Eigene Pension- Chance nutzen oder lassen

Hallo Experten !
Ein Lebenstraum könnte in Erfüllung gehen… Was haltet Ihr davon ?
Mein Mann und ich (Ende 20 / Anfang 30, ohne Kinder) hätten die
Möglichkeit eine ehemalige Pension (unmöbliert) mit 6 Zimmern im
einem Kurort im Teutoburger Wald für einen fairen Preis anzumieten.
Ausreichend Wohnfläche für uns ist vorhanden, tolles Grundstück,
gehobene Ausstattung (Kaminzimmer, Wintergarten ect.) Gewerbliche
Nutzung ist kein Problem. Mein Mann ist Handwerker mit viel
Kundenerfahrung und hat einiges an Gastronomieerfahrung, ich komme
aus der Behindertenpädagogik. Eigenverantwortliche Planung und
Ausgestaltung reizt uns, im Umgang mit Menschen sind wir versiert,
wir sind bereit hart anzupacken und uns in vielen Bereichen
einzuschränken. Der Plan wäre, dass mein Mann vorerst bei seiner
Arbeitsstelle bleibt und ich die Pension führe, da mein befristeter
Vertrag zum Ende des Jahres ausläuft und ich bisher keine neue Stelle
finden konnte. Wenn unsere Pension läuft, möchte ich mir eine Stelle
in meiner Fachrichtung suchen. Mein Mann würde dann die Pension
führen. Was uns (noch) fehlt ist das Wissen über Möglichkeiten der
Finanzierung. Für die Einrichtung der Zimmer, ein finanzielles
Polster zur Überbrückung der Anlaufphase sowie Werbekosten bräuchten
wir eine Summe von ca. 40000 €. Welche staatlichen Zuschüsse gäbe es
für uns als Existenzgründer, insbesondere für mich als Ausweg aus der
Arbeitslosigkeit ? Und überhaupt, meint Ihr wir können es wagen, bei
der derzeitigen Konjunktur ? Informatives, kritisches aber auch
ermutigendes ist erwünscht ! Gruß, Rena

Zur Finanzierung
Hallo,

Um die Finanzierung durchzukriegen, kannst du dich an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) wenden. In Zusammenarbeit mit einem guten Unternehmensberater mußt du einen Businessplan erstellen und diesen mit dem Antrag dort einreichen. Wenn du dann von der KFW das OK kriegst, gehst du damit zur Bank und kriegst einen Kredit.

Was die Idee ansonsten angeht, so müßte man natürlich mehr über die Lage der Pension wissen und natürlich, an welche Clientèle Ihr gedacht habt.
Da du in der Pension natürlich mit Lebensmitteln (ich gehe davon aus, daß du deinen Gästen zumindest Frühstück anbietest) zu tun hast, mußt du natürlich auch entsprechende Schulungen bei der IHK besuchen, die ebenfalls nicht gerade billig sind.

Gruß
Sticky

Hallo Sticky !

Wie gesagt ein Kurort, das sagt ja wohl alles übers Klientel. Die
Lage ist laut Tourismusinformation super. Wir schauen uns die
Immobilie + die Umgebung morgen genaustens an. Freunde von uns haben
sie live gesehen und wir im Internet…
Hatte bis jetzt auch mit Lebensmitteln zu tun. Arbeite (noch) in
einer Wohngruppe. Da reichte ein Gesundheitszeugniss und regelmäßige
Belehrungen über Hygienebestimmungen beim Gesundheitsamt. Weisst ob
die IHK-Sachen wirklich verpflichtend sind und was sie in etwa
kosten? Thanx, Rena

Hallo

bei solchen angeblichen „Goldgruben“ stellt sich mir immer folgende Frage: Warum hat das jemand aufgegeben? Lasst Euch vom Vorbesitzer die Originalbilanzen der letzten Jahre zeigen!
Finanzierung auf dem freien Markt für solche Geschichten sind sehr schwer durchzukriegen, da reisst sich niemand drum, zumal Ihr ja nur mieten wollt

LG
Mikesch

Das ist schon ein wenig problematisch!
Hallo …

das ist schon ein wenig problematisch!

Die Kurorte im Teutoburger Wald kämpfen seit Jahren mit zurückgehenden Belegungen, wenn eine Pension zu 50% ausgelastet ist, dann ist das schon wirklich gut.

Andererseits gibt es schon noch Kämpfer, die Alleistellungsmerkmale herausgearbeitet haben und sich auf Senioren spezialisiert haben, die rundum betreut werden, hierfür ist die angebotene Pension allerdings wiederum ein wenig sehr klein.

Man müsste mal wissen, wie hoch die Pacht sein soll, denn neben der Pacht müssen aus den Erträgen ja die Entnahmen, der Zins und die Tilgung mit erwirtschaftet werden.

Mal unterstellt, man würde bei einem Tagespreis von 50€/Zimmer eine Belegungsquote von 50% erzielen, dann würde man im Monat durchschnittlich 4.500€ an Rohertrag erzielen.

Rechnet man fiktive 1.000€ an Pacht runter, dann blieben 3.500€ zur Kostendeckung, wobei alleine die Zinsen pro Monat 300€ ausmachen und die Tilgung ab dem dritten Jahr mit pro Monat 333€ zu Buche schlägt, letzteres natürlich aus versteuertem Einkommen.

Da bleibt im Endeffekt nicht mehr sooo viel übrig und man muss schon gut überlegen, wie man hier systematisch ein Alleinstellungsmerkmal aufbauen kann, sodass Sie wirklich Erfolg haben.

Ob es über die KfW klappt, ist dann noch die Frage, weil Sie vermutlich an einer Hausbank scheitern werden, die das Vorhaben begleitet. Die Banken im Teutoburger Wald kennen die Problematiken und werden Sie nicht so ohne weiteres begleiten, zumal noch hinzukommt, dass Sie keine Erfahrung auf diesem Gebiete haben.

Sie brauchen daher handfeste Argumente, die ich im Moment noch nicht erkennen kann, aber Sie stehen ja auch noch am Anfang und können ja noch intensiv darüber nachdenken.

MfG
BEBOUB

Hallo Rena,
ich habe mich im letzten Jahr im Zuge einer Standortanalyse im Auftrag eines Kurortes in OWL sehr genau mit der gesamten Materie befasst. Ich kann Dir bei Bedarf sicher hilfreich sein, bei der genauen Standort- und Kundenanalyse.
Pauschal auf (zahlungskräftige) Senioren zu setzten reicht sicherlich nicht aus, um Erfolg mit dem Objekt zu haben.

Du kannst Dich ja mal melden, wenn Du Interesse hast.
Gruß,
Frank Scholtysek

Hallo,

Um die Finanzierung durchzukriegen, kannst du dich an die
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) wenden. In Zusammenarbeit
mit einem guten Unternehmensberater mußt du einen Businessplan
erstellen und diesen mit dem Antrag dort einreichen. Wenn du
dann von der KFW das OK kriegst, gehst du damit zur Bank und
kriegst einen Kredit.

Was, bitte schön, ist das denn für ein Unsinn???

Um Gelder von der KFW oder irgendeiner Förderbank zu bekommen ist immer erst der Gang zur Bank angesagt. Die prüft das Konzept und wenn es für OK befunden wird und der kunde Geld über öffentliche Mittel beantragen will, stellt die Bank einen Antrag auf Finanzierung bei der Förderbank.
Das ist der Weg, eine andere Reihenfolge gibt es nicht.
Davon ab, die KFW ist nicht das Allheilmittel, die Zinsen sind je nach Programm verdammt gesalzen. U.U. ist es günstiger ohne Förderbank zu finanzieren, je nach Bedarf.
Gruß,
Frank Scholtysek

Was, bitte schön, ist das denn für ein Unsinn???

Hi,

Diesen „Unsinn“ hab ich so bei einem Existenzgründerseminar der IHK vor ca 6 Wochen erklärt gekriegt.

Gruß
Sticky

…Ah ja,…also die KFW selbst äußert sich ebenfalls so, dass es nur über die Hausbank geht,
http://www.kfw-foerderbank.de/DE_Home/Service/KfW-Fo…
Dann hat es bei der Beratung durch die IHK wohl irgendein Mißverständniß gegeben, denke ich.
Gruß,
Frank

Hallo Rena,

ich habe jetzt nicht mehr alle Beiträge im Blick, da ich sie nicht nochmal gelesen habe, wenn ich jetzt also etwas wiederhole, sorry.

Ich habe vermutlich nochmal „etwas“ Glück gehabt und bin vom AA zu einem Exzistensgründer-Seminar geschickt worden.

Es war ein, ich glaube 14-Tage-Seminar, das war wirklich gut. (Der Anbieter wurde dann ausgebootet, da er zu teuer war, super).

Ich muss Dir leider abraten, obwohl ich dieses Gefühl kenne.

Auch ich habe, als ich arbeitslos wurde, den „Frikadellen-Schein“ gemacht, ein wirklich super Objekt gefunden, aber …

Meine Schwester betreibt ein kleine Pension, 14 Zimmer, und kann nur überleben, da sie Stammkundschaft hat, aus uralter Zeit.

Trotz Billigstpreisen sind kaum neukunden zu gewinnen.

Die Lage absolut zentral.

Wenn euch nicht etwas einfällt, das alle Mitbewerber aussticht, lasst es, nur die Banken werden gewinnen.

Sauna, Wellnessbereich, großzügig usw. sind keine Alleinstellungsmerkmale, das sagt jeder.

Sorry, ich würd gerne mitmachen, da ich bald wieder arbeitslos werde, aber ich sehe keine Chance.

Überlegt es euch wirklich sehr gut, falls ihr euch entschliesst es zu machen, wünsche ich euch, ganz ehrlich, viel Glück.

Gruß Volker