmen des eigenen anliegens für sich zu grunde - was ja wieder voraussetzt, dass man sich damit auseinandergesetzt hat und nicht „nur“ automatisch abwehrend reagiert.
ich denke, dann kann auch das umfeld leichter die entscheidung annehmen, auch wenn sie nicht die ist, die das umfeld gerne gewollt hätte.

ich halte also die art der kommunikation unddamit der vorherigen grundlegenden selbstauseinandersetzung für elementar wichtig.
nur so kann man erreichen, das andere verstehen wieso man entscheidet, wie man entscheidet. und man selbst - was das wichtigste ist - hilft gegen schlechtes gewissen:wink: und hilft auch gegen „umkippen“ also bei der haltung zu bleiben. bei dem persönlichen umfeld halte ich auch die beschreibung von gefühlen und ggfs. schwachpunkten für wichtig. es macht einen nicht schwach sondern untermauert die entscheidungen.

letztlich geht es wohl um eine art mündige entscheidungen fällen, die auch das tragen aller konsequenzen mit sich bringt. auf allen seiten.
bei gewissen dingen gehört dazu dann auch weitblick und eben umfassendes. vor allem aber die gewissheit, dass die entscheidung für mich selbst, nicht automatisch bedeutet - gegen andere. wenn man das verinnerlicht und auch verdeutlicht, wird es für andere einfacher so ich finde. selbst wenn man entscheidungen fällt, die gegen alle lebensmuster der eltern sind z.b - dabei aber vermitteln kann - das dies der richtige weg für einen selbst ist - wird es einfacher für eltern als wenn man nur mitteilt aber nicht inhaltliche transparenz hineinbringt. man darf nie die prägungen der personen vergessen. sie sollen die eigenen entscheidungen nicht verändern, nur die art der mitteilung oder auseinandersetzung. es wird leichter für alle so.

negativ kommen aus meiner sicht also immer entscheidungen rüber, die keinerlei raum für das anliegen, die bedürfnisse nach verstehen und hintergründe des anliegens des anderen zulassen. gilt nat. für beide seiten.

diese haltung wirkt egoistisch wie man das wort gerne als negative beschreibung benutzt.

ich hoffe, ich konnte mich so einigermassen vermitteln, denn die richtigen/treffenden worte/umschreibungen zu finden ist hier nicht so einfach so ich finde.

beste grüsse

nina

HALLO Rolf

Deine Zeilen sind so einfach und es ist so viel dran bzw.drin. Die nächsten Schrittchen werde ich wohl nach diesem Modell gehen.

Danke und Gruss Veronika

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Wir leben ja im

Austausch mit den anderen. Der andere kann gern an uns
herantragen das er uns egoistisch findet, das ist sein gutes
Recht. Wir sollten dabei aber nicht vergessen, er hat die
selben Möglichkeiten.

Hallo

Wie selbstverständlich es für mich klingt. Wir leben doch im Austausch mit den anderen. Bei mir ist es eben nicht so. Es ist kein Austausch möglich. Mein Gegenüber hat noch mehr Angst vor Auseinandersetzung wie ich. Er wird immer braver, seine leidende vorwurfsvolle Mine ist eine wortlose nicht aufhörende Anklage. Mein Gegenüber ist nicht böse, gewalttätig oder gemein, nur unerträglich brav.

Gruss Veronika


Hallo Veronika,

du schreibst es findet kein Austausch statt, das lese ich etwas anders. Austausch funktioniert nicht nur über das gesprochene Wort, denn du liest ja in deinem Gegenüber Vorwürfe.

Was hindert Euch von diesem Austausch in den anderen zu wechseln?

Was bedeutet ihr habt angst vor Auseinandersetzungen? Ist das bei Euch negativ belastet?

Ich habe des öfteren erlebt das Menschen in dieser Situation die schriftliche form hilfreich ist. Warum versucht ihr das nichteinaml darüber?

Lieben Gruß

Silvia

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Deine Zeilen sind so einfach und es ist so viel dran bzw.drin.
Die nächsten Schrittchen werde ich wohl nach diesem Modell
gehen.

Danke und Gruss Veronika


Hallo Veronika,

nachdem ich mir nun ein paar Tage über diesen Text Gedanken gemacht habe muss ich dich nun doch Fragen:
Welches Modell meinst Du?

Ich komme irgendwie nicht dahinter und würde es gern verstehen

Lieben Gruß
Silvia