Eigenheim kaufen und mit BSV finanzieren

Hallo,

ich möchte mir eine Eigentumswohnung kaufen. Dafür würde ich gerne 125.000.- Euro entweder als Kredit oder als BSV aufnehmen. Meine Bank hat mir ein Finanzierungsangebot unterbreitet, was mir zunächst nicht ganz schlüssig ist und mich verwirrt.

Meine Bank möchte mir drei Bausparverträge anbieten. zwei über 50.000.- und einen über 25.000.- (KfW).
Irgendwie kommt mir das jedoch alles zu kompliziert vor.

Meine Fragen an euch sind nun:

  • alle drei haben eine Mindestsparzeit von 18 Monaten.
    Bedeutet das, dass ich mindestens 18 Monate lang die monatliche Mindestsparrate zahlen muss, selbst wenn ich bereits 40% des BSP einzahle?

  • was passiert wenn ich 40% einzahle, fällt dann die monatliche Sparrate sofort weg?

  • in welchen Vertrag sollte ich zuerst einbezahlen?

Ich würde mich freuen, wenn Ihr euch kurz äussern könnet.

liebe grüsse
heike

Hallo Heike,

grundsätzlich ist BauFi ein ganz kompliziertes und immer individuell zu betrachtendes Thema. Aber folgende Punkte können vielleicht pauschal benatwortet werden:

  • alle drei haben eine Mindestsparzeit von 18 Monaten.
    Bedeutet das, dass ich mindestens 18 Monate lang die
    monatliche Mindestsparrate zahlen muss, selbst wenn ich
    bereits 40% des BSP einzahle?

Kann es es sein, dass es hier um die Mindestwartezeit geht? Die Spardauer ist i.d.R. nicht sonderlich geregelt.
Mindestwartezeit bedeutet dann, dass Du zwischen Abschluß und dem Zeitpunkt an dem Du das eigentliche Bauspardarlehen in Anspruch nimmst, mindestens 18 Monate vergehen lassen mußt. Auch wenn Du die Mindestansparung (40% der BSV-Summe?) sofort leistest.

Dieser Wert ist meist aber eher hypothetisch, da die Zuteilungszahl letztlich für den Zuteilungszeitpunkt (also wann Du das Dralehen tatsächlich bekommst) verantwortlich ist.
Selten, dass Du weniger als 36 Monate warten mußt, wenn Du den BSV gleich ganz auffüllst.

  • was passiert wenn ich 40% einzahle, fällt dann die
    monatliche Sparrate sofort weg?

Ansparen mußt Du in diesem Fall nichts mehr, macht ja auch keinen Sinn.

ich möchte mir eine Eigentumswohnung kaufen. Dafür würde ich
gerne 125.000.- Euro entweder als Kredit oder als BSV
aufnehmen. Meine Bank hat mir ein Finanzierungsangebot
unterbreitet, was mir zunächst nicht ganz schlüssig ist und
mich verwirrt.

Das ist auch schon der Wahnsinn der für Fortgeschrittene.
Toll ist das Angebot für Deine Bank, denn die Verdienen erstmal schon lecker Provision am BSV (1 bis 1,6% je nach Kasse, Abschlußgebühr) udn dann nochmal an allen Darlehen.
Für Dich kann das schlagartig monatlich eine sehr hohe Belastung mit sich bringen, nämlich dann, wenn einer der Verträge in der Tilgungsphase ist und die anderen bespart werden müssen.

Pauschal würde ich sagen:
Bausparen macht Sinn im sogenannten „Nachrang“. Das bedeutet, maximal für die letzten 40% des Kaufpreises (also bei z.B. 125.000 euro für maximal 50.000 euro). Dort schlägt der günstigere Darlehenszins am besten durch.
Im ersten Rang (also die 40% nach den 20% Eigenkapital) ist die Darlehenskondition meist recht gut, so dass der BSV keinen Vorteil mehr hat (Vorsicht beim Vergleich, versteckte Kosten, die nicht im Effektivzins auftauchen im BSV!).

Der Vorteil vom Bausparen gegenüber dem Hypothekendarlehen ist meist, dass es schneller zurückgezahlt wird.
Nachteil: Weniger flexibel bei der Gestaltung der höhe der monatlichen Rate. Dies ist wegen der schnelleren Rückzahlung oft recht hoch. Muß man sich leisten können.

Ich bin jetzt nicht soooo der BauFi-Guru. Aber bisher habe ich noch keine Finanzierung gesehen, wo so ein „Schachtelodell“ vorteilhaft für den Kunden war.
(Für die Bank schon, kommt sie doch damit ihrem Ansatzziel im Bereich BSV deutlich näher).

Meine Bank möchte mir drei Bausparverträge anbieten. zwei über
50.000.- und einen über 25.000.- (KfW).

Was ich noch nie gehört habe, ist, dass KfW in Verbindung mit Bausparen funktioniert. Normalerweise leihst Du Dir das Geld günstig von der KfW und zahlst es an diese zurück. Oder gibt es da was neues, was ich noch nicht weiß?

Wenn Du die Wohnung nicht selbst nutzt, sondern vermietest, macht Bausparen wegen der Absetzbarkeit der Schuldzinsen normalerweise gar keinen Sinn.

Ich empfehle Dir, Dir mal zumindest noch ein oder zwei Angebote andere Banken einzuholen. Und lass Dir einen Zins- und Tilgungsplan für die gesamte Laufzeit ausdrucken. Am besten unter der Annahme gleichbleibender Zinsen, damit Du richtig vergleichen kannst.
Dann schau Dir in jedem Jahr die Belastung an, damit es da keine bösen Überraschungen geben kann.
Und rechne mal damit, dass die Zinsen durchaus auch steigen können.

Viel Erfolg

Gruß Schorsch