Wenn ich das Wort „Ehre“ höre, dann denke ich an sich
duellierende Edelmänner in längst vergangener Zeit, auch an
nationalistische Glorifizierungen in Kriegsfilmen und als
Katholik auch an „Ehre sei Gott in der Höhe“.
Ich denke eher, daß damit gemeint ist, daß du eher nach deinen Überzeugungen handeln solltest, als danach wieviel du vielleicht bekommst, wenn du deine Überzeugungen über den Haufen wirfst.
Aber in meiner alltäglichen Lebenswirklichkeit kommt „die
Ehre“ nicht vor.
Tatsächlich? Das heißt, du würdest für „Geld und Gut“ alles tun, auch wenn du innerlich weißt, das es falsch ist?
Ist „die Ehre“ nur eine Idee?
Oder hat es sie wirklich einmal gegeben?
Gibt es sie vielleicht heute auch noch - und ich nehme sie nur
nicht wahr?
Letzteres, würde ich sagen. Ich denke, daß es schon angeklungen ist, aber für mich bedeutet Ehre eigentlich nur, daß ich so weit wie möglich meinen inneren Überzeugungen folge. Das heißt zum Beispiel, daß ich für kein Geld der Welt einen Mord begehen würde. Es muß auch nicht so etwas extremes sein. Ich bin zum Beispiel Vegetarier aus Überzeugung. Die Frage ist nun: Würde ich wieder zum „Fleischesser“
werden, wenn mir jemand genug Geld dafür geben würde?
Also ich verstehe die Menschen nicht, die unter Bemühung des
Wortes „Ehre“ verrückte oder gar gewalttätige Handlungen
vollziehen. Das hat doch mit Ehre nichts zu tun, oder?
Tja, was verstehst du denn unter „verrückt“? Würdest du zum Beispiel einen Japaner für verrückt erklären, der Harakiri begeht, weil seine Ehre beschmutzt ist? Er handelt lediglich nach seinen innersten Überzeugungen, denke ich.
Meiner Meinung nach ist das so lange zu akzeptieren, wie dadurch keine anderen Menschen beeinträchtigt werden.
Mag sein, daß es zum Beispiel mutig ist, im Krieg für ein Land einzutreten, keine Ahnung. Aber es gibt wohl einige, die Soldaten möglicherweise auch die Vernunft absprechen. 
So, ich schätze, ich bin jetzt genug Leuten auf die Füße getreten… 
Schöne Grüße,
Stephan Hübner