Eigentumswohnung - Tausend Fragen

Hallo zusammen,

ich habe schon öfters mit Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen diskutiert, aber so wirklich sind wir nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Ehrlich gesagt kenne ich mich noch nicht so wirklich mit dem Thema aus.

Deshalb meine Frage an euch: Ist es lohnenswert eine Wohnung zu kaufen anstatt dauerhaft zur Miete zu Wohnen?

Früher dachte ich eigentlich immer nur, dass man eine kleine Eigentumswohnung recht schnell abzahlt, und man dann niemals mehr Miete zahlt. Das die Nebenkosten weiterhin anfallen hatte ich nicht bedacht. Naja ok, dann spare ich eben nur die Kaltmiete. Besser als nichts. Aber in Diskussionen kamen immer wieder Punkte auf, die mich zum Nachdenken bringen, ob es sich insgesamt überhaupt lohnt. Problem an der ganzen Geschichte, von meinen Diskussionspartnern hat niemand eine eigene Wohnung.

Hier mal die einzelnen > mit meinen Kommentaren.

>

Innerhalb meiner eigenen Wohnung will ich machen was ich will. Das Fenster und Türen nach außen hin einheitlich bleiben müssen akzeptiere ich. Ich habe nicht vor permanent laute Musik zu hören oder Parties zu feiern. Kinder oder Haustiere gibt es bei mir nicht. Was die Nachbarn in ihren Wohnungen treiben ist mir egal so lange es im üblichen Rahmen bleibt.

Ich verstehe nicht wo hier ein Problem sein soll? In einer Mietwohnung kann ich auch nicht tun und lassen was ich will.

>

Ich will weiterhin das Rundumsorglos-Paket. Putzen und Winterdienst wird von Firmen erledigt, für Reparaturen am Gebäude werden die entsprechenden Fachleute (Handwerker) bestellt.

Fallen die Nebenkosten deshalb wesentlich höher aus?

>

Ich habe eher bedenken, dass ich investieren möchte, die anderen Eigentümer aber nicht. Was man heute fachgerecht reparieren lässt, das lässt einen in Zukunft in Ruhe.

Zahlt man nicht regelmäßig in einen „Topf“, aus dem die Reparaturen bezahlt werden, ein?
Was ist wenn ein Eigentümer diese Zahlungen nicht leistet (leisten kann)?

>

Kann da mal jemand aus dem Nähkästchen plaudern, und darstellen wie solche Versammlungen normalerweise bzw. im schlimmsten Fall ablaufen!

>

Ich habe noch nie Probleme mit meinen Nachbarn gehabt. Zum einen bin ich ein netter toleranter Mensch und zum anderen interessieren sie mich nicht.

Wie kann man möglichen Problemen vorbeugen? „Probewohnen“ geht wohl schlecht.

>

Wie läuft das denn in Ländern, in denen es üblich ist, dass jeder sein eigenes Häuslein hat?
Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert zu veräußern?

>

Zugegeben, dass hört sich jetzt etwas überzogen an, aber was ist von solchen Thesen zu halten?
Sucht man sich besser eine Wohnung in einem Haus, wo die Eigentümer = Bewohner sind?

Und jetzt noch ein paar weitere Fragen, die mir gerade in den Sinn kamen:

Gibt es irgendwelche Kennzeichen anhand derer man sofort sagen kann: „Laß besser die Finger davon!“?

Gibt es einen Rechner von dem man von der monatlichen Miete auf den Kaufpreis schließen kann bzw. umgekehrt?

Wie findet man heraus, ob eine Wohnung den geforderten Preis Wert ist?

Welche Kalkulationsgrundlagen verwenden „Profis“?

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten. Über meine Fragen hinausgehende Tips und Hinweise sind herzlich willkommen.

MfG
Stephan

Hallo zusammen,

Moin

Deshalb meine Frage an euch: Ist es lohnenswert eine Wohnung
zu kaufen anstatt dauerhaft zur Miete zu Wohnen?

Ja, möglicherweise

>

Am Gemeinschaftseigentum darf man nur mit Zustimmung der anderen Eigentümer werkeln (lassen)

Innerhalb meiner eigenen Wohnung will ich machen was ich will.

Nur im Rahmen der bestehenden vertraglichen Vereinbarungen (Hausordnung, Teilungserklärung) und nur wenn dadurch die anderen Eigentümer nicht geschädigt werden. (übermäßige Nutzung als Ferienwohnung, oder gewerblich, oder als Bordell)

Das Fenster und Türen nach außen hin einheitlich bleiben
müssen akzeptiere ich.

Sie gehören dir ja auch nur auf der Innenseite.

Ich habe nicht vor permanent laute
Musik zu hören oder Parties zu feiern. Kinder oder Haustiere
gibt es bei mir nicht. Was die Nachbarn in ihren Wohnungen
treiben ist mir egal so lange es im üblichen Rahmen bleibt.

Hausordnung

Ich verstehe nicht wo hier ein Problem sein soll? In einer
Mietwohnung kann ich auch nicht tun und lassen was ich will.

richtig

>

Es sind zusätzlich die Kosten der Verwaltung zu zahlen, sowie Reparaturen, Reparaturrücklagen, Gerichtskosten der Verwaltung und mögliche Wohngeldausfälle anderer Eigentümer.

Ich will weiterhin das Rundumsorglos-Paket. Putzen und
Winterdienst wird von Firmen erledigt, für Reparaturen am
Gebäude werden die entsprechenden Fachleute (Handwerker)
bestellt.

ist in größeren WEGs so üblich

Fallen die Nebenkosten deshalb wesentlich höher aus?

Beispiel: +15% ohne Instandhaltungskosten

>

im Beispiel waren das + zusätzlich 80% also Wohngeld insgesamt ca 200% der Miet NK

Ich habe eher bedenken, dass ich investieren möchte, die
anderen Eigentümer aber nicht. Was man heute fachgerecht
reparieren lässt, das lässt einen in Zukunft in Ruhe.

Hier einfach vor Kauf die WEG-Protokolle einsehen und ggf. von einem Fachmann prüfen lassen.

Zahlt man nicht regelmäßig in einen „Topf“, aus dem die
Reparaturen bezahlt werden, ein?

Doch, aber üblicherweise reicht dies nicht für größere Reparaturen: Dach, Fassade, Fenster, Heizung

Was ist wenn ein Eigentümer diese Zahlungen nicht leistet
(leisten kann)?

Wird er von der Gemeinschaft verklagt, bis zur Zwangsvollstreckung. Als verantwortungsvoller Eigentümer darf man sich halt nun mal zu keinem Zeitpunkt nackig machen. Ein paar Tausender Spielgeld muss immer irgendwie übrig sein .

>

2 Stunden pro Jahr. Wenn man in der Gegend rumklagt noch ein paar Stunden beim Anwalt und vor Gericht (aber das kann man selbst direkt beeinflussen.)

Kann da mal jemand aus dem Nähkästchen plaudern, und
darstellen wie solche Versammlungen normalerweise bzw. im
schlimmsten Fall ablaufen!

Guten Tag. Das und das wollen wir machen. Abstimmen. Danke. Auf wiedersehen. Dauer 15 Minuten.
Schon die Diskussion über die Tagesordnung zieht sich über mehrere Stunden. Vom Rest ganz zu schweigen, bis hin zur juristischen Aufarbeitung.

>

Klar kann man umziehen. Dann wird die Wohnung eben vermietet.

Ich habe noch nie Probleme mit meinen Nachbarn gehabt. Zum
einen bin ich ein netter toleranter Mensch und zum anderen
interessieren sie mich nicht.

Schön für dich. Aber niemand kann in Ruhe leben, wenns dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Wie kann man möglichen Problemen vorbeugen? „Probewohnen“ geht
wohl schlecht.

Warum nicht? An sonsten alte Protokolle …

>

Kommt darauf an wie hoch der Kaufpreis war und wie niedrig der Verkaufspreis.

Wie läuft das denn in Ländern, in denen es üblich ist, dass
jeder sein eigenes Häuslein hat?

Wie soll es da laufen?

Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert
zu veräußern?

Das geht sehr schnell. Die Frage ist: Deckt sich der Marktwert mit den eigenen Vorstellungen?

>

Asoziale Mieter sind auch für jeden VM ein Problem (Ich habe nicht behauptet, dass Harz4 irgend etwas mit asozialem Verhalten zu tun habe).

Zugegeben, dass hört sich jetzt etwas überzogen an, aber was
ist von solchen Thesen zu halten?
Sucht man sich besser eine Wohnung in einem Haus, wo die
Eigentümer = Bewohner sind?

Nein. Da ist mE das Konfliktpotential erheblich größer.

Und jetzt noch ein paar weitere Fragen, die mir gerade in den
Sinn kamen:

Gibt es irgendwelche Kennzeichen anhand derer man sofort sagen
kann: „Laß besser die Finger davon!“?

Lage, Lage, Lage. Und zu erkennende Probleme im Protokoll

Gibt es einen Rechner von dem man von der monatlichen Miete
auf den Kaufpreis schließen kann bzw. umgekehrt?

Je nach Alter: 10 - 20 fache Jahreskaltmiete

Wie findet man heraus, ob eine Wohnung den geforderten Preis
Wert ist?

In dem man selbst einen Gutachter beauftragt

Welche Kalkulationsgrundlagen verwenden „Profis“?

Schon mal vielen Dank für Eure Antworten. Über meine Fragen
hinausgehende Tips und Hinweise sind herzlich willkommen.

bitte

MfG
Stephan

vnA

Hallo Stephan,

es kommt bei dieser Entscheidung doch auch darauf an, wo du wohnst und wie lange du in diesem Ort noch wohnen bleiben möchtest. Wenn du in zwei Jahren in eine andere Stadt versetzt wirst, dann kauf vorher keine Eigentumswohnung.

Innerhalb meiner eigenen Wohnung will ich machen was ich will.

Das verbietet dir keiner. Wenn es eine Mietwohnung gibt, musst du irgendwelche baulichen Veränderungen eben mit dem Vermieter absprechen und dir schriftlich bestätigen lassen, dass es ok ist, ODER nach deinem Auszug alles wieder in den vorherigen Zustand zurückversetzen.

Irgendwelche Änderungen an einer tragenden Wand darfst du so und so nicht machen, egal ob Mietwohnung oder Eigentumswohnung.

Was planst du denn konkret? Rote Wände? Eine andere Raumaufteilung? Einen neuen Fußboden? … Kein vernünftiger Vermieter wird meckern, wenn du einen Teppichboden durch Laminat ersetzt, wenn dieses Laminat fachgerecht verlegt wird und nachher in der Wohnung bleibt. Halt einfach vorher fragen.

>

Schmarrn. Die Nebenkosten sind für alle Bewohner gleich, egal ob Mieter oder Eigentümer.

Ich will weiterhin das Rundumsorglos-Paket. Putzen und
Winterdienst wird von Firmen erledigt, für Reparaturen am
Gebäude werden die entsprechenden Fachleute (Handwerker)
bestellt.

Ok, diese Reparaturen wirst du, wenn es eine Eigentumswohnung ist, selber zahlen müssen. Welche Reparaturen fallen denn an? Was kosten diese? Wie oft kommt so etwas vor? … Ich kann mich nur erinnern, dass bei mir mal die Klingel defekt war. Weiß nicht, ob ich das hätte selber zahlen müssen, wenn es eine Eigentumswohnung gewesen wäre. Aber die Kosten haben sich mit unter EUR 50,- im Rahmen bewegt.

>

Warum sollte das so sein? … Du sollst ja keine Bruchbude kaufen. Natürlich muss die Wohnung in einem guten Zustand sein, z.B. die Fenster, das Bad, etc.

Ich habe eher bedenken, dass ich investieren möchte, die
anderen Eigentümer aber nicht. Was man heute fachgerecht
reparieren lässt, das lässt einen in Zukunft in Ruhe.

Das wird in der Eigentümerversammlung beschlossen. Wie das in den vergangenen Jahren gehandhabt wurde, kann man den Protokollen der Eigentümerversammlungen entnehmen. Diese kann man sich normalerweise zeigen lassen, wenn man Kaufabsichten hat. Dann siehst du ja, ob die anderen Eigentümer hier mit dir auf einer Linie liegen oder ob sie das Haus verkommen lassen, um etwas zu „sparen“.

Zahlt man nicht regelmäßig in einen „Topf“, aus dem die
Reparaturen bezahlt werden, ein?

Ja, nennt sich „Instandhaltungsrücklage“ und ist ein Posten der Nebenkosten.

Was ist wenn ein Eigentümer diese Zahlungen nicht leistet
(leisten kann)?

Ein Eigentümer in Düsseldorf hat so ca. 20 Jahre lang (kein Witz!) keine Nebenkosten bezahlt. Es endete dann mit der Zwangsversteigerung seiner Wohnung. … Wenn man seine Nebenkosten nicht bezahlt, passiert halt das Gleiche wie bei allen anderen Schulden: Mahnungen, Gerichtsvollzieher, etc.

>

Da muss man ja nicht hingehen! Ich hatte mehr als zehn Jahre lang eine Eigentumswohnung und war nur auf einer einzigen Eigentümerversammlung - und das auch nur, weil ich die Wohnung verkaufen wollte und das da für besser hielt. War auch gut so, weil ich dem Käufer so berichten konnte, dass ein Austausch der Fenster geplant war.

>

Oh doch. Aber man muss die Wohnung dann halt vermieten. Und mietet sich selber eine andere.

Wie kann man möglichen Problemen vorbeugen? „Probewohnen“ geht
wohl schlecht.

Ja, das sehe ich auch als Problem.

>

Kommt drauf an, wie viel man dafür bezahlt hat und wo die Wohnung liegt. Aber stimmt schon, das Geld ist erst einmal gebunden. Man hat Kaufnebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notarkosten) und kann so eine Wohnung nicht eben mal schnell wieder verkaufen wie ein paar Aktien.

Wie läuft das denn in Ländern, in denen es üblich ist, dass
jeder sein eigenes Häuslein hat?

Da habe ich einen Buchtipp für dich; grade gelesen und ist sehr interessant: http://www.amazon.de/Trump-University-Real-Estate-10…

Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert
zu veräußern?

Das kann so pauschal doch keiner sagen. Es kommt auf die Wohnung an.

wohl fühlt. Das ist das Wichtigste. Natürlich ist einem nicht damit gedient, wenn der nette Nachbar nach einem halben Jahr auszieht und ein Techno-Freak einzieht. Aber die meisten Mieter sind ganz normale, vernünftige Menschen.

Gibt es irgendwelche Kennzeichen anhand derer man sofort sagen
kann: „Laß besser die Finger davon!“?

Ja. Wenn du aus irgendeinem Grund ein schlechtes Gefühl bei der Sache hast, dann lass die Finger davon. Auch wenn es eine Kleinigkeit ist. Ich habe z.B. mal eine Wohnung nicht gemietet, weil an der Eingangstür der Nachbarwohnung ein Prince-Poster hing.

Gibt es einen Rechner von dem man von der monatlichen Miete
auf den Kaufpreis schließen kann bzw. umgekehrt?

Das machst du dir am besten selber in Excel. Das ergibt dann eine Tabelle, ungefähr so:
Kaufpreis EUR 100.000
Miete (pro Jahr) EUR 12.000
Nebenkosten (pro Jahr) EUR 2.000
Netto-Mieteinnahmen pro Jahr EUR 10.000
Und, oh Wunder, man kann das im Kopf ausrechnen, dass man bei dieser Wohnung eine jährliche Rendite von 10% hat. Man kann die Zahlen auch in der Excel-Tabelle so verknüpfen, dass die einem das ausrechnet.

Wie findet man heraus, ob eine Wohnung den geforderten Preis
Wert ist?

Recherchieren, wie hoch der Quadratmeterpreis ähnlicher Objekte an diesem Ort ist. Fachzeitschriften lesen, z.B. gab es vor ca. einem halben Jahr so ein Special über Kapitalanlage in Immobilien. Da wurde für verschiedene deutsche Städte durchdiskutiert, welche Wohnviertel gut sind und welche nicht so, und es wurden Quadratmeterpreise genannt.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

Deshalb meine Frage an euch: Ist es lohnenswert eine Wohnung
zu kaufen anstatt dauerhaft zur Miete zu Wohnen?

Ja, möglicherweise

du machst es mir auch nicht gerade einfacher. Trotzdem danke.

Fallen die Nebenkosten deshalb wesentlich höher aus?

Beispiel: +15% ohne Instandhaltungskosten

>

im Beispiel waren das + zusätzlich 80% also Wohngeld insgesamt
ca 200% der Miet NK

Du wirfst gerade mit Prozenten um Dich, die ich nicht zuordnen kann.
Heißt das, man muss mit doppelten NK im Vergleich zur Mietwohnung rechnen? Warum sollte man sich dann überhaupt ein Wohnung kaufen?

Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert
zu veräußern?

Das geht sehr schnell. Die Frage ist: Deckt sich der Marktwert
mit den eigenen Vorstellungen?

Den Begriff „Marktwert“ zu wählen war glaube ich keine so gute Idee. Wenn ich eine Wohnung nahezu verschenke, weil ich diese so schnell wie möglich loswerden möchte, dann ist der gezahlte Preis eben der Marktwert.
Mir ist schon klar, dass man den Verkauf über den Preis beschleunigen kann. Was heißt für Dich eigentlich schnell bei Eigentumswohnungen? Eine Woche, ein Monat, ein halbes oder ganzes Jahr? Mal angenommen man hat keinen Zeitdruck und der geforderte Preis ist angemessen/durchschnittlich. Wie lange wird man in etwa warten müssen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Wohnungen, allein schon aufgrund des höheren Preises, wie warme Semmeln weggehen.

Sucht man sich besser eine Wohnung in einem Haus, wo die
Eigentümer = Bewohner sind?

Nein. Da ist mE das Konfliktpotential erheblich größer.

Dann doch lieber gemischt, oder nur Mieter?

Gibt es irgendwelche Kennzeichen anhand derer man sofort sagen
kann: „Laß besser die Finger davon!“?

Lage, Lage, Lage. Und zu erkennende Probleme im Protokoll

Wie kann man die Lage beurteilen, wenn man sich vor Ort nicht auskennt? Bei mir in der Gegend gibt es Beispielsweise eine Stadt mit deren Namen ich nichts Gutes verbinde, weil sie von einem Arbeitskollegen (wie ich zugezogen) schlecht geredet wurde. Als ich zum ersten Mal jemanden dort besuchte hatte ich aber selbst ein ganz anderen Eindruck. Leider habe ich keinen blassen Schimmer, wie die große Mehrheit über diese Gegend denkt. Woher bekommt man solches Infos? Was zählt überhapt? Der eigene Eindruck, oder die herrschende Meinung?

Gibt es einen Rechner von dem man von der monatlichen Miete
auf den Kaufpreis schließen kann bzw. umgekehrt?

Je nach Alter: 10 - 20 fache Jahreskaltmiete

Das ist doch schon mal ein grober Anhaltspunkt.

Wie findet man heraus, ob eine Wohnung den geforderten Preis
Wert ist?

In dem man selbst einen Gutachter beauftragt

Was enthält ein solches Gutachten bzw. was wird vom Gutachter alles geprüft? Kann man den Gutachter in Regreß nehmen, wenn wesentliche Punkte im Gutachten nicht mit der Realität übereinstimmen?

MfG
Stephan

Hallo,

Deshalb meine Frage an euch: Ist es lohnenswert eine Wohnung
zu kaufen anstatt dauerhaft zur Miete zu Wohnen?

Ja, möglicherweise

du machst es mir auch nicht gerade einfacher. Trotzdem danke.

Das Thema ist nun mal nicht einfach.

Fallen die Nebenkosten deshalb wesentlich höher aus?

Beispiel: +15% ohne Instandhaltungskosten

>

im Beispiel waren das + zusätzlich 80% also Wohngeld insgesamt
ca 200% der Miet NK

Du wirfst gerade mit Prozenten um Dich, die ich nicht zuordnen
kann.
Heißt das, man muss mit doppelten NK im Vergleich zur
Mietwohnung rechnen? Warum sollte man sich dann überhaupt ein
Wohnung kaufen?

Eine meiner Eigentumswohnungen in einer Einheit von ca. 100 Wohnungen hat im Jahr 2009 genau diese Werte erwirtschaftet. Dazu kommen natürlich noch Zins und Tilgung. So wird unter dem Strich ein Zusatzgeschäft daraus. Steuerlich ist das aber durchaus erwünscht. In ein paar Jahren ist das Ding bezahlt und ich in Rente.
Übrigens war 2010 noch eine Sonderumlage fällig. Dafür ist jetzt die Fassade neu und den Betrag kann ich auch absetzen. Als Eigennutzer macht das Finanzamt allerdings nicht mit, bei dem Spiel.

Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert
zu veräußern?

Das geht sehr schnell. Die Frage ist: Deckt sich der Marktwert
mit den eigenen Vorstellungen?

Den Begriff „Marktwert“ zu wählen war glaube ich keine so gute
Idee. Wenn ich eine Wohnung nahezu verschenke, weil ich diese
so schnell wie möglich loswerden möchte, dann ist der gezahlte
Preis eben der Marktwert.
Mir ist schon klar, dass man den Verkauf über den Preis
beschleunigen kann. Was heißt für Dich eigentlich schnell bei
Eigentumswohnungen? Eine Woche, ein Monat, ein halbes oder
ganzes Jahr? Mal angenommen man hat keinen Zeitdruck und der
geforderte Preis ist angemessen/durchschnittlich. Wie lange
wird man in etwa warten müssen? Ich kann mir nicht vorstellen,
dass Wohnungen, allein schon aufgrund des höheren Preises, wie
warme Semmeln weggehen.

Wenn ich in Kleinkleckersdorf eine Altbauwohnung an der Hauptstraße habe, ist sie so gut wie unverkäuflich. In Berlin in einer Nebenstraße des Ku-Damms, bin ich sie in 1 Woche los.

Sucht man sich besser eine Wohnung in einem Haus, wo die
Eigentümer = Bewohner sind?

Nein. Da ist mE das Konfliktpotential erheblich größer.

Dann doch lieber gemischt, oder nur Mieter?

Gemischt ist schon sehr gut. Dann passen die einen auf, was die anderen machen.

Gibt es irgendwelche Kennzeichen anhand derer man sofort sagen
kann: „Laß besser die Finger davon!“?

Lage, Lage, Lage. Und zu erkennende Probleme im Protokoll

Wie kann man die Lage beurteilen, wenn man sich vor Ort nicht
auskennt? Bei mir in der Gegend gibt es Beispielsweise eine
Stadt mit deren Namen ich nichts Gutes verbinde, weil sie von
einem Arbeitskollegen (wie ich zugezogen) schlecht geredet
wurde. Als ich zum ersten Mal jemanden dort besuchte hatte ich
aber selbst ein ganz anderen Eindruck. Leider habe ich keinen
blassen Schimmer, wie die große Mehrheit über diese Gegend
denkt. Woher bekommt man solches Infos? Was zählt überhapt?
Der eigene Eindruck, oder die herrschende Meinung?

Großflächig: West ist besser als Ost. Ballungsgebiet besser als flaches Land.
Kleinflächig negativ: Hauptverkehrsstraße, zu weit draußen, Migrationsviertel, sozialer Brennpunkt
positiv: Nebenstraße, kurze Wege, viel Grün etc.
Wichtig ist die herrschende Meinung, wobei im sozialen Brennpunkt kann man auch einen Migranten finden, der genau meine Wohnung direkt neben der Kneipe im EG gesucht hat und sofort den gewünschten Preis zahlt.

Gibt es einen Rechner von dem man von der monatlichen Miete
auf den Kaufpreis schließen kann bzw. umgekehrt?

Je nach Alter: 10 - 20 fache Jahreskaltmiete

Das ist doch schon mal ein grober Anhaltspunkt.

geht bei verwohntem Altbau runter bis 5 und bei Neubau spitzenlage bis 30 und darüber

Wie findet man heraus, ob eine Wohnung den geforderten Preis
Wert ist?

In dem man selbst einen Gutachter beauftragt

Was enthält ein solches Gutachten bzw. was wird vom Gutachter
alles geprüft? Kann man den Gutachter in Regreß nehmen, wenn
wesentliche Punkte im Gutachten nicht mit der Realität
übereinstimmen?

Wert nach Ertragswertverfahren: Miete mal x = E
Sachwertverfahren: Wert des Gebäudes - Mängel= S
Vergleichswertverfahren: Vergleichbare Wohnungen wurden in der näheren Vergangenheit zu Preis V verkauft
Und dann eine Wertung dieser 3 Zahlen zum Marktwert.
Wobei dieser mit einem erzielbaren Preis nicht unbedingt etwas zu tun haben muss.

MfG
Stephan

vnA

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Hallo,

wenn ich Dich richtig verstehe, vermietest du Deine Eigentumswohnungen hauptsächlich. Ein Vermieter/Investor denkt wahrscheinlich etwas anders, als jemand der selbst in der Wohnung leben möchte. Dennoch sind Deine Hinweise sehr interessant für mich.

Eine Eigentumswohnung hatte ich mir als zusätzliche Altersvorsorge gedacht. Ich dachte aber weniger daran Mieteinnahmen zu erzielen. Auf Einkommen muss man Steuern bezahlen. Auf die gesparte Miete einer selbstbewohnten Eigentumswohnung (in Deutschland noch) nicht.

Mittlerweile frage ich mich aber doch, ob es nicht lohnend wäre ein paar Wohnungen zu kaufen und zu vermieten anstatt selbst in einer zu wohnen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass man selbst nicht viel Geld reinstecken muss, und die Mieter einem „alles finanzieren“. Ist das jetzt nur Wunschdenken meinerseits?

MfG
Stephan

Hallo Petra,

erstmal vielen Dank für Deine Ausführungen.

Da muss man ja nicht hingehen! Ich hatte mehr als zehn Jahre
lang eine Eigentumswohnung und war nur auf einer einzigen
Eigentümerversammlung - und das auch nur, weil ich die Wohnung
verkaufen wollte und das da für besser hielt.

Mal ganz blöd gefragt:
Die Eigentümerversammlung kann einem aber nicht „in die Suppe spucken“, wenn man seine Wohnung wieder verkaufen will, oder gibt es hier möglicherweise irgendwelche Bedingungen?

Das machst du dir am besten selber in Excel. Das ergibt dann
eine Tabelle, ungefähr so:
Kaufpreis EUR 100.000
Miete (pro Jahr) EUR 12.000
Nebenkosten (pro Jahr) EUR 2.000
Netto-Mieteinnahmen pro Jahr EUR 10.000
Und, oh Wunder, man kann das im Kopf ausrechnen, dass man bei
dieser Wohnung eine jährliche Rendite von 10% hat. Man kann
die Zahlen auch in der Excel-Tabelle so verknüpfen, dass die
einem das ausrechnet.

Das kriege ich schon hin. Danke für den Gedankenanstoß. Das Rechenbeispiel ist schön einfach, aber die ermittelten 10% sind wahrscheinlich fernab jeglicher Realität. Mit welcher Rendite ist bei Wohnungen zu rechnen?

MfG
Stephan

Hi,

>

Im Vergleich zu einem Mieter kann man wirklich viel mehr „machen“ - solange man bedenkt, dass dem Eigentümer einer ETW eben NICHT alles in seiner ETW auch wirklich gehört. Und am Gemeinschaftseigentum darf man halt nicht herumfummeln.

>

Definiere „Nebenkosten“. Als Mitglied einer Eigentümergemeinschaft zahlt man keine Nebenkosten, sondern ein „Hausgeld“ und die Instandhaltungsrücklage. Das Hausgeld ist immer höher als die reinen Nebenkosten, die man einem Mieter berechnen darf.

Ich will weiterhin das Rundumsorglos-Paket. Putzen und
Winterdienst wird von Firmen erledigt, für Reparaturen am
Gebäude werden die entsprechenden Fachleute (Handwerker)
bestellt.

Fallen die Nebenkosten deshalb wesentlich höher aus?

Das hängt von der Größe der Gemeinschaft ab. Wenn die Mehrheit entscheidet, dass man „do-it-yourself“ bei Putzdienst und kleinen Reparaturen haben will, dann war es das mit Rundumsorglos. Dann müssen die Ärmel hochgekrempelt werden.

>

Das hängt von Alter und Zustand des Objekts ab. Hilfreich sind die Protokolle der letzten Jahre. Wenn darin schon ein entsprechender Instandhaltungsstau zu erkennen ist, dann sollte man die Pfoten davon lassen.

Zahlt man nicht regelmäßig in einen „Topf“, aus dem die
Reparaturen bezahlt werden, ein?
Was ist wenn ein Eigentümer diese Zahlungen nicht leistet
(leisten kann)?

Die Gemeinschaft haftet nach außen immer als ganzes. Im Zweifel müssen also die übrigen Mitglieder mehr zahlen und sehen wie sie es von dem Pleitier wieder bekommen.

Kann da mal jemand aus dem Nähkästchen plaudern, und
darstellen wie solche Versammlungen normalerweise bzw. im
schlimmsten Fall ablaufen!

Im schlimmsten Fall hat man einen Stinkstiefel in der Gemeinschaft, der alles blockiert. Wohlgemerkt: einer kann reichen!

Wie lange braucht man, um eine Eigentumswohnung zum Marktwert
zu veräußern?

Wir haben damals vor 3 Jahren fast 18 Monate gebraucht, bis wir den Preis erzielt haben, den wir haben wollten bzw. brauchten.

Gruß
Stefan

Mittlerweile frage ich mich aber doch, ob es nicht lohnend
wäre ein paar Wohnungen zu kaufen und zu vermieten anstatt
selbst in einer zu wohnen. Ich werde das Gefühl nicht los,
dass man selbst nicht viel Geld reinstecken muss, und die
Mieter einem „alles finanzieren“. Ist das jetzt nur
Wunschdenken meinerseits?

Bei selbstbewohnten Wohnungen muss ich keine Mieteinnahmen versteuern. Dafür kann ich Schuldzinsen und Aufwendungen aber auch nicht absetzen.
(Habe ich schon mal gesagt, dass ich liebend gerne 1 Million oder mehr Einkommensteuer im Jahr zahlen würde?)
Bei vermietetem Immobilienbesitz habe ich jemand der „alles finanziert“. Wenn ich jemand habe und wenn der auch zahlt und wenn keine größeren Reparaturen auftreten. „Alles“ wird nicht rausspringen, eher „etwas“. Letztendlich wirkt sich das nur auf die Rendite aus. Nicht zu verachten ist das Risiko: Habe ich nur 1 Wohnung und der Mieter zahlt nicht, habe ich 100% Ausfall der Einnahmen und die Kosten laufen weiter. Habe ich 100 Wohnungen schlägt der gleiche Leerstand nur mit 1% zu Buche.
Lass es dir gesagt sein: Vermieten ist ein hartes Geschäft mit einem erheblichen Risiko aber, wenn es klappt, auch mit einer Traumrendite.

vnA