Eigentumswohnungskauf

Hallo zusammen,

wir wohnen in einer sehr schönen Wohnung.

Nun haben wir erfahren das unsere Wohnung verkauft werden soll - unsere Vermieter haben uns ein Erstkaufrecht eingeräumt.

Kosten 180.000€

Momentane Warmmiete 1200€ ( hier ist alles enthalten, Strom,Wasser, ect.)

Ist es sinnvoll diese Wohnung ohne Eigenkapital zu kaufen?

Gruss

Tim

nun ja …
hallo tim!

sinnvoll wäre es bestimmt, schon mal mehr infos über die wohnung zur verfügung zu stellen. ;o)

wie groß ist die wohnung, wie ist sie ausgestattet, lage, anzahl der wohneinheiten, durchschnittspreise in der umgebung …

irgendwo dran muss man ja schon mal feststellen können, ob 180.000,- € gerechtfertigt sind oder nicht. und wenn man das weiss, kann man ja diskutieren, ob das auch ohne eigenkapital empfehlenswert ist. *g*

viele grüße
tanja

eher Nein! Re: Eigentumswohnungskauf
Hallo Tim,

wenn zwei volle Einkommen zur Verfügung stehen, dann kann man nur dann darüber nachdenken, wenn auch ein Einkommen in der Lage ist, die monatlichen Belastungen zu erledigen.
Denn nach dem Kauf ist trotzdem noch eine mietähnliche monatliche Belastung vorhanden. - sie nennt sich Hausgeld.
Die Höhe kann 200-300 Euro betragen plus Stromkosten von 100 Euro/Mon.

Die Wohnung muß auf jeden Fall schon sehr gut wiederverkauft werden können. Das muß man sich auch bei einem ETW-Kauf beachten. (Lage, Stadtnähe, Schulen, Einkaufmöglichkeiten, Ärzte,…)

Ohne Eigenkapital ist kaum ein ETW-Kauf von 180TEuro zu empfehlen, da dann noch die 15% Nebenkosten (Notar,Grunderwerbssteuern,etc.) auch wohl noch fehlen!

Gruss

Olaf

Hallo Tim,

das ich selbst bereits ein Haus gebaut habe, möchte ich Dir aus Erfahrung folgende Informationen geben.

Erstmal ist es wichtig zu erfahren, wie hoch die Kaltmiete ist und welchen Anteil Nebenkosten in den € 1200,00 enthalten sind.
Dann solltest Du für Dich am besten mit einem Profi wie Architekten unterhalten, ob die Wohnung in Bezug auf Lage, Wiederverkaufswert und Altlasten oder eventuell auf Dich zukommene Reparaturen (Kosten) die € 180.000 Wert sind.

Zur Finanzierung gehe bitte mal von folgenden Fakten aus.
Grundsätzlich sind 100% Finanzierungen nicht empfehlenswert, denn Du zahlst dich doll an Zinsen und wie lange willst Du denn darauf zahlen.
Man sollte mindestens 10% Eigenkapital + die Nebenkosten für den Kauf wie Notargebühren, Grundbuchamt-Gebühren etc.
Dann solltest Du daran denken, daß Du in Notzeiten wie z.B. Arbeitslosigkeit auch von einem Gehalt weiter die Abtragungen zahlen kannst, da Du ja Deine Zahlungsverpflichtungen auch dann nachkommen müßtest (bei Miete kann man immer noch ausziehen). Dann solltest Du Dir den aktuellen effektiven Zinssatz in Geldwert ausrechnen und möglichst mehr als 1% Tilgung besser 2 oder 3% ausrechnen, daß wäre dann Deine sogenannte Abtragung = Kaltbelastung, dazu kommt dann noch das Hausgeld (Nebenkosten) plus Stromkosten. Da ich Dein Einkommen nicht kenne, kannst Du Dir ja mal ausrechnen ob Du Dir dies so leisten kannst, das Du Dir auch noch monatlich was leisten kannst. Wenn nicht, dann lasse lieber die Hände vom Eigentum. Falls doch - Prinzip ist: je schneller ich zurückzahle, desto weniger Zinsen muss ich zahlen und desto schneller komme ich von der Belastung ab.
Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen. Gruß Barbara

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Ohne Eigenkapital ist kaum ein ETW-Kauf von 180TEuro zu
empfehlen, da dann noch die 15% Nebenkosten
(Notar,Grunderwerbssteuern,etc.) auch wohl noch fehlen!

3,5% Grunderwerbsst.+ 1-1,5% für den Notar.
gruß n.

Wenn man ganz einfach rechnet, sind 1.200€ und 180.000€ ein ganz vernünftiges Verhältnis. Rein vom Preis würde ich sagen, dass es ganz gut wäre, die Wohnung zu kaufen.
Allerdings ist es nicht nur der Preis, der hier entscheident sein sollte. Der richtige Fachmann ist wahrscheinlich nicht so sehr ein Architekt, sondern eher ein Gutachter. Der ermittelt einen Wert, zu dem die Immobilie gekauft werden kann. Außerdem achtet der auf solche Kleinigkeiten wie Instandhaltungsrücklagen, Protokolle der Eigentümerversammlungen und ähnliches.
Geht man nur nach dem Preis, erscheint das Ganze sinnvoll. Besteht allerdings keine ausreichende Rücklage, kann bei einigermaßen aufgelaufenem Instandhaltungsaufwand (den muss man nicht immer gleich entdecken!) plötzlich das dicke Ende kommen. Manchmal werden auch komische Dinge in Eigentümerversammlungen beschlossen, die auch für den Erwerber bindend sind. Auch wenn der aus Gutgläubigkeit nicht in die Protokolle sieht. Manchmal gibt es Gründe, warum so ein Verkauf die sinnvollere Alternative ist. Hat die Runde vielleicht vor kurzem beschlossen, dass die Fassade neu gemacht wird, ist man als Eigentümer dabei. Ob man will oder nicht.
Weiterhin sollte man nur für die Finanzierung dieser Wohnung monatlich diese 1.200€ aufbringen. Dazu kommen auf jeden Fall deutlich höhere Nebenkosten als man als Mieter hatte. 2-3€ je m² sollte man immer einplanen (langfristig eher 3, weil Energiepreise ziemlich sicher weiter ansteigen). Dazu kommt noch das Hausgeld, dessen Höhe man ebenfalss in den Protokollen der Eigentümerversammlungen herauslesen kann.
Huch, habe gerade nochmal nachgelesen, die 1.200€ waren ja Warmmiete. Da ändert sich Einiges.
Lassen Sie die Wohnung bei wirklichem Interesse einfach bewerten, wichtig ist wie gesagt nicht nur der Preis, sondern auch das schmückende Beiwerk aus den Versammlungen.

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Hallo Tim,

vielleichtein paar Überlegungen:

  1. Da Ihr Euch in der Wohnung scheinbar wohl fühlt, solltet Ihr Euch überlegen ob Ihr auch langfristig dort wohnen wollt. Zu bedenken ist dabei evtl. Familienplanung, Job etc… Falls Ihr Euch nicht sicher seid, was die Zukunft so bringt kann es trotzdem gut sein, die Wohnung zu kaufen (kein Vermieter kann Euch wegen Eigenbedarf kündigen). Dann solltet Ihr überlegen, ob die Wohnung bei einem evtl. Auszug die monatlichen Kosten als Miete einbringen könnte (ist sicher nur eine von mehreren Überlegungsalternativen).

  2. die Wohnung auf jeden Fall unabhängig bewerten lassen. Wenn man selber in der Wohnung wohnt (und sich wohl fühlt) lässt man sich selbst gerne etwas blenden. Vorteil für Euch: der Vermieter hat mit Mietern im Objekt sicherlich weniger Chancen einen guten Preis zu erzielen (Selbstgenutzte Objekte sind in der Regel etwas teuer - Sachwert vs. Ertragswert). Das solltet Ihr bei den preisverhandlungen nutzen.

  3. Die eigentliche Frage: ein Erwerb ganz ohne Eigenmittel ist heute über verschieden Anbieter (z.B. http://www.drklein.de/baufinanzierung.html) möglich. jedoch sollte man zumindest die Nebenkosten aufbringen, da die Zinsaufschläge sonst extrem hoch sind. Die Zinsen sind immernoch recht niedrich (spricht für Eigentumserwerb). Bei einer Vollfinanzierung sollte man dann aber auf lange Zinsbindungen (bis 30 Jahre ist möglich) und möglichst hohe Tilgungen achten da man bei einer Zinsverlängerung sonst in die „Zinsfalle“ läuft, und die Belastung bei der Zinsanpassung so steigt, dass man diese nicht mehr bezahlen kann. Tip: Bei einem Verkauf des Objektes ist in der Regel eine Übertragung des Darlehens auf ein neues Objekt möglich und nach 10 Jahren gibt es laut BGB eine kurze Kündigungsfrist von 3 Monaten - also keine Angst vor langen Zinsbindungen.

Bei einer Finanzierungsplanung hilft Dir vielleicht folgender Link weiter: http://www.vergleich.de/informationen/finanzierung/b…

Gruß Schlarzi

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gibt es laut BGB eine kurze Kündigungsfrist von 3 Monaten -
also keine Angst vor langen Zinsbindungen.

na nicht ganz: 6 Monate bitte!