Hallo,
ich hatte heute ein interessantes Streitgespräch mit einer befreundeten Maklerin zu einem fiktiven Fall:
Mieter M zieht Januar 2008 in eine neue Stadt. Weil er sich nicht sicher ist, ob sein Job sicher ist, sucht er erst einmal eine Mietwohnung, ist aber mittelfristig nicht abgeneigt auch etwas zu kaufen.
M trifft auf den Vermieter VM, der seit Monaten verzweifelt versucht hat sein Haus zu verkaufen. VM hat den Tag sein Haus nun auch „Zur Miete“ eingestellt und schon am ersten Tag trifft er auf M und M mietet das Haus noch am gleichen Tag.
Bei netten mündlichen Gesprächen sagt M, dass er sich auch vorstellen könne, das Haus später zu kaufen, dazu aber erstmal 2-3 Jahre abwarten wolle. VM gibt ihm daraufhin einen unbefristeten Mietvertrag.
Im Januar 2009 erhält M von VM den überraschenden Anruf, dass er nun doch schon jetzt das Haus verkaufen wolle. M überlegt und macht ihm ein Angebot 30k unter dem gewünschten Preis, weil M nicht mehr zahlen kann und will. VM ist enttäuscht und sucht seitdem Käufer. Nun steht ein Käufer bereit, der den (aus Sicht M überhöhten) Preis zu zahlen bereit ist.
Nun die beiden Sichten:
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M denkt, dass der neue Besitzer nach dem Kauf wegen Eigenbedarf (hat Familie etc., wohnt aktuell zur Miete) kündigen wird und M spätestens 3-4 Monate nach dem Verkauf das Haus räumen muss. M ist deshalb etwas im Stress. Er hat zwar nach Häusern gesucht, aber bis dato nichts brauchbares gefunden. M hat Frau und Kind, ist aber nicht gerade „bedürftig“.
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Maklerin X sagt nun "Locker bleiben, M kann trotzdem keiner aus dem Haus bekommen, außer jemand zahlt ihm ganz viel Geld.
Vermieter V hat einen schweren Fehler gemacht, als er das Haus vermietete. Er kann nun nicht mehr auf „wirtschaftliche Verwertung“ als Kündgungsgrund setzen, denn die hat er sich selbst kurzfristig verbaut. Die Gespräche über einen möglichen Kauf in 2-3 Jahren berechtigen keinesfalls zu einer Kündigung nach 2 Jahren, vermutlich nicht mal nach 3.
Auch der potenzielle Käufer hätte schlechte Karten, denn er kauft wissentlich ein vermietetes Haus und kann deshalb nicht davon ausgehen, dieses nun kurzfristig beziehen zu können."
Mich als Außenstehender verblüfft der letzte Satz nun schon ein bisschen, denn ich frage mich, wann denn dann überhaupt je Eigenbedarf Erfolg haben könnte.
Die Maklerin meinte, dass ähnliche Fälle regelmäßig vor Gericht scheitern würde.
Was meint ihr? Habt ihr für oder Wider die eine oder andere Meinung Beispiele und Argumente?
TIA