Hallo,
habe vorhin anläßlich des schönen Wetters mal einen längeren Waldspaziergang gemacht. An manchen Stellen lagen so viele Eicheln, daß man kaum den Boden sehen konnte.
Ist das immer so und mir bisher nur nicht aufgefallen, oder haben wir ein besonders gutes Jahr?
meine Mutter hat eine große Eiche im Garten stehen und auch sie sagt, dass dieses Jahr auffällig viele Eicheln dran bzw. drunter sind. Scheint also ein gutes Jahr zu sein.
wenn die Bäume besonders viele Nüsse etc. tragen, dann gibt es einen harten Winter. Die Natur sorgt damit vor, dass sich die Tiere rechtzeitig und reichlich eindecken können.
Hat mir mal ein Förster erzählt. Letztes Jahr hatten die Bäume auch sehr viele Nüsse etc.
Wie der Winter im letzen Jahr war, wissen wir ja noch…
woher wissen die Bäume, wie kalt es in ein paar Monaten gewesen sein wird? Mit welchen Organen messen sie Temperaturen, die noch gar nicht messbar sind, weil es sie noch nicht gibt?
Zum Thema Winter 2010/11: Mit einem bundesweiten Durchschnitt von - 0,6° C lag der letzte Winter um 0,8° C unter dem langjährigen Mittel; der vorhergegangene 2009/10 war deutlich kälter (- 1,5° C).
Auch in Sachen Niederschläge war es ein Durchschnittswinter, mit 179 mm war er geringfügig trockener als normal (181 mm).
Bloß: Vor dem Winter 2010/11 hat vorher alles von Jahrhundert-, Jahrtausend- und Jahrsonstewaswinter getönt. Das war anders als sonst.
wenn die Bäume besonders viele Nüsse etc. tragen, dann gibt es
einen harten Winter. Die Natur sorgt damit vor, dass sich die
Tiere rechtzeitig und reichlich eindecken können.
Hat mir mal ein Förster erzählt.
Es ist gerade umgekehrt. Die Strategie der Eichen ist es, Fressfeinde auszutricksen. Wildschweine sind die Fressfeinde der Eichen. Wenn es viele Eicheln gibt, bleiben trotz der Wildschweine und anderer Fressfeinde noch genügend Eicheln übrig, um die Fortpflanzung der Eichen zu sichern. Wenn immer viele Eicheln da wären, würden sich die Wildschweine so vermehren, dass die Eichen wiederum keine Chancen der Fortpflanzung hätten. Daher gibt es gute und schlechte Jahre mit Eicheln. Wenn mehrere Jahre mit wenigen Eicheln aufeinander folgen, können sich die Fressfeinde nicht gut vermehren.
Udo Becker
Bloß: Vor dem Winter 2010/11 hat vorher alles von
Jahrhundert-, Jahrtausend- und Jahrsonstewaswinter getönt. Das
war anders als sonst.
der Knackpunkt ist, dass wir gar nicht mehr an einen normalen Winter gewöhnt sind, der passt nicht in unsere Welt (und in unser sich veränderndes Klima). Kaum steht 'ne Schneeflocke hochkant, redet (fast)jeder von Schneekatastrophe.
Ist das immer so und mir bisher nur nicht aufgefallen, oder
haben wir ein besonders gutes Jahr?
so was nennt sich Eichelmastjahr. Freut die Jäger, denn dann wird das Schwarzwild schön fett und aromatisch.
Kommt nicht alle Jahre vor und hat nichts mit kaltem Winter etc. zu tun.
Zumindestens ist das meine Beobachtung, denn letztes Jahr haben meine Nussbäume eher wenige Nüsse gehabt und auch die Eicheln und Bucheckern hielten sich im Rahmen.