Eigenverlag als journalist

Ich hoffe, die Frage passt hier in dieses Forum rein.
Ich arbeite als freiberufliche Journalistin für den Rundfunk und Printmedien. Da ich viel Audiomaterial mit der Zeit angesammelt habe über interessante Themen, möchte ich nun Audio-Books zu verschiedenen Themengebieten produzieren. Eigentlich habe ich einen interessierten Verlag gefunden, doch falls sich alles in Luft auflöst, möchte ich die Produktionen in einem Eigenverlag veröffentlichen.
Ich habe bereits gelesen, daß man dafür eine Gewerbeanmeldung braucht. Meine Frage ist nun, wenn ich den Eigenverlag gründe, ISBN beantrage und versuche, die Audio-Books selbst zu vermarkten, kollidiert das dann mit der KSK? Dort bin ich Mitglied, da ich ja hauptberuflich als Journalistin arbeite. Ich möchte keine GmbH gründen, da die Einlagen hierfür zu hoch liegen (die Summe, die man für Gründung einer GmbH haben muß).
Wer hat hier Erfahrungswerte bzw. wo kann ich - nach Möglichkeit im Netz - Infos dazu finden, wann die Mitgliedschaft in der KSK gefährdet ist? Normalerweise ist sie ja nur für die freiberuflichen Künstler zugängig. Gibt es hier Ausnahmen? Z.B. nach Höhe des letztendlich auf einer Nebenschiene laufenden „Vertriebsgeschäfts“?
Für jeden Tipp wäre ich unendlich dankbar.
Lilian

Hallo Lilian,

hierzu § 5 Nr 5 KSVG. Aus der KSK fällst Du heraus, wenn Du den Verlag nicht nur vorübergehend betreibst und wenn der Gewinn aus dem Verlag die Geringfügigkeitsgrenze § 8 SGB IV überschreitet. Diese ist derzeit mit 400 Euro monatlich festgesetzt und wird ab und zu mal angepasst.

Die übrigen Kriterien für die Versicherung bei der KSK gelten unverändert, mit oder ohne Verlag: Mindesteinkommen aus der journalistischen Tätigkeit, nicht mehr als ein Arbeitnehmer, erwerbsmäßiges Betreiben der journalistischen Tätigkeit.

Das heißt in Deiner Situation konkret, daß Du Dir in einer Pilotphase, in der Du sehen wirst, was der Eigenverlag abwirft, um die Versicherung bei der KSK keinen Kopf machen musst. Wenn die Geringfügigkeitsgrenze überschritten werden sollte, hast Du ohnehin keine Zeit mehr, der journalistischen Tätigkeit anders als nur vorübergehend nachzugehen, und dann ist die Frage von dieser Seite her erledigt.

Schöne Grüße

MM

Danke!
Lieber Martin,
herzlichen Dank für die informative und echt gediegende Auskunft!!
Liebe Grüße
Lilian