Hallo alle,
In der Bergpredigt steht bekanntermassen folgendes:
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füsse, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des grossen Königs. Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiss oder schwarz machen. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.
Mt 5,33-37
Meiner Auffassung nach ist dies eine vollkommen klare Aussage wider jeglichen Schwur und erst recht den Schwur auf Gott selbst. Dem steht gegenüber, dass z.B. bei Gericht ein Schwur bei Gott geleistet wird (sofern der Betreffende religiös ist) und es fänden sich bestimmt noch andere Beispiele. In der säkularisierten Welt mag es ja den Betreffenden wie den Christen relativ egal sein, dass wider das Gebot Jesu gehandelt wird. Aber in diesem eben geschilderten Beispiel findet der Schwur in religiösem Kontext statt.
Wie stehen Christen zu diesem Widerspruch?
Gruss
Wiesel
hALLO wIESEL
Obwohl ich die Bergpredigt für einen der problematischsten und zugleich überschätztesten Teile des NT (jedenfalls in der derzeitigen Übersetzung) halte, ist mir dieses von Dir angesprochene Problem auch schon aufgestoßen und hat mich öfters beschäftigt.
Ich habe aus diesem Grunde auch schon überlegt, wie ich mich diesbezüglich bei Gerichtsverhandlungen verhalten kann.
Du siehst also, Du bist mit Deinem Gedanken da nicht alleine.
Gruß,
Branden
Welchen Wert hat eigentlich ein Schwur?
Keinen! Nur einen rein politischen. Er soll wohl daran erinnern, nicht zu lügen. Aber wer lügen will, lügt auch mit Schwur, wie die Praxis beweist 
In diesem Sinne muß ich Jesus recht geben.
gruß von einem Freien
rolf
Hallo,
Ich habe aus diesem Grunde auch schon überlegt, wie ich mich
diesbezüglich bei Gerichtsverhandlungen verhalten kann.
Du siehst also, Du bist mit Deinem Gedanken da nicht alleine.
ich glaube, ich kann Dir Deine Bedenken nehmen. Ich wurde bereits mehrfach vereidigt. Ich habe kurz vorher einfach angemerkt, daß ich aus religiösen Gründen nicht bei Gott schwören möchte. Warum, hat niemanden interessiert, so daß ich gar nicht erst noch nachlegen mußte, daß ich gläubig bin. Die Eidesformel wurde einfach um den Gottesbezug gekürzt und fertig. War bei Gericht schon so, später bei meiner Vereidigung als Zeitsoldat und danach auch beim BGS.
Gruß
Marc
High Branden,
das Problem ist bei den Gerichten auch bekannt, und deswegen sind die Optionen dort so gegeben, daß Du auch ohne Eid zu leisten die Wahrheit auszusagen hast. Die Belehrung, welche Folgen eine überführte Lüge für Dich haben kann, bleibt inhaltlich natürlich dieselbe.
Besides: Jesus hat gar NICHTS dagegen, wenn Du die Unwahrheit sagst. Jesus will nur nicht, daß Du „falsch Zeugnis WIDER Jemanden“ redest, also die Unwahrheit sagst, um jemanden damit zu schaden oder auszuwischen.
Ich erlaube mir stets und immer, vor Gericht faustdick zu lügen, wenn ich jemandem damit helfen kann. Schaden würde ich nicht tun! Und weiß da Jesus auf meiner Seite!
Turbo
@Turbi & @Marc: Danke! owT
!
Besides: Jesus hat gar NICHTS dagegen, wenn Du die Unwahrheit
sagst. Jesus will nur nicht, daß Du „falsch Zeugnis WIDER
Jemanden“ redest, also die Unwahrheit sagst, um jemanden damit
zu schaden oder auszuwischen.
Hallo Turbo
Ich würde eher sagen, Jesus weist auf die Aufrichtigkeit hin. Ein aufrichtiger Mensch kann nicht lügen, und benötigt somit auch keinen Schwur. Das fördert auch das eigene Wohlbefinden.
Allerdings brauch man deshalb nicht ohne Hosen in der Öffentlichkeit rumlaufen, sondern schweigt einfach, wenn es nötig ist. Die Wahrheit verschweigen, zum eigenen Schutz oder den anderer, würde ich nicht lügen nennen und ist auch vor dem eigenen moralischen Gewissen vertretbar.
rolf
kurze Antwort auf überlange Frage:
ES IST IHNEN WURSCHT!
High Rolf,
ja, Dein Hinweis auf die Aufrichtigkeit ist angebracht.
Ein aufrichtiger, erfahrener Mensch kann schon lügen,
aber er wird das auf möglichst selten begrenzen wollen.
Zugunsten eines Menschen bin ich jederzeit bereit, faustdick, knallhart und absichtlich zu lügen. Der Mensch ist mir wichtiger als irgendeine theoretische
Charaktertugend in der Theorie! - Ich stehe dazu.
In der Politik heute in der BRD muß man Lügen, wenn man nicht eingesperrt werden will, wenn man zu bestimmten Themen Stellung bezieht. Soweit ist die BRD inzwischen verkommen. Aber, wem sag ich das …
Im kleinen Kreis kann man dann die Wahrheit wieder rauslassen. Als alter Streiter weiß ich: Wirkung kommt vor Deckung.
Was hülfe es, Wahrhaftig gewesen zu sein, aber (wirkungsmäßig) tot?
In diesem Sinne, Heil dem Deutschen Vertreter Gottes hienieden auf Erden, gemäß katholischem Verständnis.
Turbo.