Eignungs(IQ)tests

Eine Freundin von mir hat einen Abi Durchschnitt von 1,5, schafft aber die Eignungs(IQ)tests für den gehobenen Dienst/Verwaltung nie- wie passt das zusammen?

Sie war eine der schlausten Leute in unserem Jahrgang und wusste in der 10. Klasse schon, dass sie unbedingt in den gehobenen Dienst einer Verwaltung möchte. Nun stehen die ganzen Tests an- sie schafft sie aber nie, weil sie mal zu schlecht in Mathe ist (hatte in der Schule allerdings 13 Punkte), mal zu schlecht im logischen Denken- oder beides zusammen.
Mir tut das so Leid für sie, ich verstehe einfach nicht, warum sie es mit diesem super Abi Schnitt nicht schafft.
Sagen diese IQ Tests wirklich so viel über die Intelligenz eines Menschen aus?
Manche Menschen sind vielleicht nicht so gut im logischen Denken, haben aber eine hohe Auffassungsgabe und lernen schnell- ist es nicht unfair, dass diese Menschen trotzdem ausgesiebt werden?
Sind diese Tests wirklich objektiv oder eher subjektiv?

Ich würde meine Freundin gerne aufheitern, denn ihr Versagen trifft sie schon sehr stark. Gibt es irgendeinen Fall, in dem ein sehr schlauer Mensch bei IQ Tests versagt hat und daddurch nachgewiesen wurde, dass diese Tests nicht zwangsläufig etwas über die Intelligenz aussagen?

Hallo,

Eine Freundin von mir hat einen Abi Durchschnitt von 1,5,
schafft aber die Eignungs(IQ)tests für den gehobenen
Dienst/Verwaltung nie- wie passt das zusammen?

Ich habe schon ähnliche Erfahrungen bei „meinen“ Auszubildenden gemacht. Meine Erfahrungen geben hier einen Lösungsvorschlag.

Sie war eine der schlausten Leute in unserem Jahrgang und
wusste in der 10. Klasse schon, dass sie unbedingt in den
gehobenen Dienst einer Verwaltung möchte.

Schön für sie, aber ohne Bedeutung.

Nun stehen die
ganzen Tests an- sie schafft sie aber nie, weil sie mal zu
schlecht in Mathe ist (hatte in der Schule allerdings 13
Punkte), mal zu schlecht im logischen Denken- oder beides
zusammen.
Mir tut das so Leid für sie, ich verstehe einfach nicht, warum
sie es mit diesem super Abi Schnitt nicht schafft.

Kann es ein, daß sie in der Schule immer „häppchenweise“ gelernt hat und auch abgeprüft wurde? (Man nimmt etwas durch, dann kommt die Leistungsüberprüfung, danach ein neues Thema, das alte ist abgehakt.)
Sie war damit erfolgreich, jetzt wird etwas anderes gefragt.

Sagen diese IQ Tests wirklich so viel über die Intelligenz
eines Menschen aus?

Es ist sicher keim reiner IQ-Test, des da gemacht wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenz
http://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenzquotient
Außerdem ist die Abiturnote nicht identisch mit einem Wert der Intelligenz.

Manche Menschen sind vielleicht nicht so gut im logischen
Denken, haben aber eine hohe Auffassungsgabe und lernen
schnell- ist es nicht unfair, dass diese Menschen trotzdem
ausgesiebt werden?

Deine Freundin mag es als unfair ansehen. Derjenige, der den Test durchführt, findet ihn sicher fair. Ich kenne den Test nicht, gehe aber davon aus, daß der Schwerpunkt auf dem liegt, was später im Beruf gebraucht wird.

Sind diese Tests wirklich objektiv oder eher subjektiv?

Was meint Deine Freundin? Was wurde überhaupt gefragt? Wieviele Tests hat sie schon gemacht?

Ich würde meine Freundin gerne aufheitern, denn ihr Versagen
trifft sie schon sehr stark. Gibt es irgendeinen Fall, in dem
ein sehr schlauer Mensch bei IQ Tests versagt hat und daddurch
nachgewiesen wurde, dass diese Tests nicht zwangsläufig etwas
über die Intelligenz aussagen?

Was hilft ein Einzelfall? Der nutzt Deiner Freundin im Zweifelsfall nichts.
Sie sollte sich aus ihren bisherigen Erfahrungen auf diese Art Tests vorbereiten. Wenn sie wirklich so schlau ist, wie Du schreibst, dann ist das der richtige Weg für sie. (Nur ein „gutes Abitur“ scheint in diesem Fall nicht auszureichen.)

Gruß
Jörg Zabel

Hallo,
es ist schwer etwas zu sagen, wenn man den Test nicht kennt.
Wie oft darf sie denn den Test wiederholen? Wenn sie schon in etwa weiss, was vorkommt, dann kann sie das doch üben.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir in der Schule die Disziplin „logisches Denken“ hatten - das ist aber oft ein wesentlicher Bestandteil dieser Tests. Bei den IQ-Tests interessiert oft der Wert der „Hardware“ (also das was man durch eigenes Denkvermögen lösen kann) und nicht so sehr die „Software“, das Erlernte.

Wir hatten in der Schule einen Ausnahme-Schauspieler. Er hatte eine beeindruckende Präsenz, vorbildliche Stimme und Aussprache und Theater war seine Leidenschaft. Er nahm drei Mal an zwei verschiedenen staatlichen Schauspielschulen an den Aufnahmeprüfungen teil und fiel jedesmal durch. Keiner seiner Freunde konnte das fassen. Nach der letzten durchgefallenen Prüfung fragte er nach und bekam die Antwort, dass er schon seinen eigenen Stil hat und das ist in der Ausbildung nicht gefragt, denn da soll man geformt werden. Das Gleiche gilt auch für die meisten anderen Ausbildungen: man muss in den Betrieb passen und formbar sein.

Für mich klingt es ein wenig so, als ob sie ihre Abi-Leistungen für abgeschlossen hält. Das Abitur (und der Weg dahin) ist aber nur ein Anschnitt der vielen Disziplinen - danach gilt es diese weiter zu entwickeln, bzw. anzuwenden.

Man kann ja inzwischen fast alles im Internet herunterladen - sucht nach Tests, die einen ähnlichen Charakter haben und die soll sie üben.

Viele Grüße

Die traurige Wahrheit ist, dass ein bestandenes Abitur (fast) nichts über Intelligenz aussagt.

Im Prinzip kann jeder Trottel durchs Abitur kommen, sofern er über genügend Fleiß, Lernwilligkeit und Ausdauer verfügt und ein einigermaßen gutes Gedächtnis hat. Was jetzt natürlich nicht persönlich gemeint ist.

Die heutige (und ehemalige) Schulbildung besteht hauptsächlich aus dem Erlernen (und Merken) von jeder Menge unnützem Zeug, das man im späteren Beruf nicht im Geringsten brauchen kann.

Was da gefordert wird, ist eher Sturheit und Apathie als Intelligenz.

mfg.

Mal ein anderer Ansatz
Hallo,

es liest sich ja so, als ob Deine Freundin sehr zielstrebig und fleißig ist. Mit 15/16 zu wissen, dass man unbedingt in die Verwaltung möchte und ein so gutes Abi zu machen sprechen ja dafür. Aaaber, und vergib mir, sollte ich falsch liegen, klingt sie auch ein wenig unflexibel. Weil: Wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, diese Tests einfach nicht schafft, könnte sie ja, statt in Selbstzweifel auszubrechen und es wieder und wieder zu versuchen, auch denken: „Da bin ich, eine junge Dame mit super Abi. Wenn ich diese Tests nicht schaffe, mach ich halt was anders, denn viele Wege führen nach Rom!“. Denkbar wäre ja z.B. ein Universitätsstudium und danach der Versuch, in den höheren Dienst zu gehen.
So, nach dieser Vorrede: Genau in dieser eventuell vorhandenen Unflexibilität könnte nämlich das Problem bei diesen Tests bestehen. Aus dem Test für den gehobenen Dienst vom Auswärtigen Amt (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass dieser Test exemplarisch ist):

Beispiel für Mathe:
TX1.
Herr Krause hat testamentarisch festgelegt, dass seine beiden Kinder nach
seinem Tod je 1/3 seines Vermögens erhalten. Der verbleibende Betrag
wird auf die 5 Enkel verteilt. Jeder Enkel erhält nach diesen Bestimmungen
EURO 1.500,-. Wie groß ist das Vermögen von Herrn Krause?

Das hat ja nun sehr wenig mit Mathematik der Oberstufe zu tun. Es erfordert lediglich Grundrechenarten. Wenn man nun verzweifelt den Trick dabei sucht oder eine möglichst elegante Lösungsart, kann man sicher gut auf die Nase fallen.

Beispiel für Logik:
SL 3. 1. Feststellung: Nachts sind alle Vögel vollkommen gelb.
2. Feststellung: Nachts ist gelb unsichtbar.
3. Feststellung: Was nachts unsichtbar ist, kann schwimmen.
Schlüsse: A) Alle Vögel sind unsichtbar.
B) Alle Vögel können schwimmen.
C) Tags ist gelb sichtbar.
D) Was schwimmen kann, ist nachts unsichtbar.

Zugegeben: Diese Art von Aufgaben macht man in der Schule nie (ich könnte mich zumindest nicht dran erinnern) und es gibt Leute, denen so was einfach unglaublich schwer fällt. In meiner Erfahrung sind das oft Leute, die den Sinn in den Grundaussagen suchen. Aber diese Sache kann man recht gut üben.

Also: Statt Selbstzweifeln und Grundsatzfragen, mehr Flexibilität versuchen. Entweder in der Frage, auf welchen Weg komme ich zu meinem Traumjob oder im Denken.

Ich wünsche ihr ganz viel Erfolg!

PS: Und außerdem kann sie sich auch glücklich schätzen, nicht nur ein super Abi zu haben sondern auch so nette Freunde, die so mit ihr mitleiden und sie aufbauen wollen!

Jeder Trottel? Nicht mit super Mathenoten… :smile:

Es gibt auch Arten von IQ oder Eignungstests, auf die man sich richtig vorbereiten muss, weil man sonst deren eigene Logik nicht versteht.

Ich habs ziemlihc mit Mathe und Logik, aber als ich zB das erste Mal versuchte, nur zum Spass, eine „Dominoaufgabe“ zu lösen, hab ich nichts verstanden, ohne da ein paar Beispiele durchgearbeitet zu haben…

Kann es das sein?

Jeder Trottel? Nicht mit super Mathenoten… :smile:

Nun ja, Mathematik scheint mir manchmal eine etwas eigenartige Begabung.

Ich kenne z. B. jemand, ein Ass in Mathe, der eine einfache Dreisatz- Aufgabe nur mit einer Formel, aber niemals von der reinen Logik her, lösen kann.

Ein gutes Beispiel für vollkommen weltfremdes Lernen.

mfg.

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Hallo,

meiner Erfahrung nach hat das fast gar nichts miteinander zu tun. Wir haben Bewerber mit besten Abschlüssen, die nicht in der Lage sind die Mehrwertsteuer aus VK-Preisen rauszurechnen. Dreisatz geht auch nicht. Kein Gespür für Zahlen.

Ich kenne auch das andere Beispiel: In der Schule ein „Matheversager“, wodurch praktisch die Eintrittskarte für diverse anspruchsvolle Jobs fehlte. Dann als Quereinsteiger in die IT. Dort kann diese Person alles, was gefordert ist und hat eben das Gefühl für Zahlen. Ein Blick auf die Werte und ohne Formeln auszupacken weiss derjenige, ob richtig oder falsch. Der Eignungstest / die Potentialanalyse ist auch extrem gut gewesen. Das mit den Formeln klappt übrigens auch heute nicht oder nur in Einzelfällen.

LG
Nicky