Hi Sebastian,
Dass unsere Geschäftsidee noch sehr diffus ist, ist
verständlich. Wir wollten nicht im Voraus alles planen, um
danach enttäuscht zu werden, weil es aus irgendwelchen Gründen
gar nicht geht.
Das ist - ganz ehrlich - ein sehr guter Ansatz für den Start. Wir erleben das gelegentlich auch anders herum: Gewerbe wird erst angemeldet und hinterher überlegt, was alles zu beachten ist.
So, wie es aus euren Beiträgen herausgekommen ist, ist eine
GbR aufgrund der Haftung riskant: Wie genau meint ihr das,
bzw. was meint ihr mit „Fehlern“?
Eine GbR ist noch schlimmer als eine Heirat:wink: Beispiel: einer deiner Kumpels bekommt Flusen und bestellt ein Gerät für 5000,- EURO. Die habt ihr aber nicht. Aber dein Kumpel glaubt daran, weil er irgendeine Aussage vom Kunden so interpretiert.
Tja, und nun? Nun müßt ihr alle gemeinsam die 5 Riesen bezahlen. Selbst wenn einer privat ein Auto kauft und es nicht bezahlen kann, dann seid ihr auch wieder gemeinschaftlich dabei, jedenfalls im Bereich der Erwachsenen.
Beim Einzelunternehmen gibt es keine Trennung privates Geld - geschäftliches Geld. Das ist ein Topf. Bei der GbR ist das eben ein größerer gemeinsamer Topf von verschiedenen Leuten.
Das macht die GbR doch recht risikoreich. Es gibt durchaus eine Möglichkeit, die gemeinsame Haftung zu umgehen.
siehe: http://www.berlin.ihk24.de/produktmarken/recht_und_f…
(Innenverhältnis meint, daß man intern vereinbaren kann, daß euch der „wilde“ Kumpel dann das Geld zurückgibt. Aber dem Lieferanten gegenüber klappt das so nicht. Das wäre das Außenverhältnis.)
Mein Tip: überlegt euch eine andere Konstellation ohne die GbR. Ob das dem Kunden gegenüber darstellbar ist, weiß ich nicht. Die wollen ja gerne einen einzigen Partner und nicht, daß bei Problemen sich verschiedene Bezeiligte wechselseitig die Schuld zuschieben.
Andere Frage: In einer GbR gibt es doch sicher auch einen
„Höheren“, also sozusagen der Chef (auf anderen Seiten wird
von einem Vertreter nach Außen berichtet).
Das muß die GbR unter sich ausmachen. Da ich mich darin nicht besonders gut auskenne, wäre ein Rat eine Rechtsanwaltes angesagt, jedenfalls normalerweise. Ich halte es für sinnvoll, einen einzigen Kapitän zu haben. Aber genau das ist das Kernproblem. Man will ja demokratisch und gerecht sein und das sind ja Freunde und überhaupt…
Das alles will wohldurchdacht werden. Und, wie der Volksmund so schön sagt, bei Geld hört die Freundschaft auf.
Zum Phantasienamen: Gut - laut mehreren Quellen - dürfen wir
uns einen Phantasienamen ausdenken (lediglich ein „GbR“ muss
hintendran), mit dem wir auch werben dürfen. Unsere Namen
müssen lediglich auf Formalitäten, wie Rechnungen, etc. drauf.
So lese ich das auch aus der Info der IHK.
Ich selbst schätze unsere finanziellen Möglichkeiten ebenso
eher hoch ein, da - wie schon erwähnt - PC(s) bereits
vorhanden sind und wir die kommerzielle Lizenz für die Adobe
CS3 vorerst privat bezahlen werden (wir haben ja das Glück,
dass wir Schüler sind und somit Rabatte bekommen).
Diese Lizenzen sind aber für Schüler und nicht für den gewerblichen Einsatz, jedenfalls üblicherweise. Sonst wäre jeder Webdesigner immer Schüler:wink:
Eine weitere wichtige Frage stellt sich mir: Muss ich bei
einer Gewerbeanmeldung angeben, was genau wir machen, bzw.
kann sich unser Tätigkeitsbereich auch mit der Zeit ausweiten?
Super exakt braucht man nichts anzugegeben. Die Angaben dienen mehr statistischen Zwecken und der Abgrenzung zum Handwerk.
Wenn wir z.B. neben unseren Dienstleistungen auch noch eine
Homepage betreiben würden, die uns durch Werbeeinnahmen
Zusatzkapital verschafft?! Wäre das rechtlich gesehen in
Ordnung, bzw. was müsste ich beachten?
So ein kleines Zusatzbonbon ist immer willkommen und gibt meines Wissens nach auch keine Probleme. Das sind Einnahmen und gut ist.
Die alte „Tante Siemens“ hieß bei uns früher in der Elektronik: Bank mit angeschlossener Elektronikabteilung:wink: Die haben jahrelang mehr Geld durch Finanzgeschäfte als durch ihre eigentlichen Aktivitäten in der Elektronik/Elektrotechnik verdient.
Ulrich