Ehrendoktortitel erwerben

Hallo, ich bin Auszubildende bei einer Zeitung und ich recherchiere zZ zum Thema „gekaufte Ehrendoktortitel“ (Dr. h.c. XXX).
Meine Frage zur Gegendarstellung wäre, "was kann man tun um ´berechtigterweise´einen solchen Titel von einer Kirche bzw. Universität zu bekommen. Reicht hierbei uU zB eine wissenschaftliche Arbeit, die man einreicht, aus?
Würde mich über Antworten freuen.
Xenia
Ps.: meine Mail Adresse hat sich geändert, deshalb bitte keine Mails

Hallo, Xenia!

Meines Wissens kann man sich die Ehrendoktorschaft überhaupt nicht erkaufen und auch nicht erwerben. Man bekommt sie zum Beispiel für langjähriges Engagement in bestimmten Bereichen verliehen, für ein Lebenswerk o.ä.

Dazu muss man kein Wissenschaftler sein, sondern berühmt. Für einen Ehrendoktor muss man keine wissenschaftliche Arbeit verfasst haben.

Im Gegensatz dazu kann man sich einen Doktortitel tatsächlich erkaufen, aber in Deutschland ist das verboten. Das funktioniert, indem man Geld gibt, viel Geld, zum Beispiel für die Gründung eines Instituts oder An-Instituts einer Universität und als Dank verleiht die Uni dann den Doktortitel. Wenn man einen solchen Titel im Ausland erworben hat, darf man ihn im Namen führen, auch in Deutschland, es muss aber der Zusatz dabei stehen, wo dieser Titel erworben wurde, also zum Beispiel:

Dr.Ing.(Schingschangschong, China) Willi Müller

Gruß
Lea

Hallo,

Meines Wissens kann man sich die Ehrendoktorschaft überhaupt
nicht erkaufen und auch nicht erwerben. Man bekommt sie zum
Beispiel für langjähriges Engagement in bestimmten Bereichen
verliehen, für ein Lebenswerk o.ä.
Im Gegensatz dazu kann man sich einen Doktortitel tatsächlich
erkaufen, aber in Deutschland ist das verboten. Das
funktioniert, indem man Geld gibt, viel Geld, zum Beispiel für
die Gründung eines Instituts oder An-Instituts einer
Universität und als Dank verleiht die Uni dann den
Doktortitel. Wenn man einen solchen Titel im Ausland erworben
hat, darf man ihn im Namen führen, auch in Deutschland, es
muss aber der Zusatz dabei stehen, wo dieser Titel erworben

Du meinst beides Mal dasselbe: Ein Doktorgrad setzt eine wissenschaftliche Arbeit voraus, i.d. Regel eine mündliche Prüfung.
Der Ehrendoktor wird für besondere Leistungen von Fakultäten (UNiversitäten) verliehen. Oft erhält man auch als Wissenschaftler für seine Leistungen auf einem bestimmten Gebiet eine Ehrendoktorwürde.
Aber nicht nur das wissenschaftliche Engagement wird gewürdigt, sondern auch das finanzielle (die zweite Variante, die Du genannt hast). Das halte ich auch erst einmal nicht für schlimm oder ehrenrührig. Wenn jemand sein Vermögen, insbesondere Privatvermögen, der Wissenschaft zur Verfügung stellt, warum soll eine Fakultät ihn nicht dafür ehren? Das Problem der Unabhängigkeit der Wisseschaft könnte natürlich berührt sein, muss aber nicht.

Eine weitere beliebte Methode, an den „Titel“ (wobei der Doktor kein Titel, sondern ein Grad ist) zu kommen, ist das Bezahlen durchaus „kleinerer“ Summen an meist ausländische, meist süd-, mittel- oder nordamerikanischer Universitäten, meistens kirchliche (Kirchen selbst verleihen keinen Ehrendoktortitel). Der Deal dabei ist klar: Ich gebe Dir 5000 Euro, Du schickst mir die Ehrendoktorwürde.

Wer eine Ehrendoktorwürde erhält, muss diese durch ein „H.c.“ kennzeichnen, nicht durch den Ort des Erwerbs.
Dr. h.c. Peter Müller.
Hat Peter Müller schon einen „Echten“ Dr.:
Dr. Dr. h.c. Peter Müller.
Hat er zwei und mehr Ehrendoktorwürden:
Dr. h.c. mult. Müller.

Wer hinter dem Doktortitel die Universität nennt (Dr. (Uni Bratislava) Müller), hat nichts zu verbergen. Er hat einen ordentlichen Doktortitel an der entsprechenden Fakultät/Universität erworben.
Dass er sich diesen Titel nicht im neuen Heimatland hat anerkennen lassen, kann viele Gründe haben:
Die Anerkennung ist ein zermürbend bürokratischer Akt (und nicht immer finden sich Gutachter, die die Sprache der Arbeit beherrschen, noch kann man sich eine Übersetzung leisten), sie ist meiner ERfahrung nach zumindest in den Geisteswissenschaften höchst willkürlich. Manchmal stehen auch rein formale Gründe dagegen (eine andere Studienordnung).
Und oft gibt es auch keinen Grund, seine Heimatuni zu verstecken, denn es kann auch ein Qualitätsmerkmal sein.

Grüße,
taju

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Hallo!

Meines Wissens kann man sich die Ehrendoktorschaft überhaupt
nicht erkaufen und auch nicht erwerben. Man bekommt sie zum
Beispiel für langjähriges Engagement in bestimmten Bereichen
verliehen, für ein Lebenswerk o.ä.
Im Gegensatz dazu kann man sich einen Doktortitel tatsächlich
erkaufen, aber in Deutschland ist das verboten. Das
funktioniert, indem man Geld gibt, viel Geld, zum Beispiel für
die Gründung eines Instituts oder An-Instituts einer
Universität und als Dank verleiht die Uni dann den
Doktortitel. Wenn man einen solchen Titel im Ausland erworben
hat, darf man ihn im Namen führen, auch in Deutschland, es
muss aber der Zusatz dabei stehen, wo dieser Titel erworben

Du meinst beides Mal dasselbe: Ein Doktorgrad setzt eine
wissenschaftliche Arbeit voraus, i.d. Regel eine mündliche
Prüfung.
Der Ehrendoktor wird für besondere Leistungen von Fakultäten
(UNiversitäten) verliehen. Oft erhält man auch als
Wissenschaftler für seine Leistungen auf einem bestimmten
Gebiet eine Ehrendoktorwürde.
Aber nicht nur das wissenschaftliche Engagement wird
gewürdigt, sondern auch das finanzielle (die zweite Variante,
die Du genannt hast). Das halte ich auch erst einmal nicht für
schlimm oder ehrenrührig. Wenn jemand sein Vermögen,
insbesondere Privatvermögen, der Wissenschaft zur Verfügung
stellt, warum soll eine Fakultät ihn nicht dafür ehren? Das
Problem der Unabhängigkeit der Wisseschaft könnte natürlich
berührt sein, muss aber nicht.

Mhmm, das Verleihen von Doktorgraden gerät in Mode, ist aber falsch. Menschen zB für das Spenden zu ehren ist richtig, aber ein Doktorgrad ist nicht das richtige Mittel. Es gibt Verdiensturkunden etc.

Der Doktortitel ist eben ein AKADEMISCHER Grad. Du hast es ja gesagt. Er ist eben akademischer/wissenschaftlicher Leistung vorenthalten. Angedacht und wirklich sinnvoll ist er zB, wenn sich ein gelernter Einzelhandelskaufmann oder Germanistikmagister oder sonstwer einen Namen in der Pinguinforschung macht und hier besondere wissenschaftliche Leistungen erbringt. Das ist es auch sinnvoll ihn ehrenhalber mit einem Doktorgrad zu würdigen, da seine Arbeit wissenschaftlich ist. Einen ordentlichen kriegt er ja nicht wegen des fehlenden Biologiediploms.

Durch die heutige Dr.h.c. Inflation verkommt auch die Bedeutung desselben, was eine Schmälerung der Würdigung der VERDIENTEN Gradträger bedeuten muss.

VG, Stefan (der den Dr. rer.nat.h.c. von Gerhard Schröder kein Stück versteht und zwar nicht wegen Schröder selbst sondern wegen des ganzen drum herum. Ich bin kein „Schröderfeind“)

Hallo,

Mhmm, das Verleihen von Doktorgraden gerät in Mode, ist aber
falsch. Menschen zB für das Spenden zu ehren ist richtig, aber
ein Doktorgrad ist nicht das richtige Mittel. Es gibt
Verdiensturkunden etc.

Allgemein kann ich nicht eine inflationäre Verleihung von Ehrendoktorwürden feststellen - wenn man von der Verleihung an Politikern absieht und die Tatsache, dass, wer (auch als Wissenschaftler) einen Dr. h.c., erhält, in der Regel einige danach auch.

Der Doktortitel ist eben ein AKADEMISCHER Grad. Du hast es ja
gesagt. Er ist eben akademischer/wissenschaftlicher Leistung
vorenthalten. Angedacht und wirklich sinnvoll ist er zB, wenn
sich ein gelernter Einzelhandelskaufmann oder
Germanistikmagister oder sonstwer einen Namen in der
Pinguinforschung macht und hier besondere wissenschaftliche
Leistungen erbringt. Das ist es auch sinnvoll ihn ehrenhalber
mit einem Doktorgrad zu würdigen, da seine Arbeit
wissenschaftlich ist. Einen ordentlichen kriegt er ja nicht
wegen des fehlenden Biologiediploms.

Die meisten Ehrenpromotionen, die ich kenne, ebenso wie die entprechenden Promotionsordnungen meines Faches (Theologie), setzen wissenschaftliche Leistung voraus.
Persönlich war ich an der Frage nach der Mögichkeit einer Ehrendoktorwürde beteiligt für jemanden, der zwar noch nicht einmal Abitur hatte, aber durch persönliches, jahrzehntelanges Engagement nicht nur an der Erhaltung eines (wissenschaftlich international anerkannten) Instituts maßgeblich beteiligt war, sondern auch im besonderen engagiert war bei der gesellschaftlichen Vermittlung der Forschungsergebnisse. Dies war ein herausragendes Engagement f-ü-r die Wissenschaft und die Ablehnung des FBR sehe ich eher als Ausdruck der Arroganz der „echten“ Gradinhaber an.

Durch die heutige Dr.h.c. Inflation verkommt auch die
Bedeutung desselben, was eine Schmälerung der Würdigung der
VERDIENTEN Gradträger bedeuten muss.

Andererseits ist innerhalb der akademischen Welt ja durchaus bekannt, welche Fakultäten (meistens Juristische) inflationär mit den Ehrungen um sich schmeißen und welche nicht, wobei ich durchaus damit einverstanden bin, dass die Verleihung aufgrund Engagement für die WIssenschaft (und nicht aufgrund wissenschaftlicher Leistung) restriktiv gehandhabt wird.
Ehrendoktorwürden werde sicherlich oft auch zum Zwecke des Lobbyismus (insbesondere an Politiker) verliehen.

Inflationär ist wohl eher der Kauf von (Ehren-)Titel bei irgendwelchen Zauberuniversitäten. Das verweist vielleicht auch auf ein gesellschaftliches Problem, bei dem auch in D die Leute einen „Dr.“ für etwas irgendwie besseres halten. Das ist dann genauso, wie ich als Demokratin nicht verstehen kann, warum man die Leute immer noch „Prinz Wolfgang“ oder „Fürstin Gloria“ nennt, anstatt diese „Adelstitel“ dahin zu setzen, wo sie hingehören (Nämlich zum Nachnamen).
In dem Bereich, wo akademische Grade tatsächlich von Bedeutung sind, nämlich an der Universität, ist ein solcher Dr. h.c. absolut irrelevant.
Ansonsten, egal ob h.c. oder nicht: Menschen, die in ihrem Alltag auf die Nennung ihres Titels wert legen, haben’s schwer nötig:wink:

Grüße,
Taju