so allmählich bin ich am Ende mit meinen Ideen.
Meine große Tochter (8J) ist eifersüchtig auf meine kleine Tochter (6J).
Über die unbewußte Bevorzugung der Kleinen bin ich mir im Klaren, und gebe mir Mühe meine Aufmerksamkeiten gleich und altersgerecht zu verteilen. Wobei die Sache mit der Altersgerechtigkeit wieder Eifersucht erzeugt.
Was mir weh tut, sind die ständigen Unterdrückungsversuche der Großen gegen die Kleine. Die Kleine ist in ihren Launen wesentlich stabiler - somit gutmütig, verliert nie die schlechte Laune, anpassungsfähig… Aber irgendwann einmal hat die Große dann doch den Bogen überspannt. Die Kleine liebt ihre große Schwester von Herzen sehr, und das bricht mir wieder das Herz. Bei der Großen ist selten ehrliche Zuneigung für die Kleine zu erkennen.
Die große Tochter ist launisch, mit ihrem Selbstwertgefühl unstabil. Ich kann und will nicht immer gegen ihre Launenabstürze gegensteuern, auch wenn es ihr schlecht geht, sonst würde ich irgendwann einmal werde als Dauerstütze für miese Launen mißbraucht.
Was soll ich tun? Durchhalten bis sie sich gefangen hat? Ist das Problem die große Tochter alleine?
Keine Ahnung!
grilla
Hi Grilla,
natürlich merkt die Große, wenn Du Dich nur der Gerechtigkeit willens mit ihr beschäftigst. Und wenn Du Dich nicht mal mit ihr beschäftigst, wenn es ihr schlecht geht, fördert das ihr Selbstbewußtsein auch nicht gerade. Die Folge: sie wird noch „launischer“, Du magst sie noch weniger… usw. Wahrscheinlich hast Du von Anfang an versäumt, ihr die neue Situation zu erklären (weil sie ja noch so klein war). Eine mögliche Lösung wäre, Dich einmal in der Woche nur um die Große zu kümmern.
Ciao
Uwe
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Hallo Grilla,
wir haben ganz ähnliche Probleme, allerdings ist bei unseren Töchtern der Altersunterschied noch größer (7 und 2)
Bei uns ist es mittlerweile etwas besser geworden, seit wir uns ganz bewusst Zeit nehmen, in der wir nur mit der großen was machen. Tagsüber geht das meistens schlecht, bei uns findet das dann immer abends statt: Papa geht schon mal mit der Kleinen Zähne putzen, Wärmflasche machen, Kuscheltiere richtig anordnen und noch etwas kuscheln, während ich noch im Wohnzimmer sitze mit der Großen (es ist wichtig, daß die kleine nicht mehr dazu kommen und dann doch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann). Dann spielen wir noch ein Spiel, lesen noch ein Buch vor, Bauen noch was mit Lego, oder was auch immer. Das Kind sucht dann aus, wozu es Lust hat. Manchmal ist es auch umgekehrt, daß der Papa mit der großen was unternimmt, Rollschuh fahren gehen oder so, während ich die Kleine bei mir habe.
Auch hilfreich ist glaube ich, wenn Kinder mal ganz eigene Aktivitäten alleine machen. Unsere große geht z.B.einmal in der Woche zu ihrer Pfadfindergruppe, oder auch sonst öfter mal zu einer Freundin zum spielen. Wenn sie dann wieder nach hause kommt, klappt es meist besser, daß beide Kinder mal zusammen spielen, ohne sich zu streiten, als wenn sie den ganzen Tag beide zusammen zu Hause sind.
Vielleicht helfen solche „Trennungszeiten“ in der Familie Euch auch weiter?
Und ich weiß, daß es da dann schon Überwindung kostet, sich mit einem quengeligen mürrischen Kind bewusst zusammenzusetzen, anstatt mit dem „lieben“ Kind zu spielen. Ich muß mich auch oft richtig überwinden, aber meist wird das belohnt, dadurch daß die große dann doch auch Spaß hat und etwas liebenswerter im Benehmen wird.
Jedenfalls wünsche ich Euch alles Gute,
Agnes
Hi Grilla,
zu sagen, du hast bereits am Anfang einen Fehler gemacht bringt Dir jetzt auch nichts mehr, denn es ist nicht mehr zu ändern. Allerdings solltest Du deine Einstellung deiner Großen gegenüber ganz schnell ändern, denn du schürrst die Eifersucht so nur noch. Sie darf nicht spüren, daß du die Kleine lieber hast. ICh verstehe ehrlich gesagt auch nicht warum du die Kleine lieber hast, es sind doch beides deine Kids! Nimm dir bestimmte Zeiten nur für die Große und mach mit ihr etwas, was man mit der Kleinen noch nicht machen kann. So habe ich es bei meinen Kids gemacht, ich habe 3 im jeweiligen Abstand von 4 Jahren und ich muß sagen, es hat wunderbar funktioniert. Wenn mal die Eifersucht aufkam, hab ich erklärt, daß „die Kleine“ dadurch daß sie nunmal noch kleiner ist, etwas mehr Aufmerksamkeit in bestimmten Dingen braucht und die Große das ja schon kann. So war wieder alles ok!
Gruß
AAra
Nimm Dir doch mal einen Tag oder Nachmittag und mach mit der „Großen“ etwas ganz allein.
Zoobesuch, kleine Ausfahrt mit Eisessen, Freizeitpark, Schwimmbad mit Kuchenessen.
So kriegt Sie das Gefühl, Du bist auch mal für Sie allein da.
In dem Alter fangen schon „Probleme“ an, die man als Erwachsener
wichtig nehmen soillte.
Bist Du jetzt für Sie allein da, wird Sie später auch mit Problemen zu Dir kommen.
Viel Spaß beim Ausflug
PiRo
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Hallo,
kann es sein, daß du auch im Stil des
unbedingten Gehorsames erzogen worden bist ?
Wenn ja, könnte da der Grund des Leidens liegen.
Tipp: Liebe als Leid von Susan Forward
und emotionale Erpressung
Sie hat auch andere sehr interessante Bücher geschrieben.
Wenn wir unsere eigene Erziehung verstehen, erst dann
können wir in Ruhe respektvollen Umgang mit den eigenen Kinder
einüben. Die Eifersucht wird dann zum Indikator anderer verborgerner Wuensche.
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ungleiche Schwestern
Hallo Aara,
als meine erste Tochter auf die Welt kam, war ich fest der Meinung, dass ich niemals jedes weitere Kind so lieb haben werde wie dieses. Dann kam das Zweite, und nun weiß ich, dass ich für Beide soviel Zuneigung empfinde, wie für keinen anderen Menschen. Aber sie sind beide unterschiedliche Typen. Und die Große macht mir das Leben schwer, obwohl ich lasse nichts auf sie kommen.
Wir üben zusammen mit großer Begeisterung täglich Blockflöte, gehen beide gerne ins Kino, und machen überhaupt einiges zusammen, wofür die Kleine noch nicht alt genug ist. Da habe ich eher Mühe für die Kleine gleichzuziehen. Und die Große bekommt nie genug von mir. Während die Kleine gutmütig und schweigend ihr Defizit hinnimmt, meckert die Große, sobald ich der Kleinen eine Extrastunde widme. Manchmal komme ich mir vor wie ein Spielball meiner Kinder. Das kann es auch nicht sein.
Aber es gibt gute und schlechte Zeiten. Momentan ist die Große wieder „gut drauf“, und wir Drei kommen prima miteinander zurecht.
Die Antworten auf mein Posting haben mir gezeigt, dass in einer knapp formulierten Aussage zuviele Mutmaßungen der Leser verursacht werden kann. Und ein Patentrezept für mein „Problemchen“ gibt es wohl auch nicht. Wie gesagt, mal geht es gut, mal könnte ich verzweifeln.
Alles in allem, Danke für die Antworten.
viele Grüße
grilla
Hallo Susanne,
das Thema mit meiner Kindheit habe ich abgeschlossen. Darüber habe ich genug gesprochen und darüber nachgedacht, und irgendwann einmal nach vorne geschaut. Und wenn ich aufgrund meiner Vergangenheit Erziehungsfehler mache, dann weiß ich manchmal nicht nur warum, sondern bemühe ich mich auch um Schadensbegrenzung. Auf keinen Fall will ich eine Mutter sein, die vor lauter Kalkül (bloß keinen Fehler machen) unnatürlich wird. Zu meiner Natürlichkeit gehören auch meine Macken.
Mit meinem Posting hatte ich gehofft von anderen Eltern zu hören, die sich ebenfalls mit solchen Schwierigkeiten plagen.
Die Ursache für das Problem zwischen der Großen und mir ist mit Sicherheit nicht in mangelnder Liebe zu suchen - die ist nach meiner Einschätzung bedingungslos, sprich keiner muß etwas leisten um gemocht zu werden - sondern die Große hat niemals die Situation akzeptiert eine von 2 Kindern zu sein. Und da kann ich ihr nicht mehr helfen, als ich es bereits tue. Manchmal ist die Kleine ausgeschlossen, obwohl sie Anspruch auf 50 % meiner Aufmerksamkeiten hat. Teilen kann ich mich nicht. Abgesehen davon, dass ich auch Anspruch auf Individualität und Privatsphäre habe.
Danke für Deinen Buchtipp.
Viele Grüße
grilla
Hallo grilla,
klingt echt gesund und selbstbewußt deine Einstellung.
Trotzdem wird ist eifersüchtig, wer mit eifer Zuneigung
sucht. Irgendeinen Grund gibt es. Ist diese Schwester
aus irgendwelchen Gründen eben nicht selbstbewußt genug ?
Dann hilft doch zum Ausgleich ein interessantes Hobby
bei dem sie auch ein wenig bewundert wird.
Gruß susanne
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Hallo Grilla,
Aber es gibt gute und schlechte Zeiten. Momentan ist die Große
wieder „gut drauf“, und wir Drei kommen prima miteinander
zurecht.
Das finde ich super! Geniß die Zeit, und gib vor allem Deiner Großen viel Bestätigung, daß Du das Leben so schön findest. Die alte Weisheit halt: Erwünschtes Benehmen bestätigen, dann ist es nicht mehr halb so interessant, durch schlechtes Benehmen Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Liebe Grüße, Karin
oft liegt es daran das die eltern von vorneherein versäumt haben die „grossen“ mit einzubeziehen.
alles drehte sich um das „neue“ baby, die grosse fühlt sich ausgegrenzt.
anstatt dem kind ein wenig mitverantwortung aufzutragen und ihre „muttergefühle“ anzusprechen war sie die grosse die nun nicht mehr so viel wärme und zuneigung brauchte…
dann entsteht dieser neid und manchmal unter schwestern sogar hass.
nun ist das kind im brunnen und es gilt auszubügeln was tief drin steckt.
vielleicht hilft wenn du/ihr einfach mal was mit der grossen alleine unternehmt und ihr das gefühl gibt das sie auch sehr olle wichtig ist.
macht mal eine tour mit ihr, geh mal nur mit ihr nett schoppen, ins kino oder essen.
sie braucht wohl das gefühl wichtig zu sein und das scheint ihr derzeit zu fehlen…
gruß