Eigentumswohnungfinanzierung?

Hallo,

ich plane mir in ca. 7, 8 Jahren eine Eigentumswohnung zuzulegen (Preisvorstellung ca. 50.000 Euro). Jetzt bin ich am überlegen, wie ich das am besten finanziere. Wäre ein Investmentfonds auch geeignet oder sollte man das lieber mit einem Bausparvertrag machen? Bislang habe ich noch keinen.

Wozu würdet Ihr mir raten?

Vielen Dank für Eure Antworten.

Roland

Hallo,

ein Investmentfonds bietet sicher höheres Verzinsungs- und Wertentwicklungspotential als ein BSV - allerdings in beide Richtungen. Wenn dieses Risiko in Kauf genommen wird, kann eine Fondsanlage durchaus sinnvoll sein. In der genannten Größenordnung stellt sich dann beim Kauf jedoch das Problem, dass aufgrund der geringen Höhe des notwendigen Kredites die Zahl der in Frage kommenden Banken sehr überschaubar bleibt, und diese dann auch „Mindermengenzuschläge“ erheben, so dass die Konditionen die im Vergleich zu einem BSV erzielten Zinsgewinne selbst bei einem (wie momentan) extrem niedrigen Zinsniveau wieder auffressen können.

Andererseits werden Bauspardarlehen in der Regel nur bis max. 72% des Verkehrswertes der zu beleihenden Immobilie gegeben. Das bedeutet, dass 28% des Kaufpreises sowie die anfallenden Erwerbskosten von ca. 5,5% (ggf. zzgl. Makler), in diesem Fall also rd. 17.000,-- € bis rd. 19.000,-- €, bis zum Kauf angespart sein sollten. Hierzu sind rd. 220,-- € p.M. erforderlich. Wird der BSV bei einer BSK abgeschlossen, die ein Mindestguthaben (40% der Bausparsumme) für die Zuteilung verlangt (m.W. ist dies nur bei einer Kasse nicht der Fall), müssen die Sparbeiträge entsprechend höher ausfallen (ca. 270,–€). Es sollte aus heutiger Sicht zu erwarten sein, dass mit der entsprechenden Sparrate die Zuteilung in 7-8 Jahren erfolgt (Musterberechnung der BSK verlangen!)

Allerdings darf eine Bausparkasse sich nicht im Voraus verpflichten, den Vertrag zu einem bestimmten Zeitpunkt zuzteilen. Hier bleibt also das Risiko einer evtl. erforderlich werdenden Zwischenfinanzierung. Die meisten Kassen haben jedoch dieses Problem derzeit im Griff bzw. bieten mit flexiblen Tarifen Lösungsmöglichkeiten an.

Fazit: Risiken bzw. unkalkulierbar Variablen gibt es auf jeden Fall. Derzeit scheint mir der BSV die für dieses Vorhaben günstigere Lösung zu sein - sofern Sparbeiträge in vorgenannter Höhe erbracht werden können. Ich sage bewußt „für dieses Vorhaben“, denn bei höheren Kaufpreisen und/oder kürzeren Sparzeiten oder auch bei niedrigeren Sparleistungen ist ein BSV m.E. nicht das richtige Instrument. Ausserdem gehe ich aufgrund der Fragestellung davon aus, dass bis zum Kauf nicht der volle Kaufpreis angespart wird, denn auch dann ist ein BSV nicht angebracht.

Freundliche Grüße

wolle

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