Hallo Janine,
wenn Du ehrenamtlich als Sanitäterin arbeiten willst, wendest Du Dich am besten an eine der vier großen Rettungsorganisationen: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), den Malteser Hilfsdienst (MHD), die Johanniter Unfallhilfe (JUH) oder den Arbeitersamariterbund (ASB). Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die Bergwacht und einige kleinere Organisationen bilden Sanitäter aus, sind aber nicht überall vertreten. Eine Alternative ist schließlich auch die freiwillige Feuerwehr, aber hier liegt der Schwerpunkt der Ausbildung nicht auf dem Sanitätswesen.
Am besten schaust Du mal in die Gelben Seiten, welche dieser Organisationen an Deinem Heimatort einen Ortsverein bzw. Kreisverband unterhält. Wenn Du dort Mitglied wirst und Dich ehrenamtlich betätigen möchtest, bilden die Dich zur Sanitäterin aus. In der Regel sind die sehr happy, wenn jemand ehrenamtlich bei Ihnen arbeiten möchte, denn fast alle Rettungsorganisationen klagen über Nachwuchsmangel.
Die Ausbildung ist ein standardisierter Kurs, den man entweder am Stück oder in mehreren Etappen über mehrere Wochenenden absolvieren kann. Soweit ich weiß, muss man zuerst einen herkömmlichen Erstehilfekurs machen, bevor man mit der Sanitätsausbildung beginnen kann, aber es ist bei mir schon etwas her, dass ich das gemacht habe.
Wenn Du die Ausbildung bestehst, kannst Du bei Deiner Organisation ehrenamtlich Dienst tun, typischerweise auf Volksfesten, und wenn Du Glück hast, bekommst Du auch mal eine Eintrittskarte zu Konzerten und anderen Veranstaltungen. Die Arbeit ist honorig, aber erwarte nicht zu viel: Normalerweise kümmerst Du Dich um volltrunkende Jugendliche (mit viel Kotze) oder um Opfer von Schlägereien (meistens Blut und Kotze). Sonnenstichlinge und Kreislaufkollapskandidaten sind auch nicht selten.
Mit entsprechendem Führerschein darfst Du übrigens auch bestimmte Rettungsfahrzeuge lenken. Manche Organisationen bilden treue Sanitäter auch noch weiter aus. In jedem Falle kann Dir die Ausbildung nützlich sein, Du gilst als betreibliche Ersthelferin und viele Chefs haben es gerne, wenn sich jemand sozial engagiert.
Nicht gleichsetzen darf man die Sanitäterausbildung allerdings mit der der Rettungsassistenten, die hauptamtlich im Rettungsdienst oder bei der Berufsfeuerwehr arbeiten. Die haben eine richtige Berufsausbildung, die mehrere Jahre umfasst. Mittlerweile ist es in den meisten Bundesländern so, dass nur noch Vollprofis den regulären Rettungsdienst betreiben. Die Sanitäter kommen nur noch unterstützended bei Großveranstaltungen zum Einsatz.
Grüße,
Matt