Eigentum vom Kind

Hallo Susanne,

Ich denke, Geld das als Geschenk auf ein Sparbuch eingezahlt
wird gehört dem Kind und nur ihm…
Auch nicht in allergrößter Not dürfen sich die Eltern da was
davon nehmen. Noch nicht mal, wenn sie es wieder zurückzahlen.

Das sehe ich nicht so. Sollen die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern im Extremfall lieber hungern als dass sie den Eltern mal Geld leihen, was dann wieder zurückgezahlt wird?

Als ich kürzlich mit einer Arbeitskollegin darüber gesprochen
habe, stand die auf dem Standpunkt, in dem Moment wenn man das
Geld auf das Sparbuch eingezahlt hat, gehört es dem Kind und
die Eltern können darüber verfügen, was damit gemacht wird. So
wie sie auch bestimmen können, was es zum Mittagessen gibt und
wo der nächste Urlaub hin geht. Wenn die Eltern das Geld
abheben hat sich der Schenkende da nicht einzumischen.

Das ist geltendes Recht. Es ist auch okay so (sofern die Eltern das Geld nicht für sich selbst verwenden).

Im Gegenteil, sie könne sogar verstehen, wenn dann von den Eltern
der Vorwurf kommt, man mische sich in was ein, was einem
nichts angeht.

Ist ja auch so. Entweder der Schenker will, dass etwas ganz bestimmtes dafür gekauft wird, dann kann er auch einen Gutschein schenken, es selbst kaufen oder gemeinsam mit Kind/Eltern kaufen gehen oder er will, dass das Geld dem Kind erst mit 18 zur Verfügung steht, dann legt er es am besten an. Schenkt der Geber aber nur deshalb Geld, weil ihm eben kein passendes Geschenk einfällt, dann ist davon auszugehen, dass das Geld nach den Vorstellungen der Eltern (und je nach Alter auch des Kindes) für das Kind verwendet werden kann. Wenn dann eben die Markenschuhe drin sind anstatt nur Billigteile - ja prima, auch gut.

Ich selbst bin in der glücklichen Lage, für die Bedürfnisse meiner Kinder auch ohne Zuwendungen Dritter sorgen zu können (und zwar durch eigene Arbeit, nicht durch anderer Leute Fleiß). So landen Geldgeschenke zu 99% auf dem Sparbuch (das restliche 1% wandert meist ins Spielzeuggeschäft). Sollten wir aber mal in Not geraten, würde ich durchaus erst auf die familiären Rücklagen zurückgreifen, bevor ich staatliche Hilfen beantrage. Der Staat - und damit die Gemeinschaft der Steuerzahler - kann nicht dafür verantwortlich sein, den Kindern ein dickes Sparbuch zu erhalten, während deren Eltern Hilfen aus Steuergeldern beziehen. Ich spreche dabei nicht von kleineren Beträgen, aber viele Sparbücher nehmen im Laufe der Jahre vierstellige Größenordnungen an. Da sehe ich dann nicht ein, dass Hilfen für Klassenfahrten oä. gezahlt werden sollen, derweil auf dem Konto sich Guthaben und Zinsen mehren.

Ich finde, wofür geschenktes Geld ausgegeben wird, sollte man immer daran messen, wie die aktuelle Situation in der Familie ist. Das Geld für das Kind „treuhänderisch verwalten“ heißt nicht immer, es nicht anzurühren. Es sollte aber - wenn es ausgegeben wird - mit sehr viel Fingerspitzengefühl eingesetzt werden.

Viele Grüße, Heike

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Hi,

Auch nicht in allergrößter Not dürfen sich die Eltern da was
davon nehmen. Noch nicht mal, wenn sie es wieder zurückzahlen.

in allergrößter Not wird das Arbeitsamt nach Vermögen fragen - und spätestens dann muss man ran.

Rangehen aus Not halte ich für unbedenklich, solange mit allen Beteiligten eine Rückzahlung vereinbart und eingehalten wird. Ansonsten bin ich der Meinung, das Geld gehört dem Kind, daher sollte auch das Kind ab einem gewissen Alter bestimmen dürfen. Vorher hat da keiner ranzugehen.

Gruß
Cess

Hallo Leute,

nachdem ich jetzt schon einige Antworten bekommen habe, will
ich doch gleich heute meine Meinung dazu sagen:

Ich denke, Geld das als Geschenk auf ein Sparbuch eingezahlt
wird gehört dem Kind und nur ihm. Nix Windeln, nix
Kinderstiefel, nix Kinderzimmer. Allenfalls würde ich mit mir
reden lassen, wenn das Kind selbst etwa mit 14 oder 15 mal
einen kleinen Betrag für einen ganz bestimmten Wunsch hat.

Sehr nobel. Aber Kinder haben auch schon früher bestimmte Wünsche, die vom Taschengeld allein nicht zu erfüllen sind. Du kaufst deinen Kindern alles von deinem Geld, ich hoffe dies richtig verstanden zu haben. Dein Kind will ein Instrument spielen, lass es mal eine Gitarre sein. Nach langem Reden und Diskuttieren erklärst du dich bereit, ihm eine Gitarre zu kaufen. Nach drei Unterrichtsstunden merkt dein Kind aber es möchte lieber Geige spielen. Nun ist die Gitarre da, der Unterricht bezahlt und das Kind hat 0 Interesse. Du bist sauer aber du lässt dich mit viel Überredung auch noch zu einer Geige breit schlagen, um dann fest zu stellen, dass auch diese langsam verstaubt. Ich möchte meinem Kind auch alles bieten, aber alles hat seine Grenzen. Kinder sollten wissen, dass nicht alles selbsverständlich ist. Ich gebe dir recht, dass das Geld nicht für Winterstiefel oder Windeln ausgegeben werden sollte, aber man kann doch nicht zu allem ja sagen und ohne mit der Wimper zu zucken bezahlen. Ich denke wenn Kinder manche exklusiven Wünsche selbst bezahlen müssen, überlegen sie es sich zwei Mal, ob sie die Gitarre verstauben lassen oder ob die Geige überhaupt nötig ist.

Ansonsten bleibt das Geld wo es ist, nämlich auf dem Sparbuch.
Auch nicht in allergrößter Not dürfen sich die Eltern da was
davon nehmen. Noch nicht mal, wenn sie es wieder zurückzahlen.

Nun, wie erwähnt, wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass das
jemand anders sehen könnte.

Als ich kürzlich mit einer Arbeitskollegin darüber gesprochen
habe, stand die auf dem Standpunkt, in dem Moment wenn man das
Geld auf das Sparbuch eingezahlt hat, gehört es dem Kind und
die Eltern können darüber verfügen, was damit gemacht wird. So
wie sie auch bestimmen können, was es zum Mittagessen gibt und
wo der nächste Urlaub hin geht. Wenn die Eltern das Geld
abheben hat sich der Schenkende da nicht einzumischen. Im
Gegenteil, sie könne sogar verstehen, wenn dann von den Eltern
der Vorwurf kommt, man mische sich in was ein, was einem
nichts angeht.

Das ist natürlich das andere Extrem von dem ich ebenso wenig halte. Eltern sollten mit dem Geld, dass ihnen nun mal für ihr Kind anvertraut wurde, weil es noch zu klein ist um es selbst zu verwalten, verantwortungsbewusster umgehen. Sie können nicht einfach darüber bestimmen, wie es ihnen gefällt. Wenn ich so was hören würde, über Eltern, denen ich für ihr Kind Geld geschenkt hätte, fände ich das auch nicht ok.

Und dann ist da zuletzt immernoch das Argument mit der Armut. Ich glaube in einer absoluten Notsituation ist es keineswegs verwerflich, wenn man auf solches Geld zurück greift, bevor man hungern muss oder sich verschuldet, ist das immernoch besser.

Ich kann nur immer wieder den Kopf schütteln. Unglaublich.

S

Also wie gesagt, ich plädiere für einen Mittelweg. Ist meine Meinung. Liebe Grüße

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Hey Heike,

das seh ich zu 100% so wie du. Und besser hätte ich es auch nicht auszudrücken gewusst. Liebe Grüße

Hallo Simsy
In dem was du sagst gebe ich Dir absolut Recht.
Nur wer in einer solchen verzweifelten Lage ist, den Sparschweins des Sohnes zu schlachten, weil es nichts zum Essen gibt, wird vermutlich (oder sollte, zumindest) auch nicht wählerisch sein.
Und was Transport anbelangt: So oder so wird es irgendwo hin gebracht werden… (Daher auch Rotes Kreuz, denn VIELLEICHT wenn sie die Lage kennen, auch bereit sind evtl die Möbeln die sie haben auch zu transportieren…)
Und ja: Mir ist es bewußt, daß nicht alle Städte solche Möbellagern haben (weder städtisch, noch vom RK)
Liebe Grüße,
Helena

Hallo

In dem was du sagst gebe ich Dir absolut Recht.
Nur wer in einer solchen verzweifelten Lage ist, den
Sparschweins des Sohnes zu schlachten, weil es nichts zum
Essen gibt, wird vermutlich (oder sollte, zumindest) auch
nicht wählerisch sein.

Ich denke aber, wer gerade nichts zu essen hat, der wird wohl im Moment gar kein Möbel kaufen.

Ansonsten wäre es sehr wohl empfehlenswert, mit dem Möbel etwas wählerisch zu sein. Mit unpassendem Möbel kann man sehr den Überblick verlieren. Besser mal eine Zeit ganz ohne Möbel, als eine - wahrscheinlich eh schon zu kleine - Wohnung mit irgendwelchem unpraktischen Krempel vollgestellt. Das legt den Grundstein zu weiteren Jahren Unproduktivität.

Das hat zugegebenermaßen wirklich nichts mit dem Thema zu tun, mich regt es aber ein bisschen auf, dass ausgerechnet die Leute, die es wahrscheinlich eh schon schwer haben, immer jeden Sperrmüll dankbar in ihre Wohnung schleppen sollen.

Viele Grüße
Simsy

Hallo Susanne,
meine Großeltern hatten damals für mich Geld gespart, für meine Ausbildung, hieß es. Eines Tages, ich war so ca. 13 Jahre alt, beschlossen meine Eltern, Möbel davon zu kaufen, das Geld würde ohnehin nicht für eine Ausbildung gebraucht werden. Sie haben dann echt Teakholzmöbel gekauft (sie gingen mit mir in irgendeinen Laden - einen einzigen - und ich sah mich gezwungen, mir was auszusuchen). Die Möbel waren recht teuer, und das ganze Geld war weg. Ich hatte keine Ahnung gehabt, dass meine Großeltern Geld für meine Ausbildung gespart hatten, hab ich erst viel später gehört, und fühlte mich irgendwie betrogen.
Ich finde auch, dass für das Kind gespartes Geld unter allen Umständen ihm gehört und es damit machen kann, was es will. An Möbeln, finde ich, sollte man in dem Alter sparen, Ausbildung/Führerschein sind wichtigere Investitionen in die Zukunft!
Gruß, Susanne

Hallo Susanne,

meiner Meinung nach gehört das Geld dem Kind. Ich als Mutter bin dazu verpflichtet die Anschaffungen selber zu machen. Windeln ja wohl selbstverständlich, aber auch Sachen wie ein Kinderzimmer. Der Schenkende geht ja auch davon aus, dass das Geld dem Kind zu Gute kommt, wenn es denn mal erwachsen ist, und nicht, dadurch meine Haushaltskasse zu entlasten.

Ich jedenfalls habe mich niemals am Sparbuch meines Kindes bedient, obwohl auch nicht so rosige Zeiten dabei waren. Ich wäre auch niemals auf die Idee gekommen.

Ich finde es eigentlich bedauerlich, wenn Eltern so denken. Wenn man das weiß, von diesen Eltern, dann sollte man das Sparbuch evtl. nicht auf den Namen des Kindes laufen lassen oder eine Ausbildungsversicherung abschließen, das kommt aber wohl nur für nahe Verwandte, wie Großeltern, in Frage, da ja regelmäßig Geld gezahlt werden muss.

Allerdings denke ich, wenn so große Not herrscht, dass man das Kind nicht richtig versorgen kann, (Bekleidung, Essen) ist wohl eine Ausnahmesituation. Aber das darf m.E. wirklich nur die große Ausnahme sein. Ansonsten ist es meine Pflicht mein Kind zu Bekleiden, Kinderzimmer einrichten u.ä. und ich darf das nicht von diesem Geld machen.

Im Gegenteil, ich sah es sogar als meine Pflicht, auch immer was aufs Sparbuch zu bringen, damit ein paar Groschen da sind. Gerade wenn sie erwachsen sind, kommen ja einige teuere Posten (eigne Wohnung, Führerschein, Auto etc.)

Ich glaube nicht, dass Geldschenker denken, dass das Geld für Windeln und Brei ausgegeben wird, denn dann wäre das Geschenk ja eigentlich für die Eltern gewesen, da sie das ja eh hätten kaufen müssen und somit ihr Geld jetzt für was anderes verwenden können. Aber das muss wohl jeder selber entscheiden.

LG

Sarah

Hallo,

wollte vielleicht noch zwei Gedanken anfügen:

Ich verwende das Geld, dass meine Mädels bekommen (und das sind keine Unsummen, halt mal ein Zehner oder ein Zwanzger) so, dass ich der Meinung bin, sie haben auch als Jugendliche/Erwachsene einen gewissen Nutzen davon. So bezahle ich z.B. den Schwimmkurs oder Musikkurs von diesem Geld, was sonst nicht so ohne Weiteres drin wäre. Wobei es sich wie gesagt auch nicht um Beträge handelt, aus denen irgendwann vierstellige Summen werden. Und die Leute, die den Girls was schenken, wollen, dass die beiden was davon haben. Ob das jetzt ist oder wenn sie 18 sind, ist doch eher sekundär.

Meine Eltern haben das Geld, das ich bekommen habe, ähnlich verwendet. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ihnen deshalb irgendwas vorzuwerfen. Als ich 18 wurde, habe ich in Worten und Zahlen NICHTS gekriegt. Und das war okay so. Bei uns hieß es immer, wenn du was außer der Reihe haben willst, musst du dir einen Job suchen. Finde ich auch richtig so. Im Übrigen habe ich sowohl einen Führerschein (mehrere, um genau zu sein) und zwei abgeschlossenen Studiengänge, die teilweise privat und über Stipendien finanziert worden sind. Und soll ich euch was sagen? Ich bin stolz wie Bolle, dass ich das allein, aus eigener Kraft, geschafft habe, auch wenn’s manchmal hart war, und nicht dadurch, dass meine Sippe für mich einen Haufen Kohle gehortet hat.

Muss aber am Ende, jeder selber wissen, was er mit der Kohle der Kids macht. Und wenn man es vor sich selbst vertreten kann, ist es auch in Ordnung, denke ich.

Liebe Grüße

Felicia

Hallo,

Jugendliche/Erwachsene einen gewissen Nutzen davon. So bezahle
ich z.B. den Schwimmkurs oder Musikkurs von diesem Geld, was

Du belegst aber den Schwimmkurs oder Musikkurs und weißt ja nicht ob und wenn ja, wieviel Geld jemand geben könnte. Wenn niemand zufällig was schenkt zahlst du ihn ja auch. Also sind dann diese kleinen Beträge eigentlich ein Geschenk an Dich oder entlasten Deine Haushaltskasse.

Ob das in Ordnung ist oder nicht muss jeder vor sich selber verantworten.

Ich bin dazu übergegangen, Kindern, wo ich weiß oder vermute, dass das Geld zur Haushaltskassenentlastung dient und somit indirekt ein Geschenk an die Eltern ist, lieber Sachgeschenke zu machen, dann hat wenigstens wirklich das Kind was davon.

LG

Sarah

Hallo Sarah,

Wenn
niemand zufällig was schenkt zahlst du ihn ja auch. Also sind
dann diese kleinen Beträge eigentlich ein Geschenk an Dich
oder entlasten Deine Haushaltskasse.

Bist Du Dir sicher, das Felicia als alleinerziehende Mutter (so wie ich das gelesen habe) alle diese Kurse auch ohne die Geschenke finanzieren könnte? Ich könnte das nicht.

Ob das in Ordnung ist oder nicht muss jeder vor sich selber
verantworten.

Ob es in Ordnung ist, Kindern gewünschte Kurse vorzuenthalten, weil geschenktes Geld auf dem Sparbuch bleiben muss, aber auch.

Ich bin dazu übergegangen, Kindern, wo ich weiß oder vermute,
dass das Geld zur Haushaltskassenentlastung dient und somit
indirekt ein Geschenk an die Eltern ist, lieber Sachgeschenke
zu machen, dann hat wenigstens wirklich das Kind was davon.

Du scheinst ja nur gutsituierte Bekannte mit Kindern zu haben, da mag so eine Strategie sinnvoll sein, aber von jedem anzunehmen, dass er/sie alles sonst auch locker finanzieren würde, finde ich schon ein wenig grob.

Gruß, Karin

Hallo Karin,

Bist Du Dir sicher, das Felicia als alleinerziehende Mutter
(so wie ich das gelesen habe) alle diese Kurse auch ohne die
Geschenke finanzieren könnte? Ich könnte das nicht.

Aber dann konnte ich keine Kursanmeldungen machen, zu Kursen, deren Finanzierung mir nicht klar war. Ich wusste ja nie, ob und wenn ja, wieviel ich geschenkt bekäme. Somit war mir bei einer Anmeldung zu irgendeinem Ereignis klar, dass ich das zahlen muss

Du scheinst ja nur gutsituierte Bekannte mit Kindern zu haben,
da mag so eine Strategie sinnvoll sein, aber von jedem
anzunehmen, dass er/sie alles sonst auch locker finanzieren
würde, finde ich schon ein wenig grob.

Gerade eben nicht. Die Bekannte, die ich meine, sind nicht gutsituiert
An einem konkreten Beispiel: das Kind war in einem Kindertanzkurs und ich habe ein paar Scheinchen geschenkt. Die Mutter sagte, das tue ich zu den Tanzstunden. Der Kurs war gebucht und hätte so oder so bezahlt werden müssen. Die Mutter konnte ja kaum planen, dass Geld geschenkt würde. Somit ist nicht das geschehen, das ich dem Kind was schenkte, sondern die Mutter hatte mehr Geld für sich über. Und das sah ich nun wirklich nicht ein. Es sollte ja was zusätzliches fürs Kind sein und keine Haushaltskassenentlastung. So sehe ich das nun mal, und von da an hab ich nur Sachgeschenke gemacht.

Grüße

Sarah