Hallo und Guten Abend zusammen,
angenommen folgender Fall:
jemand wird aus Polen 1948 von den dortigen Behörden vertrieben und muss dort alles stehen und liegen lassen. Angenommen er flüchtet aus dieser Not dann nach Deutschland. Gibt es nach dieser langen Zeit noch eine Möglichkeit auf sein altes Eigentum zurückzugreifen? An wen müßte man sich da am Besten wenden?
Danke für Ihre Antworten.
Gruß Rudi59077
Hallo Rudi!
jemand wird aus Polen 1948 :von den dortigen Behörden
vertrieben und muss dort :alles stehen und liegen :lassen. Angenommen er :flüchtet aus dieser Not dann :nach Deutschland.
Gibt es nach dieser langen :Zeit noch eine Möglichkeit :auf sein altes Eigentum :zurückzugreifen? An wen müßte :man sich da am Besten wenden?
Du bist mit Deinem Anliegen im Rechtsbrett nicht gut aufgehoben. Mit juristischen Mitteln wird nichts zu machen sein. Einige politische Parteien, vorneweg die NPD, unterstützen einschlägige Bestrebungen. Außerdem ködern
Vertriebenenverbände Mitglieder mit gemeinsam vertretenen Rückübereignungsansprüchen. Das aber sind überwiegend unglaubwürdige Berufsstänkerer. Die meisten sind viel zu jung, um selbst zum Kreis der Vertriebenen gehören zu können. Sie leben von Beiträgen tattriger Greise, denen sie die Schnabeltasse halten und markige Sprüche ins Hörgerät bellen. Es ist zwar bitter, aber der Preis für den verzapften Bockmist, den sich unsere Vorfahren leisteten, müssen wir akzeptieren. Das frühere Eigentum ist und bleibt weg.
Ein Mensch, der 1948 Eigentum im heutigen Polen hatte und vertrieben wurde, muß inzwischen 80 Jahre oder älter sein. Es mag hart klingen, aber das Problem erledigt sich absehbar biologisch. Auf besondere Gegenliebe, geschweige denn Unterstützung, werden derartige Ansinnen weder in Deutschland noch in Polen treffen. Kaum jemand hat nämlich ein Interesse daran, mit solchen Forderungen das mühsam hergestellte friedliche Zusammenleben mit den Nachbarn zu belasten.
Im übrigen werden auch die im Zuge der Bodenreform in Ostdeutschland durchgeführten Enteignungen nicht angetastet. Ein halbes Jahrhundert Geschichte läßt sich nicht zurück drehen, schon gar nicht im Interesse der Gerechtigkeit. Zwar würden wenige Menschen späte Gerechtigkeit erfahren, aber weit mehr Menschen und inzwischen ganzen Generationen, die sich dort in gutem Glauben ihr Leben aufbauten, würde Unrecht geschehen.
Vertriebene erhielten in Westdeutschland über Jahrzehnte erhebliche Zahlungen als Lastenausgleich, zinsgünstige Kredite sowie Grund und Boden für 'n Appel und 'n Ei. Willst Du das alles rückabwickeln?
Gruß
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
bin relativ neu hier unterwegs und habe noch nicht genau herausgefunden, wie ich Dich direkt anschreiben kann.
Möchte mich nur auf diesem Wege erst einmal recht herzlich bedanken für Deine ausführliche Mail, diese hat der Person, für die ich diese Anfrage reingestellt habe erst einmal beruhigt.
Danke nochmals für den schnellen Service und Deine Mühe.
Gruß
Rüdiger Kahrmann
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]