Eidetik= Photographisches Gedächtnis

Hi Forumsteilnehmer,

Ich hoffe ich bin im richtigen Forum gelandet!

Kann mir jemand sagen ob Eidetik das gleiche wie ein photographisches Gedächtnis ist?!

Gruß,
Sadjehuti

Ja. Ist es. owT
.

Hallo Branden,
Danke für die schnelle Antwort!
Und wie kommt es zu so einer Fähigkeit?
Und wieso gibt es diese Fähigkeit vorallem bei Kindern und Jugendlichen? Verschwindet sie mit zunehmendem Alter?

Gruß,
Sadjehuti

Ich denke mal,es ist…
…eine angeborene Begabung, so wie z.B. das absolute Gehör o.ä.
Ich hatte einen Studienfreund, der brauchte nur ein Medizinbuch zu
lesen, hatte dann alles drauf und wußte, wo es stand, z.B. Seite 153, unten , vorletzter Absatz.
Gruss, Branden

Hi

Ich denke auch das es angeboren ist. Ich kann zwar nicht aus Büchern zitieren, aber brauche sie nur einmal durchzulesen und kann dann alles wiedergeben (wenn auch nicht wort wörtlich).
Dafür habe ich die Fähigkeit, jemanden auf den Kopf zuzusagen, was er mir vor 10 Jahren in einem bestimmten Gespräch wort wörtlich gesagt hat, wie er stand, seine Gestik war und was für Klamotten er anhatte. Diese Fähigkeiten hatte ich auch schon immer.
Ist im Berufsleben sehr vorteilhaft, aber privat bringt es viele um den Verstand, weil sie bei einer Diskussion jedes Wort vorgehalten bekommen, während sie alles nur vage wiedergeben können. Wenn überhaupt :smile:

Grüße
Novalee

Hi!

…eine angeborene Begabung, so wie z.B. das absolute Gehör
o.ä.

Es ist eine Begabung, die in jedem schlummert, aber nur manche beherrschen, wie so oft im Leben, man nennt das dann „Begabung“.
Das Potential des menschlichen Geistes ist noch lange nicht erschöpft!
Paul Scheele hatte einmal einen Bestseller:

„Photoreading“

ISBN 3-87387-213-7 Buch anschauen

wo er ein Lernprogramm dafür vorstellt. Obs allerdings sinnvoll ist kann diskutiert werden. Genau wie die Gedächtniskünstler, die ihre Fähigkeiten in Volkshochschulen trainiert haben und dann so hochdramatische Leistungen vollbringen, wie das Auswendigkönnen eines Telefonbuchs.
Unser Gehirn arbeitet selektiv, wir merken uns das, was für uns wichtig ist. Wenn man eben ein besonderes Interesse für etwas hat, dann ist die Fähigkeit es sich zu merken besonders groß.
Ein Beispiel:
Jeder Fußballfan wird sich leicht dran erinnern, WIE sein Verein gespielt hat, auch wie die Mitkonkurrenten gespielt haben, bei den unwichtigen aber wird es schon schwerer, es sei denn man ist wirklich ein Vollblutfan…
Bei der Unzahl von Eindrücken, denen man täglich ausgesetzt ist, wäre es höchst unsinnig auch noch überflüssigen Ballast mit sich herumzuschleppen. Oder ist euch wichtig, welche Werbung gestern am Schaufenster eines Kaufhauses stand, an dem ihr vorbeigegangen seid?

Gruss
Junktor

Begabung oder Behinderung?
Hi,

die Frage ist doch, ob Eidetik nicht unter das Savant-Syndrom fällt und eher als eine Art Behinderung denn als eine Begabung gefaßt werden muß. Es fehlt der Filter, der beim gesunden Menschen 99% der aufgenommenen Information gleich wieder als unnütz rauswirft. Zieht der Eidet einen Nutzen aus seiner Begabung? Außer für Zirkusvorführungen scheint sich diese Begabung nur schlecht praktisch nutzen zu lassen, und sicher ist es nicht immer vorteilhaft, eine solche Menge an ungefilterten Informationen zu besitzen, oder? Jedenfalls sind andere Savants eher lebensuntüchtig.

Das sind so Sachen, die mir dazu einfallen, wäre mal interessant, andere Meinungen dazu zu hören!

Gruß

Yoyi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

… aber bei Eidet fällt mir immer nur Prof. Dr. Nachtigaller von Walther Moers ein.
*sich jetzt schnell wieder aus der Disk. zurückzieht und viele Grüße sendet*
Andreas

Hi,

Es fehlt der Filter, der beim gesunden
Menschen 99% der aufgenommenen Information gleich wieder als
unnütz rauswirft. Zieht der Eidet einen Nutzen aus seiner
Begabung? Außer für Zirkusvorführungen scheint sich diese
Begabung nur schlecht praktisch nutzen zu lassen, und sicher
ist es nicht immer vorteilhaft, eine solche Menge an
ungefilterten Informationen zu besitzen, oder?

So ähnlich sehe ich das auch, wobei ein absolutes Gedächtnis eben auch die Unfähigkeit des Vegessenkönnens impliziert. Und diese Fähigkeit scheint mir ebenso wichtig, wie ein gutes Gedächtnis.
Das Wissen wird in die Kategorien genetisch, extragenetisch, somatisch und extrasomatisch eingeteilt. Alles Extrasomatische, also
Bücher, Links etc. stehen ja bei Bedarf zur Verfügung.
Solche Bücher wie das von Scheele ist halt ein Tribut an die „bigger, better, faster-“ Gesellschaft. Wobei ich fürchte, dass die Quantität die Qualität verdrängt, differenziertes Denken dem Konkurrenzkollaps erliegt und geistige Ausgeglichenheit dem permanenten Stress.

Gruss
Junktor

Hallo!

Ich würde das Thema von einer ganz anderen Seite her aufziehen: gibt
es Beweise dafür dass Menschen wirklich ein photographisches
Gedächtnis haben?

Meines Wissens nach klingt das schon eindrucksvoll wenn jemand
anfängt alles mögliche an Details auszuplaudern; bei genauerer
Nachforschung stimmt aber das meiste nicht.
Das einzige was sich die Leute gut merken können ist die „Essenz“ des
Geschehens-der Rest wird während dem Erinnerungsvorgang hinzugefügt.

Der bekannteste Fall war während der Amtszeit von Nixon; der hatte ja
auch einen Berater (?) der ein „photographisches Gedächtnis“ vorgab
und ganze Protokolle von Gesprächen wiedergab. Als man später die
Tonbandaufzeichnungen mit seinen Erinnerungen verglich war nicht mehr
viel übrig.

Da das Brett unter Naturwissenschaften eingeordnet ist müsste es doch
Experimente geben die die Begabung nachweisen oder verneinen?
Erst dann kann man sagen ob es eine Behinderung darstellt.

Tschüss

Matthias

…eine angeborene Begabung, so wie z.B. das absolute Gehör
o.ä.

Hallo Brandon,
Ich glaube dass ich diese Eidetik besitze. Aber ich würde sagen, absolutes Gehör ist trainierbar, Eidetik nur im gewissen Maße.

Aber weder bei meinem Vater noch bei meiner Mutter oder sonstigen Verwandten ist diese Fähigkeit so stark ausgeprägt! Bei Büchern fällt es mir schon eher schwer, vor allem weil ich nie auf die Seitenzahl achte (sorgt immer wieder für Überraschungen, wie „oh, ich bin schon auf Seite 56“ :wink: ), aber Gesichter, Kunstbilder, Photos, Landschaften kann ich mir wunderbar merken. Z.B. wennich mir überlege wie ich jetzt am schnellsten in die Stadt komme, kann ich mich wie virtuell durch die Strassen bewegen und so den besten Weg finden. Außerdem kann ich Gegenstände und Personen in meinem Kopf drehen und wenden wie ich will. Und bei soetwas kann man ja echt nicht von einer Behinderung sprechen.

Bei mir fehlt auch kein „Filter“ nach dem Ultrakurzzeitgedächtnis. Ich speicher nur das ab was ich will oder für wichtig halte. Auch kann man nicht von einer „Datenflut“ oder „nichtvergessenkönnens“ reden, zumindest mal bei mir nicht. Deshalb werde ich auch gut mit den vielen Sinneseindrücken fertig.

Ich habe aber nur ein begrenztes Gedächtnis. D.h. ich kann mir „nur“ Bilder, Musik, Gefühle, Gerüche und Filmszenen so gut merken. Bei Gesprächen oder ähnlichem funktioniert das nicht. Ich versuche das bestmögliche aus dieser Gabe zu holen.

Interessant ist aber vor allem, dass bei mir warscheinlich Eidetik und Synästhesie (ich sehe Musik, höre Farben …) gekoppelt sind.

Gruß,
Sadjehuti

offtopic: Absolutes Gehör
Hallo,

Aber ich würde sagen, absolutes Gehör ist trainierbar,

nein, absolutes Gehör ist nicht trainierbar. Trainierbar ist das relative Gehör. Damit meint man, dass jemand erkennt, welches Intervall von einem vorher bekannten Ton aus erklingt. Das ist musikalisch bedeutsam und lernbar.

Der Terminus „absolutes Gehör“ bezeichnet die Fähigkeit, erkennen zu können, um was für einen Ton es sich handelt, ohne einen Vergleichston zu haben. Diese Fähigkeit ist vom relativen Gehör und von der Musikalität abgekoppelt, ja ist für die Beschäftigung mit Musik eher störend, weil der, der diese „Begabung“ besitzt, jede falsche (also etwas zu hohe oder zu tiefe) Stimmung von Instrumenten sofort bemerkt und als unangenehm empfindet, wohingegen der Besitzer eines relativen Gehörs auch an (insgesamt) etwas höher gestimmten Orchestern (Berliner Philharmoniker unter Karajan etwa) Gefallen finden kann (denn das Verhältnis zwischen den Instrumenten stimmt ja).

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas!

Aber ich würde sagen, absolutes Gehör ist trainierbar,

nein, absolutes Gehör ist nicht trainierbar. Trainierbar ist
das relative Gehör.

Das ist leider falsch. Beides ist erlernbar. Ausserdem würde ich auch ziwschen einem aktiven und passiven absoluten Gehör unterscheiden, was aber schon viel zu speziell für dieses Thema wäre.

Eine richtige Darstellung ist z.B. hier zu lesen:

http://www.tonhoehe.de/diplom-node43.html

Viele Grüße

Hallo Peet,

danke schön für deinen Einwand.

ziwschen einem aktiven und passiven absoluten Gehör unterscheiden

Das würde mich schon interessieren.

http://www.tonhoehe.de/diplom-node43.html

Ich gestehe, dass mich das nicht so richtig überzeugt, denn einerseits ist auf der Seite davon die Rede, dass die Probanden ihre Fähigkeit entdeckten , dann aber ist von „schulen“ die Rede. Das kann doch eigentlich nur heißen, dass die Veranlagung schon vorher da war und somit also vielleicht trainierbar, aber doch nicht von jedem erwerbbar. Keiner der Probanden gibt ab, das absolute Hören wirklich „erlernt“ zu haben, oder habe ich das falsch gelesen?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Dann gehen wir das noch einmal durch.

Das relative Gehör ist nun mal schon eine musikalische Fähigkeit, die grundsätzlich bei den meisten vorhanden ist und auch trainierbar ist. Die nächste Stufe wäre die erlernbare Fähigkeit, einen Ton ohne Hilfe zu erkennen, was ich als passives absolutes Gehör bezeichne. Dazu gehört dann auch die Erkennung der Stimmung sowie ungutes Gefühl bei der festgestellten Abweichung von den Originaltonhöhe, die du oben beschrieben hast. Dieses absolute Gehör ist nachweislich erlernbar - bei Kindern sehr schnell, eigentlich in zwei-drei Jahre des Unterrichtes, wenn auch nicht voraussagbar. Es sind somit nicht alle dazu fähig.

Die höchste Stufe wäre das absolute Gehör, welches den Besitzer dazu befähigt, den gewünschten Ton selbständig zu produzieren, warum ich diese Stufe als aktives absolutes Gehör nenne. Meist angeborene und eher seltene Fähigkeit, aber auch als nächste Stufe bei den besonders begabten Kindern erlernbar.

Kinder können diesen Prozess an sich selbst bestimmt nicht beobachten, sie stellen dann irgendwann plötzlich fest, daß sie das können, was sie früher nicht kannten. Das ist für sie eine Entdeckung, die aber, wie du siehst, erst das Resultat eines Unterrichtsprozesses ist.

Viele Grüße

Der visuell-sensorische Speicher
Mit der Frage nach dem visuellen Informationsgehalt kürzester Zeitintervalle hatte sich vor allem George Sperling (1960) befaßt, der die visuelle Informationsaufnahme experimentell untersuchte.

Er ging daran, seinen Versuchspersonen ein Feld von Buchstaben zu präsentieren, in dem die Schriftzeichen in ein bis drei Zeilen mit maximal sechs Elementen angeordnet waren. Diese Präsentation beschränkte er auf eine Dauer von nur 50 ms. Die Aufgabe der Versuchspersonen bestand nun darin, sich an so viele Buchstaben wie möglich zu erinnern und das dargebotene Feld aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren. Diese Methode wird als Ganzbericht bezeichnet, da die Probanden alle Buchstaben berichten soll.
In Sperlings Versuchen gelang es den Versuchspersonen durchschnittlich etwa 4,3 Buchstaben zu reproduzieren, unabhängig von der präsentierten Buchstaben-zahl. Er stellte ebenso fest, daß sich die Reproduktionsleistung auch als unabhän-gig von der Anordnung der Buchstaben (ein-, zwei-, oder dreizeilig) und unab-hängig von der Präsentationsdauer erwies, sofern letztere im Bereich zwischen 15 und 500 ms lag.

Es stellt sich die Frage, warum die Versuchspersonen nicht in der Lage waren, bei der kurzzeitigen Präsentation alle Schriftzeichen zu reproduzieren.

Hierfür sind zumindest zwei Ursachen denkbar:
Während des kurzen Präsentationszeitraumes konnten nicht alle Buchstaben wahrgenommen werden und fehlen daher später völlig bei der Rekonstruktion; oder die Kapazität des Speichers für die Aufnahme und Reproduktion der Zeichen reicht nicht aus, um alle Symbole aufzunehmen.
Wenn nach dieser Ansicht der Gedächtnisspeicher einfach zu klein ist, um alle Informationen zu speichern, so kann von der Versuchsperson keine vollständige Rekonstruktion verlangt werden, sondern nur die Reproduktion eines kleinen Teils der Buchstabenmenge. Dieser Teil darf dann die Gedächtniskapazität nicht überschreiten.
Sperling entwickelte, von diesen Überlegungen ausgehend, den Teilbericht, bei dem der Proband nur eine von (mindestens) zwei angebotenen Zeilen reproduzieren soll. Welche Zeile berichtet werden soll, erfährt die Versuchsperson unmittel-bar nach der Darbietung durch ein akustisches Signal. Bei zwei Zeilen deutet ein hoher Ton an, die obere Zeile zu reproduzieren, während ein tiefer für die untere Zeile steht. Er setzt unmittelbar nach dem Ende der Buchstabenpräsentation ein. Interessant ist, daß mittels des erst nach der Präsentation einsetzenden Tones die Versuchsperson während der Darbietung nicht weiß, welche Zeile sie danach wiedergeben soll. So stellt diese Methode eine Art Stichprobenentnahme der Informationen aus dem gesamten visuellen Gedächtnisspeicher dar. Die Kapazi-tätsbegrenzung während des Reproduktionsvorganges ist somit ausgeschaltet.

Sperlings Ergebnisse zeigten bei der Anwendung des Teilberichtes tatsächlich eine erhöhte Reproduktionsleistung als bei den Ganzbe-richtexperimenten erzielt wurde. Hier waren erheblich mehr Buchstaben zur Reproduktion verfügbar. Wurde bei den Ganzberichten eine Rekonstruktionslei-stung von durchschnittlich 4,3 Buchstaben von 12 Buchstaben pro Test gezeigt, so ergab sich bei den Teilberichten eine mittlere Reproduktionsleistung von 9,1 Buchstaben. Es standen also den Versuchspersonen noch fast die gesamte Buchstabenmatrix zur Verfügung, um die gewünschte Zeile zu rekonstruieren – nach einer Darstellungsdauer von nur 50 ms.
Durch verschiedene Variationen des Teilbericht-Testes erkannte Sperling, daß bei einer Verzögerung des akustischen Signals, das die zu reproduzierende Zeile angibt, die Anzahl der richtig reproduzierten Symbole abnimmt. Setzte das Signal nach einer Verzögerung von 150 ms ein, so konnten nur noch durchschnittlich 7,2 von 9 Buchstaben und bei 500 ms nur noch 6 von 9 rekonstruiert werden. Nach einer Sekunde Verzögerung des Signaltones erreichten die Ergebnisse die Ergebnisse aus dem Teilbericht.

Sperlings Folgerungen waren:
Eine optische Darbietung bleibt in einem visuellen Speicher für kurze Zeit erhalten, auch wenn keine Reize mehr vorhanden sind. Informationen müssen dann vom visuellen Speicher in das Kurzzeitgedächtnis übertragen werden, damit sie reproduziert werden können. Nach etwa einer Sekunde ist dieser visuelle Speicher zerfallen, die Informationen, die nicht in das Kurzzeitgedächtnis übertragen wurden, sind verloren und können nicht reproduziert werden. Die Persistenz des visuellen Speichers ist also nur sehr kurz.
Durch die Ergebnisse der Ganzberichtsmethode zeigt sich, daß nur vier bis fünf Buchstaben in das Kurzzeitgedächtnis übertragen werden können – der Durch-schnitt lag – wie oben erwähnt – bei 4,3 von 12 dargebotenen Buchstaben. Danach ist der Speicher zerfallen. Wenn die Versuchsperson jedoch, wie im Teilbericht, angehalten wird, eine bestimmte Zeile von Symbolen in das Kurzzeitgedächtnis „hinüberzuretten“, so können diese vollständig übertragen werden. Dies ist möglich, da diese dann weniger als fünf Zeichen enthält.

Ein eidetisches Gedächtnis würde schließlich eine Erweiterung der Zeitspanne dieses sensorischen Speichers bedeuten, in der die Informationen abgerufen werden können.

Viele Grüße,
Der Captain

Zusammenfassung für Th. Miller, der meine Postings privat sammelt: Der visuell-sensorische Speicher.

Hallo Peet,

danke erstmal für die Erläuterung.

Das relative Gehör ist nun mal schon eine musikalische
Fähigkeit, die grundsätzlich bei den meisten vorhanden ist und
auch trainierbar ist.

Ich vermute, du meinst hier im einfachsten Fall das Erkennen, ob ein zweiter Ton gegenüber einem ersten höher oder tiefer ist, richtig? Dass das grundsätzlich trainierbar ist, glaube ich, weil ich selbst das mehrfach anhand von Vorschülern erleben konnte, wenn es auch zu Beginn zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kam. Aber das wird ja auch überall so beschrieben.

Die nächste Stufe wäre die erlernbare Fähigkeit, einen Ton ohne Hilfe
zu erkennen, was ich als passives absolutes Gehör bezeichne. Dazu
gehört dann auch die Erkennung der Stimmung sowie ungutes Gefühl bei
der festgestellten Abweichung von den Originaltonhöhe, die du oben
beschrieben hast. Dieses absolute Gehör ist nachweislich
erlernbar

Mit Verlaub, das habe ich noch nie irgendwo gelesen, weshalb ich hier auch Probleme habe, das zu glauben, obwohl diese Behauptung ja von einem Fachmann wie dir ausgesagt, einige Bedeutung hat. Du hast Recht, auf diese Fähigkeit bezog ich mich und beziehe ich mich, wenn ich von „absolutem“ Gehör spreche.

  • bei Kindern sehr schnell, eigentlich in zwei-drei
    Jahre des Unterrichtes, wenn auch nicht voraussagbar. Es sind
    somit nicht alle dazu fähig.

Gibt es da Belege? Das ist mir unbekannt. Ist das vielleicht gerade in den letzten Jahren erforscht worden? Das würde dann erklären, warum ich dieses Phänomen nicht kenne, denn ich habe nicht mehr sämtliche relevanten Zeitschriften zur Verfügung wie noch vor 10 Jahren.

Die höchste Stufe wäre das absolute Gehör, welches den
Besitzer dazu befähigt, den gewünschten Ton selbständig zu
produzieren, warum ich diese Stufe als aktives absolutes Gehör
nenne. Meist angeborene und eher seltene Fähigkeit, aber auch
als nächste Stufe bei den besonders begabten Kindern erlernbar.

Das finde ich wiederum interessant, weil ich diese Differenzierung noch nie gehört habe und bisher immer davon ausging, dass das Singen eines absolut gehörten Tons natürlich erlernbar ist, aber eben nur das Singen, nicht das Hören.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hi!

Bei Büchern fällt es mir schon eher schwer, vor allem weil ich
nie auf die Seitenzahl achte (sorgt immer wieder für
Überraschungen, wie „oh, ich bin schon auf Seite 56“ :wink:

Wenn du ein photografisches Gedächtnis hättest, dann müßtest du dich nicht auf die Seitenzahl achten, du hättest sie „photografiert“ und damit immer präsent, die Konzentration ist da im Gegenteil sogar hinderlich! Unter Hypnose können diese Phänomene auch bei „normalen“ Leuten abgerufen werden. Du hast also „nur“ ein gutes oder hervorragendes Gedächtnis.

Gruss
Junktor

Wenn du ein photografisches Gedächtnis hättest, dann müßtest
du dich nicht auf die Seitenzahl achten, du hättest sie
„photografiert“ und damit immer präsent, die Konzentration ist
da im Gegenteil sogar hinderlich! Unter Hypnose können diese
Phänomene auch bei „normalen“ Leuten abgerufen werden. Du hast
also „nur“ ein gutes oder hervorragendes Gedächtnis.

Hi Junktor,
Das Problem ist das ich die Seitenzahl überhaupt nicht „sehe“.
Aber ich kann mir z.B. fabelhaft das Layout eines Textes merken, und ich weiß auch immer genau wo welches Bild in welchem Zusammenhang war. Auto-Kennzeichen kann ich auch mit einem Blick abspeichern, dazu noch Frabe, Form, sogar die Anordnung der Rück- und Bremslichter. Dabei sehe ich immer das Auto als ganzes vor mir, also stelle ich mir das Autokennzeichen nicht einzeln vor sondern im Zusammenhang.

Mit Musik ist das ähnlich. Einmal kam ich ins Zimmer da lief gerade eine Dokumentation (nichts über Musik oder Bach), und ich erkannte gleich an ein paar Tönen dass im Hintergrund das Klarinettenkonzert von J.S. Bach lief, das ich vor langer Zeit mal hörte.

Gruß,
Sadjehuti

Hi Junk… (*lächel)

Wenn du ein photografisches Gedächtnis hättest, dann müßtest
du dich nicht auf die Seitenzahl achten, du hättest sie
„photografiert“ und damit immer präsent,

Ich würde nie behaupten, ein sog. „photograhisches“ Gedächtnis zu haben, dennoch weiß ich immer, ob ein für mich interessanter Satz in der Mitte eines Buches oben rechts auf der linken Seite oder im letzten Drittel unten links anfangs des letzten Absatzes steht…
Warum? Keine Ahnung! Aber oft hilfreich, wenn ich nicht schon mit Krakellinie unterstrichen habe… (was übrigens nicht uninteressant ist… Manchmal nehme ich Jahre nach erstem Lesen ein Buch in die Hand, sehe meine Unterstreichungen und frage mich: was war denn da so interessant und bemerkenswert???) Was für ein Glück, der Mensch ist tatsächlich zur Entwicklung fähig *g.
Gruß,
Anja