Eifersucht (?) auf Geschwisterkind

Hallo Leute,

stellt Euch folgende Situation vor: ein 6jähriges kleines Mädchen bekommt vor etwa 1/2 Jahr eine kleine Schwester. Bereits vor der Geburts hat sie sich immer wieder geäußert, dass sie sich auf das Baby nicht freut, weil „dann ihr schönes Leben zu Ende ist“ (Originalton Kind).

Nach der Geburt ist sie zwar sehr liebevoll zu der kleinen Schwester, „tut“ ihr also nichts böses, erzählt aber immer wieder - durch die Blume - dass sie immer noch nicht glücklich ist, eine Schwester zu haben. So z. B. „Ich wünschte mir, ich wäre nicht mehr die Freundin von Mama, sondern so klein wie XY“.

Gleich nach der Geburt antwortete sie auf die Frage, ob sie sich denn über das Schwesterchen freue mit einem Verrollen der Augen und dem Satz: „Was soll ich darauf sagen“.

Haltet ihr das für „normale“ Eifersucht? Ist es überhaupt Eifersucht? Wie kann man dem Kind helfen?

P.S.: Nur zur Info: Ich bin nicht die Mutter, sondern eine nahe Verwandte.

Danke
Löwenzahn

hi

stellt Euch folgende Situation vor: ein 6jähriges kleines
Mädchen bekommt vor etwa 1/2 Jahr eine kleine Schwester.
Bereits vor der Geburts hat sie sich immer wieder geäußert,
dass sie sich auf das Baby nicht freut, weil „dann ihr schönes
Leben zu Ende ist“ (Originalton Kind).

da hat sie ja auch recht - schliesslich war sie bisher „das Zentrum“ um das sich alles drehte, jetzt muss sie das teilen, bekommt also nur noch max. 50% der Aufmerksamkeit

erzählt aber immer wieder - durch die Blume - dass sie immer
noch nicht glücklich ist, eine Schwester zu haben. So z. B. „Ich
wünschte mir, ich wäre nicht mehr die Freundin von Mama, sondern so
klein wie XY“.

das ist m.E. vollkommen normal. Ich war ungefähr genauso alt als endlich der langersehnte Sohn ;o) geboren wurde … ich habe dann tatsächlich wieder nach einer Flasche verlangt und wollte im Laufställchen schlafen … hat sich auch schnell wieder gegeben

Gleich nach der Geburt antwortete sie auf die Frage, ob sie
sich denn über das Schwesterchen freue mit einem Verrollen der
Augen und dem Satz: „Was soll ich darauf sagen“.

eben - WAS SOLL sie darauf sagen ? Sie hat doch garkeine Wahl !

Sagt sie "ja klar … " wärs schlichtweg gelogen
Sagt sie „nein“ reagieren die Erwachsenen komisch „weil man sich doch auf das Schwesterchen freuen MUSS“ … ne… muss man eben nicht

Wie kann man dem Kind helfen?

Wenn es irgend geht sich mehr um das Kind kümmern und ihm zeigen dass sie NICHT die zweite Geige speilt sondern genauso geliebt wird wie vorher

Gruß H.

hallo,

das is schon eine art eifersucht. aber eher mit konkurrenzdenken.
ich hab zwar ‚nur‘ 3 jahre psychologie in der oberstufe gehabt und mein abi darin gemacht aber ich bin kein psychologe. wir hatten das thema geschwisterrivalität aber auch ein paar wochen.
mit 6 is das kind grade in einer der vielen - nennen wir sie mal individualfindungsphasen… mit 6 kommen kinder in die schule, werden von den meisten nich mehr begrüßt mit: " du bist aber eine kleine süße…" etc etc… was manche so an sich haben wenn sie kleine kinder sehen. sie hören dann eher „du bist aber schon groß…“ und dann hängt es von der erziehung ab. mamas oder papa ‚kleine prinzessin‘ will natürlich weiter prinzesschen bleiben. ich weiß nich wie das bei der kleinen is, aber 6 jahre einzelkind werden zur gewohnheitssache. sie muss plötzlich teilen, hat nich mehr die volle aufmerksamkeit und muss auch schon anfangen verantwortung zu übernehmen.
zudem kommt noch, dass das baby so gut wie alles darf und sie nich. babys dürfen schreien, einmachen, wach bleiben wenn sie nich einschlafen wollen, werden von vorne bis hinten bedient. wir wissen, dass sie es brauchen aber mit 6 sieht man das noch nich so.
die eltern müssten sich mal ein wochenende oder einen ganzen tag (wenn ein wochenende nich geht) mal nur mit der großen beschäftigen. das baby zu oma oder opa und mit ihr was unternehmen. das würde ihr sicher gefallen und in einer solchen atmosphäre (ohne konkurrenzbaby) würde es auch einfach werden mit ihr zu reden. die eltern müssen der kleinen versuchen zu erklären, dass das baby nicht bedeutet, dass „ihr schönes leben jetzt zu ende ist“, sondern dass mit einem geschwisterchen einfach ein neues schönes leben anfängt. sie müssen schauen, was mag die kleine besonders, was nich und das was sie mag müssen sie ihr trotz baby schmackhaft machen - auch wenns mal schwer wird. und sie könnten rausfinden, was sie gerne tun würde, was nur „große kinder“ dürfen/können. sie müssen ihr schlichtweg das leben als große schwester schmackhaft machen. wenn sie selber geschwister haben, einfach mal die zeit nehmen und zurückdenken - wie war das bei mir damals? was hat mir gefallen, was nich am geschwisterleben? 6 jahre altersunterschied sind nich grade wenig wenn es um kleine kinder geht - dessen muss man sich bewusst sein.
in diesem alter sucht sich das mädchen auch neue bezugspersonen - bis jetzt waren es die eltern, aber jetzt können auch verwandte oder nahe bekannte der eltern ‚auserwählt‘ werden. diese person kann ihr dann die ungeteilte aufmerksamkeit zukommen lassen, die sie einfach ab und zu braucht und sie vom baby etwas ablenkt.
ich kenne das kind nicht, aber wenn man daran arbeitet wird es mit der zeit besser und wenn das baby dann in das alter kommt, indem sie auch mal was ‚damit anfagen kann‘ wird sie sich auch anders verhalten. noch liegt es da, schreit, pupst und schläft - wie eine babypuppe mit der sie aber nich spielen kann. sie weiß halt noch nichts damit anzufangen.

ich hoffe, es hilf ein bisschen. einfach mal selber wieder im kopf 6 werden und mit kindlichem verstand an die sache gehen :smile:

liebe grüße romy

Hallo,

ich mußte ziemlich lachen, als ich diese Sprüche von der Kleinen las :wink:)
Ziemlich altklug, kann nur besser werden durch den Zuwachs. Brauchst du gar nichts machen.
Gruß,
Claudia

Hallo
weil „dann ihr schönes Leben zu Ende ist“ das hört sich eher so an als hätte ihr das jemand in den Mund gelegt. ich glaub das ein Erwachsener oder größeres Kind das mal gesagt hat.Finde da lief in der Schwangerschaft der Mutter schon etwas falsch. ich kannte das von meinem Kind nicht.Auch von bekannten die ein Baby haben habe ich sowas nicht gehört, da werd ich böse angesehen wenn ich sage darf ich dein Geschwisterchen mitnehmen.
Was natürlich sein kann das die Eltern und andere Verwandte ihr tatsächlich den Eindruck geben nicht mehr da zu sein. Die Aufmerksamkeit für sie auf das nötigste beschränken und nun das süße putzige baby interessanter ist.
Solange sie aber dem Baby doch nichts böses tut.
Man sollte halt bei den begrüßungen nicht nur oder gleich immer in die Wiege sehen sondern mit Ihr reden und sie mit einbeziehen.Da gibts viele möglichkeiten.

Hallo,

vielleicht ist es auch ein wenig viel verlangt von einer 6-jährigen,
die „Freundin von Mama“ sein zu müssen. Auch mit 6 ist man noch ein
Kind und will die Vorteile daraus genießen. Wenn man dem Kind
einredet, es sei „schon groß“ und nun die „Freundin“ dann nimmt man
ihm doch irgendwie was weg. Und warum soll das Kind sich DARÜBER
freuen?
Sicher war das von Mutter oder Oma oder sonstwem „gut gemeint“ aber
so funzt das nun mal nicht.
Vielleicht könnte die Mutter zeitweise das Baby von jemandem betreuen
lassen und dann ganz und gar für die Tochter dasein - da darf SIE
dann das „Kind“ sein. Sie sollte sehen, dass sie als Kind nicht
„ersetzt“ wurde.

Ich selbst hab zwar nur 1 Kind, aber zu Hause war ich auch die
Älteste …

grüssle
bettina

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Hallo Löwenzahn,

unser großer (zwei Jahre älter) durfte! uns helfen mit dem Kleinen, er mußte überhaupt nichts, wurde aber immer überschwenglich gelobt und mit Aufmerksamkeit belohnt wenn er es tat.

Zudem haben wir im Vorfeld allen Besuchern eingeschärft, erst den großen zu begrüßen und auch für ihn ein kleines Geschenk mitzubringen und dann erst das Baby anzuschauen.

Das haben wir nicht lange durchziehen müssen, denn schnell war der kleine völlig akzeptiert und der große nahm die Besucher an die Hand und führte sie stolz zu seinem! Bruder.

Bis jetzt (8 und 10) sind beide ein Herz und eine Seele, auch wenn es immer wieder mal kracht, aber alles andere wäre schon unnormal.

Gandalf