Eigenschaften von Sand

Hallo,

was hat Sand denn für physikalische Eigenschaften das es zur Schalldämmung empfohlen wird? Was sagen eigentlich die Experten hier zu diesem Phonestar Produkt der Firma Wolf Bavaria? Könnte ich das erfolgversprechend in einer abgehängten Decke verwenden?

Gruß,
ilmusy

Hallo ilmusy,
Sand hat einfach Masse. Dadurch wirkt er stark schallabsorbend.
Für Zwischendecken ist dieser Vorteil allerdings nachteilig, denn letztendlich bringt man da eine erhebliche statische Belastung ein. Eine 10cm dicke Schicht immerhin (bei trockenem Sand) rund 190 bis 200kg/m².
Die Eignung des von Dir aufgeführten Produkts kannst Du den Herstellerangaben entnehmen.
Da es offenbar um eine Holzbalkendecke geht, hier der Hinweis: die Trittschallminimierung kann bei Holzbauweise niemals so effektiv sein wie bei Massivbauweise. Gewisse Abstriche sind also zu machen!
Der idealste Weg wäre jedoch die (in der unteren Wohnung) mit Federbügeln aufgehängte Deckenkonstruktion.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus

Hallo Ilmusy :smile:

Langsam sollten wir mal Kaffee trinken gehen :smile:
Also wie mein Vorredner schon sagt Sand hat Masse.

Schalltechnisch gesehen ist es so: Mehr Masse desto besser die Schalllängsdämmung.
z.B. Betonfussboden ist besser als Holzfussboden
Massivwand besser als Holzwand da kommt noch die Resonanz dazu

In der Leichtbauweise minimiert man den Schall mit einer Dämmung die Weich sein muss also Mineralwolle oder ähnliches da sich die Schallwellen darin „verlaufen“ um es mal salop zu sagen.
Mit Styropor o.ä. funktioniert das auch nicht.
Die Rw Werte von TRockenbauwänden ergeben sich aus einer Mischung von
den GK-Platten (gibt es auch solche und solche leichter und schwerer)
und einer geeigneten Dämmung.

Zu deiner Frage mit den VIP- Dingern wenn du dir mal duie Beschreiung durchsiehst wirste merken das diese mit einen Gummigranulat gefüllt sind wo wir wieder beim Thema Gummizelle sind.
eine Richtige Vakuumplatte wird schwer zu realisieren sein da dann noch probleme mit Luftdruck usw. aufkommen könnten und die Platte aus einen extrem Harten Material bestehen müßte (saug mal ne Colaflasche luftleer)das wiederum bringt Probleme mit der Montage ein Loch drin und schon ist das Vakuum hinüber.
Und was ich mal so vermute diese VIP Dinger werden auch einen anständigen Preis haben.

mfg

Hallo superseven,

klar, wenn du mal in München bist.:wink:

wer suchet der findet:

http://www.presseanzeiger.de/meldungen/finanzen-vers…

Sollen auch nicht ihre Funktion verlieren, wenn mal ein Loch reingekommt.

Hallo,

Sand hat einfach Masse. Dadurch wirkt er stark
schallabsorbend.

Masse an sich wirkt nicht schallabsorbierend.
Je nach Art des Materials können feste Stoffe (z.B. Beton, Stahl) Schall teilweise viel besser übertragen als Luft.

Also ist der Effekt der Schalldämmung ein anderer.
-> An der Grenzschicht zwischen Materialien mit akustisch
sehr unterschiedlichen Welleneigenschaften gibt es eine schwache
Kopplung. Luftschall kann also an einer Grenzschicht von Luft
zu schwerer Masse nicht gut eingekoppelt werden und wird
eher reflektiert (ähnlich wie Licht an Grenzflächen).
Das ist der Haupteffekt bei vielen Schallschutzwänden.

Dazu kommt noch der Effekt der Reibung zwischen den Körnern.
Jede Schwingung muß ja von Korn zu Korn üertragen werden.
Bei Glaswolle gibt es den Effekt der Reibung auch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Schalltoter_Raum#Reflex…
Den gleichen Effekt haben auch Stoffe, die z.B. aus langkettigen
Molekülen bestehen, die bei Schwingungen aneinander reiben
-> Bitumen, Gummi
Gruß Uwi

Hallo „Uwi“,
angesichts eines Forums, in welchem teilweise weder die Interpunktion, noch ein klarer Satzaufbau erkennbar ist, da werden wir doch keine weitreichenden wissenschaftlich fundierten Abhandlungen über die Wirkungsweise(n) von schallminimierenden oder durch Resonanzüberlagerung schalldruckerhöhenden Materialien und/oder Materialcompounds einführen wollen, oder gar eine Excursion in theoretische Bereiche der Grundlagen der Chemie anstreben?
Es reicht demzufolge für eine grundsätzliche Begründung der ursprünglichen Fragestellung jenes aus, was ich bereits schrieb (bitte dort genau lesen):
„Sand hat einfach Masse. Dadurch wirkt er stark schallabsorbend.“
Ich habe nicht ausgeführt >Alleine durch Masse kommt es zu einer Trittschallreduzierung; nimm also Sand.

leider geht der link nicht :smile:
und ich bin im januar in münchen auf der bauen 2011
:smile:

Hallo superseven,

dann schau ich mal vorbei.:wink:

Such nach Green-VIP-Isolierungen wenn der link nicht geht. Diese Dinger gehen wohl langsam in diese Richtung.

Gruß,
ilmusy

Hallo Klaus,

wie hätte ich die Frage stellen müssen um so eine ausführliche Antwort wie von Uwi zu bekommen?

„Gibt es besondere, physikalische Eigenschaften die Sand aufweist die bei der Auswahl zur Schalldämmung interessant sind?“

Was besseres fällt mir jetzt nicht ein, und die Ursprungsfrage war auch nicht so weit weg um nicht zu erkennen, das eben auch die lose Struktur von Sand einen interessiert. Interessant ist die Antwort von Uwi auf jeden Fall.

Was würde folgende Konstruktion bringen:

Betondecke
1cm Glaswolle (oder ähnliches)
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte

Vielleicht sogar weiter gemischt:

Betondecke
1cm Glaswolle (oder ähnliches)
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte

Der Schall müßte hier verschiedene Schichten durchdringen, das müßte ihn doch recht gut dämpfen? Bei vier Platten gibt es sicher auch Resonanz. Nehmen Resonanzen eigentlich ab wenn man mehr Platten ranhängt oder nehmen sie zu?

Hallo,

schrieb (bitte dort genau lesen):
„Sand hat einfach Masse. Dadurch wirkt er stark schallabsorbend.“

Das ist physikalischer Nonsens und wird durch Wiederholung
nicht richtiger!

Ob ein Stoff Schall gut absorbiert oder gut leitet, hängt nicht
primär von dessen Masse ab, sondern von der Struktur.
Gruß Uwi

Hallo,

Was würde folgende Konstruktion bringen:
Betondecke
1cm Glaswolle (oder ähnliches)
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
1cm Gipsplatte

Das ist ein klassischer Aufbau Masse-Feder mit zusätzlichen
Dämpfungselementen durch die Glaswolle.
So was wird in der Technik in unendlich vielen Variationen
praktisch verwendet (elastische Motoraufhängung, Radaufhängungen).
http://www.voithturbo.com/vt_de_pua_Ssrasse_duael_pr…

Im Bauwesen ist auch die Trittschalldämmung mit Schwimmestrich
ein Beispiel dafür. Zwischen massiver Bodenplatte und tragender
Decke kommt ein elastisches Element.

Ob der oben genannte Aufbau mit vielen Lagen in Realität sind macht,
sei dahingestellt, weil damit zwar eine Fläche sehr gut
gedämmt werden kann, aber es nutzt nicht viel, weil Schall auch
auf Umwegen per Körperschall durch Decken und Wände übertragen
wird und dann auch von gegenüberliegenden Wänden und Decken
wieder an die Luft abgegeben wird.
Außerdem müssen die Platten ja mit irgend was festgehalten
werden und diese Konstruktionselemente überbrücken dann teilweise
auch wieder die perfekte Schalldämmung.
Ab 2…3 Lagen wird also kaum noch eine Verbesserung
zu erzielen sein.
Evtl. ist auch Kopplung durch die 1cm Glaswolle großer, als Luft.

Vielleicht sogar weiter gemischt:
Betondecke
1cm Glaswolle (oder ähnliches)
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
1cm Glaswolle
3mm Gummimatte
1cm Gipsplatte
Der Schall müßte hier verschiedene Schichten durchdringen, das
müßte ihn doch recht gut dämpfen? Bei vier Platten gibt es
sicher auch Resonanz. Nehmen Resonanzen eigentlich ab wenn man
mehr Platten ranhängt oder nehmen sie zu?

Bei gleichartigem Aufbau hat jede Platte die gleiche Resonanzfrequenz.
Im ungünstigen Fall wird die Übertragung also nicht gut gedämpft,
weil jede Schicht in Resonanz schwingt.
Die Glaswolle und Gummi können aber dämpfend wirken, so dass
Resonanzüberhöhung wirksam unterdrückt wird.

Wenn man schon so einen sehr aufwendigen Aufbau macht, dann
wäre es zweckmäßig, unterschiedliche Resonanzen einzustellen,
z.B. indem man die Steifigkeit einzelner Platten unterschiedlich
macht (z.B. unterschiedliche Dicke, unterschiedliches Mat. oder
unterschiedliche Konstruktion).
Ansonsten stellt man die Resonanzfreqenz möglichst so ein, dass
sie außerhalb der Anregungsfrequenzen liegt.
Wenn man z.B. massive Betonmauer hat, die Schwingungen überträgt,
dann kann diese auf Grund ihrer Steifigkeit gar nicht Bereich
niedriger Frequenzen schwingen.

Bei Bauphysik kann man auch noch die subjektive Wahrnehmung
einbeziehen. Sehr tiefe Frequenzen (z.B. wenige Hz) nehmen wir
nicht wahr und deshalb stören diese weniger, als Frequenzen
im Bereich optimaler Hörempfindlichkeit (z.B. 200Hz…1kHz).
Gruß Uwi