Ehre geht vor Geld und Gut

Hallo,

ich bin heute auf ein deutsches Sprichwort gestoßen: „Ehre geht vor Geld und Gut“.

Nun habe ich einige Fragen:

Gibt es - abgesehen von der Wortdefinion - überhaupt so etwas wie einen „allgemeinen Ehrbegriff“ ?

Wenn ich das Wort „Ehre“ höre, dann denke ich an sich duellierende Edelmänner in längst vergangener Zeit, auch an nationalistische Glorifizierungen in Kriegsfilmen und als Katholik auch an „Ehre sei Gott in der Höhe“.

Aber in meiner alltäglichen Lebenswirklichkeit kommt „die Ehre“ nicht vor.

Ist „die Ehre“ nur eine Idee?
Oder hat es sie wirklich einmal gegeben?
Gibt es sie vielleicht heute auch noch - und ich nehme sie nur nicht wahr?

Also ich verstehe die Menschen nicht, die unter Bemühung des Wortes „Ehre“ verrückte oder gar gewalttätige Handlungen vollziehen. Das hat doch mit Ehre nichts zu tun, oder?

Was ist „Ehre“ ???

Gruß
Raiko

Wenn ich das Wort „Ehre“ höre, dann denke ich an sich
duellierende Edelmänner in längst vergangener Zeit, auch an
nationalistische Glorifizierungen in Kriegsfilmen und als
Katholik auch an „Ehre sei Gott in der Höhe“.

Ich denke eher, daß damit gemeint ist, daß du eher nach deinen Überzeugungen handeln solltest, als danach wieviel du vielleicht bekommst, wenn du deine Überzeugungen über den Haufen wirfst.

Aber in meiner alltäglichen Lebenswirklichkeit kommt „die
Ehre“ nicht vor.

Tatsächlich? Das heißt, du würdest für „Geld und Gut“ alles tun, auch wenn du innerlich weißt, das es falsch ist?

Ist „die Ehre“ nur eine Idee?
Oder hat es sie wirklich einmal gegeben?
Gibt es sie vielleicht heute auch noch - und ich nehme sie nur
nicht wahr?

Letzteres, würde ich sagen. Ich denke, daß es schon angeklungen ist, aber für mich bedeutet Ehre eigentlich nur, daß ich so weit wie möglich meinen inneren Überzeugungen folge. Das heißt zum Beispiel, daß ich für kein Geld der Welt einen Mord begehen würde. Es muß auch nicht so etwas extremes sein. Ich bin zum Beispiel Vegetarier aus Überzeugung. Die Frage ist nun: Würde ich wieder zum „Fleischesser“ :wink: werden, wenn mir jemand genug Geld dafür geben würde?

Also ich verstehe die Menschen nicht, die unter Bemühung des
Wortes „Ehre“ verrückte oder gar gewalttätige Handlungen
vollziehen. Das hat doch mit Ehre nichts zu tun, oder?

Tja, was verstehst du denn unter „verrückt“? Würdest du zum Beispiel einen Japaner für verrückt erklären, der Harakiri begeht, weil seine Ehre beschmutzt ist? Er handelt lediglich nach seinen innersten Überzeugungen, denke ich.
Meiner Meinung nach ist das so lange zu akzeptieren, wie dadurch keine anderen Menschen beeinträchtigt werden.
Mag sein, daß es zum Beispiel mutig ist, im Krieg für ein Land einzutreten, keine Ahnung. Aber es gibt wohl einige, die Soldaten möglicherweise auch die Vernunft absprechen. :smile:

So, ich schätze, ich bin jetzt genug Leuten auf die Füße getreten… :wink:

Schöne Grüße,

Stephan Hübner

Wenn ich das Wort „Ehre“ höre, dann denke ich an sich
duellierende Edelmänner in längst vergangener Zeit, auch an
nationalistische Glorifizierungen in Kriegsfilmen und als
Katholik auch an „Ehre sei Gott in der Höhe“.

Ich denke eher, daß damit gemeint ist, daß du eher nach deinen
Überzeugungen handeln solltest, als danach wieviel du
vielleicht bekommst, wenn du deine Überzeugungen über den
Haufen wirfst.

Aber in meiner alltäglichen Lebenswirklichkeit kommt „die
Ehre“ nicht vor.

Tatsächlich? Das heißt, du würdest für „Geld und Gut“ alles
tun, auch wenn du innerlich weißt, das es falsch ist?

Nein, aber das hat für mich nichts mit Ehre zu tun - eher mit Vernunft oder Gewissen.

Ist „die Ehre“ nur eine Idee?
Oder hat es sie wirklich einmal gegeben?
Gibt es sie vielleicht heute auch noch - und ich nehme sie nur
nicht wahr?

Letzteres, würde ich sagen. Ich denke, daß es schon
angeklungen ist, aber für mich bedeutet Ehre eigentlich nur,
daß ich so weit wie möglich meinen inneren Überzeugungen
folge. Das heißt zum Beispiel, daß ich für kein Geld der Welt
einen Mord begehen würde. Es muß auch nicht so etwas extremes
sein. Ich bin zum Beispiel Vegetarier aus Überzeugung. Die
Frage ist nun: Würde ich wieder zum „Fleischesser“ :wink: werden,
wenn mir jemand genug Geld dafür geben würde?

Also ich verstehe die Menschen nicht, die unter Bemühung des
Wortes „Ehre“ verrückte oder gar gewalttätige Handlungen
vollziehen. Das hat doch mit Ehre nichts zu tun, oder?

Tja, was verstehst du denn unter „verrückt“? Würdest du zum
Beispiel einen Japaner für verrückt erklären, der Harakiri
begeht, weil seine Ehre beschmutzt ist? Er handelt lediglich
nach seinen innersten Überzeugungen, denke ich.

Ich kenne sehr wohl innerste Überzeugungen, aber die sind nicht von außen beschmutzbar und auch nicht mit einem materiellen Wert aufzuwiegen.

Meiner Meinung nach ist das so lange zu akzeptieren, wie
dadurch keine anderen Menschen beeinträchtigt werden.
Mag sein, daß es zum Beispiel mutig ist, im Krieg für ein Land
einzutreten, keine Ahnung. Aber es gibt wohl einige, die
Soldaten möglicherweise auch die Vernunft absprechen. :smile:

So habe ich als Pubertierender sehr wohl gedacht - heute habe ich zu viel Respekt vor der Entscheidung der jeweiligen Individuen. Allerdings werde ich wohl nie verstehen können, was Menschen veranlaßt für ein „Abstraktum Staat“ mit Waffengewalt zu kämpfen.

So, ich schätze, ich bin jetzt genug Leuten auf die Füße
getreten… :wink:

Meine Füße haben es unbeschadet überstanden -))

Gruß
Raiko

ehre ist m.e. ein von außen definierter status, den es in allen gesellschaften gab und gibt (s. islamische länder, frauen können „entehrt“ werden usw.)
mein islamischer bekannter sagt dazu: ehre ist die schwäche des mannes (sie kann nämlich verletzt werden)
in unserer gesellschaft gibt es dieses standart-ehrebegriff nicht mehr. stattdessen geht es um die würde des menschen, die er immer hat, unabhänig von seinem sozialen stand und seinen taten (auch prostituierte haben menschenwürde, aber im alten sinne sind sie ehrlos)
man muss die würde des anderen achten (ihn nicht schlagen, erniedrigen usw.)
des weiteren kann man sich selbst würdelos verhalten (wenn man z.b. rotzbesoffen peinliche sachen macht) oder behandelt werden (wenn z.b. alte menschen im pflegeheim wie tiere behandelt werden)
also insgesammt: ehre ist mehr von äußeren faktoren abhängig, würde trägt jeder mensch in sich. da unsere gesellschaft sich immer mehr von allgemeingültigen idealen und prinzipien zu individuellen wandelt, ist ehre weniger wichtig.

Aber in meiner alltäglichen Lebenswirklichkeit kommt „die
Ehre“ nicht vor.

Tatsächlich? Das heißt, du würdest für „Geld und Gut“ alles
tun, auch wenn du innerlich weißt, das es falsch ist?

Nein, aber das hat für mich nichts mit Ehre zu tun - eher mit
Vernunft oder Gewissen.

Tja, das ist wohl dann Definitionssache… :smile:

Ich kenne sehr wohl innerste Überzeugungen, aber die sind
nicht von außen beschmutzbar und auch nicht mit einem
materiellen Wert aufzuwiegen.

Das mag für dich gelten, aber in anderen Kulturkreisen sieht das
etwas anders aus. Außerdem gibt es ja diesen Spruch, daß jeder
Mensch seinen Preis hat…

So habe ich als Pubertierender sehr wohl gedacht - heute habe
ich zu viel Respekt vor der Entscheidung der jeweiligen
Individuen. Allerdings werde ich wohl nie verstehen können,
was Menschen veranlaßt für ein „Abstraktum Staat“ mit
Waffengewalt zu kämpfen.

Ganz meine Meinung. Sowohl was die „Individuen“ als auch was das
„Abstraktum Staat“ angeht… :smile:

So, ich schätze, ich bin jetzt genug Leuten auf die Füße
getreten… :wink:

Meine Füße haben es unbeschadet überstanden -))

Na ja, ich habe schon mit ein paar ganz überzeugten
„Militaristen“ gesprochen, die leicht entrüstet waren, als ich
Ihnen klargemacht hatte, daß ich ihre „Arbeit“ nicht unbedingt
als sinnvollste aller möglichen Tätigkeiten ansehe. :smile:

Mit freundlichen Grüßen,

Stephan Hübner

Hallo,

Ehre? Ich denke daß Ehre ein persönlich und/ oder
gesellschaftlich festgelegtes Wertesystem ist. So liegt es also
bei dir selbst, festzulegen, wann deine Ehre z.B. verletzt wurde
und was die Faktoren dafür sind so etwas zu bewirken.

Du hast also die Möglichkeit dein eigenes Wertesysem zu
bestimmen, oder es dir durch dein Umfeld soziales Umfeld
auferlegen zu lassen. Beispiele hierfür hast du ja slebst
genannt.

Wenn der Begrif Ehre für dich von großer Wichtigkeit ist,
solltest du bemüht sein dein eigenes, deinen inneren
Überzeugungen und Bedürfnissen entsprechendes Sytem aufzubauen
und dem entsprechend zu handeln, denken und fühlen, bzw. zu
agieren und reagieren.

Wie in einer der Antworten gennant, wird in manchen kulturellen
Kreisen die Ehre als die „Schwäche des Mannes“ definiert.
Betrachtet man die Ehre nun als etwas das verletzt und
angegriffen werden kann, verliert sie also eindeutig an
Wertigkeit, da demnach eine Verletzung der eigenen
Persönlichkeit möglich ist.
Deswegen hat bei starken, von sich selbst überzeugten
Persönlichkeiten die Ehre keine große Bedeutung, bzw, sollte sie
nicht haben, da eine Persönlichkeit erst dann in der Lage ist zu
agieren und reagieren, wenn sie sich selbst kennt und
kontrolliert, und Geschehnisse objektiv zu beurteilen und zu
verarbeiten vermag.

Allerdings kann es Situationen geben in denen es von Vorteil ist
die „Ehre“ als strategisches Instrument zur Erreichung von
eigenen Zielen zu benutzen, bzw auszunutzen.

Athom

Hi Cordula,
interessant,was Du da schreibst.Hab darüber nachgedacht.
Ehre hat demnach also mit gesellschaftlichem Ansehen zu tun,
Ehrverlust mit Gesichtsverlust.Während Menschenwürde im Grunde
nicht antastbar ist.Wenn ich zB.als Bundeskanzler aus einem Mülleimer
am Flughafen Speisereste entnehme, würde das offiziell
kein gutes Bild machen,seiner „Ehre“ schaden.Seiner Menschenwürde
täte es aber keinen Kratzer zufügen.Ehre ist also gesellschaftlich definiert.
Oder doch nicht ganz?Gibt es Überschneidungsgebiete zwischen Ehre und
Menschenwürde??Ich denkeschon.
Muss aber erst genauer darüber nachdenken…

Lisa

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ehre = Vernunft?
Hallöchen,

Ehre hat meiner Meinung nach nicht viel mit Vernunft zu tun - mit Gewissen aber schon eher.

„Öffentliche“ Ehre, so wie man sie aus Filmen, Büchern, etc. von früher kennt, gibt es in unsren Gefilden fast nicht mehr. Aber denk nur an die heutige Bürokratie - wenn man sicher ist, dass das Annehmen von Bestechungsgeldern keine negativen Konsequenzen für sich selbst hat - verletzt man seine Ehre, Stolz, Würde oder wie auch immer damit?

Wenn es so etwas wie Ehre gibt, ist sie rein durch gesellschaftliche Moral gebunden und appelliert eigentlich an das „Gute“ in jedem.

-McKracken