'Eigentümer-Sharing': gibt es sowas?

Hallo,

mir ist vor einigen Jahren das Ferienhaus meiner Eltern überschrieben worden um irgendwann mal die Erbschaftssteuer sparen zu können. Problem ist jetzt, dass mich die Kosten zu sehr drücken. Ich müsste das Geld viel gescheiter in meine private Rentenvorsorge tun. Mit Vermieten kommt nichts raus, weil das Häuschen am Ende der Welt steht. Wenn ich das Ferienhaus verkaufen würde, wäre das speziell für meinen Herrn Papa ein riesen Drama. Gesprächsversuche sinnlos.

Meine Idee ist jetzt das Haus zu verkaufen, aber das Eigentum wechselt erst nach z.B. 10 Jahren. Der zukünftige Eigentümer bekommt Wohnrecht 10 Monate im Jahr (von uns ist eh so gut wie niemand jemand da außer meine Eltern für 2-3 Wochen im Jahr) und die Zusage, dass ihm das Ding in eben 10 Jahren gehört. Er fängt an das Haus in Raten abzubezahlen und in 10 Jahren wird es überschrieben. Dann wird der Rest fällig. Bis dahin können meine Eltern immer noch ab und zu ins Häuschen und der Haussegen hängt weiterhin gerade.

Meine Frage ist, ob sowas denkbar ist. Bin kein Eigentümer-Mensch, der sich da auskennt. Kann man sich irgendwo über solche Verkaufs-Modelle informieren?

Danke und Gruß, Oliver

denk auch übers erbrecht nach.
wenn die eltern rauskriegen,dass du das haus quasi verkauft hast,könnte das nachträgliche erbstreitigkeiten geben.
ansonsten gibts sowas wie niessbrauch,d.h.ihr vereinbahrt jetzt einen kaufpreis,den der käufer in x jahren zahlt und bis dahin zahlt er ein niessbrauchsentgeldvon ca.5%.
ich hab das so bei einer immobilie gemacht.

Hallo,

ich denke, zu zäumst das Pferd von hinten auf. Angesichts der von dir geschilderten Lage des Grundstücks wird es schon schwierig genug sein, überhaupt einen Interessenten für das Objekt zu finden. Daher solltest Du erst einmal hiermit anfangen. Hast Du einen an der Angel, ist immer noch Gelegenheit, mit dem dann ein konkretes procedere zu vereinbaren. Möglichkeiten wie Nießbrauchsvorbehalte, Mietkaufmodelle, ideelles Teileigentum, … gibt es viele, und wo ein Willi ist, ist auch ein juristischer Weg die Sache wasserfest zu machen. Es macht daher meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn, sich hier jetzt schon den Kopf über nicht gelegte Eier zu zerbrechen. Wenn Du überhaupt einen Interessenten findest, dann wird der sich kaum ein konkretes Modell aufzwingen lassen, sondern wird selbst eher derjenige sein, der die starke Position hat, die Ding zu bestimmen.

Das mag jetzt recht hart klingen, aber es hat ja keinen Zweck, dir hier Flausen in den Kopf zu setzen. Ich mache aufgrund erbrechtlicher Spezialisierung recht viel im Immobilienbereich, und erlebe es ganz häufig, dass Erben meinen, dass man Immobilien wie Milchtüten verkaufen könne. Einfach nur ein Gutachten, eine Anzeige in die Zeitung und schon ist der Gutachterpreis als Guthaben auf dem Konto, und so nebenbei hat man dem Käufer auch noch die ein oder andere Kröte zu schlucken gegeben. So läuft das vielleicht mit dem Geschäftshaus in der 1A-Großstadtlage oder mit der Villa am See, in der Masse der Verkäufe läuft es allerdings ganz anders und ist oft genug nach einem Jahr froh ein Objekt überhaupt endlich los geworden zu sein, ohne allzuviel Verlust zu haben.

Was die Familiensituation angeht nur ein Rat: Du bist zunächst mal dir selbst und deiner eigenen Versorgung verpflichtet! Die Geschichte mit den unrentablen Ferien- und Zweit-Immobilien kenne ich leider zur Genüge. Oft macht es da Sinn, wenn ein objektiver Dritter mal mit den knallharten und leider oft bitterbösen Fakten auf den Tisch haut, um angesichts verklärter Romantik mal wieder etwas Realitätssinn in die Angelegenheit zu bringen. Wirtschaftlich sind solche Projekte in den wenigsten Fällen, sondern eher ein teures Hobby. Solange man sich ein solches leisten kann, ist es egal, ob man sein Geld in teuren Sportwagen, Frauen oder eben unwirtschaftlichen Immobilien verbrennt. Das muss jeder selbst wissen, und gut ist. Wenn aber Kinder gedrängt werden Papas teures Hobby zu Lasten eigener finanzieller Absicherung zu übernehmen, muss man gelegentlich auch mal deutlich werden.

Gruß vom Wiz

Gruß vom Wiz

wenn die eltern rauskriegen,dass du das haus quasi verkauft
hast,könnte das nachträgliche erbstreitigkeiten geben.
ansonsten gibts sowas wie niessbrauch,d.h.ihr vereinbahrt
jetzt einen kaufpreis,den der käufer in x jahren zahlt und bis
dahin zahlt er ein niessbrauchsentgeldvon ca.5%.
ich hab das so bei einer immobilie gemacht.

Danke für die Antworten. Das Häuschen ist finanziell nichts als Schwachsinn. Das ist mir absolut klar. Am Liebsten würde ich es sofort los sein.

Ich werde mal mit meinem Herrn Papa reden wegen Teileigentum-Modell. Dann kann er weiterhin 2-4 Wochen im Jahr wie bisher 1200 km fahren (!) um in seinem Häuschen zu sein. Solche Strecken kann er mit über 80 eh nicht mehr lange fahren. Das muss für ihn akzeptabel sein und fertig. Das Häuschen steht in der 2.Reihe am Meer, wo heute alles zugebaut ist und man nichts mehr bekommt. Deswegen sehe ich noch einen Silberstreif am Horizont.

Es geht nur darum es in den letzten Lebensjahren nicht mit meinem alten Herrn zu verscherzen (meiner Mutter ist das Haus egal) - nicht wegen des Erbes, sondern weil es jetzt auch nicht mehr drauf ankommt und wir die Sache in Frieden zu Ende bringen. Das Erbe ist mir egal. Dann kriegen meine Schwestern die meiste Kohle und die brauchen sie eh mehr als sich. Sobald ich nicht mehr diesen Klotz am Bein habe, habe ich eh genug Geld.

Grüße, Oliver

Es geht nur darum es in den letzten Lebensjahren nicht mit
meinem alten Herrn zu verscherzen (meiner Mutter ist das Haus
egal) - nicht wegen des Erbes, sondern weil es jetzt auch
nicht mehr drauf ankommt und wir die Sache in Frieden zu Ende
bringen. Das Erbe ist mir egal. Dann kriegen meine Schwestern
die meiste Kohle und die brauchen sie eh mehr als sich. Sobald
ich nicht mehr diesen Klotz am Bein habe, habe ich eh genug
Geld.

das mit dem erbe und dem verscherzen hab ich mal life erlebt:
meiner erbtante im alter von 91 dumm gekommen und schon hatte ich das erbe verscherzt–nen schönes häuschen am waldesrand.

Hallo,

mir ist vor einigen Jahren das Ferienhaus meiner Eltern
überschrieben worden um irgendwann mal die Erbschaftssteuer
sparen zu können. Problem ist jetzt, dass mich die Kosten zu
sehr drücken. Ich müsste das Geld viel gescheiter in meine
private Rentenvorsorge tun. Mit Vermieten kommt nichts raus,
weil das Häuschen am Ende der Welt steht. Wenn ich das
Ferienhaus verkaufen würde, wäre das speziell für meinen Herrn
Papa ein riesen Drama. Gesprächsversuche sinnlos.

Was bitte kostet so ein Ferienhäuschen an laufendem Unterhalt, dass ich den erklärten Willen meines Vaters, der schon zu Lebzeiten sein Erbe regelte, mit Füßen treten muss.

Hi

Was bitte kostet so ein Ferienhäuschen an laufendem Unterhalt,
dass ich den erklärten Willen meines Vaters, der schon zu
Lebzeiten sein Erbe regelte, mit Füßen treten muss.

Hi

Hallo,

verstehe jetzt nicht wie das gemeint ist: ironisch, sarkastisch oder rein sachlich? An Kosten fallen im Jahr 3400 Euro an (Steuer, Wasser, Strom, Müllabfuhr, etc.). Die Kosten für die letzte große Instandsetzung hat noch mein Vater übernommen (war über 4000 Euro). Weil das Häuschen ein Holzhäuschen ist, muss es immer wieder neu gestrichen und Holz ausgetauscht werden. Hätte ich die 4000 Euro selbst bezahlen müssen, wären dann schon meine Reserven alle gewesen. Ich habe die letzen 3 Jahre Minus gemacht und immer aus erspartem genommen. Dieses Jahr bin ich in den Ferien zu Hause geblieben und habe trotzdem wieder Minus gemacht. Es langt mir ehrlich gesagt. Es ist einfach nur Blödsinn. Das mit „Erbe meines Vaters“ ist zwar schön. Es ist aber kein Erbe, sondern nur Kosten. Sorry …

Gruß, Oliver

Sobald ich nicht mehr diesen Klotz am Bein habe, habe ich eh genug Geld.

Als Sohn Freibetrag 205’ soll auf 400’ erhöht werden.
Dein Vater ist über 80. Du bist also irgendwo um die 50. 3.400 pa. wäre dir dann also genug für die Rente.

Sag deinem Vater e4infach: hier ich schenke dir das Haus. Und gut.

Hi

Du meinst das Haus zurückgeben? Werde ich natürlich anbieten. Wird er nicht annehmen, weil das auf seine eigene Rente schlägt. Wenn er nicht darauf eingeht, habe ich halt Teil-Eigentum als Druckmittel. Schau’n wir mal.

Gruß, Oliver

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