Ehec-Erreger

Mir fällt auf, dass die Suche nach dem Ehec-Erreger sich ausschließlich auf Lebensmittel konzentriert. Mit so ausgezeichneter Erfolglosigkeit, dass ich mich wundere, warum nicht schon seit Tagen auch andere Infektionswege geprüft werden. Mir scheinen z. B. Kosmetika bzw. Körperpflegemittel eine potentielle Quelle. Zwar werden Kosmetika eher selten oral verwendet, insbesondere bei Gesichtsmasken u. ä. dürfte die Aufnahme kleiner Mengen aber kaum zu vermeiden sein. Und da Schlachthofabfälle wesentlicher Bestandteil gerade vieler Gesichtscremes sind, scheint mir die Möglichkeit einer Kontamination naheliegend. Nebenbei würde ein solcher Infektionsweg erklären, warum wesentlich erwachsene Frauen von der derzeit grassierenden Epidemie befallen sind.

Oder sehe ich hier etwas grundsätzlich falsch?

Gruß

Hallo herrmann,

meinste? Würde mich beunruhigen, wenn die Kosmetikindustrie rohe unsterilisierte Schlachtabfälle in die Cremes pappt. Und der Erreger wird ja mit einer Erhitzung über 70° unschädlich gemacht, dachte ich.

Allerdings keine uninteressante Richtung, die du da aufzeigst. Ich habe eine Kollegin, die sämtlichen Zutaten für ihre Kosmetika ausschliesslich selber zusammenrührt und so, da sie nicht die leiseste Chemie verwendet und auch alle Ingredenzien (zwingend vollkommen naturbelassen und unbehandelt) samt und sonders im Bioladen kauft. Natürlich halten sich dann diese Mittel nur max. zwei Tage im Kühlschrank und müssen dann aufgebraucht werden.

Was da so an verschiedenen Lebensmitteln in ihrem EInkauskorb liegt, glaubt man gar nicht. Eier, Sahne, Quark, ökologisch angebaute Kräuter ungeschwefelt (eventuell also auch mit Fäkalien gedüngt beim Anbau), kaltgepresste Öle, Wachse, Obst, Gemüse, tonnenweise son Zeuch halt, da hätten wir’s ja schon. Alles kalt und roh zsammengerührt.

Gruß

Annie

ob die wirklich nur lebensmittel testen, das habe ich mich auch schon gefragt.
zumal dort ja nach inzwischen längerer suche nichts gefunden wurde.
das mit der kosmetik glaube ich persönlich weniger, weil die unter recht strengen und sterilen bedingungen hergestellt wird und sich das auch weniger regional auswirken würde, sondern großräumiger.
aber ob wohl auch schon einmal an die blumen, vor allem die schnittblumen gedacht wurde?
also, ich pack immer erst die blumen aus nach dem einkaufen, schneide sie an und dann koste ich mit derselben hand nicht selten irgendwas von dem, was ich gerade eingekauft habe.
hamburg hat im süden viel zierpflanzenanbau und soweit ich weiss kommen diese blumen auch regional auf die märkte, zumindest mal zunächst auf den großmarkt.
das wär so meine theorie.würde auch die hohe frauenquote erklären.

grüsse, zahira

Hallo,

blumen, vor allem die schnittblumen

Dann sollte man aber eine deutliche Häufung der Erkrankungen bei Gärtnern und Floristen haben. Außerdem wird im Zierpfanzenbau imo nirgends Gülle (Ehec kommt halt nun mal vom Tier) verwendet, wenn doch sind das Kleinbetriebe, die man auch schnell einkreisen können sollte.

Meine persönliche Theorie in die Richtung sind frische Gewürzkräuter. Die müssen dann aber wohl schon ordentlich belastet sein, weil man davon ja nicht so viel zu sich nimmt. Es wird sich aber auch selten jemand bei einer Befragung daran erinnern, welches Gewürz im Salat war, den er irgendwo gegessen hat.

Cu Rene

Hallo,

blumen, vor allem die schnittblumen

Dann sollte man aber eine deutliche Häufung der Erkrankungen
bei Gärtnern und Floristen haben. Außerdem wird im
Zierpfanzenbau imo nirgends Gülle (Ehec kommt halt nun mal vom
Tier) verwendet, wenn doch sind das Kleinbetriebe, die man
auch schnell einkreisen können sollte.

ja, wenn man danach suchen würde.
es gibt jede menge kleinbetriebe in hamburg.
und doch, gülle wird verwendet.es gibt weniges, was wir uns vorstellen können, was gärtner nicht tun.ich darf das sagen, weil ich selber lange genug eine war.
ich würde einfach sehr gerne wissen, ob man etwas fände, suchte man in all den kleinen freilandbetrieben in hamburgs süden mal auf dem acker.vielleicht ja nichts.

an die kräutertheorie kann ich kaum glauben, weil die kräuter, die mitte mai im verkauf waren überwiegend aus dem gewächshaus kamen, ansonsten aus staudengärtnereien, die aber güllen nun wirklich eher nicht auf ihre töpfe drauf.

grüsse,
zahira

Mal ein interessanter Beitrag:

http://www.youtube.com/watch?v=XbpnrASeNtM&feature=p…

Vielleicht sollte man die Betroffenen mal fragen, WO sie in der Regel einkaufen und dann die Lieferketten zurückverfolgen. Vielleicht kommt man da schneller zu einem Ergebnis, als wahllos bestimmte Lebensmittel zu analysieren…

Erstens handelt es sich eben um einen Erreger, der nur im Darm seine Wirkung so richtig entfaltet. Zweitens spielt die aufgenommene Menge an Erregern bei jedem Krankheitserreger eine wichtige Rolle. Mit kleinen Mengen an Erregern wird der Körper (logischerweise) viel eher fertig als mit großen Mengen. Daher kann in diesem Fall der Übertragungsweg praktisch nur durch orale Aufnahme sein. (ich gebe zu, ich weiß nicht genau, wie das ist, wenn sich einer die Gurke ins andere Ende des Magen-Darm-Trakts scheibt). Die minimalen Mengen, die man bei einer Gesichtsmaske verschluckt sind lächerlich.
Dazu kommt, wie eh schon jemand schrieb, dass Coli-Bakterien sehr hitzeempfindlich sind, und die Kosmetika hoffentlich pasteurisiert und sterilisiert werden.
Also echt, man kann mit der EHEC-Panik auch übertreiben. Während gleichzeitig immer mehr Leute die Kondome vergessen - und da geht es nicht nur (mir eigentlich am wenigsten) um AIDS, sondern auch um viele andere sexuell übertragbare Krankheiten.

Livia

Hallo,

an die kräutertheorie kann ich kaum glauben, weil die kräuter,
die mitte mai im verkauf waren überwiegend aus dem gewächshaus
kamen, ansonsten aus staudengärtnereien, die aber güllen nun
wirklich eher nicht auf ihre töpfe drauf.

Wenn das mit den Sprossen richtig ist, lag ich zwar etwas daneben, aber besser, als Salat, Gurken und Tomaten war mein Tipp wohl doch.

Cu Rene