'Ehrliche Wahrheit'

Hallo Ihr Lieben,

darüber, daß ‚ehrliche Wahrheit‘ den Tatbestand der Redundanz darstellt, sind wir uns wohl alle einig, gelle? Ich brauche also keine Erklärung zu diesem Thema. *fg*

Nun… Ich bin heute früh in einem Buch in just diesem Zusammenhang über den Begriff ‚Redundum‘ gestolpert; habe ihn aber in keinem Wörterbuch gefunden… Lediglich google spuckte ‚absurdo redundum‘ aus, was zwar durchaus brauchbar, aber nicht wirklich erklärend war.

Nu bin ich ganz verwirrt: gibt es den Begriff ‚Redundum‘ wirklich oder war es künstlerische Freiheit und eine ‚freie‘ Abwandlung der Redundanz?

Beste Grüße

Tessa

Hallo Tessa,

darüber, daß ‚ehrliche Wahrheit‘ den Tatbestand der Redundanz
darstellt, sind wir uns wohl alle einig, gelle?

nicht ganz, denn man könnte sich auch vorstellen, dass es eine unehrliche Wahrheit gibt. Beispiel: Ein Ganove kommt aus einer Bank, erreicht seine Kumpels im Versteck und erzählt ihnen, er sei auf der Flucht nicht beobachtet worden, obwohl er selbst meint, dass ihn jemand gesehen hat (er möchte sich voe seinen Kumpels schützen). Nun könnte es sein, dass er in der Tat nicht gesehen wurde, er also nur den Eindruck hatte, gesehen worden zu sein (er weiß also nicht, dass er nicht gesehen wurde).

In diesem Fall würde er eine unehrliche Wahrheit von sich geben, denn es ist zwar wahr, dass er nicht gesehen wurde, aber unser „Held“ berichtet dies als Lüge, also unehrlich. Woher kommt das? Ehrlichkeit bezieht sich nicht auf die Wahrheit, sondern auf die Wahrhaftigkeit, also auf die subjektive Überzeugung, während sich Wahrheit auf Tatsächlichkeit bezieht.

Aber zu deiner Frage :smile: :

Nu bin ich ganz verwirrt: gibt es den Begriff ‚Redundum‘
wirklich oder war es künstlerische Freiheit und eine ‚freie‘
Abwandlung der Redundanz?

Im Lateinischen existieren zumindest laut meinem Wörterbuch die Begriffe
„redundantio“ = Überfülle (Redundanz)
„redundare“ = überfließen (redundieren)
und
„redundanter“ = weitschweifig (redundant)

Ein Redundum wäre dann die (meiner Ansicht nach durchaus korrekte) Versubstantivierung dessen, was redundant von sich gegeben wird, also des Sachverhaltes (das Redundante), nicht des Vorgangs (die Redundanz).

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallöchen Thomas,

diese Philosooooooophen… *seufz* Na, war nur ein Scherz… Ich sehe Wahrheit wie in Mathe: 2 + 2 = 4, Punkt. Ob sich nun der Bankräuber beobachtet fühlte oder es tatsächlich wurde und seinen Kumpanen - subjektiv - berichtete… Lassen wir das - es würde zu weit führen.

In diesem Fall würde er eine unehrliche Wahrheit von sich
geben, denn es ist zwar wahr, dass er nicht gesehen wurde,
aber unser „Held“ berichtet dies als Lüge, also unehrlich.
Woher kommt das? Ehrlichkeit bezieht sich nicht auf die
Wahrheit, sondern auf die Wahrhaftigkeit, also auf die
subjektive Überzeugung, während sich Wahrheit auf
Tatsächlichkeit bezieht.

Sach ich doch! 2 + 2 = 4… :wink:))

Aber zu deiner Frage :smile: :

Danke!

Im Lateinischen existieren zumindest laut meinem Wörterbuch
die Begriffe
„redundantio“ = Überfülle (Redundanz)
„redundare“ = überfließen (redundieren)
und
„redundanter“ = weitschweifig (redundant)

Ja, das weiß ich… ‚Renundanz‘ kenne ich als eine unnötige Betonung des Offensichtlichen (‚falscher Fehler‘, ‚ehrliche Wahrheit‘, etc.) bzw. als eine ‚blumige‘ obgleich nicht sonderlich kluge sondern eher klugscheißerische Umschreibung.

Ein Redundum wäre dann die (meiner Ansicht nach durchaus
korrekte) Versubstantivierung dessen, was redundant von sich
gegeben wird, also des Sachverhaltes (das Redundante), nicht
des Vorgangs (die Redundanz).

So habe ich mir das auch schon zu erklären versucht. Vielen Dank für Deine Bestätigung.

Liebe Grüße

Tessa

PS. Weißt Du schon ob Du in Berlin dabei bist?

Hallo Tessa,

diese Philosooooooophen… *seufz*

tja … :smile:

PS. Weißt Du schon ob Du in Berlin dabei bist?

Nach reiflicher, in mich gehender und wieder aus mir herauskommender (wie auch immer) Überlegung bzw. intensiven und bedeutungsschwangeren Nachdenkens bin ich im Einklang mit mir selbst und meiner Redundanz zu dem End-Ergebnis, also dem letzlich gültigen, das heißt für mich und eigentlich nur für mich gültigen, also beinahe (mithin fast) zwingend bindendem Entschluss gekommen, meinen Willen dahingegen zu bewegen, mich also zu aktivieren, mithin nicht passiv lesend, sondern „machend“ an der Gestaltung eures (und wie sich gleich herausstellen wird, auch meines) Nachmittages am 05.07. teilzunehmen - m. a. W.: ja!

Herzliche Grüße

Thomas

Der ist wirklich gut!
Hast Du nicht doch vor, in die Politik zu gehen?! Die aufgeblähte Sprache beherschst Du schon recht gut ;.)

PS. Weißt Du schon ob Du in Berlin dabei bist?

Nach reiflicher, in mich gehender und wieder aus mir
herauskommender (wie auch immer) Überlegung bzw. intensiven
und bedeutungsschwangeren Nachdenkens bin ich im Einklang mit
mir selbst und meiner Redundanz zu dem End-Ergebnis, also dem
letzlich gültigen, das heißt für mich und eigentlich nur für
mich gültigen, also beinahe (mithin fast) zwingend bindendem
Entschluss gekommen, meinen Willen dahingegen zu bewegen, mich
also zu aktivieren, mithin nicht passiv lesend, sondern
„machend“ an der Gestaltung eures (und wie sich gleich
herausstellen wird, auch meines) Nachmittages am 05.07.
teilzunehmen - m. a. W.: ja!

Herzliche Grüße

Thomas

eyh! eyh! eyh! *bösekuck*
hi gandalf,

Hast Du nicht doch vor, in die Politik zu gehen?! Die
aufgeblähte Sprache beherschst Du schon recht gut ;.)

was soll denn dette?
aufgeblähte sprache ist keine zugangsvoraussetzung zur politik! ich weiß das! war selber mal dabei.

empörte grüße *hmpf*
ann

Hallo Tessa,

darüber, daß ‚ehrliche Wahrheit‘ den Tatbestand der Redundanz
darstellt, sind wir uns wohl alle einig, gelle? Ich brauche
also keine Erklärung zu diesem Thema. *fg*

ich würde das lieber Pleonasmus nennen: Weißer Schimmel

Nun… Ich bin heute früh in einem Buch in just diesem
Zusammenhang über den Begriff ‚Redundum‘ gestolpert;
habe ihn aber in keinem Wörterbuch gefunden… Lediglich
google spuckte ‚absurdo redundum‘ aus, was zwar durchaus
brauchbar, aber nicht wirklich erklärend war.

Wörterbuch hilft da nicht, eher Grammatik. Wenn ich das noch aus meiner lang zurück liegenden Schulzeit richtig zusammen kriege (bitte liebe Lateiner, verbessert mich):
redundum ist der Gerund des Verbs redundare und heißt ganz streng aus dem Lateinischen übersetzt „etwas zu Entfernendes“.

Was natürlich mitten in einem deutschen Satz eine völlige Unmöglichkeit wäre (schon wieder ein Pleonasmus), deshalb ist Gerund und sein Bruder Gerundiv (die Vergangenheitsform dieses Lateingrammatik-Scherzes)bei uns ziemlich vergessen.

viele Grüße
Angelika

Hallo Angelika,

das Einzige, was ich wirklich kompetent dazu sagen kann (mehr geht nicht, weil die einschlägigen Nachschlagewerke irgendwie in den Schließfächern meiner Kinder in der Schule schlummern), ist, daß „redundum“ keine Gerundium- bzw. Gerundivform von redundare sein kann. Das hieße nämlich „redundandum“! Die Form „redundum“ ist mir ohnehin irgendwie suspekt. Ich würde eher zu „redundans“ neigen. Aber, wie gesagt, ohne nachschlagen zu können. Aus meinem Bauch heraus kommt „Redundanz“ evtl. von „redundans“, meint also ein Überflüssiges, zuviel Gesagtes.

Unmaßgebliche Grüße
Aia

Hallo, Angelika,
nicht ganz wirklich,
das Lexikon spukt folgendes aus:
redundanter=allzu wortreich
redundantia=Überfülle
redundare=überlaufen=überströmen
redundatio=Überfülle
redundo=überfließen

Ich habe natürlich auch mal nach dem Vorkommen von „redundum“ herumgesucht. Die Form ist sicherlich nicht vom Verb „redundare“ abgeleitet. Aber wie schon mehrfach vermutet wurde, liegt die Bedeutung wohl (unda=Welle, Woge) etwa bei „überschwappend“, „überflüssig“ etwa in dieser Richtung.

Ein Textzusammenhang http://www.op.org/domcentral/study/revival.htm lautete „ad philosophiam scholasticam omnino redundum nobis esse amniiadvertimus;“ was (trotz des Schreibfehlers im letzten Wort) diese Meinung zu stützen scheint. Es ist sicher kein klassisches Latein, sondern eine künstliche Neubildung.

Gruß
Eckard.
Grüße
Eckard

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Hallo Eckard

Redeundum (von redire) scheint hier die richtige Form zu sein. War wohl ´n Tippfehler.
Das hieße dann: Wir bemerk(t)en (animadvertimus), dass wir im allgemeinen bzw. vollständig zur scholastischen Philosophie zurückgehen/ -kehren müssen.

Martinus

Ein Textzusammenhang
http://www.op.org/domcentral/study/revival.htm lautete „ad
philosophiam scholasticam omnino redundum nobis esse
amniiadvertimus;“ was (trotz des Schreibfehlers im letzten
Wort) diese Meinung zu stützen scheint. Es ist sicher kein
klassisches Latein, sondern eine künstliche Neubildung.

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Redeundum (von redire) scheint hier die richtige Form zu sein.
War wohl ´n Tippfehler.

So gewinnt es in der Tat Sinn, Martinus,

dann steckte also in der Zeile noch ein zweiter Tippfehler. Da kann man sich natürlich 'nen Wolf suchen :frowning: (vor allem, wenn die letzte Lateinstunde nun doch ein halbes Jahrhundert zurückliegt)

Aber nichtsdestotrotz hilft uns das bei dem verflixten „redundum“ nicht weiter, so es denn tatsächlich ein solches Wort gibt, wovon ich allerdings ausgehen muß angesichts weiterer Fundstellen (wo es allerdings im englischen Text und in der Bedeutung „usw. bis zum Überdruß“ verwendet wird.)

„If you haven’t read about this Defense Department plan to create a comprehensive database to track financial patterns, academic grades, e-mail, travel, medical records, ad redundum (or seen the chilling logo), please proceed to the Total Information.“

„My affair had turned into a clan affair, and that’s politics within politics, like so many boxes that you opened to find more boxes, ad infinitum, ad redundum.“

„Absurdo Redundum ; Who are such brilliant men who can look at the scholarship of centuries …“

Solange mir die Bildung dieses Wortes nicht nachgewiesen wird, bleibe ich denn doch dabei:

kein klassisches Latein, sondern eine künstliche Neubildung.

Grüße
Eckard.

hi ann,

Hast Du nicht doch vor, in die Politik zu gehen?! Die
aufgeblähte Sprache beherschst Du schon recht gut ;.)

was soll denn dette?
aufgeblähte sprache ist keine zugangsvoraussetzung zur
politik! ich weiß das! war selber mal dabei.

wenn vielleicht keine Zugangsvoraussetzung, helfen tut sie allemal.

Gandalf

früherauchmalpolitischaktiv

Solange mir die Bildung dieses Wortes nicht nachgewiesen wird,
bleibe ich denn doch dabei:

kein klassisches Latein, sondern eine künstliche Neubildung.

Hallo Eckard.
Ich war ein paar Tage nicht im Forum, daher die etwas späte Reaktion. Ich lese zwischen den Zeilen bei dieser Erörterung immer die negative Bedeutung von redundant im Sinne von ‚überflüssig‘.
In der Technik ist genau das Gegenteil der Fall. Redundante Systeme oder Komponenten sind solche, die aus SICHERHEITSGRÜNDEN zur Reduzierung der Ausfallrate mehrfach, mit der selben Funktion, vorhanden sind. Meistens in Steuer- oder Regelungssystemen.
Ein ganz primitives Beispiel. Wenn an einem Sperrklinkengetriebe (Aufzugwerk an einer Uhr mit Gewichten) anstatt einer Sperrklinke drei vorhanden sind, die jede für sich allein die Funktion übernehmen könnte, dann spricht man dort von einem Getriebe mit dreifach-redundanten Sperrklinken. Zwei können brechen und das Werk funktioniert noch. Der Begriff kommt aus der Informationstheorie und heißt ‚Redundanz‘ (engl. redundance, adj. redundancy). Es gab eine Zeit (in den 60ern) da wollte man diese Komponenten (hier die Klinken) als ‚Redundandum/Redundandien‘) bezeichnen. Das hat sich aber nicht durchgesetzt. Man sagt heute einfach nur die ‚redundanten Komponenten‘. Der Begriff ist also hier nicht negativ (überflüssig), sondern positiv, mit sicher, zuverlässig, aber auch sehr teuer, besetzt. Es gibt da noch einen ganzen Wust von Spezialdefinitionen.
Mit freundlichen Grüßen
Alexander Berresheim